Uckerland

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Uckerland
Uckerland
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Uckerland hervorgehoben
53.4513.882Koordinaten: 53° 27′ N, 13° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Höhe: 82 m ü. NHN
Fläche: 166,19 km²
Einwohner: 2804 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 17 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17337
Vorwahlen: 039745, 039753, 039752
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 579
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 35
17337 Uckerland
Webpräsenz: www.uckerland.de
Bürgermeisterin: Christine Wernicke (parteilos)
Lage der Gemeinde Uckerland im Landkreis Uckermark
Angermünde Berkholz-Meyenburg Boitzenburger Land Brüssow Carmzow-Wallmow Casekow Flieth-Stegelitz Gartz (Oder) Gerswalde Göritz Gramzow Grünow Hohenselchow-Groß Pinnow Lychen Mark Landin Mescherin Milmersdorf Mittenwalde Nordwestuckermark Oberuckersee Passow Pinnow Prenzlau Randowtal Schenkenberg Schöneberg Schönfeld Schwedt/Oder Tantow Temmen-Ringenwalde Templin Uckerfelde Uckerland Zichow BrandenburgKarte
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Uckerland ist eine 2002 entstandene, amtsfreie uckermärkische Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland).

Uckerland (terra Ukera) nannte sich auch das Stammesgebiet der Ukranen, bevor es unter den Markgrafen von Brandenburg zur Uckermark wurde.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Uckerland hat folgende Ortsteile:

  • Fahrenholz mit dem Gemeindeteil Lindhorst
    • Fahrenholz hatte im März 2003 118 Einwohner[2]. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt von 1287[3]. 1340 erfolgte eine Erwähnung unter dem Namen vorholt was Kiefernwald bedeutet. Das Dorf wurde zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt, möglicherweise bereits vor 1375, aufgegeben und erst später wieder aufgebaut. Bezeugt ist es wieder ab 1500 südöstlich der ursprünglichen Siedlung. Von der ersten Dorfanlage zeugt heute noch die Ruine einer Feldsteinkirche an der Bahnlinie nach Strasburg. 1756/1757 wurde das Dorf als Rittervorwerk genannt, um 1800 wurde es als adliges Gut, das bis 1945 zum Gut Menkin gehörte, bezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das zum Dorf gehörige Land enteignet und verteilt. Von den 477 Hektar gingen 168 Hektar an 28 landlose Bauern und Landarbeiter, 170 Hektar an 16 Umsiedler und 35 Hektar wurden Gemeindebesitz. In dieser Zeit wuchs die Bevölkerung des Dorfes rasant an und betrug ein Jahr nach Kriegsende 405.[4]
    • Lindhorst hatte im März 2003 54 Einwohner. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt 1375 als Lynthorst[5]. Der Name wird als Dorf an einer mit Linden bestandenen Erhöhung im Wiesengelände gedeutet. Sehenswert ist der Friedhof mit Kapelle und einer freistehenden Glocke welcher von Peter Joseph Lenné geplant wurde. Ebenfalls sehenswert sind der Ehrenhain für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, der Gutspark mit Teich von 1825 sowie der unter Denkmalschutz stehende Speicher mit ovalen Fenstern.[6]
  • Güterberg mit dem Gemeindeteil Carolinenthal
    • Erste urkundliche Erwähnung von Güterberg 1608 als Guetterberch.
    • Carolinenthal wurde 1745 erstmals urkundlich erwähnt. Der ursprüngliche Name Mücken-Krug war vermutlich ein Spottname für einen Krug in welchem es reichlich Mücken gab. Auch die Bezeichnung Guterbocksches Vorwerk ist überliefert. Ab 1818 trug die Ortschaft ihren heutigen Namen. Vermutlich war eine Angehörige des Besitzers die Namenspatin.[7]
  • Hetzdorf mit den Gemeindeteilen Gneisenau, Kleisthöhe, Lemmersdorf und Schlepkow
    • Hetzdorf hat etwa 100 Einwohner (2006). Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus 1286. Der Name des Ortes leitet sich von dem Personennamen Hezel einer Kurzform von Hermann ab. Sehenswert ist die frühgotische Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert.[8]
    • Schlepkow hat etwa 120 Einwohner (2006). Die erste urkundliche Erwähnung als Slepecow stammt von 1321. Der slawische Name stammt vom Personennamen Slepek ab, was Blinder bedeutet. Im Ort befindet sich eine Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts.[9]
  • Jagow mit den Gemeindeteilen Dolgen, Karlstein, Kutzerow, Lauenhof, Taschenberg und Uhlenhof. Der Ortsteil war Stammsitz des gleichnamigen Adelsgeschlechtes
  • Lübbenow.
Denkmal für die Befreiungskriege im Ortsteil Wolfshagen
  • Milow mit dem Gemeindeteil Jahnkeshof
  • Nechlin
  • Trebenow mit den Gemeindeteilen Bandelow, Neumannshof und Werbelow
  • Wilsickow mit etwa 210 Einwohnern (2006) wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Sehenswert sind der Park und der Gutshof. Die Sanierung der Kirche aus dem 13. Jahrhundert wurde 1992 abgeschlossen.[10]
  • Wismar mit dem Gemeindeteil Hansfelde (nördlichster Punkt Brandenburgs)
  • Wolfshagen mit den Gemeindeteilen Amalienhof und Ottenhagen

Eingemeindungen innerhalb der Ortsteile[Bearbeiten]

  • 1. Juli 1950 Eingliederung von Hetzdorf in Lemmersdorf[11]
  • 1. Januar 1957 Eingliederung von Werbelow in Trebenow
  • 1. August 1973 Eingliederung von Bandelow in Trebenow
  • 2. Mai 1979 Eingliederung von Schlepkow in Lemmersdorf
  • 31. Dezember 2001 Umbenennung von Lemmersdorf in Hetzdorf

Geschichte[Bearbeiten]

Bis 3. Oktober 1990[Bearbeiten]

Alle Gemeinden gehörten bis zum 30. Juni 1950 zum brandenburgischen Landkreis Prenzlau.[12] Am 1. Juli 1950 wechselten vier Gemeinden (Güterberg, Milow, Wilsickow, Wismar) in den mecklenburgischen Kreis Pasewalk.

Am 25. Juli 1952 wurden die Länder der DDR durch Gesetz aufgelöst, 14 Bezirke geschaffen und die alten Kreise in neue aufgeteilt. So wechselten die oben benannten vier Gemeinden vom Kreis Pasewalk in den neugeschaffenen Kreis Strasburg, Bezirk Neubrandenburg ebenso wie Fahrenholz, Jagow, Lemmersdorf, Lübbenow, Schlepkow und Wolfshagen. Bandelow, Nechlin, Trebenow und Werbelow wechselten vom Kreis Prenzlau in den verkleinerten Kreis Pasewalk, Bezirk Neubrandenburg. Im verkleinerten Kreis Prenzlau, der nun zum Bezirk Neubrandenburg gehörte, verblieb keiner der ehemaligen Gemeinden, die jetzt die Gemeinde Uckerland bilden.

nach dem 3. Oktober 1990[Bearbeiten]

Die Gemeinde Uckerland entstand am 31. Dezember 2001 aus dem Zusammenschluss der selbständigen Gemeinden Fahrenholz, Güterberg, Jagow, Lemmersdorf, Lübbenow, Milow, Nechlin, Trebenow, Wilsickow, Wismar und Wolfshagen.[13] Diese waren bis dahin amtsangehörige Gemeinden des Amtes Lübbenow, das im Zuge der Gemeindeneugliederung im Land Brandenburg zum 31. Dezember 2001 aufgelöst wurde. Die Gemeindebezeichnung Uckerland wurde im Gemeindeneugliederungsvertrag vom 22. November 2001 festgeschrieben.

