Ulmen (Eifel)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ulmen
Ulmen (Eifel)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ulmen hervorgehoben
50.2086888888896.9795888888889452Koordinaten: 50° 13′ N, 6° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Cochem-Zell
Verbandsgemeinde: Ulmen
Höhe: 452 m ü. NHN
Fläche: 28,62 km²
Einwohner: 3299 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km²
Postleitzahl: 56766
Vorwahl: 02676
Kfz-Kennzeichen: COC, ZEL
Gemeindeschlüssel: 07 1 35 083
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Marktplatz 1
56766 Ulmen
Webpräsenz: www.stadt-ulmen.de
Stadtbürgermeister: Thomas Kerpen (CDU)
Lage der Stadt Ulmen im Landkreis Cochem-Zell
Kalenborn (bei Kaisersesch) Eppenberg (Eifel) Laubach (Eifel) Leienkaul Müllenbach (bei Mayen) Hauroth Urmersbach Masburg Düngenheim Kaisersesch Landkern Illerich Eulgem Hambuch Gamlen Zettingen Kaifenheim Brachtendorf Ulmen (Eifel) Alflen Auderath Filz (Eifel) Wollmerath Schmitt Büchel (Eifel) Wagenhausen (Eifel) Gillenbeuren Gevenich Weiler (bei Ulmen) Lutzerath Bad Bertrich Urschmitt Kliding Beuren (Eifel) Moselkern Müden (Mosel) Treis-Karden Lütz Lieg Roes Möntenich Forst (Eifel) Dünfus Brohl Binningen (Eifel) Wirfus Brieden Kail Pommern (Mosel) Briedel Altlay Peterswald-Löffelscheid Haserich Sosberg Forst (Hunsrück) Altstrimmig Reidenhausen Mittelstrimmig Blankenrath Panzweiler Walhausen Schauren (bei Blankenrath) Tellig Hesweiler Liesenich Moritzheim Grenderich Zell (Mosel) Neef Bullay Sankt Aldegund Alf (Mosel) Pünderich Greimersburg Klotten Faid Dohr Bremm Bruttig-Fankel Senheim Nehren (Mosel) Ediger-Eller Mesenich Valwig Ernst (Mosel) Beilstein (Mosel) Ellenz-Poltersdorf Briedern Cochem Landkreis Vulkaneifel Landkreis Bernkastel-Wittlich Landkreis Mayen-Koblenz Rhein-Hunsrück-KreisKarte
Über dieses Bild

Ulmen ist eine Stadt im Landkreis Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz in der Eifel. Ulmen ist Sitz der Verwaltung der Verbandsgemeinde Ulmen, der sie auch angehört. Ulmen ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Zu Ulmen gehören die Stadtteile Meiserich, Vorpochten und Furth.

Geologie[Bearbeiten]

Das Ulmener Maar ist mit ca. 11.000 Jahren der jüngste Vulkan nördlich der Alpen und 37 m tief. Die vulkanischen Aktivitäten kann man in Tiefen von mehr als 4 Metern an aufsteigenden Gasblasen erkennen. Das Ulmener Maar hat keinen natürlichen Zu- oder Ablauf. Die beiden Stollen, die heute den Wasserstand konstant halten, wurden im 19. Jahrhundert gegraben.

Beim Jungferweiher handelt es sich um ein 118.000 Jahre altes verlandetes Maar. Er ist flächenmäßig wesentlich größer als das Ulmener Maar. Ehemals als Fischteich für die Burgherren genutzt, trocknete es im Verlauf der Jahrhunderte aus, so dass in den 1930er Jahren dort Torf gestochen wurde. 1942 wurden die Wiesen erneut gestaut, um den Wasserpegel durch den Zulauf zum nahe liegenden Maar zu steuern.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals erwähnt wurde Ulmen 1074, doch bezeugen merowingerzeitliche Gräber südlich der Burg eine ältere Besiedlung der Gemarkung. Römische Funde im Ort lassen sich derzeit nicht verifizieren. Bei Ulmen befindet sich ein Hügelgrab das ca. auf das Jahr 500 vor Christus datiert wird.[3]

Ritter Heinrich von Ulmen zog im vierten Kreuzzug gen Byzanz, von wo er kostbare Schätze mitbrachte, u. a. die berühmte Limburger Staurothek, die heute noch im Dom von Limburg an der Lahn besichtigt werden können. Seine Nachfolger wurden im 15. Jahrhundert dem Landfrieden des Erzstifts Trier unterworfen. Der Sonnenkönig Ludwig XIV. eroberte zweimal Ulmen und brannte es nieder. Beide Male wurden Burg und Ort wieder aufgebaut. Ab 1794 stand Ulmen unter französischer Herrschaft, die jungen Männer des Ortes mussten mit Napoleons Truppen bis Moskau ziehen. 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist er Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Viele alte Gebäude zeugen heute noch von der historischen Vergangenheit von Ulmen. Im 19. Jahrhundert, als die von Napoleon konfiszierten Gebäude in preußisches Eigentum übergingen, ersteigerte ein Cochemer Bürger die Burg und nutzte sie als Steinbruch. Als Ulmen 1831 beinahe komplett abbrannte, wurden die Häuser mit den Steinen der Burg wieder aufgebaut. Seither handelt es sich um eine Ruine.

Im angrenzenden Wald findet sich eine alte Quelle, bei der angeblich römische und keltische Figuren gefunden wurden. Dieser Born wird „Dietzjes Bärechje“ genannt, was auf Kinderquelle zurückzuführen ist, denn seit Jahrhunderten beteten Frauen hier für eine gute Geburt und gesunde Kinder.

1376 erhielt Ulmen von Kaiser Karl IV. die Stadtrechte.[4] Diese gingen 1815 im Rahmen der Übernahme des Rheinlands durch die Preußen wieder verloren. Laut Beschluss des rheinland-pfälzischen Kabinetts vom 1. September 2009 wurde Ulmen am 2. Oktober 2009 die Bezeichnung „Stadt“ wieder verliehen.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Stadt Ulmen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2][1]

Jahr Einwohner
1815 801
1835 1.069
1871 1.000
1905 1.159
1939 1.286
1950 1.391
Jahr Einwohner
1961 1.930
1970 2.341
1987 2.295
1997 2.921
2005 3.243
2013 3.299

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Ulmen besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU FDP BfU WGR 1 WGR 2 Gesamt
2014 6 9 4 1 20 Sitze
2009 5 7 5 2 1 20 Sitze
2004 4 9 0 4 2 1 20 Sitze
  • BfU = Wählergruppe Bürger für Ulmen e.V.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Im Jahr 1994 nahmen Ulmen und die französische Gemeinde Lormes erste Kontakte zu einer Partnerschaft auf. Beide Gemeinden verbindet die Ulme (franz. „Orme“) im Ortsnamen. Die Partnerschaftsurkunden wurden am 23. Juni 1996 in Lormes unterzeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Schulmuseum mit einem nachgebildeten Klassenraum aus der Volksschule.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Burg Ulmen, die heute nur noch als Ruine erhalten ist, wurde etwa um das Jahr 1000 erbaut, angeblich auf den Resten eines römischen Gebäudes, was jedoch nicht durch Funde belegt ist. Der heutige Zustand wird durch wenig geglückte Restaurierungsmaßnahmen gekennzeichnet, die die Originalsubstanz weitgehend verdecken.
  • St.-Matthias-Pfarrkirche, erbaut im neoromanisch-gotischen Stil

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ulmen

Musik[Bearbeiten]

  • Der Spielmannszug Blau-Weiss 1952 Ulmen e.V. unter der Stabführung von Rainer Pias.
  • Der Musikverein Ulmen e.V. unter der Leitung von Thomas Wagner, wurde am 24. Januar 1969 gegründet und zählt heute 50 aktive und 66 inaktive Vereinsmitglieder.

Sport[Bearbeiten]

Der Sportverein Fortuna Ulmen e.V. wurde am 21. September 1921 gegründet und bietet aktiven Sport in den Abteilungen Aerobic, Damengymnastik, Männergymnastik, Fußball, Fußball AH, Leichtathletik, Rope Skipping, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Jährlich im Juli hat bis Ende der 2000er auf der Ulmener Burgruine das Burgfest stattgefunden.
  • Alle zwei Jahre am 3. Oktober ist das Appelfest des Eifelvereins auf dem Alten Postplatz

Bilder von Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Kindergarten Ulmen
  • Grundschule Ulmen (seit dem Schuljahr 2013/2014 in Burg-Grundschule Ulmen umbenannt)
  • Realschule plus Vulkaneifel Ulmen/Lutzerath

Bundeswehrstandort[Bearbeiten]

Ulmen war Standort der Eifel-Maar-Kaserne.[7] Nachdem bekannt wurde, dass, entgegen vorheriger Wahlversprechen des damaligen Verteidigungsminister Volker Rühe (CDU), die ganze Kaserne geschlossen wird, fand die größte Demonstration in der Geschichte Ulmens statt: Am 20. März 1995 zogen rund 3.000 Teilnehmer in einem Fackelzug vom Bürgersaal zur Kaserne. Es blieb jedoch bei der Schließung der Kaserne. Am 27. Juni 1997 verließ der letzte Soldat die Kaserne.[8] Das Gelände wurde im Rahmen einer Konversionsmaßnahme in "Eifel-Maar-Park" umbenannt und ist seither in ziviler Nutzung.[9]

Die Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr wurde im April 2005 von Koblenz-Bubenheim in das ehemaligen Munitionsdepot im Hochpochtener Wald bei Ulmen verlegt. Sie ist die zentrale militärische Ausbildungsstätte der Bundeswehr für Diensthunde und ihre Diensthundeführer (DHFhr). Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen der Schule für Diensthundewesen am 8. August 2008 wurde der bislang namenlosen Liegenschaft im Hochpochtener Wald im Rahmen eines feierlichen Appells der Name Gräfin von Maltzan-Kaserne verliehen. Dieser geht zurück auf die Tierärztin Maria Gräfin von Maltzan, welche im Dritten Reich trotz der Gefahr für das eigene Leben politisch Verfolgten half, zu überleben.[10] Die Ortsgemeinde Ulmen übernahm am 30. Januar 2009 die Patenschaft für diese in Deutschland einzigartige Bundeswehreinrichtung.

Verkehr[Bearbeiten]

Ulmen befindet sich sowohl an der Bundesautobahn 48 als auch an den Bundesstraßen B 257 und B 259, welche Ulmen mit Cochem und dem Nürburgring verbinden. Per Bus sind Lutzerath, Cochem, Daun, Gerolstein, Mayen und Koblenz regelmäßig direkt erreichbar.[11] Ulmen besitzt einen Bahnhof an der Eifelquerbahn, auf welcher in den Sommermonaten Fahrten nach Kaisersesch und Gerolstein stattfinden. Außerdem liegt Ulmen auf der Vulkan-Rad-Route.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ulmen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Anne Koark: Auf der Spur von Hexen, Henkern und Halunken. In: Rhein-Zeitung. 16. Juli 2011, abgerufen am 24. April 2014.
  4. Otto Beck: Beschreibung des Regierungsbezirks Trier, 1868, Seite 57
  5. SPD Vulkaneifel: Ulmen erhält Stadtrechte, 1. September 2009
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Liste ehemaliger Bundeswehrstandorte in Deutschland
  8. Konversion „Eifel-Maar-Kaserne“ Ulmen. Dokumentation der Konversionsmaßnahme. BauGrund Stadtentwicklung GmbH, 18. Oktober 2007, abgerufen am 24. April 2014 (PDF).
  9. Ulmen Eifel-Maar-Park. In: Konversion. Rheinland-Pfalz, abgerufen am 24. April 2014.
  10. Johann Schäffer: Maria Gräfin von Maltzan (1909–1997): Eine Tierärztin im Widerstand Laudatio anlässlich der Benennung der Kaserne für die Schule für Diensthundewesen der Bundeswehr in Gräfin-von-Maltzan-Kaserne
  11. Fahrplan Landkreis Cochem-Zell