UTair

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
UTair
ОАО «Авиакомпания «ЮТэйр»
Logo der UTair
ATR 72-200 der UTair
IATA-Code: UT
ICAO-Code: UTA
Rufzeichen: UTAIR
Gründung: 1991
Sitz: Chanty-Mansijsk, RusslandRussland Russland
Heimatflughafen:

Tjumen

IATA-Prefixcode: 298
Leitung: Andrei Sarmenowitsch Martirossow
Vielfliegerprogramm: STATUS
Flottenstärke: 363 (+ 133 Bestellungen)
Ziele: National und kontinental

UTair (russisch ОАО «Авиакомпания «ЮТэйр») ist die drittgrößte Fluggesellschaft von Russland mit Sitz in Chanty-Mansijsk.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Fluggesellschaft ging 1991 als Tyumenaviatrans Aviation aus dem 1967 gegründeten Aeroflot-Direktorat Tjumen hervor. 2003 folgte die Umbenennung in den heutigen Namen UTair.

Von Januar bis März 2007 stand UTair auf der Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union, dies bedeutete für UTair ein Einflugverbot in den Luftraum der EU auf Grund von Sicherheitsmängeln.

Ab 2006 wurde die Regionalfluglinie Komiinteravia als UTair-Express eingegliedert und im Oktober 2009 wurde die Tochtergesellschaft UTair Ukraine gegründet, die von Luhansk aus Ziele in Russland anfliegt. Ende 2009 wurde der peruanische Hubschrauber-Betreiber HeliSur mit Sitz in Lima übernommen.[1]

Ende 2014 kam UTair durch die Krise in der Ukraine, den daraus folgenden US-Sanktionen und dem Rubelverfall in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die russische Alfa Bank, der Flughafen Jekaterinburg, der Flughafen Perm und der Flughafen Samara, sowie die Leasingfirmen Yugra und Avialeasing leiteten Klagegen wegen ausstehenden Schulden ein, worauf Hubschrauber und Flugzeuge beschlagnahmt wurden. Restrukturierungen durch Flottenverkleinerung, weniger Flugziele und Entlassungen wurden angefangen und ein drohender Liquiditätsengpass soll eventuell durch Staatshilfe abgewendet werden.[2]

Flugziele[Bearbeiten]

UTair bietet ein dichtes Netzwerk an Linien- und Charterflügen zu Zielen innerhalb Russlands sowie einige Flüge nach Europa und Zentralasien an. Eine große Rolle spielt auch Luftfracht in Sibirien. Bedient werden beispielsweise Moskau, Irkutsk, Omsk, Tel Aviv und Baku. Im deutschsprachigen Raum steuert UTair derzeit Hannover, Dresden, München und Frankfurt am Main an[3].

Flotte[Bearbeiten]

Eine Boeing 737-500 der UTair
Eine Tupolew Tu-154M der UTair
Ein Mil Mi-26T der UTair

Mit Stand August 2013 besteht die Flotte der UTair aus 123[4][5][6] Flugzeugen und 240[7][8][9] Helikoptern. Die Hubschrauberflotte der UTair ist weltweit die größte von Modellen russischer Bauart, wobei ein Viertel der Maschinen regelmäßig außerhalb Russlands, beispielsweise für Missionen der UNO, eingesetzt werden.

Flugzeuge[Bearbeiten]

Bestellungen[4][10][11][12]

Hubschrauber[Bearbeiten]

Bestellungen[13][14][15]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

UTair verzeichnet in ihrer Geschichte vier Zwischenfälle mit Todesopfern beziehungsweise Verlust des Fluggeräts:

  • Am 9. November 2002 stürzte eine Antonow An-26 beim Landeanflug auf den Flughafen von Antalya ab, nachdem sie während schwerer Regenfälle eine Stromleitung gestreift hatte. Alle 28 Menschen an Bord überlebten, aber die Maschine wurde zerstört.[16]
  • Am 17. März 2007 setzt eine Tupolew Tu-134 beim Anflug auf den Flugplatz Samara 400 m vor der Start- und Landebahn auf. Die Maschine schleuderte über die Landebahn und zerbrach dabei. 6 Passagiere starben, 51 Menschen überlebten zum Teil schwer verletzt.[17]
  • Am 2. Juli 2008 stürzte eine Mil Mi-8 der UTair auf der Jamal-Halbinsel ab. Dabei wurden sieben Personen verletzt und neun kamen ums Leben.
  • Am 2. April 2012 stürzte eine Maschine der UTair des Typs ATR 72 (Reg.: VP-BYZ) mit der Flugnummer UT-120 gegen 07:50 Ortszeit auf dem Weg von Tjumen nach Surgut etwa 2,5 Kilometer entfernt vom Flughafen Roschtschino ab. Von den 43 Insassen kamen 31 ums Leben. Berichten von UTair zufolge sind die 12 überlebenden Personen allesamt Passagiere.[18] Die Absturzursache ist bis dato noch unklar.[19] Die Katastrophe soll kurz nach dem Start bei der Durchführung einer Notlandung passiert sein.[20]
  • Am 6. Juli 2014 befand sich eine Boeing 767-300 der Fluglinie im Landeanflug auf die Landebahn 02 des Flughafen Barcelona-El Prat, als ein Airbus A340-300 der Aerolíneas Argentinas die Landebahn überquerte. Die Piloten der UTAir-Boeing konnten die Landung rechtzeitig abbrechen und durchstarten. Bei dem Vorfall gab es keine Verletzten.[21]

Trivia[Bearbeiten]

  • Am 25. November 2014 befreiten die Passagiere erfolgreich eine von Katekavia gemietete Tupolew Tu-134, die auf dem Flughafen Igarka bei Minus 52 Grad am Boden fest gefroren war.[22]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FliegerRevue November 2010, S.16-17, UTair schraubt sich hoch
  2. aerotelegraph: Russischer Utair droht die Pleite, abgerufen am 11. Dezember 2014
  3. UTair.de: Neuer Flug von Rostow am Don nach Frankfurt, abgerufen am 25. Mai 2014
  4. a b ch-aviation.ch - UTair (englisch), abgerufen am 19. August 2013
  5. russianplanes.net - Utair (russisch), abgerufen am 19. August 2013
  6. utair.ru - Aircrafts (englisch), abgerufen am 19. Juli 2013
  7. russianplanes.net - Utair (russisch), abgerufen am 19. August 2013
  8. heli.utair.ru - Helicopters (englisch), abgerufen am 19. August 2013
  9. eurohelishow.com - UTair becomes first Russian AW139 operator (englisch), 10. April 2013
  10. austrianwings.info - UTair plant Ankauf von 24 Superjet SSJ-100, 24. April 2011
  11. airbus.com - Orders and Deliveries (englisch), abgerufen am 19. August 2013
  12. active.boeing.com - Orders and Deliveries (englisch), abgerufen am 19. August 2013
  13. austrianwings.info - UTair kauft 20 AW139, 9. September 2011
  14. eurocopter.com - Utair signed for 15 EC175 (englisch; PDF; 445 kB), April 2011
  15. ruaviation.com - UTair will acquire 10 Mi-34S1 helicopters (englisch), 23. Mai 2011
  16. aviation-safety.net - Accident description (englisch) abgerufen am 10. September 2011
  17. aviation-safety.net - Accident description (englisch) abgerufen am 10. September 2011
  18. http://www.utair.ru/news/3940002.html
  19. http://avherald.com/h?article=44d5e519&opt=0
  20. http://www.utair.ru/news/3940002.html
  21. dailymail.co.uk: Seconds away from disaster: Dramatic moment two planes almost collide on runway at Barcelona airport caught on Video (englisch), abgerufen am 7. Juli 2014
  22. Passagiere eisen Tu-134 los, abgerufen am 26. November 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: UTair – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien