Uelsen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Uelsen
Uelsen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Uelsen hervorgehoben
52.4961111111116.885277777777847Koordinaten: 52° 30′ N, 6° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Grafschaft Bentheim
Samtgemeinde: Uelsen
Höhe: 47 m ü. NHN
Fläche: 19,46 km²
Einwohner: 5458 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49843
Vorwahl: 05942
Kfz-Kennzeichen: NOH
Gemeindeschlüssel: 03 4 56 023
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Itterbecker Straße 11
49843 Uelsen
Webpräsenz: www.uelsen.de
Bürgermeister: Jürgen Balderhaar (SPD)
Lage der Gemeinde Uelsen im Landkreis Grafschaft Bentheim
Landkreis Grafschaft Bentheim Niedersachsen Königreich der Niederlande Landkreis Emsland Nordrhein-Westfalen Bad Bentheim Ohne Samern Schüttorf Schüttorf Quendorf Isterberg Engden Nordhorn Wietmarschen Georgsdorf Osterwald Lage (Dinkel) Halle (bei Neuenhaus) Uelsen Getelo Wielen Itterbeck Wielen Ringe Emlichheim Laar (Grafschaft Bentheim) Wilsum Gölenkamp Esche (Grafschaft Bentheim) Neuenhaus HoogstedeKarte
Über dieses Bild

Uelsen ist eine Gemeinde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Der staatlich anerkannte Erholungsort ist Mittelpunkt der Samtgemeinde Uelsen und gleichzeitig Sitz der Samtgemeindeverwaltung.

Geografie[Bearbeiten]

Niederschlagsdiagramm Uelsen

Die Gemeinde Uelsen liegt im äußersten Westen Niedersachsens, in der Nähe der Grenze zum Königreich der Niederlande.

Archäologie[Bearbeiten]

In den Jahren 2003 bis 2005 wurde am Südostrand der Gemeinde ein bedeutendes Gräberfeld der späten Bronze- und frühen Eisenzeit (10. bis zum 7. Jahrhundert v. Chr.) ausgegraben. Die bislang untersuchten Bereiche nehmen rund 8.000 m² ein und enthielten etwa 250 Brandbestattungen. Der Leichenbrand war teilweise in großen Keramikgefäßen beigesetzt worden, teilweise aber auch ohne erkennbares Gefäß. Ein großer Teil der Gräber war von – überwiegend einfachen, aber auch bis zu vierfachen – Kreisgräben umgeben. Die Entdeckung des Urnengräberfeldes im Kontext zu vorhandenen Grabhügeln und dem Goldbecher von Gölenkamp gab im Jahr 2005 den Anlass zur Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Bauernhofes. Der Bronzezeithof ist das einzige archäologische Freilichtmuseum im westlichen Niedersachsen.

Geschichte[Bearbeiten]

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Für die Entstehung der Kirche in Uelsen wird das Jahr 800 vermutet. Der Ort war kirchlicher Mittelpunkt der Niedergrafschaft. Die Missionierung erfolgte durch Werenfried, der unter Willibrord in Friesland missionierte. 1131 wurde Uelsen erstmals in einer Urkunde des Bischofs von Utrecht, Andries von Cuijk erwähnt. Der Ort gehörte damals zur Twente (heute Niederlande) und diese wiederum, wie auch Utrecht, zum Heiligen Römischen Reich. Um 1300 stand in Uelsen die Burg des Grafen ten Tooren oder von Thurn, deren Reste in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Synagoge genutzt wurden. Der Ort ging 1312 in den Besitz des Grafen von Bentheim über. In einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahr 1327 wird der Hl. Werenfried als Namenspatron der Kirche zu Uelsen angegeben.[2] Die Reformation fand in Uelsen von 1544 bis 1597 statt: 1544 wurde das lutherischen Bekenntnis eingeführt und 1588 das reformierte Bekenntnis. Unter Kaiser Karl V. wurde 1546 der Grenzverlauf geregelt und Uelsen von den Niederlanden getrennt. Während des Spanisch-Niederländischen Kriegs kam es 1580 im Wald von Uelsen zu schweren Kämpfen.

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) tobte auch in Uelsen. Die Grafschaft Bentheim war zwar neutrales Land, die Bevölkerung hatte dennoch stark zu leiden. Münsterische, lüneburgerische, hessische und schwedische Truppen bezogen Quartier und erpressten Verpflegung und die letzte Habe. Infolge des Kriegs und des Hungers brach 1636 die Pest aus.

1650 wurde das Rathaus erbaut. Als Christoph Bernhard von Galen, Bischof von Münster, 1655 Krieg gegen Holland führte, wurde die Grafschaft erneut von Kriegstruppen durchzogen. 1666 schloss Bernhard von Galen den Frieden von Nordhorn. Nach nur sechs Jahren Frieden griff der Bischof von Münster 1672 erneut die Niederlande an. 1668 trat Graf Ernst Wilhelm zum katholischen Glauben über. Die reformierten Geistlichen ließ er durch katholische ersetzen. Die Grafschafter Pastoren wandten sich an die Niederlande; das Niederländische wurde Kirchensprache und war bis Ende des 19. Jahrhunderts auch Schulsprache. In den Kirchen wurde teilweise noch 1933 auf niederländisch gesungen und gepredigt. Auch der Siebenjährige Krieg (1756–1763) hinterließ seine Spuren in Uelsen.

Im 19. Jahrhundert sank die Einwohnerzahl von 1200 auf 806. Arbeiterfamilien zogen nach Nordhorn und Schüttorf, um in der Textilindustrie Beschäftigung zu finden. Einige Familien wanderten auch nach Holland und Amerika aus. 1921 wurde eine Elektrizitätsgesellschaft gegründet. Der Bau einer Wasserleitung folgte zwischen 1929 und 1931. Uelsen wurde 1974 Sitz der neuen Samtgemeinde Uelsen, der auch die Gemeinden Getelo, Gölenkamp, Halle, Itterbeck, Wielen und Wilsum angehören. 2006 feierte Uelsen mit einer Festwoche das 875-jährige Bestehen der Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Höcklenkamp und Lemke eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Nach den Kommunalwahlen 2011 setzt sich der Uelser Gemeinderat wie folgt zusammen:

Partei Sitze Gewinne/Verluste zu 2006
SPD 9 Sitze −1 Sitz
CDU 7 Sitze +1 Sitz
UWG 1 Sitz +1 Sitz
FDP 0 Sitze −1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

Im November 2011 wurde Jürgen Balderhaar (SPD) zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Uelsen gewählt. Der Bürgermeister der Samtgemeinde Uelsen, Herbert Koers (CDU), wurde zum Gemeindedirektor Uelsens gewählt.[4]

Kirchen[Bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es mehrere Gotteshäuser: Die evangelisch-reformierte Kirche (am Markt), die evangelisch-altreformierte Kirche, die römisch-katholische St.-Antonius-Kapelle und die evangelisch-lutherische Jakobuskirche. Letztere stammt von dem Osnabrücker Architekten Max H. Berling. Bezieht man den Gemeindekreis hier mit ein, so gibt es in Wilsum und in Egge noch weitere Sakralbauten.[5]

Gebäude und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Partnerstadt[Bearbeiten]

Die Uelser Partnerstadt ist Tubbergen (Niederlande).

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Saisonauftakt: Samstag vor Pfingsten
  • Bronzezeittage: 2. Wochenende im Juni
  • Volks- und Schützenfest: 2. Wochenende im Juli
  • Bundesweite Elite-Auktion des Bentheimer Landschafes: Letzter Samstag im Juli
  • Fest der lebendigen Archäologie: Letztes Wochenende im Juli
  • Herbstmarkt (Herbstkirmes): 3. Wochenende im Oktober
  • Nachtwächterrundgänge: Im Herbst
  • Weihnachtsmarkt: am Samstag vor dem 2. Advent

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Uelsen liegt an der Bundesstraße 403. Es fahren im Stundentakt an Werktagen sowie an Sonn- und Feiertagen Regionalbusse der Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim (VGB) sowohl über Nordhorn nach Bad Bentheim, wo Anschlüsse an den Schienenpersonennah- und -fernverkehr bestehen, als auch über Wilsum nach Emlichheim. Auch existiert werktags sowie sonn- und feiertags ein ebenfalls stündliches Rufbusangebot der VGB, das Uelsen mit Itterbeck, Wilsum, Wielen, Getelo und Gölenkamp verbindet. Von Frühjahr bis Herbst führen zu bestimmten Zeiten Busse auf der Linie Emlichheim—Nordhorn—Bad Bentheim Fahrradanhänger mit (Fietsenbus).[6]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Gemeinde- und Samtgemeindeverwaltung
  • Ortsfeuerwehr Uelsen der Freiwilligen Feuerwehr Uelsen
  • Polizeistation Uelsen der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim
  • Waldbad Uelsen, Frei- und Hallenbad

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergarten Amselstrolche
  • Kindergarten Tabaluga
  • Grundschule Uelsen
  • Hauptschule Uelsen
  • Realschule Uelsen
  • Lise-Meitner-Gymnasium, Standort Uelsen
  • Musikschule Niedergrafschaft
  • Volkshochschule Grafschaft Bentheim, Außenstelle Uelsen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten, die vor Ort gelebt und gewirkt haben[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein... Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929 - 1945. LIT Verlag. Münster 2004 (enthält u. a. Uelsen im Nationalsozialismus, Verfolgung d. Kirche, Oostergetelo).
  • Jörg Eckert: Urnen in Uelsen. Archäologie in Niedersachsen 8, 2005, S. 104-107. ISBN 3-89995-195-6.
  • Peter Veddeler: Die territoriale Entwicklung der Grafschaft Bentheim bis zum Ende des Mittelalters. Studien und Vorarbeiten zum historischen Atlas Niedersachsens, 25. Heft. Vandenhoeck&Ruprecht, Göttingen 1970.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uelsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Das Einnehmerverzeichnis der Kirche beatae marie virginis zu Uelsen, in: Das Bentheimer Land, Band 149
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 255.
  4. Grafschafter Nachrichten vom 23. November 2011: Balderhaar und Koers an der Spitze.
  5. Website mit einer detaillierten Beschreibung der kirchengebäude im Ort, abgerufen am 10. März 2010.
  6. www.fietsenbus.de Informationen zum Fietsenbusangebot