Uedem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Uedem
Uedem
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Uedem hervorgehoben
51.66756.27521Koordinaten: 51° 40′ N, 6° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Kleve
Höhe: 21 m ü. NHN
Fläche: 60,93 km²
Einwohner: 8082 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Postleitzahl: 47589
Vorwahl: 02825
Kfz-Kennzeichen: KLE, GEL
Gemeindeschlüssel: 05 1 54 056
Gemeindegliederung: 4 Ortschaften
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Mosterstraße 2
47589 Uedem
Webpräsenz: www.uedem.de
Bürgermeister: Rainer Weber (CDU)
Lage der Gemeinde Uedem im Kreis Kleve
Niederlande Krefeld Kreis Borken Kreis Viersen Kreis Wesel Bedburg-Hau Emmerich am Rhein Geldern Goch Issum Kalkar Kerken Kevelaer Kleve Kranenburg (Niederrhein) Rees Rheurdt Straelen Uedem Wachtendonk WeezeKarte
Über dieses Bild
Uedemer Rathaus
„Uemse Knoll“
Brunnen auf dem Marktplatz
Hohe Mühle
Ansicht von Norden

Die Gemeinde Uedem liegt am unteren linken Niederrhein im Nordwesten von Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Sie ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Geografie[Bearbeiten]

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die Gemeinde Uedem hat ungefähr 8.500 Einwohner auf einer Fläche von 61 km². Teile des Naturschutzgebiets Uedemer Hochwald liegen auf Gemeindegebiet.

Nachbargemeinden/-städte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Uedem grenzt im Norden an die Gemeinde Bedburg-Hau und die Stadt Kalkar, im Osten an die Stadt Xanten und die Gemeinde Sonsbeck (beide Kreis Wesel), im Süden an die Stadt Kevelaer und die Gemeinde Weeze sowie im Westen an die Stadt Goch.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Nach archäologischen Funden seit der 1. Hälfte des 7. Jahrhunderts n. Chr. besiedelt.[2]
  • 863 erste urkundliche Erwähnung als „in Odeheimero marca“ (in der Uedemer Mark).[3]
  • Der Ortsname ist ein -heim-Name auf den Personennamen Udo; Namensformen in den frühen Quellen sind: Odeheimero, Uodheim, Udem, Uodem, Uedem, Oedeheym, Othehem.[4] Das ursprüngliche Dehnungs-e wird heutzutage als Umlaut gesprochen.
  • Erste Erwähnung von Keppeln (1173), Uedemerbruch und Uedemerfeld (13. Jahrhundert).
  • Kirche St. Laurentius in Uedem zum Jahr 1266 erstmals erwähnt und um 1300 als Pfarrkirche belegt. Der ursprüngliche Bau bestand jedoch mindestens seit um 1200 n. Chr.[5]
  • 5. Januar 1359 erste Stadtprivilegien durch Graf Johann von Kleve.
  • 1. Mai 1359 Befreiung aus der Hörigkeit – „Xantener Vertrag“.
  • Nach der Besetzung des Rheinlandes durch französische Truppen 1797 Verlust der Stadtrechte (1798) und Bildung der Bürgermeisterei (französisch Mairie) Uedem (Frz. Udem)[6] mit den vier Gemeinden Uedem, Uedemerfeld, Keppeln und Uedemerbruch (Nach 1815 preußisch).
  • Im Februar 1945, während des Zweiten Weltkrieges, tobte im nahe gelegenen Klever Reichswald und in der Umgebung von Uedem die große Schlacht im Reichswald ("Operation Veritable"; ein Teil dieser Operation war die Operation Blockbuster"). Auf dem "Totenhügel" nördlich von Uedem wurden die vorrückenden kanadischen Truppen in die schwerste Panzerschlacht ihrer Geschichte verwickelt.[7] Der Transport der Panzer erfolgte über den Marienbaumer Bahnhof. Die Bombenangriffe auf Marienbaum am 27. und 28. Februar 1945 stoppten diese Versorgung. Ebenfalls war die Schneise zwischen dem Uedemer Hochwald und dem Tüschenwald ("Hochwald gap") Schauplatz schwerer Gefechte.[8]

Religionen[Bearbeiten]

Die meisten Uedemer sind römisch-katholisch und gehören zur Pfarrkirche St. Laurentius, es folgen evangelische Gläubige. Eine Minderheit ist muslimischen Glaubens. In Uedemerbruch besteht ein dem Neuheidentum zuzurechnendes Dianic-Wicca-Coven.

Gebietsreform[Bearbeiten]

Die Gemeinde Uedem entstand in der heutigen Form am 1. Juli 1969 beim ersten kommunalen Neugliederungsprogramm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinden Uedem, Keppeln, Uedemerbruch und Uedemerfeld des Amtes Uedem wurden zur neuen Gemeinde Uedem zusammengeschlossen.[9]

Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen der Altkreis Kleve mit dem ehemaligen Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees durch das Niederrhein-Gesetz zum neuen niederrheinischen Großkreis Kleve zusammengefügt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die folgenden Angaben beziehen sich auf das heutige Gebiet der Gemeinde Uedem.[10]

  • 1975: 6496 Einwohner
  • 1980: 6397 Einwohner
  • 1985: 6485 Einwohner
  • 1990: 6822 Einwohner
  • 1995: 7733 Einwohner
  • 2000: 8330 Einwohner
  • 2005: 8458 Einwohner
  • 2010: 8218 Einwohner
  • 2011: 8125 Einwohner
  • 2013: 8119 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
(in %) [11]
 %
60
50
40
30
20
10
0
55,1
22,5
15,7
6,6
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,7
-5,0
+4,0
-0,8

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Uedem besteht aus insgesamt 26 Mitgliedern. Seit der letzten Kommunalwahl am 30. August 2009 sind im Gemeinderat CDU (55,1 %, 14 Sitze), SPD (22,5 %, 6 Sitze), FDP (15,7 %, 4 Sitze) und Grüne (6,6 %, 2 Sitze) vertreten.[11]

Die nächste Kommunalwahl findet im Jahr 2014 statt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zum Bürgermeister der Gemeinde Uedem wurde 2009 Rainer Weber (CDU) mit 70,5 % der Stimmen wiedergewählt. Seine Gegenkandidatin war Kathrin Plotke (SPD, 29,5 %).[11]

Die nächste Bürgermeisterwahl findet im Jahr 2015 statt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot die silberne (weiße) Torburg mit drei Türmen, deren mittlerer breiter und höher ist als die begleitenden Seitentürme. Auf den Dächern goldene (gelbe) Knäufe, im offenen Tor goldenes (gelbes) Fallgitter. An der Stirnseite des Mittelturms das Klever Landeswappen mit seiner Helmzier (rotes gold (gelb) - gekröntes Stierhaupt) mit seinen rot-weißen Helmdecken.

Bedeutung: Das Wappen der Gemeinde Uedem geht zurück auf das Bild des Stadtsiegels aus dem 14. Jahrhundert (Ewald, Rheinische Siegel, Band III, Tafel 80 Abbildung 2). Dieses Siegel, das wahrscheinlich bei der Verleihung der Stadtrechte durch Graf Johann von Cleve an Uedem im Jahre 1359 eingeführt worden war, existiert heute noch in einem Abdruck aus dem Jahr 1369 im Hauptstaatsarchiv zu Düsseldorf. Die Farben sind dem Klevischen Stammwappen entnommen. Das jetzige Wappen ist vom Regierungspräsidenten im Jahr 1971 genehmigt worden.[12]

Flagge[Bearbeiten]

Die Gemeinde führt folgende Flaggen:

Banner: Rot-weiß-rot längsgestreift. Das Verhältnis der Breiten ist 1 : 3 : 1. Das Gemeindewappen ist in der oberen Hälfte des Mittelstreifens zur Stange hin etwas verschoben.

Hissflagge: Rot-weiß-rot quergestreift. Das Verhältnis der Breiten ist 1 : 3 : 1. Das Gemeindewappen ist im Mittelstreifen zur Stange hin verschoben.[13]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am Rathaus befindet sich die Bronzeplastik einer Rübe, die „Uemse Knoll“.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die traditionelle Industrie in Uedem bestand aus Schuhfabriken und landwirtschaftsbezogenen Verarbeitungsbetrieben. Außer einer Fabrik für Arbeitssicherheitsschuhe, einer kleineren Werkstatt für orthopädische Schuhe und einem Schuhgroßhandel ist von der ehemals blühenden Schuhindustrie nichts geblieben. Ortsansässig sind ein Automobilzulieferer, eine Firma für Großelektroanlagen- und Leitungsbau, Steuerungstechnik und Schaltschrankbau, ein Kartoffelgroßhandel sowie eine Spedition. Die Landwirtschaft spielt weiterhin eine Rolle, dazu kommt ein ländlicher Tourismus mit Reiterhöfen und Ferien auf dem Bauernhof. Ein weiterer Wirtschaftsfaktor ist in Uedem die Bundeswehr/NATO. In einem „Friedenspalast“ betreibt die Maharishi Weltfriedens-Stiftung ein Ayurveda-Gesundheitszentrum.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Der östliche Teil der Schustergemeinde wird täglich durch mehr als 10.000 Fahrzeuge belastet,[14] da die ehemals außerhalb des Ortes verlaufende Umgehungsstraße L5 (Am Kirchhecken/Gustav-Adolf-Straße) durch die fortgeschrittene Ausdehnung der Wohngebiete inzwischen wieder innerorts verläuft. Der Zustand der stark belasteten Straße verschlechtert sich dabei stetig, was eine zunehmende Belastung der Anwohner durch Lärm, Staub und Erschütterungen mit sich bringt. Die angespannte Situation hat mittlerweile eine Interessengemeinschaft gegen die Verkehrsbelastung hervorgebracht [15]. Die Verkehrsinfrastruktur am Niederrhein ist in der Ost-West-Achse unterentwickelt, somit werden alle kleinen Ortschaften durch den Querverkehr zwischen den Autobahnen A3 und A57 sowie überregional zwischen dem niederländischen Raum und dem Münsterland stark belastet. Eine neue, nördlich geplante Ortsumgehung für Uedem (L5n) wurde aufgrund fehlender Landesmittel ausgesetzt, der Ausbau der Ost-West-Trasse B67 als B67n südlich von Uedem soll dagegen nach den bisherigen Plänen bis 2018 realisiert sein.[16] Trotz dieses großen Verkehrsaufkommens besitzt Uedem innerorts nur eine einzige Lichtzeichenanlage: Auf der Kervenheimer Straße vor der Geschwister Devries Grundschule steht eine Fußgängerampel. Des Weiteren befindet sich eine gelbe Dauerblinkanlage ebenfalls auf der Kervenheimer Straße an der Kreuzung mit dem Südwall. Uedem hat darum eine Vorreiterrolle im Projekt "Ampelfreie Stadt".

Uedem ist durch die Bundesautobahn 57 (E 31) mit einer Abfahrt im Stadtgebiet und die Bundesstraße 67 an das Fernstraßennetz angebunden.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

In Uedem gibt es keinen Schienenverkehr mehr. Der Güterverkehr auf einem Teilstück der Boxteler Bahn von Goch nach Uedem wurde 1966 eingestellt. Der Personenverkehr wurde am 26. Mai 1963 eingestellt, nachdem der Verkehr von Uedem über Uedemerfeld, Uedemerbruch und Labbeck nach Xanten und Wesel schon nach den Kriegszerstörungen im Jahre 1945 nicht wieder aufgenommen wurde.

Militär[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Frank. Siegmund, Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Bonn 1998, p. 433 mit Taf. 214. - ISBN 3-7927-1247-4
  3. Karl Glöckner (Hrsg.), Codex Laureshamensis, Band I. Darmstadt 1975, p. 317 (Nr. 33).
  4. Heinrich Dittmeier, Die linksrheinischen Ortsnamen auf -dorf und -heim. Rheinisches Archiv 108. Bonn 1979, p. 89
  5. Friedrich Wilhelm Oediger, Die Kirchen des Archidiakonats Xanten. Bonn 1969, p. 285-286; Hans Erich Kubach, Albert Verbeek, Romanische Baukunst an Rhein und Maas. Berlin 1976, p. 1155-1156. - Die heutige Kirche ist ein Neubau aus dem Jahr 1885/86.
  6. Mairien im Dep. de la Roer im Genealogienetz (Zugriff Febr. 2009)
  7. http://www.ibiblio.org - 'official history of the canadian army'
  8. "The Hochwald Gap" at Canadianheroes.org
  9.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 80.
  10. Bevölkerung aller Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ab dem 31. Dezember 1962 jeweils am Jahresende nach dem jetzigen Gebietsstand
  11. a b c Wahlergebnisse Kommunalwahl 2009 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein
  12. Wappenbeschreibung und -erklärung
  13. Hauptsatzung der Gemeinde Uedem
  14. Manuelle Verkehrszählung 2005 (pdf)
  15. http://verkehr-raus-aus-uedem.de/
  16. Landesverkehrsplanung NRW
  17. http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/!ut/p/c4/NYvBCsIwEAX_aDcVFfFm7UHBk1C0va1NKKHJpmxXe_HjTQ6-gbkMD3vMMH38SOoTU8AndoM_vlYIK6ijCIsSAyexMFGY8FEe1sGQ2GmxOlafPQppEpiTaCjlLZILeIudqZra7M1_1ffQ9ufLbbvbNNf6jnOMpx_VIoxf/

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uedem – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien