Ulrich Nußbaum

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Ulrich Nußbaum (* 10. April 1957 in Trassem, Kreis Trier) ist ein deutscher Jurist und parteiloser Politiker. Er war von 2003 bis 2007 Senator für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen und ist seit dem 1. Mai 2009 Finanzsenator in Berlin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografie

[Bearbeiten] Ausbildung und Beruf

Nußbaum machte sein Abitur 1976 an der Internatsschule St. Bernhard in Willich. Er studierte an den Universitäten von Saarbrücken, Genf, Straßburg und London Rechts- und Politikwissenschaft. Er schloss sein Studium 1984 mit der Promotion zum Dr. jur. mit der Dissertation zum Thema Rohstoffgewinnung in der Antarktis. 1985 legte er das Zweite juristisches Staatsexamen in Saarbrücken ab. 1989 erhielt er seine Zulassung als Rechtsantwalt.

Anschließend war er, teilweise als Geschäftsführer, in verschiedenen fischereinahen Unternehmen sowie in diversen Führungspositionen in den Bereichen Verwaltung, Finanzen und Handel tätig.

1998 kaufte er die SLH Sea Life Harvesting Gruppe – ein Unternehmen, das weltweit Tiefkühlfisch vertreibt. 2004 wurde er Lehrbeauftragter für Europäisches Wirtschaftsrecht an der Universität Bremen. Er kündigte 2010 die Zusammenarbeit mit Goldman Sachs auf, die durch Alexander Dibelius vertreten wird.

Nußbaum ist seit 1983 mit Birgitt Nußbaum verheiratet.

[Bearbeiten] Politik

Von 2003 bis Juni 2007 war Nußbaum Bremer Senator für Finanzen. Nach den Bürgerschaftswahlen 2007 sollte er, der vom damaligen Bürgermeister Henning Scherf (SPD) in die Politik geholt wurde, im Senat von Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) das Wirtschafts- und Justizressort übernehmen. Nußbaum verzichtete aber überraschend nur einen Tag nach seiner offiziellen Nominierung. Als Grund nannte er, dass er am Rande der rot-grünen Koalitionsverhandlungen von SPD-Landeschef Uwe Beckmeyer einen Brief erhalten habe, mit dem er zum Parteieintritt gedrängt werden sollte.[1]

Nach seinem vorläufigem Ausscheiden aus der Politik arbeitete er als Dozent für europäisches Wirtschaftsrecht und war von 1996 bis 2003 und von 2007 bis 2009 auch als Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Bremerhaven tätig.[2]

Am 19. Februar 2009 wurde Nußbaum von Klaus Wowereit, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, als Nachfolger von Thilo Sarrazin als neuer Berliner Finanzsenator vorgestellt.[2] Er hat das Amt am 1. Mai 2009 angetreten.[3]

Am 3. Dezember 2009 ist Nußbaum zum Vorsitzenden der Finanzministerkonferenz gewählt worden.

Am 28. November 2011 wurde er von Wowereit erneut als Finanzsenator von Berlin in der großen Koalition nominiert.

[Bearbeiten] Weitere Mitgliedschaften und Ehrenämter

  • Nußbaum ist seit 2000 Kaufmännisches Mitglied der Stiftung Haus Seefahrt[4].
Aufsichtsratsmandate seit Mai 2009
  • Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Immobilien Holding GmbH (BIH)
  • Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
  • Mitglied des Aufsichtsrates der Berlinwasser Holding AG
  • Mitglied des Verwaltungsrates der Investitionsbank Berlin
  • Mitglied des Aufsichtsrates und Vorsitzender des Finanzausschusses der Charité
  • Mitglied des Aufsichtsrates der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. zeit.de 21. Juni 2007: [1]
  2. a b Der Tagesspiegel: Ulrich Nußbaum wird neuer Finanzsenator. 19. Februar 2009
  3. „Stolze Bilanz“: Wowereit dankt Sarrazin, Pressemitteilung vom 30. April 2009.
  4. Internetseite Haus Seefahrt: Schaffer der Kaufmannschaft und Ehrengäste - Gästeliste 1998 - 2004.
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