Uis

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Siedlung
Uis


Motto -
Basisdaten
Einwohnerzahl
Fläche
Einwohnerdichte


Staat
Region
Wahlkreis
Namibia
Erongo
Daures
Gründungsdatum
Kfz-Kennzeichen
Telefonvorwahl

Website
Karte Uis in Namibia

Uis (auch ehemals als Uis Myn bekannt) ist eine Siedlung 30 Kilometer südöstlich des Brandbergmassivs in Namibia, welches für die Arbeiter der nahe gelegenen Zinn- und Wolframmine erbaut wurde. Uis bedeutet „bittere Quelle“ (in Khoekhoegowab).

In ihrer Blütezeit war Uis die größte Zinnmine der Welt. Durch fallende Weltmarktpreise wurde sie aber schon vor Jahren unrentabel und folglich stillgelegt. Nur wenige ehemalige Minenarbeiter graben noch auf eigene Faust. Uis liegt im Wahlkreis Daures (Brandberg).

Bis 2010 hatte Uis den Status eines Dorfes, wurde dann jedoch zu einer Siedlung heruntergestuft.[1]

Bergbau: Aufstieg, Fall und neue Hoffnungen[Bearbeiten]

1911 wurden durch die Deutsche Kolonialgesellschaft größere Zinnvorkommen in der Umgebung des heutigen Uis ausgemacht.
1923 kaufte August Stauch, welcher zuvor die Diamantvorkommen bei Kolmanskoop entdeckt hatte, die Zinnvorkommen von Uis, Usakos, Karibib und Omaruru auf und gründete die Namib Tin Mines Ltd.[2]
Während der großen Depression wurde bei Uis kein Zinn abgebaut. 1938 wurden die Zinnminen um Uis von der Friedrich Krupp AG mit der Absicht gekauft, die örtlichen Vorkommen in Zukunft großflächig und intensiv abzubauen. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ein Jahr später ließen sich diese Pläne aber nicht mehr verwirklichen.[2]

In der Folge wurden die Zinnminen um Uis zunächst an Angus Munro veräußert. Munro starb jedoch kurze Zeit später bei einem Flugzeugabsturz, was die weitere Erschließung der örtlichen Zinnvorkommen erneut verzögerte.[2]
1958 wurden die Zinnminen letztendlich von der Imkor Tin (Pty) Ltd, einer Tochtergesellschaft von Iscor South Africa, erworben und eine Zinnextraktionsanlage, welche 35 Tonnen Zinn pro Stunde produzierte, wurde in Betrieb genommen. 1966 wurde die Kapazität dieser Anlage auf 100 Tonnen Zinn pro Stunde vergrößert und Imkor Tin (Pty) Ltd gründete die Ortschaft Uis zur Unterbringung seiner Angestellten vor Ort. Eine erneute Vergrößerung der Kapazität auf 140 Tonnen pro Stunde folgte in den frühen 1980er Jahren. Außerdem wurde fortan während 7 Tagen der Woche für jeweils 24 Stunden produziert.[2]
Anfang der 1990er Jahre brachen die Zinnpreise auf dem Weltmarkt ein, so dass auch die Produktion in Uis drastisch heruntergefahren musste. Sehr schnell kam es zu zahlreichen Entlassungen unter der Belegschaft und die Lebensqualität in Uis verschlechterte sich dramatisch. 1991 mussten die Zinnminen von Uis letztendlich geschlossen werden. Uis wurde daraufhin praktisch über Nacht zu einer Geisterstadt.[2]
Trotz des rapiden Bevölkerungsrückgangs nach der Aufgabe des Bergbaus wurde Uis 1996 von der namibischen Regierung offiziell zum Dorf erhoben.[2]
Im selben jahr kaufte der Geschäftsmann Albert Weitz die ehemaligen Wirtschaftsgebäude der Imkor Tin (Pty) Ltd auf und nahm eine Ziegelei in Betrieb. Außerdem wurden mehrere touristische Unternehmungen wie Lodges, Bed & Breakfasts und Souvenirgeschäfte aus dem Boden gestampft, so dass Uis fortan eine, wenn auch begrenzte, Aufbruchsstimmung zuteilwurde.[2]
Seit der Schließung der Minen konnten im Hinblick auf die Rehabilitierung des Umlandes bis heute große Fortschritte gemacht werden. Einer der größten Tagebaukrater wurde diesbezüglich permanent geflutet und ist heute als der Uis Lake bekannt.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Uis treffen sich die Hauptstraße C35 zwischen Hentiesbucht und Fransfontein sowie die C36 von Omaruru. Uis ist von der Straße aus schon von weitem durch seine riesige weiße Abraumhalde zu erkennen. Nördlich von Uis liegen die auf bis zu knapp 1000 Meter ansteigenden Uisberge.

Heutzutage ist Uis eine Zwischenstation für Touristen, die die Weißen Dame im Brandbergmassiv oder den Brandberg selbst besuchen wollen.

Fotogalerie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Uis "un-welcomed". Erongo Inside. In: The Namibian. 19. Juni 2012, S. 19.
  2. a b c d e f g h Tin the din of Uis history. In: The Namibian. 2009. Abgerufen am 11. August 2012. (englisch)

-21.21861111111114.8675Koordinaten: 21° 13′ S, 14° 52′ O