Ueken

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Ueken
Wappen von Ueken
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Laufenburgw
BFS-Nr.: 4179i1f3f4
Postleitzahl: 5028
Koordinaten: 646077 / 25966247.4861068.049999399Koordinaten: 47° 29′ 10″ N, 8° 3′ 0″ O; CH1903: 646077 / 259662
Höhe: 399 m ü. M.
Fläche: 5.10 km²
Einwohner: 849 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 166 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 12,7 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.ueken.ch
Karte
Deutschland Kanton Basel-Landschaft Kanton Solothurn Bezirk Aarau Bezirk Baden Bezirk Brugg Bezirk Lenzburg Bezirk Rheinfelden Bezirk Zurzach Eiken Frick AG Gansingen Gipf-Oberfrick Herznach Hornussen AG Kaisten AG Laufenburg AG Mettauertal Münchwilen AG Oberhof AG Oeschgen Schwaderloch Sisseln Ueken Wittnau AG Wölflinswil ZeihenKarte von Ueken
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Ueken (schweizerdeutsch: ˈykχə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Laufenburg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt im Südosten der Region Fricktal.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt im Staffeleggtal, einem Seitental der Sissle. Ueken besteht aus zwei Dorfteilen, dem Oberdorf im Süden und dem etwas versetzt liegenden Unterdorf im Norden. Das rund 200 Meter breite Tal wird auf beiden Seiten von Hügeln des Tafeljuras begrenzt, die im unteren Bereich steil aufragen und im oberen Bereich in ausgedehnte Hochebenen übergehen. Es sind dies der Hinterberg (525 m ü. M.) im Nordosten, der Birch (498 m ü. M.) im Südosten, der Hübstel (529 m ü. M.) im Südwesten und die weitläufige Kornberg-Hochebene im Westen. Die einzelnen Hügel werden durch kurze, tief eingeschnittene Seitentäler voneinander getrennt.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 510 Hektaren, davon sind 197 Hektaren bewaldet und 47 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf der Kornberg-Hochebene auf 555 Metern, der tiefste auf 370 Metern am Staffeleggbach.

Nachbargemeinden sind Frick im Nordwesten, Hornussen im Nordosten, Zeihen im Osten, Herznach im Süden und Gipf-Oberfrick im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Itken erfolgte im Jahr 1337 in einem Urbar der Grafen von Habsburg-Laufenburg. Der Ortsname stammt vom althochdeutschen Utinghofun und bedeutet bei den «Höfen der Sippe des Uto».[3] 1386 ging der gesamte Besitz der Habsburg-Laufenburger an die ältere Linie der Habsburger über. Diese verpfändeten nach dem Waldshuterkrieg von 1468 das gesamte Fricktal an Burgund. Als die Burgunder von den Eidgenossen während der Burgunderkriege vernichtend geschlagen worden waren, kam Ueken 1477 wieder unter österreichische Herrschaft.

Nach der Reichsreform des österreichischen Kaisers Maximilian I. im Jahr 1491 gehörte Uerken zu Vorderösterreich und lag in der Landschaft Fricktal, einer untergeordneten Verwaltungseinheit der Kameralherrschaft Rheinfelden im Oberamt Breisgau. Während des Schwabenkriegs von 1499 zogen Berner und Freiburger Truppen plündernd durch die Dörfer nördlich der Staffelegg bis hinunter nach Frick. Im 17. Jahrhundert gab es kaum längere Friedenszeiten. Der Rappenkrieg, ein Bauernaufstand, dauerte von 1612 bis 1614. Der Dreissigjährige Krieg, der zwischen 1633 und 1638 auch das Fricktal erfasste, warf das Dorf in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zurück. Auch während des Pfälzischen Erbfolgekriegs (1688–1697) zogen fremde Truppen durch die Region.

1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Während des Zweiten Koalitionskrieges verlief hier die Frontlinie zwischen den Armeen Frankreichs und Österreichs. Am 20. Februar 1802 erfolgte die Gründung des Kantons Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Das im Distrikt Frick gelegene Dorf war somit schweizerisch geworden. Seit dem 19. März 1803 gehört Ueken zum Kanton Aargau. Im selben Jahr erfolgte die Trennung von Herznach und die Bildung einer eigenständigen Gemeinde.

Im Jahr 1804 verlieh die Gemeinde dem Politiker und Schriftsteller Heinrich Zschokke das Bürgerrecht. Nach dem Ausbau der Staffeleggstrasse erlebte Ueken einen wirtschaftlichen Aufschwung. In Ueken wurde von 1810 bis 1834 Strassenzoll für das Befahren der Passstrasse erhoben. Nach der Eröffnung der Bözbergeisenbahn im Jahr 1875 ging die Bedeutung des Transportgewerbes rasch zurück. Fast während des gesamten 20. Jahrhunderts stagnierte die Einwohnerzahl. Seit Beginn der 1980er Jahre hat sie sich jedoch aufgrund verstärkter Bautätigkeit mehr als verdoppelt.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gelb schwarzes Wasserrad mit acht Schaufeln.» Zwar war schon 1945 der Grundsatzentscheid zur Einführung eines Wappens gefällt worden, doch die Angelegenheit zog sich aufgrund chronischer Überlastung der kantonalen Wappenkommission jahrelang dahin. Verschiedene Motive wurden vorgeschlagen, darunter Pflug, Ähre und Hufeisen. Schliesslich fiel 1963 die Wahl auf ein Wasserrad, welches Bezug auf die unter Heimatschutz stehende Mühle nimmt.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1768 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 224 319 279 329 335 338 329 360 470 687 861

Am 31. Dezember 2013 lebten 849 Menschen in Ueken, der Ausländeranteil betrug 12,7 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 49,9 % römisch-katholisch, 27,2 % reformiert und 3,6 % moslemisch; 2,0 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 94,2 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 1,2 % Englisch, 1.0 % Albanisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Laufenburg zuständig. Ueken gehört zum Friedensrichterkreis Wölflinswil.

Volg-Laden, Bushaltestelle und Café Cholm im Zentrum von Ueken

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Ueken gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 100 Arbeitsplätze, davon 54 % in der Landwirtschaft, 5 % in der Industrie und 41 % im Dienstleistungssektor.[9] An exponierten Südhängen wird Weinbau betrieben. Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den grösseren Gemeinden des Fricktals sowie in der Region Aarau.

Verkehr[Bearbeiten]

Ueken liegt an der nördlichen Zufahrt der Staffelegg-Passstrasse, der wichtigsten Verbindung zwischen Aarau und dem Fricktal (Hauptstrasse 24). Zweieinhalb Kilometer nördlich von Ueken befindet sich bei Frick ein Autobahnanschluss der A3. Die Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Postautolinie, die von Aarau über Frick nach Laufenburg führt.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und ein Schulhaus, in dem die Primarschule unterricht wird. Die Realschule, die Sekundarschule und die Bezirksschule können in der angrenzenden Gemeinde Frick besucht werden. Die nächstgelegene Kantonsschule (Gymnasium) befindet sich in Aarau.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ueken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 427–428.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 293.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 26. August 2012.