Udacity

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Udacity ist eine private Online-Akademie, die 2012 von Sebastian Thrun, Mike Sokolsky und David Stavens gegründet wurde,[1] um Vorlesungen und Prüfungen auf der gleichnamigen Website, anfangs noch kostenlos, verfügbar zu machen. Grundlage waren Informatik-Vorlesungen aus dem Jahr 2011 an der Stanford University. Von Februar bis April 2012 waren zwei Kurse verfügbar, die weltweit von insgesamt 90.000 Teilnehmern verfolgt wurden.[2] Zusätzlich bietet Udacity eine Jobbörse, um Absolventen an Arbeitgeber zu vermitteln. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Im November 2013 räumte Thrun ein, dass Udacity ein „lausiges Produkt“ habe und dass die Online-Plattform ihre Unternehmensstrategie in der Form verändere, dass sie in Zukunft ihren Fokus statt auf Wissenschaftsfächer eher auf berufliche Weiterbildung setzen werde [3].

Udacity-Gründer Sebastian Thrun 2006
Udacity-Zertifikat

Funktionsweise[Bearbeiten]

Das stetig wachsende Kursangebot besteht im Wesentlichen aus Kursen zu Themen der Informatik und Programmierung, wurde mittlerweile jedoch auch um Kurse aus anderen Fachgebieten (etwa Physik, Mathematik, Betriebswirtschaft und Psychologie) erweitert. Die Kurse sind auf eine Dauer von etwa 7 Wochen ausgelegt, können in der Regel aber frei bearbeitet werden, sodass Studierende das Angebot in Ihrem eigenen Rhythmus nutzen können. Die Unterrichtseinheiten bestehen aus zahlreichen kurzen Videos, die von Verständnistests unterbrochen werden. Die Tests sind als Quiz gestaltet oder umfassen Aufgaben, die in der Programmiersprache Python programmiert bzw. gelöst werden sollen. Die Verständnistests werden unmittelbar und automatisch geprüft und mögliche Antworten anschließend per Video erläutert. Jede Wocheneinheit schließt mit einem Hausaufgabenteil ab. Die letzte Kurswoche schließt mit dem "Final Exam" ab, das wie ein Hausaufgabenteil funktioniert, sich aber thematisch über den gesamten Kursinhalt erstreckt. Nach bestandener Abschlussprüfung steht ein entsprechendes Zertifikat zum Download bereit. Fragen zum Kurs können in einem Diskussionsforum mit Betreuern oder anderen Teilnehmern besprochen werden.

Kurse[Bearbeiten]

Die ersten angebotenen Kurse waren:

  • CS101 - Intro to Computer Science: Building a Search Engine (dt.: Erstellung einer Suchmaschine) von David Evans
  • CS373 - Artificial Intelligence: Programming a Robotic Car (dt.: Programmierung eines selbstfahrenden Autos) von Sebastian Thrun und Shayan Doroudi

Im April 2012 kamen hinzu:

  • CS212 - Design of Computer Programs: Programming Principles - von Peter Norvig und Shayan Doroudi
  • CS253 - Web Application Engineering: How to build a Blog - von Steve Huffman (Gründer von reddit)
  • CS262 - Programming Languages: Building a Web Browser - von Westley Weimer
  • CS387 - Applied Cryptography: Science of Secrets - von David Evans und Shayan Doroudi

Ab 25. Juni

  • CS215 - Algorithms: Crunching Social Networks - von Michael Littmann und Job Evers
  • CS258 - Software Testing: How to Make Software Fail - Von John Regehr und Sean Bennett
  • PH100 - Intro to Physics: Landmarks in Physics - von Andy Brown und Jonathan Burket
  • ST101 - Introduction to Statistics: Making Decisions Based on Data - von Sebastian Thrun und Adam Sherwin

Ab 3. September 2012

  • CS222 - Making Math Matter: Differential Equations in Action - von Jörn Loviscach und Miriam Swords Kalk
  • CS259 - Software Debugging: Automating the Boring Tasks - von Andreas Zeller und Gundega Dekena

Ab 1. Oktober 2012

  • CS313 - Intro to Theoretical Computer Science: Dealing with Challenging Problems - von Sebastian Wernicke und Sarah Norell

Die erste Ziffer der Kursnummer gibt das Schwierigkeitsniveau an: 1- Beginning, 2- Intermediate, 3-Advanced.

Medien-Echo[Bearbeiten]

Udacity wurde bereits kurz nach der Gründung Gegenstand der Berichterstattung insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika, wo Hochschulbildung sehr kostspielig sein kann: Die Studiengebühr an der University of California beispielsweise betrug im akademischen Jahr 2011/2012 für Einheimische 13.200 USD.[4]

Udacity wurde als „Initiative des Jahres 2012“ mit dem Preis der Computerzeitschrift Chip ausgezeichnet.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.udacity.com/us
  2. New York Times Artikel vom 5. März 2012
  3. Max Chafkin: UDACITY'S SEBASTIAN THRUN, GODFATHER OF FREE ONLINE EDUCATION, CHANGES COURSE. In: Fast Company. Abgerufen am 1. Januar 2014. 
  4. Übersicht über Studienkosten an öffentlichen Hochschuleinrichtungen in Kalifornien, Stand 2011
  5. CHIP online, Artikel vom 7. März 2012