Ulama (Ballspiel)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ulama (oder Pok-ta-Pok) war ein Ballspiel verschiedener indianischer Kulturen in Mittelamerika und eine Variante des sogenannten Mesoamerikanischen Ballspiels.

Tor in Chichén Itzá, Mexiko
Teil der Zeremonie vor dem Spiel (bei der Vorbereitung zur FIFA WM 2006)
Spieler in Aktion

Geschichte[Bearbeiten]

Das Spiel ist ca. 3000 Jahre alt. Das Wort Ulama kommt vom Nahuatl-Wort ullamaliztli (Ballspiel). Der Name Pok-ta-Pok leitet sich von dem Geräusch, das der Ball beim Aufspringen macht, ab. Gespielt wurde das Spiel von den Olmeken, den Azteken, den Mixteken und den Maya. Man hat über 600 Spielfelder aus allen Epochen der Geschichte Mexikos gefunden, die von der Popularität des Spiels über einen langen Zeitraum hin zeugen. Die Regeln können anhand von Darstellungen auf Gefäßen, plastischen Objekten und Steinmonumenten fragmentarisch rekonstruiert werden. Die Mannschaften bestanden aus vier Spielern. Ziel des Spiels war es, einen Kautschukball mit der Hüfte, den Oberschenkeln oder den Ellenbogen durch ein Steintor oder einen Ring zu befördern. Der Einsatz von Händen und Füßen war verboten. Der Kautschukball wog etwa 1,5 bis 3 Kilo. Die Spielfelder waren dabei oft in Form einer künstlichen Schlucht angelegt, welche das Tor zur Unterwelt symbolisieren sollte.

Eine Legende besagt, dass die Sieger des Spiels geopfert wurden, da dies als große Ehre galt (siehe dazu auch den Opferkult der Azteken).

Sonstiges[Bearbeiten]

Als „Offizieller Beitrag des Kunst- und Kulturprogramms zur FIFA WM 2006“ gastierte eine mexikanische Pok-ta-Pok-Truppe in Deutschland.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Max Hinderer, Jens Kastner (Hrsg.): Pok ta Pok. Aneignung - Macht - Kunst. Verlag Turia + Kant, Wien 2007, ISBN 3-85132-469-2.

Video[Bearbeiten]

  • Peter Zurek: Pok Ta Pok. Spiel mit dem Feuer. arte 2006 (Dokumentation).

Weblinks[Bearbeiten]