Ulrike Gutheil

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Ulrike Gutheil (* 1959 in Osterhagen-Ihlpohl) ist eine deutsche Juristin.

Leben[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bremen und der Arizona State University wurde Gutheil 1988 zur Richterin auf Probe am Landgericht Bremen bestellt. Von 1989 bis 1999 war sie bei der Max-Planck-Gesellschaft in München tätig, 1992 promovierte sie in Bremen zum Thema Doping. Nach ihrer Tätigkeit in München wurde sie zur Kanzlerin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus berufen, im Oktober 2004 wechselte sie in die gleiche Position an der Technischen Universität Berlin. 2010 wurde Gutheil der Preis "Frau in Verantwortung" verliehen. Seit Dezember 2011 hat sie eine Honorarprofessur der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (jetzt BTU Cottbus-Senftenberg) für Allgemeines Verwaltungsrecht, Hochschulrecht, Hochschulmanagement. Von 2007 bis 2012 hatte sie den Vorsitz des Arbeitskreises "Facility Management" der deutschen Universitätskanzlerinnen und -kanzler inne. Von 2006 bis 2012 war sie außerdem 1. stellvertretende Bundessprecherin der Kanzlerinnen und Kanzler der Universitäten Deutschlands. Seit 2009 ist sie Verwaltungsratsmitglied im Studentenwerk Berlin und seit 2006 Kuratorin des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK).[1]

Am 22. Juni 2010 wurde sie vom Konzil der Humboldt-Universität zu Berlin mit 33 von 51 Stimmen zur neuen Vizepräsidentin für Haushalt, Technik und Personal gewählt. Das Datum des Amtsantritts war noch unsicher, da gegen ihre Wahl zur Vizepräsidentin vor dem Verwaltungsgericht Klage erhoben und gegen die Bestellung eine einstweilige Verfügung beantragt wurde.[2] Nach der Abweisung der Klage sollte sie Ende 2010 ihr Amt antreten, im November 2010 teilte die Humboldt-Universität mit, dass sie es nicht antreten wolle.[3] Gutheil war die Wunschkandidatin des designierten Präsidenten Jan-Hendrik Olbertz.[4] Ihre Wahl war umstritten, da seit 2008 ein Ermittlungsverfahren wegen Begünstigung zulasten des Universitätshaushalts gegen sie lief.[5] Besonders heftigen Protest hatte es von Seiten der studentischen Vertreter gegeben, die die Wahl ohne weitere Kandidaten kritisierten und von einem Verfahren sprachen, dessen einziger Sinn es sei, „zu manipulieren und die Studenten niederzustimmen.“[6]

Im Frühjahr 2011 stellte die Staatsanwaltschaft Berlin das Verfahren gegen Ulrike Gutheil nach mehr als dreijähriger Ermittlungszeit aufgrund eines fehlenden hinreichenden Tatverdachts gemäß § 170, Abs. 2 der Strafprozessordnung ein.[7]

Ulrike Gutheil wurde am 9. Mai 2014 vom Kuratorium der TU Berlin erneut und einstimmig zur Kanzlerin gewählt. Damit tritt sie nach zehn Jahren ihre zweite Amtsperiode an. Ulrike Gutheil ist als Kanzlerin Leiterin der Zentralen Universitätsverwaltung mit den Abteilungen "Studierendenservice", "Personal und Recht", "Finanzen", "Gebäude- und Dienstemanagement" und "Forschung", sie ist außerdem Beauftragte für den Haushalt und als Chief Information Officer (CIO) zuständig für den Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie. Ulrike Gutheil ist im Deutschen Forschungsnetz Mitglied des Vorstandes und bei der Femtec GmbH Aufsichtsratsvorsitzende sowie Beiratsmitglied.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. TU Berlin: Kanzlerin Prof. Dr. Ulrike Gutheil, abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. Protokoll des Akademischen Senates der HU vom 10. August 2010, S. 2, abgerufen am 11. September 2010.
  3. Pressemitteilung der HU vom 24. November 2010, abgerufen am 25. November 2010.
  4. Pressemitteilung der HU Berlin vom 22. Juni 2010, abgerufen am 25. Juni 2010.
  5. Artikel: „Wählt Gutheil“ im Tagesspiegel vom 16. Juni 2010, abgerufen am 25. Juni 2010.
  6. Artikel:Umstrittene Spitzenfrau in der Berliner Zeitung vom 23. Juni 2010, abgerufen am 25. Juni 2010.
  7. Pressemitteilung der TU Berlin vom 8. März 2011, abgerufen am 10. Juli 2014.
  8. Pressemitteilung der TU Berlin vom 9. Mai 2104, abgerufen am 10. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten]