Ukrainische Aufständische Armee

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Die Ukrainische Aufständische Armee (UPA, auch als Ukrainische Aufstandsarmee übersetzt, Ukrajinska Powstanska Armija; ukrainisch Українська Повстанська Армія; polnisch Ukraińska Powstańcza Armia) war der militärische Arm der „Organisation Ukrainischer Nationalisten“ (OUN, ukrainisch Організація Українських Націоналістів/Orhanisazija Ukrajinskych Nazionalistiw). Sie kämpfte während des Zweiten Weltkriegs vor allem in der Westukraine gegen die Rote Armee und die Wehrmacht. Nach dem Tod Roman Schuchewytschs, dem wichtigsten Oberbefehlshaber in der Geschichte der UPA, löste sich die Armee langsam auf. Jedoch ging der Kampf gegen die sowjetische Besatzung bis Mitte der 1950er Jahre im Untergrund weiter. Eine objektive Beurteilung der historischen Rolle der UPA wurde und wird nach wie vor durch die beiden betroffenen Staaten erschwert, einerseits durch persönliche Präferenzen polnischer und ukrainischer Historiker und ihre Stellung zur Ukraine und ihrer Unabhängigkeit überhaupt, andererseits durch unsensible, oft von blankem Nationalismus getragene Handlungen und Aussagen von Teilen des politischen Establishments beider Staaten, siehe Polnisch-Ukrainischer Konflikt.

Für eine negative Beurteilung der UPA sprechen zweifellos die radikalen Mittel, die zur Erlangung der „Freiheit“ der Ukrainer eingesetzt worden sind. So wurden von der UPA in Wolhynien und Ostgalizien zahlreiche Massaker an der polnischen Bevölkerung begangen. Die polnische Bevölkerung überlebte nur in den Großstädten. Die Provinzbevölkerung war der UPA zumeist schutzlos ausgeliefert. In der Zeit von 1942–44 wurden allein in Wolhynien schätzungsweise 35.000 bis 60.000[1][2][3] ethnische Polen, und unter Einschluss der übrigen Gebiete der Ukraine möglicherweise bis zu 100.000[4][5][6][3] ermordet. Rechnet man die Zahl der geschätzten Geflüchteten mit ein, so dürfte die Zahl der polnischen Opfer insgesamt rund 300.000 erreicht haben.[7]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gliederung

Die UPA bestand aus zwei militärischen Einheiten, der südlichen und der nördlichen. Diese hatten jeweils bis zu 15.000 Mann und waren ihrerseits in Bataillone („Kuren“) zu jeweils 500 Mann aufgeteilt. Eine Kure bestand aus

  • drei Schützenhundertschaften zu je 80 Mann
  • einem SMG-Zug
  • einem Zug Panzerabwehrkanonen
  • einem Versorgungszug
  • einer Sanitätsabteilung
  • einer Abteilung Feldgendarmerie
  • einem Stabsaufklärungszug

[Bearbeiten] Literatur

  • Ignacy Blum: Udział Wojska Polskiego w walce o utrwalenie władzy ludowej. Walki z bandami UPA. Wojskowy Przegląd Historyczny, Warszawa 1959, Nr. 1
  • Franziska Bruder: Den ukrainischen Staat erkämpfen oder sterben! Die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) 1929–1948. Berlin: Metropol Verlag, 2007, ISBN 978-3-938690-33-8
  • J. Czapla: Działalność terrorystyczna kurenia UPA "Zalezniaka" i jego likwidacja (kwiecień 1944 – listopad 1947). praca magisterska (maszynopis), Biblioteka WAP, Warszawa 1961
  • Jan Gerhard: Dalsze szczególy walk z bandami UPA i WiN na południowo-wschodnich obszarach Polski. Wojskowy Przegląd Historyczny 1959, Nr. 3/12, S. 305-335
  • Józef Sobiesiak, Ryszard Jegorow: Ziemia płonie. II wyd., Ministerstwo Obrony Narodowej, Warszawa 1967, 322 S.; Burzany, Ministerstwo Obrony Narodowej, Warszawa 1962

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ivan Katchanovski: Terrorists or National Heroes? Politics of the OUN and UPA in Ukraine. In: Davis Center for Russian and Eurasian Studies, Harvard University. , S. 7. Abgerufen am 26. Juni 2011.
  2. Władysław Siemaszko, Ewa Siemaszko: Ludobójstwo dokonane przez nacjonalistów ukraińskich na ludności polskiej Wołynia 1939-1945. Wydawnictwo von borowiecky, Warschau 2000, ISBN 8387689343 (http://www.naszawitryna.pl/ksiazki_36.html).
  3. a b Grzegorz Motyka (24. Mai 2008): Zapomnijcie o Giedroyciu: Polacy, Ukraińcy, IPN. Gazeta Wyborcza. Abgerufen am 26 June 2011.
  4. Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1999, ISBN 3-499-22338-4, S. S. 283.
  5. Grzegorz Rossolinski-Liebe (2010): Krytyka. Hefte 3-4; 7-8; 9-10.. H-Soz-u-Kult. Abgerufen am 26 June 2011.
  6. Grzegorz Rossolinski-Liebe (2010): Celebrating Fascism and War Criminality in Edmonton. The Political Myth and Cult of Stepan Bandera in Multicultural Canada. Kakanien. Abgerufen am 26 June 2011.
  7. Vgl. dazu Grzegorz Hryciuk: Polen aus Wolhynien und Ostgalizien: Ermordung und Flucht. In: Detlef Brandes, Holm Sundhaussen und Stefan Troebst (Hrsg.): Lexikon der Vertreibungen. Deportation, Zwangsaussiedlung und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts. Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 2010, ISBN 978-3-205-78407-4, S. 529-532, wo auch der aktuelle Stand der Forschung wiedergegeben wird. – Hinsichtlich der Opferzahl zu hoch gegriffen sind die Angaben in Józef Turowski, Władysław Siemaszko: Zbrodnie nacjonalistów ukraińskich dokonane na ludności polskiej na Wołyniu 1939-1945. Główna Komisja Badania Zbrodni Hitlerowskich w Polsce – Instytut Pamięci Narodowej, Środowisko Żołnierzy 27 Wołyńskiej Dywizji Armii Krajowej w Warszawie, 1990
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