Uhrenindustrie

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Unter Uhrenindustrie versteht man die serienmäßige Herstellung von Uhren in Industriebetrieben. Produktionstechnisch wird unterschieden zwischen Fabrikation, d. h. der Herstellung von Uhren-Bestandteilen (z. B. Rohwerken, Schalen, Zeigern) aus Grundstoffen (Rohlingen) und der Montage dieser Einzelbestandteile zur fertigen Uhr. Die wohl längste Tradition dieser Industrie existiert in der Schweiz. Nach einer japanischen Zwischenoffensive der elektronischen Armbanduhr in den 1970er Jahren hat heute die arbeitsintensivere mechanische Uhr eine gewisse Wiedergeburt, vor allem im Segment der Luxus-Uhren.

Geschichte[Bearbeiten]

Produktion von Taschenuhren bei Junghans um 1925

Die Anfänge der industriellen Uhren-Herstellung datieren aus der Zeit der allgemeinen Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts. Die in dieser Zeit entstandenen ersten kleineren Fabriken verwendeten als Energieträger für den Fabrikationsprozess fast ausschließlich von Bächen betriebene Wasserräder. Deren Energie wurde mittels Transmissionsriemen auf die ersten einfachen Maschinen übertragen. Die Endmontage der Taschenuhren erfolgte selbstverständlich noch ausschließlich von Hand, unter Zuhilfenahme einfacher Werkzeuge. Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts erfolgte die Erzeugung der Transmissions-Energie zunehmend durch Dampfmaschinen, und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hielt die elektrisch getriebene Werkzeugmaschine Einzug. Auch im 20. Jahrhundert und teils im 21. Jahrhundert (Aufkommen des Mechatronikers) blieb die Endmontage der Armbanduhr weitgehend von arbeitsintensiver Handarbeit abhängig.

Gegenwart[Bearbeiten]

Der Fabrikationsteil der Uhrenherstellung ist heute wie in anderen Industriezweigen hoch automatisiert, die menschlichen Tätigkeiten in den Betriebshallen beschränken sich auf teilweise noch Logistik und Arbeitsvorbereitung sowie Kontrolle und Wartungsarbeiten. Marktseitig gesehen sind Uhrenherstellung und -verkauf heute globalisiert. Jüngste Player sind einige asiatische Schwellenländer, allen voran natürlich das schnell aufstrebende China. Aus dem asiatischen Raum stammen nicht nur Original- oder Billiguhren, sondern zu einem erheblichen Anteil auch billigere Fälschungen renommierter europäischer Marken, was den europäischen Herstellern zunehmend Kopfzerbrechen und juristischen Aufwand verursacht.

Dokumentationen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]