Uher

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Uher (Begriffsklärung) aufgeführt.
Markenzeichen von Uher 1956–2006
Uher-Werke München-Obersendling, Barmseestraße 11 (1962)
Eines der ersten Uher 4000 Report (1961–1962)
Uher Compact Report Stereo 124 (1971–1973)
Uher SG 560 Royal (1974–1975)
Uher 4400 Report Monitor (ab 1979)

Die Uher Werke (Eigenschreibweise: UHER), benannt nach dem Unternehmer Edmund Uher, stellten Tonbandgeräte, Diktiergeräte, Schullehranlagen, Kassettengeräte und Zubehör her.

UHER Werke München GmbH[Bearbeiten]

Der gebürtige Ungar Edmond Uher produzierte erfolglos in München Einspritzpumpen und Zündkerzen für die Automobilindustrie. 1953 war Karl Theodor zu Toerring-Jettenbach in das Unternehmen eingestiegen. Die Uher Werke hatten ein Stammkapital von 600.000 DM; 240.000 DM stammten von Toerring-Jettenbach, 359.000 DM hatte Uher in Form seines Unternehmens eingebracht, 1000 DM stammten von Fiametta Uher, seiner Ehefrau. Toerring beauftragte den Ingenieur Wolfgang Freiherr von Hornstein ursprünglich damit, das Unternehmen zu liquidieren. Statt dessen ließ Hornstein einige Ingenieure ein Tonbandgerät entwickeln. Das Uher 95 kam 1956 auf den Markt, während das Unternehmen durch Auftragsfertigung aufrecht erhalten wurde.

Uher Tonbandgeräte hatten weltweit Erfolg, vor allem das 1961 eingeführte „Uher 4000 Report“ trug zum sprunghaften Wachstum der Firma bei. Ein solches umkreiste mit der Gemini-Kapsel die Erde.

„1500 Report laufen in britischen, kanadischen und US-Rundfunkstudios. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach, das amerikanische Bundeskriminalamt FBI, Filmheld James Bond und der Spiegel benutzen den Report. Als Präsident Kennedy Westdeutschland besuchte, führte sein Gefolge zehn Geräte mit.“

Der Spiegel, 13. März 1967[1]

„Von 1968 bis 1970, in zwei Jahren, wurde der Umsatz, der seit 1966 bei rund 50 Millionen Mark stagniert hatte, auf 102 Millionen Mark verdoppelt. Die Jahresproduktion kletterte auf 180.000 Geräte, die Belegschaft wuchs auf über 1500 Personen.“

Die Zeit ZEIT, 23. Juni 1972[2]

Danach sank die Erfolgskurve des Tonbandgeräteherstellers. Hornstein verließ Uher 1972; 1974 wurde Uher „in akuter finanzieller Notlage“[3] an die Wolfgang Assmann GmbH in Bad Homburg vor der Höhe verkauft. Am 21. Oktober 1977 schrieb die Funkschau: „Immer mehr entwickelt sich Uher auch zur Vertriebsfirma für nicht in Deutschland hergestellte Geräte“. Am 3. September 1980 zitierte die Süddeutsche Zeitung den damaligen Geschäftsführer Rüdiger Hoessrich, Uher wolle nicht mehr mit den Japanern konkurrieren, weshalb die Produktion gestrafft und auf kleinere Stückzahlen umgestellt, die Produktion in München eingestellt und nach Buchbach im Landkreis Mühldorf verlagert werden müsse.

1996 wurden Assmann und Uher in die getrennten Unternehmen UHER GmbH, ATIS Systems GmbH[4], UHER Electronic GmbH und UHER Informatik GmbH[5] aufgeteilt.[6]

Inzwischen existiert von den Werken in München, Buchbach, Asch-Leeder und Klausen (Südtirol) keines mehr. Zum weiteren Schicksal der Marke Uher schreibt Ulrich Wienforth im Stereo-Sonderheft 30 Jahre HiFi-Geschichte, 2004: „In den Achtzigern hatte Assmann den Markennamen Uher an verschiedene HiFi-Anbieter lizenziert, was für einige Verwirrung sorgte. So brachte etwa Harman eine Reihe hochwertiger HiFi-Komponenten unter dem Uher-Logo, während der Otto-Versand billige Importware (unter anderem zum Beispiel Radiowecker und Mini-Türmchen) mit dem bekannten Schriftzug schmückte. All diese Produkte sind aber längst vom Markt verschwunden – der Name Uher ist, jedenfalls was den HiFi-Bereich angeht, Geschichte.“[7]

Die erfolgreichsten Uher-Tonbandgeräte[Bearbeiten]

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  • Uher 4000 Report (ab 1961)
  • Uher Universal 5000 (ab 1962)
  • Uher Royal de Luxe (ab 1966) [8]
  • Uher CR124 (ab 1971)
  • Uher CR240 (ab 1977)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Uher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Gold in der Nische. In: Der Spiegel. Nr. 12/1967, 13. März 1967, S. 72–74 (Artikel online, abgerufen am 21. Juli 2012).
  2.  Hermann Bößenecker: Der Graf will Kasse machen. In: Die Zeit. Nr. 25/1972, 23. Juni 1972, S. 31 (Artikel online, abgerufen am 21. Juli 2012).
  3.  Poker in Bayern. In: Die Zeit. Nr. 49/1974, 29. November 1974 (Artikel online, abgerufen am 20. Juli 2012).
  4. ATIS Systems GmbH – offizielle Webpräsenz
  5. UHER Informatik GmbH – offizielle Webpräsenz
  6. Peter Breu: Information und Geschichte von Assmann, W., GmbH, Bad Homburg im Radiomuseum. Abgerufen am 1. Juli 2012.
  7. Zitiert von Tobias Zoporowski in Markensterben, Stereo, Magazin für HiFi, High End & Musik. Abgerufen am 4. Juli 2012.
  8. UHER Royal de Luxe Betriebsanleitung