Uli Stein (Fußballspieler)

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Uli Stein

Uli Stein, 2009

Spielerinformationen
Voller Name Ulrich Stein
Geburtstag 23. Oktober 1954
Geburtsort HamburgDeutschland
Größe 186 cm
Position Torwart
Vereine in der Jugend
0000–1973 FC Nienburg
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1973–1976
1976–1980
1980–1987
1987–1994
1994–1995
1995–1997
1999–2000
2001–2002
2003–2004
1. FC Wunstorf
Arminia Bielefeld
Hamburger SV
Eintracht Frankfurt
Hamburger SV
Arminia Bielefeld
VfL Pinneberg
Kickers Emden
VfB Fichte Bielefeld
0
134 (0)
209 (0)
224 (0)
19 (0)
59 (0)
1 (0)
1 (0)
3 (0)
Nationalmannschaft2
1976–1978
1981
1983–1986
Deutschland Amateure
Deutschland B
Deutschland
5 (0)
2 (0)
6 (0)
Stationen als Trainer
1994
2000–2001
2007–2008
2008–2014
1. FC Langen
TuS Celle FC
Nigeria (Torwarttrainer)
Aserbaidschan (Torwarttrainer)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 10. April 2008
2 Stand: 10. April 2008

Ulrich „Uli“ Stein (* 23. Oktober 1954 in Hamburg) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger Torwarttrainer.

Spieler[Bearbeiten]

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Uli Stein spielte als Torwart von 1978 bis 1997 512-mal in der Bundesliga, 133-mal in der 2. Bundesliga sowie 57-mal in verschiedenen Europapokalwettbewerben. Mit 645 Einsätzen in den zwei oberen Spielklassen ist er damit der Akteur mit den meisten Einsätzen im deutschen Profifußball.

Seine Profikarriere begann 1976 bei Arminia Bielefeld, danach wechselte er zum Hamburger SV (1980–1987). Von 1987 bis 1994 spielte er für Eintracht Frankfurt, kehrte für die Saison 1994/95 aber noch einmal zum HSV zurück, nachdem sein Engagement bei der Eintracht am 10. April 1994 vorzeitig endete und er für kurze Zeit ehrenamtlich als Trainer des 1. FC Langen in der Bezirksliga Offenbach einsprang.[1] Im folgenden Jahr spielte er wieder für Arminia Bielefeld in der 2. Bundesliga, schaffte den Aufstieg und beendete nach der Saison 1996/97 seine Karriere. In der Saison 2001/02 machte er ein Spiel für Kickers Emden in der Oberliga Niedersachsen-Bremen, und 2003/04 feierte Stein nochmals ein kurzes Comeback in der Oberliga, als er im Alter von 49 Jahren für drei Spiele beim VfB Fichte Bielefeld aushalf.

Mit dem HSV gewann er den DFB-Pokal 1987 und wurde 1982 und 1983 Deutscher Meister. Einer der Höhepunkte seiner Karriere war ebenfalls 1983 der Gewinn des Europapokals der Landesmeister. Mit Eintracht Frankfurt gewann er den DFB-Pokal 1988 und verteidigte als Spieler den Titel von 1987. Damit war er der erste Torwart, der dies mit zwei verschiedenen Vereinen schaffte.

Während seiner Zeit beim Hamburger SV wurde er auch dreimal Deutscher Vizemeister (1981, 1984 und 1987) und erreichte mit dem Team sowohl das Finale des UEFA-Pokals 1982, als auch das Weltpokal-Finale 1983.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

In der Nationalmannschaft kam er von 1983 bis 1986 sechs Mal für den DFB zum Einsatz und stand 1986 bei der WM in Mexiko im deutschen Aufgebot.

Bei der WM in Mexiko wurde Stein von DFB-Chef Hermann Neuberger vorzeitig nach Hause geschickt, nachdem er Teamchef Franz Beckenbauer – in Anlehnung an Beckenbauers recht hölzern wirkenden Suppen-Werbespot der 1960er Jahre – als „Suppenkasper“ bezeichnet hatte. Dies bedeutete das Ende seiner Karriere in der Nationalelf. Er kam daher, als einer der erfolgreichsten und besten Torhüter seiner Zeit, nur zu sechs Länderspielen in der Deutschen Nationalmannschaft. Vor der WM 1990 rief Franz Beckenbauer bei Uli Stein an, um die Möglichkeiten eines Comebacks in der Nationalmannschaft auszuloten. Aufgrund von Widerständen im DFB kam es jedoch nicht zu einer Rückkehr Uli Steins.

Sonstiges[Bearbeiten]

Stein fiel neben seiner sportlichen Leistung auch durch viele unbeherrschte Aktionen auf. Beim DFB-Pokal-Spiel 1986 des FC Augsburg gegen den Hamburger SV im Augsburger Rosenaustadion musste Uli Stein nach einer Roten Karte den Platz verlassen. Er verabschiedete sich von den Augsburger Fans mit dem demonstrativen Zeigen des Stinkefingers, nachdem er von diesen übel beschimpft worden war.

Vor der Saison 1987/88 wurde der damals für den HSV spielende Stein im DFB-Supercup wegen eines Faustschlags gegen Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann nach dessen Gegentor zum 1:2 abermals mit der Roten Karte bestraft.[2] Wegen dieses hinterher so in den Medien genannten „Steinschlages“ wurde er vom HSV entlassen und wechselte zum Bundesligisten Eintracht Frankfurt.

Dort wiederum machte Stein am 1. Spieltag der Saison 1988/89 mit der verschärften Regeländerung bei „Unsportlichkeiten“ Bekanntschaft. Nach dem Gegentor zum 0:1 beim FC Bayern München (Endstand 0:3) weigerte er sich, in das von ihm gehütete Tor zurückzukehren. Schiedsrichter Wittke verwarnte ihn daraufhin mit der Gelben Karte und stellte ihn kurze Zeit später, nachdem Uli Stein ihm höhnisch Beifall geklatscht hatte, mit der Roten Karte vom Platz.

Im Jahr 1993 sorgte er mit seinem Buch „Halbzeit“, in dem er auch die Weltmeisterschaft 1986 aus seiner Sicht aufarbeitete, für mediales Aufsehen.

Tätigkeit nach Karriereende[Bearbeiten]

Im April und Juli 2006 nahm Stein zusammen mit weiteren Ex-Fußballern aus ganz Europa am PartyPoker.com Football & Poker Legends Cup teil. Er kam dabei mit dem deutschen Team bis ins Halbfinale gegen Dänemark und erreichte den dritten Platz. Außerdem war er kurzzeitig Trainer des niedersächsischen Traditionsvereins TuS Celle FC und half dem Oberligisten Kickers Emden für ein Spiel gegen den BV Cloppenburg aus, da alle Torhüter der Kickers verletzt waren. Stein hielt beim 3:0-Heimsieg der Ostfriesen seinen „Kasten sauber“.

Im März 2007 wurde er Torwarttrainer der Fußballnationalmannschaft Nigerias. Nachdem Berti Vogts sein Cheftraineramt bei der nigerianischen Mannschaft im Februar 2008 niedergelegt hatte, stellte auch Uli Stein seinen Posten zur Verfügung. Im April 2008 nahm Stein, wieder an der Seite von Berti Vogts, den Torwarttrainer-Posten bei der Fußballnationalmannschaft Aserbaidschans ein. Stein unterschrieb einen Vertrag zunächst bis Ende 2009, der inzwischen verlängert wurde.[3]

Seit 2010 ist er Pate des Kinderhospizes Bethel für unheilbar erkrankte Kinder.[4]

Werke[Bearbeiten]

  • Uli Stein: Halbzeit. Eine Bilanz ohne Deckung. Verlag Georg Simader im Verlag Droemer Knaur, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-927515-35-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sport-Bild. vom 18. Mai 1994, S.20f.
  2. Artikel bei Spiegel Online zu Stein auf spiegel.de
  3. Spielerprofil auf spox.com
  4. Kinderhospiz Bethel - Uli Stein