Ulrich III. von Graben

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Wappen der steirischen Von Graben auf Kornberg, Johann Siebmachersche Wappentafel

Ulrich III. von Graben, kaiserlicher Burggraf zu Marburg und Graz, (* auf Schloss Kornberg; † 16. Februar 1486 ebenda)[1] war ein steirischer Edelmann und Politiker, der im 15. Jahrhundert gelebt hat. Als treuer Anhänger Kaiser Friedrichs III. erfüllte er diverse hohe politische Funktionen.[2] Neben seinen hohen Ämtern trug er unter anderem die Titel eines Herren von Kornberg, (Ober)radkersburg,[3] und Obermarburg samt Schloss Marburg.

Familie[Bearbeiten]

Ulrich entstammte dem Geschlecht der Von Graben. Er war ein Sohn des edelfreien Ritters und Burggrafen Friedrich II. von Graben und entstammte entweder aus dessen ersten Ehe mit einer Edelfrau aus dem Geschlecht deren von Plankenwarth oder aus seiner zweiten Ehe (1405) mit Adelheid Hoffer. Ulrich hatte zwei nachgewiesene (Halb)schwestern; Veronika von Graben (* 1404), verheiratet mit Philipp Breuner und Agnes Veronika von Graben (* 1406) welche mit Johann von Wolfsthal (* 1402) verheiratet war. Deren Tochter Adelheid (* 1428) verehelichte sich im Jahre 1450 mit Ruprecht I. von Windischgraetz (* 1416). Einer von Ulrichs näheren Verwandten war sein Onkel Andreas von Graben zu Sommeregg, [4] welcher unter den Grafen von Cilli Hauptmann der Grafschaft Ortenburg war.

Ulrich von Graben heiratete im Jahre 1464 Agnes Närringer, Tochter des Mert Närringer und eine Witwe des Hans Breuner, mit welcher er vier Söhne und drei Töchter hatte; aus seine zweiten Ehe mit Benigna Freinsteinerin († 1486) - andere Quellen sprechen als seine zweite Ehefrau von Bengina von Braunstein [5] - hatte er keine weiteren Kinder. [6]

  • Wolfgang von Graben (1465-1521), österreichische Verwaltungsperson und Militär, Burggraf auf Seldenhofen, in älteren Quellen findet die Erwähnung statt, dass Wolfgang von Graben, hierbei ist womöglich der Sohn von Ulrich III. von Graben gemeint, einen holländischen Zweig gründete. [7] Das Geschlecht De Graeff führt noch heutzutage eine Variante des "Graben-Wappen". [8]
  • Andree von Graben († 1521), Verweser des Amtes Windischgraetz
  • Georg von Graben († 1522), vielleicht ident mit dem Jörg Grabner, verstarb ohne Leibeserben
  • Rosina von Graben († 1539), verheiratet mit Heinrich von Guttenberg, dem bambergischen Vizedom in Kärnten [9]
  • Margret (Marusch) von Graben, drei mal verheiratet: Andree von Himmelberg, Christoph von Silberberg sowie Siegnmund Königsfelder (1500)
  • Elisabeth von Graben, in dritter Ehe mit verheiratet mit Georg IV. von Auersperg (1483) und hernach mit Siegmund Kreuzer zu Wernberg; aus der Ehe mit dem Auersperg stammten 7 Kinder; [10] Elisabeth verstarb im Jahre 1489 im Kloster Sittich
  • Wilhelm von Graben († 1523), pfandweiser Besitzer von Herrschaft und Schloss Saldenhofen sowie kaiserlicher Pfleger auf Burg Neuberg; Wilhelm hatte Andrä von Graben († 1556), dem Herren von Kornberg und Obermarburg, zum Sohn. Mit jenem Von Graben starb der steirische Zweig auf Schloss Kornberg aus. [11]

Politische Karriere[Bearbeiten]

Seine erste Erwähnung datiert aus dem Frühjahr 1452 als Ulrich an der Kaiserkrönung in Königs Friedrichs III. Gefolge in Rom teilnahm. [12] Im Jahre 1456 wurde Ulrich und seinem Vater Friedrich II. die Herrschaft Obermarburg gerichtlich zugesprochen. Noch im selben Jahr erfolgte Von Grabens Bestellung zum kaiserlichen Burggrafen/Pfleger und Hauptmann zu Marburg. [13] Im Jahre 1462 war einer der kaiserlichen Abgesandten an die Wiener Bürger welche im Habsburgischen Streit zwischen Kaiser Friedrich und dessen Bruder Albrecht von Habsburg eine Rolle spielten. Am 8. Dezember desselbigen Jahres trat er die Nachfolge des zuvor verstorbenen Eberhard VIII. von Walsee als Landeshauptmann des Herzogtums Steiermark an. Im selbigen Jahr wurde Ulrich nebst seinem Bruder Wolfgang von Graben († vor 1468) zum Geldeinnehmer des steirischen Gebiets "innerhalb der Drau" benannt. [14]

in den 1460-ern Jahren erhielt Ulrich diverse landesfürstliche und Salzburger Lehen. Im Jahre 1469 wurde Ulrich als kaiserlicher Truchsess mit dem Schloss Marburg, welches sein Vater im Prozess gegen die Herren von Walsee erlangt hatte, belehnt. [15] Als steirischer Landeshauptmann ist im Jahre 1469 Graf Wilhelm von Dirnstein nachgefolgt. [16] Im Jahre 1475 erfolgte Von Grabens Ernennung zum Generaleinnehmer der Steiermark. [17]

Kaiser Friedrich vermachte ihm das Schloss Eppenstein und stattete ihn mit einem Gnadenbrief aus, der es ihm gewährte dass ihm niemand als direkt beim Kaiser selbst anklagen zu vermöge. Des Weiteren erhielt er von Kaiser Friedrich ein besonderes Diplom welches ihm gestattete mit blauem und nicht mit rotem oder weißem Wachs zu siegeln. [18] Noch bis in das Jahr 1482 wurde Von Graben in diversen Urkunden als kaiserlicher Hauptmann von Marburg genannt. [19] [20] [21] Im Jahre 1483 wurde er von Kaiser Friedrich zum Burggraf von Graz sowie zum Schlosshauptmann (Kastellan) des Grazer Schlosses berufen. [22] Als solcher wurde er von Kaiser Friedrich als Schutzherr für dessen Tochter Kunigunde von Österreich bestellt, deren Sicherheit durch die Einfälle der Ungarn unter Matthias Corvinus in Bedrängnis gelangte. Im selben Jahr konnte Von Graben einen räuberischen Komplott und eine damit verbundene Entführung der Habsburgerin vereiteln. [23]

Als Burggraf von Graz wurde er durch den Kaiser während dessen Abwesenheit als sein Anwalt eingesetzt. Ulrichs letzte urkundliche Erwähnenugen fanden im Jahr 1486 statt. Im Jahre 1490 suchte sein ältester Sohn in Seckau um Lehensurlaub an.

Trivia[Bearbeiten]

  • Zur Zeit der Türkenkriege ensetzte Ulrich III. von Graben seinen entfernten, aus Krain stammenden, Vetter Rudolph von Graben aus türkischen Gefangenschaft. [24]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chronologische Geschichte des Herzugthums Steyermark. Von Johann Baptist von Winklern. Seite 123
  2. Chronologische Geschichte des Herzugthums Steyermark. Von Johann Baptist von Winklern. Seite 115
  3. id=17ALAAAAYAAJ&q=radkersburg+von+graben&dq=radkersburg+von+graben&hl=de&sa=X&ei=IEJzU8jEEoaE4gSAz4HACQ&ved=0CEQQ6AEwAg Die Wüstungen im Raume Spielfeld - Radkersburg: Eine Studie zur historischen Landeskunde Steiermarks mit 7 Faltkarten
  4. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960, Seiten 92 und 94
  5. Digitalisiert bei Google books Joseph August Kumar: Mahlerische Streifzüge in den Umgebungen der Hauptstadt Grätz - Grätz., Kapitel XIII Rosenberg und Graben, S. 294
  6. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960. Seiten 70 sowie 92 und 93
  7. De Graeff (Pieter Graeff) und Von Graben in der niederländischen "DBNL"
  8. Pieter C. Vies: Andries de Graeff (1611-1678) ’t Gezagh is heerelyk: doch vol bekommeringen. Seite 5 (PDF-Datei; 2,6 MB)
  9. Genealogie der Freiherren von Guttenberg, S. 78
  10. Google Bücher: Schauplatz des landsässigen nieder-oesterreichischen Adels vom ..., Band 1, S. 239
  11. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960 (betreffender Stammbaum auf den Seiten 92/93)
  12. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960. S. 70
  13. Genealogie der Freiherren von Guttenberg
  14. Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen, Bände 1-4, S. 88. Von Historischer Verein für Steiermark,Historische Landeskommission für Steiermark
  15. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960. S. 71
  16. Chronologische Geschichte des Herzugthums Steyermark. Von Johann Baptist von Winklern. Seite 116
  17. Beiträge zur Kunde steiermärkischer Geschichtsquellen, Bände 1-4, S. 99. Von Historischer Verein für Steiermark,Historische Landeskommission für Steiermark
  18. Google: Die Gallerinn auf der Rieggersburg: historischer Roman mit Urkunden, Bände 2-3
  19. Google: Die Rechtsquellen der Stadt Leoben. Von Christa Schillinger-Prassl
  20. Google: Geschichte des Herzogthumes Steiermark, Bände 7-8. Von Albert von Muchar
  21. Google: Monumenta habsburgica: Sammlung von actenstücken und briefen zur ..., Band 2. Von Joseph Chmel,Karl Fr. W. Lanz, Kaiserl. Akademie der Wissenschaften
  22. Adalbert Sikora: Die Herren vom Graben in Zeitschrift des historischen Vereines für Steiermark. 51. Jahrgang, Graz 1960. S. 72
  23. Begebenheiten u. Schicksale der landesfürstl. Stadt Bruck a. d. Mur. Von Jos Graf
  24. Google Bücher: Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst, Band 7, S. 307

Literatur[Bearbeiten]