Das ehemalige Amt Lübbenow wurde am 1. Juni 1992 gegründet und gehörte zum Kreis Strasburg in Mecklenburg-Vorpommern. Durch Bürgerentscheid kam das Amt am 1. August 1992 zum Kreis Prenzlau und wechselte somit in das Land Brandenburg.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts stagniert die Bevölkerungszahl im Gebiet der heutigen Gemeinde. Die Kriegsflüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten gaben der Region nochmals einen Schub. Seit Mitte des 20.Jahrhunderts jedoch fällt die Zahl der Einwohner und hatte bereits zum Ende der DDR die Einwohnerzahl der Jahrhundertwende unterschritten. Der Bevölkerungsverlust hat sich seitdem fortgesetzt und wird sich gemäß der aktuellen Prognosen auch weiterhin fortsetzen.

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[14].


Überblick über die Einwohnerentwicklung der 15 Ortsteile[11]

AGS Gemeinde /
ehm. Selbst. Gde.
Bevölkerung am (Gebietsstand des jwlg. Jahres) * Volkszählungsergebnisse
29. Oktober 1946* 31. August 1950* 31. Dezember 1964* 1. Januar 1971* 31. Dezember 1981* 31. Dezember 1989 10. März 1990 31. Dezember 1995 31. Dezember 2000
12 0 73 579 Uckerland
Bandelow 583 602 489 532
12 0 73 132 Fahrenholz 405 481 358 358 255 214 209 180 171
12 0 73 272 Güterberg 351 442 304 278 251 215 207 203 185
Hetzdorf 327
12 0 73 316 Jagow 1 196 1 381 1 033 973 679 626 625 574 558
12 0 73 364 Lemmersdorf 526 844 678 738 741 712 704 649 626
12 0 73 368 Lübbenow 368 468 413 416 378 425 408 387 348
12 0 73 400 Milow 584 601 428 398 273 230 228 196 193
12 0 73 416 Nechlin 451 472 355 304 234 208 205 182 161
Schlepkow 346 354 258 220
12 0 73 576 Trebenow 480 497 681 629 953 870 850 696 647
Werbelow 284 336
12 0 73 616 Wilsickow 469 471 438 397 271 251 255 235 226
12 0 73 620 Wismar 591 620 438 338 289 275 258 191 212
12 0 73 628 Wolfshagen 458 516 555 507 379 359 344 383 419

Tabelle: Einwohnerzahlen der Orts- und Gemeindeteile[15]

Ortsteile und
Gemeindeteile
Einwohner
März 2003
Wahlberechtigte
(Bundestagswahl 2009)
  Ortsteile und
Gemeindeteile
Einwohner
März 2003
Wahlberechtigte
(Bundestagswahl 2009)
  Ortsteile und
Gemeindeteile
Einwohner
März 2003
Wahlberechtigte
(Bundestagswahl 2009)
OT Fahrenholz 172 120 OT Jagow 512 361 OT Trebenow 596 149
 Fahrenholz 118  Dolgen 22  Bandelow 256 189
 Lindhorst 54  Jagow 108  Neumannshof 27
OT Güterberg 188 134  Kutzerow 178  Trebenow 158
 Carolinental 27  Lauenhof 4  Werbelow 155 123
 Güterberg 161  Taschenberg 141 OT Wilsickow 212 154
OT Hetzdorf 581 420 OT Lübbenow 349 251 OT Wismar 209 162
 Gneisenau 247 OT Milow 182 160  Hansfelde 54
 Hetzdorf 98  Jahnkeshof 30  Wismar 155
 Kleisthöhe 26  Milow 152 OT Wolfshagen 373 274
 Lemmersdorf 81 OT Nechlin 154 112  Amalienhof 21
 Schlepkow 129  Ottenhagen 22
 Wolfshagen 330
Insgesamt 3528 2609

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Vertretung der Gemeinde Uckerland besteht seit der Kommunalwahl am 28. September 2008 aus 16 Gemeindevertretern bei folgender Sitzverteilung:[16]

Partei / Liste Sitze
CDU 3
Die Linke 2
Wählergruppe Bandelow – Trebenow – Werbelow 2
Wählergruppe Milow 1
Wählergruppe Uckerland 2
Wählergruppe „Wir für unser Dorf“ 1
Wählergruppe Güterberg 1
Arbeiten und Leben im ländlichen Raum (ALR) 1
Einzelbewerber 3

Bürgermeister[Bearbeiten]

Erste hauptamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde war die ehemalige Amtsdirektorin Monika Becker. Ihre Nachfolgerin wurde Christine Wernicke nach einer Stichwahl am 20. April 2008.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. Februar 2013 durch das Innenministerium des Landes Brandenburg genehmigt.

Blasonierung: „Im roten, mit elf goldenen Samenkörnern (Kugeln) bestreuten Schild eine vierblättrige goldene Rapsblüte mit Butzen und vier Kelchblättern.“

Das Wappen wurde vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und nach Beschluss des Gemeinderates vom 31. März 2013 ins Genehmigungsverfahren geführt. Die Symbolik im Wappen bezieht sich auf den in der Region seit Generationen betriebenen Rapsanbau, indem es zentral eine Rapsblüte mit elf gestreuten Körnern zeigt. Sinnbildlich steht die Rapsblüte für die erblühende Gemeinde, die elf Körner verkörpern die elf Ortsteile, die im Wappen paritätisch, d. h. unabhängig von den unterschiedlichen Orts- und Bevölkerungsgrößen dargestellt sind. [17]

Die Farben der Gemeinde sind: Gelb-Rot

Flagge[Bearbeiten]

Die Gemeinde führt eine dreistreifige Flagge, deren linker und rechter Streifen rot sind und jeweils ein Viertel der Breite des gelben Mittelstreifens besitzen. Bei der quergestreiften Flagge sind der obere und untere Streifen rot und der Mittelstreifen analog in den o. g. Abmessungen gelb. Mittig aufgesetzt ist das Wappen.[18]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Uckerland stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Ortsteil Milow hat der Schibri-Verlag seinen Sitz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Arthur Will (1848–1912), Landwirt und Mitglied des Deutschen Reichstags, wurde in Trebenow geboren
  • Ulrich Kasparick ist seit 2011 Pfarrer in Hetzdorf

Literatur[Bearbeiten]

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Uckerland - - Fahrenholz
  3. Johanne de Farenholtze, CDB, A XXI 97 Kop., hier nach http://www.uckerland.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=17728
  4. http://www.uckerland.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=17728 sowie Märkische Oderzeitung, 26. Okt. 2006, S. 9
  5. Landbuch Kaiser Karls IV.246 Lynthorst, hier nach http://www.uckerland.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=17728
  6. Gemeinde Uckerland - - Fahrenholz
  7. Märkische Oderzeitung, 3. Januar 2007, S. 11
  8. Märkische Oderzeitung, 15. August 2006, S. 9
  9. Märkische Oderzeitung, 1. Okt. 2006, S. 9
  10. Märkische Oderzeitung, 2./3. Oktober 2006, S. 11
  11. a b Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875-2005 Landkreis Uckermark, S. 31-33, 41 (PDF; 386 kB)
  12. [1]
  13. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001
  14. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  15. Ortsteile auf der Homepage
  16. Statistik Berlin-Brandenburg (PDF; 2,4 MB)
  17. Jörg Mantzsch: Das Wappen der Gemeinde Ackerland, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Innenministerium des Landes Brandenburg 2013 (Gutachten: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam)
  18. Jörg Mantzsch: Die Flagge der Gemeinde Uckerland, Dokumentation zum Genehmigungsverfahren, Hinterlegt beim Innenministerium des Landes Brandenburg 2013 (Gutachten: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uckerland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien