U 862

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U 862
(vorheriges/nächstesalle U-Boote)
Typ:

IX D2

Feldpostnummer:

52 685

Werft:

AG Weser, Bremen

Bauauftrag:

5. Juni 1941

Baunummer:

1068

Kiellegung:

15. August 1942

Stapellauf:

8. Juni 1943

Indienststellung:

7. Oktober 1943

Kommandanten:

7. Oktober 1943 – 5. Mai 1945
Kptlt. Heinrich Timm

Flottillen:
Einsätze:

2 Unternehmungen

Versenkungen:

7 Schiffe (42.374 BRT)

Verbleib: am 5. Mai 1945 an Japan übergeben

U 862 war ein deutsches Unterseeboot vom Typ IX D2, das im Zweiten Weltkrieg von der Kriegsmarine eingesetzt wurde. Es war das einzige deutsche U-Boot, das im Pazifischen Ozean ein Schiff versenkte.

Geschichte[Bearbeiten]

Das am 7. Oktober 1943 von Kapitänleutnant Heinrich Timm in Dienst gestellte U 862 wurdet zunächst für das Training der Besatzung als Ausbildungsboot der 4. U-Flottille in Stettin unterstellt. Zum 1. Oktober wechselte U 862 als Frontboot zur 12. U-Flottille nach Bordeaux. In dieser waren alle U-Boote versammelt, die für einen Einsatz im Indischen Ozean vorgesehen waren. Nachdem U 862 das malaiische Penang erreicht hatte, trat es zur dort stationierten 33. U-Flottille.

Erste Feindfahrt[Bearbeiten]

Am 3. Juni 1944 stach U 862 von Bordeaux aus in See und erreichte am 3. September Penang. Auf dieser Feindfahrt versenkte es fünf Schiffe mit 28.018 BRT[1] und schoss eine PBY Catalina ab.[2]

Zweite Feindfahrt[Bearbeiten]

Am 18. November 1944 trat U 862 seine zweite Feindfahrt an. Nach einem Zwischenstopp in Batavia verlegte es in australische Gewässer. Dort fuhr Kptlt. Timm an der australischen Westküste entlang, bis er die Große Australische Bucht im Süden des Kontinents erreichte. Danach umfuhr er Tasmanien auf der Südseite und fuhr dann in Richtung Norden bis Sydney. Von dort setzte U 862 nach Neuseeland über und fuhr an der Ostküste in Richtung Süden. Am 15. Februar 1945 erreichte es wieder Penang. Auf dieser Feindfahrt versenkte es zwei Schiffe mit 14.356 BRT. Die dabei am 24. Dezember 1944 vor Sydney versenkte Robert J. Walker war das einzige alliierte Schiff, das von einem deutschen U-Boot im Pazifischen Ozean versenkt wurde.

Verbleib[Bearbeiten]

Nach der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 übernahm die japanische Marine das Boot und stellte es als I-500 in Dienst. Nach der japanischen Kapitulation am 2. September 1945 wurde es Kriegsbeute der Alliierten, die es am 13. Februar 1946 in der Straße von Malakka versenkten (Lage3.083333100.633333).

Versenkungen[Bearbeiten]

Datum Schiffsname Flagge BRT Position Tote Fracht und Passagiere
25. Juli 1944 Robin Goodfellow Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 6885 Lage-20.05-14.35 68 8602 t Chrom
13. August 1944 Radbury Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 3614 Lage-24.33333341.75 23 4000–5000 t Kohle
16. August 1944 Empire Lancer Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 7037 Lage-1544 42
18. August 1944 Nairung Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 5414 Lage-1542 92
19. August 1944 Wayfarer Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 5068 Lage-14.542.333333 51
24. Dezember 1944 Robert J. Walker Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 7180 Lage-36.533333150.75 2 Ballast
6. Februar 1945 Peter Silvester Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 7176 Lage-34.316667159.533333 33 2700 t US-Army Ausrüstung
317 Maulesel
107 Soldaten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Clay Blair: Der U-Boot-Krieg. Die Gejagten 1942–1945. Wilhelm Heyne Verlag, München 1999, ISBN 3-453-16059-2, S. 748.
  2. Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945, August 1944, abgerufen am 12. April 2014.
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