Uelsen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Uelsen
Uelsen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Uelsen hervorgehoben
52.56.866666666666745Koordinaten: 52° 30′ N, 6° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Grafschaft Bentheim
Samtgemeinde: Uelsen
Höhe: 45 m ü. NN
Fläche: 19,46 km²
Einwohner:

5.438 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 279 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49843
Vorwahl: 05942
Kfz-Kennzeichen: NOH
Gemeindeschlüssel: 03 4 56 023
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Itterbecker Straße 11
49843 Uelsen
Webpräsenz: www.uelsen.de
Bürgermeister: Jürgen Balderhaar (SPD)
Lage der Gemeinde Uelsen im Landkreis Grafschaft Bentheim
Landkreis Grafschaft Bentheim Niedersachsen Königreich der Niederlande Landkreis Emsland Nordrhein-Westfalen Bad Bentheim Ohne Samern Schüttorf Schüttorf Quendorf Isterberg Engden Nordhorn Wietmarschen Georgsdorf Osterwald Lage (Dinkel) Halle (bei Neuenhaus) Uelsen Getelo Wielen Itterbeck Wielen Ringe Emlichheim Laar (Grafschaft Bentheim) Wilsum Gölenkamp Esche (Grafschaft Bentheim) Neuenhaus HoogstedeKarte
Über dieses Bild

Uelsen ist eine Gemeinde im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen. Der staatlich anerkannte Erholungsort ist Mittelpunkt der Samtgemeinde Uelsen und gleichzeitig Sitz der Samtgemeindeverwaltung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Gemeinde Uelsen liegt im äußersten Westen Niedersachsens, an der Grenze zum Königreich der Niederlande.

[Bearbeiten] Archäologie

In den Jahren 2003 bis 2005 wurde am Südostrand der Gemeinde ein bedeutendes Gräberfeld der späten Bronze- und frühen Eisenzeit (10. bis zum 7. Jahrhundert v. Chr.) ausgegraben. Die bislang untersuchten Bereiche nehmen rund 8.000 m² ein und enthielten etwa 250 Brandbestattungen. Der Leichenbrand war teilweise in großen Keramikgefäßen beigesetzt worden, teilweise aber auch ohne erkennbares Gefäß. Ein großer Teil der Gräber war von – überwiegend einfachen, aber auch bis zu vierfachen – Kreisgräben umgeben.

[Bearbeiten] Geschichte

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  • Um 690 wurde wahrscheinlich durch den Missionar Willibrord der Grundstein zum großen Kirchspiel Uelsen gelegt.
  • 1131 wurde Uelsen erstmalig in einer Urkunde des Bischofs von Utrecht, Andries von Cuijk erwähnt. Uelsen gehörte damals zur Twente (heute Niederlande) und diese wiederum wie auch Utrecht zum Deutschen Reich.
  • Um 1300 stand in Uelsen die Burg des Grafen ten Tooren oder von Thurn, deren Reste in der Mitte des 19. Jahrhunderts als Synagoge genutzt wurden.
  • 1312 ging Uelsen in den Besitz des Grafen von Bentheim über.
  • In einer päpstlichen Urkunde aus dem Jahr 1327 wird der Hl. Werenfried als Namenspatron der Kirche zu Uelsen angegeben.[2]
  • 1544–1597 fand in Uelsen die Reformation statt
  • 1544 Einführung des lutherischen Bekenntnisses.
  • 1546 wurde unter Kaiser Karl V. der Grenzverlauf geregelt und Uelsen von den Niederlanden getrennt.
  • 1580 fanden im Wald von Uelsen schwere Kämpfe im Spanisch-Niederländischen Krieg statt.
  • 1588 Einführung des reformierten Bekenntnisses.
  • 1618–1648 Dreißigjähriger Krieg, der auch in Uelsen tobte. Die Grafschaft Bentheim war zwar neutrales Land, die Bevölkerung hatte dennoch stark zu leiden. Münsterische, lüneburgerische, hessische und schwedische Truppen bezogen Quartier und erpressten Verpflegung und die letzte Habe.
  • 1636 brach infolge des Krieges und des Hungers die Pest aus.
  • 1650 wurde das Rathaus erbaut.
  • 1655 Christoph Bernhard von Galen, Bischof von Münster führte Krieg gegen Holland, erneut wurde die Grafschaft von Kriegstruppen durchzogen.
  • 1666 schloss Bernhard von Galen den Frieden von Nordhorn.
  • 1672 griff der Bischof von Münster nach nur sechs Jahren Frieden erneut die Niederlande an.
  • 1668 trat Graf Ernst Wilhelm zum katholischen Glauben über. Die reformierten Geistlichen ließ er durch katholische ersetzen. Die Grafschafter Pastoren wandten sich an die Niederlande; das Niederländische wurde Kirchensprache und war bis Ende des 19. Jahrhunderts auch Schulsprache. In den Kirchen wurde teilweise noch 1933 auf niederländisch gesungen und gepredigt.
  • 1756–1763 Siebenjähriger Krieg
  • Im 19. Jahrhundert sank die Einwohnerzahl von 1200 auf 806. Arbeiterfamilien zogen nach Nordhorn und Schüttorf, um in der Textilindustrie Beschäftigung zu finden. Einige Familien wanderten auch nach Holland und Amerika aus.
  • 1921 wurde eine Elektrizitätsgesellschaft gegründet.
  • 1929–1931 wurde eine Wasserleitung erbaut.
  • 1974 wurde Uelsen Sitz der neuen Samtgemeinde Uelsen, der auch die Gemeinden Getelo, Gölenkamp, Halle, Itterbeck, Wielen und Wilsum angehören.
  • 2006 feierte Uelsen mit einer Festwoche das 875-jährige Bestehen der Gemeinde.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Nach den Kommunalwahlen 2011 setzt sich der Uelser Gemeinderat wie folgt zusammen:

Partei Sitze Gewinne/Verluste zu 2006
SPD 9 Sitze -1 Sitz
CDU 7 Sitze +1 Sitz
UWG 1 Sitz +1 Sitz
FDP 0 Sitze -1 Sitz

[Bearbeiten] Bürgermeister

Im November 2011 wurde Jürgen Balderhaar (SPD) zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde Uelsen gewählt. Der Bürgermeister der Samtgemeinde Uelsen, Herbert Koers (CDU), wurde zum Gemeindedirektor Uelsens gewählt.[3]

[Bearbeiten] Kirchen

In der Gemeinde gibt es mehrere Gotteshäuser: Die evangelisch-reformierte Kirche (am Markt), die evangelisch-altreformierte Kirche, die römisch-katholische St.-Antonius-Kapelle und die evangelisch-lutherische Jakobuskirche. Letztere stammt von dem Osnabrücker Architekten Max H. Berling. Bezieht man den Gemeindekreis hier mit ein, so gibt es in Wilsum und in Egge noch weitere Sakralbauten.[4]

[Bearbeiten] Gebäude und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Partnerstadt

Die Uelser Partnerstadt ist Tubbergen (Niederlande).

[Bearbeiten] Veranstaltungen

  • Saisonauftakt: Samstag vor Pfingsten
  • Bronzezeittage: 2. Wochenende im Juni
  • Volks- und Schützenfest: 2. Wochenende im Juli
  • Bundesweite Elite-Auktion des Bentheimer Landschafes: Letzter Samstag im Juli
  • Fest der lebendigen Archäologie: Letztes Wochenende im Juli
  • Herbstmarkt (Herbstkirmes): 3. Wochenende im Oktober
  • Nachtwächterrundgänge: Im Herbst
  • Weihnachtsmarkt: am Samstag vor dem 2. Advent

[Bearbeiten] Verkehr

Uelsen liegt an der Bundesstraße 403. Es fahren im Stundentakt an Werktagen sowie an Sonn- und Feiertagen Regionalbusse der Verkehrsgemeinschaft Grafschaft Bentheim (VGB) sowohl über Nordhorn nach Bad Bentheim, wo Anschlüsse an den Schienenpersonennah- und -fernverkehr bestehen, als auch über Wilsum nach Emlichheim. Auch existiert werktags sowie sonn- und feiertags ein ebenfalls stündliches Rufbusangebot der VGB, das Uelsen mit Itterbeck, Wilsum, Wielen, Getelo und Gölenkamp verbindet. Von Frühjahr bis Herbst führen zu bestimmten Zeiten Busse auf der Linie Emlichheim—Nordhorn—Bad Bentheim Fahrradanhänger mit (Fietsenbus).[5]

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten] Bekannte Persönlichkeiten, die vor Ort gelebt und gewirkt haben

[Bearbeiten] Literatur

  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein... Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929 - 1945. LIT Verlag. Münster 2004 (enthält u. a. Uelsen im Nationalsozialismus, Verfolgung d. Kirche, Oostergetelo).
  • Jörg Eckert: Urnen in Uelsen. Archäologie in Niedersachsen 8, 2005, S. 104-107. ISBN 3-89995-195-6.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Uelsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen – Bevölkerungsfortschreibung (Hilfe dazu)
  2. Das Einnehmerverzeichnis der Kirche beatae marie virginis zu Uelsen, in: Das Bentheimer Land, Band 149
  3. Grafschafter Nachrichten vom 23. November 2011: Balderhaar und Koers an der Spitze.
  4. Website mit einer detaillierten Beschreibung der kirchengebäude im Ort, abgerufen am 10. März 2010.
  5. www.fietsenbus.de Informationen zum Fietsenbusangebot
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