US Open

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Dieser Artikel behandelt das Tennisturnier im Allgemeinen; zu einzelnen Turnierjahren siehe die Navigationsleiste unten, zu anderen Bedeutungen siehe US Open (Begriffsklärung).
Tennis US Open
Logo des Turniers „US Open“
International Tennis Federation
Austragungsort New York
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Erste Austragung 1881
Kategorie Grand Slam
Turnierart Freiplatzturnier
Spieloberfläche Hartplatz
Auslosung 128E/128Q/64D/32M
Center Court 22.547 Zuschauer
Website Offizielle Website
Stand: 8. Juli 2012

Das Tennisturnier US Open ist das vierte Grand-Slam-Turnier des Jahres. Es wird im August/September in New York am USTA Billie Jean King National Tennis Center in Flushing Meadows ausgespielt.

Der Namensbestandteil Open (englisch für offen) verweist darauf, dass die Veranstaltung für Teilnehmer ohne Ansehen ihres Status (Amateur, Profi), Geschlechts, Alters usw. offen ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptplatz Arthur Ashe Stadium 2007
Das Louis Armstrong Stadium, mit 9.600 Plätzen das zweitgrößte Stadion der Anlage
Das USTA National Tennis Center vom Citi Field aus betrachtet; rechts das Arthur Ashe Stadium, links das Louis Armstrong Stadium

1881 wurden die ersten U.S. National Championships bei den Herren ausgetragen. Der Damenwettbewerb wurde erstmals 1887 ausgespielt. Die ersten Austragungen fanden noch nicht in New York statt, sondern im Newport Casino in Newport, Rhode Island; auf diesem Gelände findet heute das ATP-Turnier von Newport statt. Im Jahr 1915 wechselte der Austragungsort in den West Side Tennis Club in Forest Hills im New Yorker Ortsteil Queens, 1978 zog man wenige Kilometer weiter nach Flushing Meadows. Im dort errichteten USTA Billie Jean King National Tennis Center diente zunächst das Louis Armstrong Stadium als Center Court, bis man dort 1997 das Arthur Ashe Stadium erbaut hat. Dieses nach dem US-amerikanischen Tennisspieler Arthur Ashe benannte Stadion ist mit 22.547 Sitzplätzen die mit Abstand größte Tennisanlage der Welt. Bis einschließlich 1974 wurden die US Open auf Rasen ausgetragen, ehe man für drei Jahre auf Sandplätze (Har-Tru) wechselte. Seit 1978 wird auf Hartplatzbelag (DecoTurf), einem Beton-Kunststoff-Gemisch gespielt.

Traditionell findet das Finale im Herreneinzel am Sonntag und das Endspiel der Damen am Samstag statt. 2008 konnte ein Damen-Halbfinale wegen Regens am Samstag nicht beendet werden; es musste auf den regulären Finaltag der Herren verschoben werden. Dadurch fand zum ersten Mal seit 1987 das Finale der Männer an einem Montag statt. Auch in den folgenden vier Jahren musste das Herrenfinale aufgrund von Regen auf den Montag verschoben werden. Wegen des Super-Saturday, an dem sowohl die Halbfinalspiele der Herren als auch das Damenfinale vorgesehen sind, sind Regenunterbrechungen am letzten Wochenende bei den US Open nur schwer ohne Verschiebung des Herrenendspiels zu kompensieren. Wegen dieser wetterbedingten Gründe, aber auch auf Wunsch vieler Spieler entschloss man sich, ab 2013 sowohl das Damen- als auch Herrenfinale um einen Tag zu verschieben; somit findet das Herrenfinale regulär am Montag statt und der Super-Saturday gehört der Geschichte an.

Rekorde[Bearbeiten]

  • Herren:

Vor der Open Era waren drei Herren – Richard Sears (1880er), William Larned (1910er) und Bill Tilden (1920er) – mit jeweils sieben Siegen am erfolgreichsten; sie sind damit Rekordsieger des Turniers, wobei Sears seine sieben Titel in Folge gewann. Dies war allerdings auch dem Modus geschuldet, denn bis 1911 war der Titelverteidiger automatisch für das Finale qualifiziert. Seit 1968 waren Jimmy Connors, Pete Sampras und Roger Federer mit fünf Siegen am erfolgreichsten, Federer gewann seine fünf Titel sogar ebenfalls in Folge. Connors gelang das Kunststück, die US Open als einziger Spieler auf drei verschiedenen Belägen zu gewinnen.

Im Doppel sind Richard Sears, James Dwight und Holcombe Ward mit sechs Titeln Rekordsieger, in der Open Era waren die Zwillinge Bob und Mike Bryan mit fünf Titeln am erfolgreichsten. Todd Woodbridge und Mark Woodforde sind das einzige Doppel, das seit 1968 einen Doppeltitel verteidigen konnte.

  • Damen:

Die US-Amerikanerin Molla Mallory ist mit ihren acht Titeln, die sie in den Jahren 1915 bis 1926 gewann, Rekordsiegerin; nach 1968 waren Chris Evert und Serena Williams mit je sechs US-Open-Titeln die erfolgreichsten Einzelspielerinnen. Mallory und Evert gelang es zudem, vier Titel in Folge zu gewinnen, was ebenfalls Rekord ist.

In den 1940er und 1950er Jahren gewann Margaret Osborne duPont insgesamt 13-mal den Doppelwettbewerb der Damen, sie ist damit Rekordsiegerin; sie hält mit 10 Siegen auch den Rekord der meisten Doppeltitel in Folge. In der Open Era war Martina Navrátilová am erfolgreichsten, von Ende der 1970er bis Anfang der 1990er Jahre gewann sie 9 Doppeltitel. Den Open-Era-Rekord für die meisten Doppeltitel in Folge halten Virginia Ruano Pascual und Paola Suárez, die von 2002 bis 2004 dreimal hintereinander die Doppelkonkurrenz gewinnen konnten.

Mit 14 Jahren und 8 Tagen ist Mary Joe Fernández die jüngste Spielerin, die ein Spiel gewonnen hat, 1985 gegen Sara Gomer mit 6:1 und 6:4.[1]

  • Mixed:

Mit acht Mixed-Titeln sind Margaret Osborne duPont und Margaret Smith Court Rekordsieger, Court hält gemeinsam mit Martina Navratilová und Billie Jean King auch den Open-Era-Rekord von drei Titeln. Bei den Herren waren vor 1968 Bill Tilden und Bill Talbert mit vier Mixed-Siegen am erfolgreichsten, seit Beginn der Open Era halten Todd Woodbridge und Bob Bryan mit je drei Titeln den Rekord.

Gewinner aus dem deutschsprachigen Raum[Bearbeiten]

Sechs Deutsche konnten bisher bei den US Open einen Titel gewinnen: Henner Henkel und Gottfried von Cramm 1937 im Herrendoppel, Claudia Kohde-Kilsch 1985 im Damendoppel, Boris Becker 1989 im Herreneinzel sowie Philipp Petzschner 2011 im Herrendoppel; Steffi Graf ist mit fünf Siegen und drei weiteren Finalteilnahmen die mit Abstand erfolgreichste Deutsche bei den US Open. Ihren ersten Titel gewann sie 1988; sie beendete damit als zweite Frau in der Open Era einen Kalenderjahr-Grand-Slam.

Aus Schweizer Sicht sind neben den fünf Titeln von Roger Federer (2004–2008) noch die beiden Titel von Martina Hingis 1997 im Einzel und 1998 im Doppel zu nennen. Hingis erreichte noch zwei weitere Male das Einzelfinale. Im Herrendoppel konnte sich noch kein Schweizer in die Siegerliste eintragen, Heinz Günthardt erreichte 1981 das Finale; 1985 gewann Günthardt jedoch mit Martina Navrátilová den Mixed-Wettbewerb von Flushing Meadows.

Im Einzel erreichte bislang weder ein Österreicher und noch eine Österreicherin das Finale. Im Doppelfinale der Herren waren jedoch 2007 Julian Knowle (gemeinsam mit dem Schweden Simon Aspelin) und 2011 Jürgen Melzer (mit Petzschner) siegreich; sie sind damit die einzigen österreichischen US-Open-Sieger.

Sieger[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: US Open – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 40 Important Women's Moments: 1985, The Youngest To Win

40.749886111111-73.847026944444Koordinaten: 40° 44′ 59,6″ N, 73° 50′ 49,3″ W