Ultra High Definition Television
Ultra High Definition Television (UHDTV) (oder Ultra HDTV oder Ultra High Definition Video (UHDV)) ist eine Bezeichnung für ein digitales Videoformat, welches zwei Auflösungen (4K und 8K) umfasst. In Japan wird das 8K-Format auch Super Hi-Vision (SHV) genannt.
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Details[Bearbeiten]
Die in Genf ansässige UN-Sonderorganisation Internationale Fernmeldeunion (englisch International Telecommunication Union, ITU) konnte sich nicht auf eine Pixelanzahl einigen, daher wurden gleich zwei Videoauflösungen dem Titel UHD zugeordnet. Im Mai 2012 wurde UHD als Standard vorgeschlagen.[1] An der Erarbeitung beteiligt sind u.a. die italienische RAI, die britischen BBC und die japanische Rundfunkgesellschaft NHK in Zusammenarbeit mit der dortigen Geräteindustrie.
- Auflösung: 3840 x 2160 oder 7680 × 4320 Pixel
- Bildrate: 120 Hz[2]
- Ton: 22.2-Kanal[3]
- 9 von oben
- 10 auf Ohrhöhe
- 3 von unten
- 2 für Effekte im Bass-Bereich.
Die im allgemeinen Sprachgebrauch als 4K bezeichnete Auflösung mit 3840 x 2160 Bildpunkten hat viermal so viele Pixel wie die gegenwärtig genutzte TV-Auflösung Full-HD. 8K mit 7680 x 4320 Pixeln löst rund 16-mal so fein auf wie Full HD[4] und benötigt eine Datenrate von 24 Gbit/s.[5] UHDTV bietet damit eine höhere Auflösung als 35-mm-Film und wird zur Bezeichnung von Linsen, Kameras, Projektoren, Displays und Rekordern genutzt. UHDV verwendet maximal rund 33,2 Megapixel.
Die im UHDTV definierte Bildwiederholungsrate von 120 Vollbilder pro Sekunde liegt auch deutlich höher als die bei IMAX-HD und DCI 48P. (48 Vollbilder pro Sekunde) verwendete Rate. Weiterhin soll in die Übertragungen die Information für eine weitaus breitere Palette an Farben eingebettet werden können.
Inhalte[Bearbeiten]
Das eigentliche Problem von UHDTV liegt momentan (Stand: Januar 2013), ähnlich wie bei der 3D-Technologie, bei den fehlenden Inhalten für den Bereich Heimkino und Unterhaltungselektronik. Außerdem gibt es auch noch keine passende Anschlüsse für 4K-Fernseher. Anders als am PC, wo der Nutzer 4K-Signale (z.B. Spiele) über DisplayPort oder per Dual-Link-DVI zum Display schicken kann, werden kaum Fernsehsignale in der höheren Auflösung übertragen.[4]
Kinofilme[Bearbeiten]
Blu-ray[Bearbeiten]
Der Blu-ray-Standard lässt nur Auflösungen bis maximal Full-HD zu, weshalb die bisher auf dem Markt erhältlichen Blu-ray-Player auch nicht die volle in HDMI 1.4 definierte Bandbreite nutzen können.[6]
Streaming[Bearbeiten]
Streaming-Portale mit Filmen in höherer Auflösung als Full-HD befinden sich bisher nur von Sony in der Planung.[6] YouTube ermöglicht eine maximale Upload-Auflösung von 4096 × 3072 (12,6 Megapixel).[7] Allerdings kann der YouTube-eigene, web-basierte Video-Player nur ein Maximum von 2048 × 1536 (3,1 Megapixel) wiedergeben. Dennoch können 4K-Videos von YouTube noch in ihrer ursprünglichen Auflösung mit einem YouTube Downloader heruntergeladen werden.
Fernsehen[Bearbeiten]
Der öffentliche, japanische TV-Sender NHK plant ab 2016 eine Ausstrahlung in 8K.[8] Um die benötigte Bandbreite zur Verfügung zu haben, will NHK seine Satellitenausstrahlung ab 2016 im 12-GHz- und ab 2020 im 20-GHz-Band über Satellit ausstrahlen.[9] Als das Format noch in der Erprobung war, konstruierten die Entwickler der NHK alle benötigten Geräte in enger Zusammenarbeit mit der Geräteindustrie.[10] So verwendeten sie beispielsweise einen Cluster aus 16 HDTV-Videorekordern mit einer Gesamtkapazität von 3,5 Terabyte, um einen 18-minütigen Testfilm aufzunehmen. Die Kamera selbst wurde mit vier 64-mm-CCDs bestückt. Das System wurde in Museen in Japan und auf verschiedenen internationalen Messen wie der International Broadcast Conference, der NAB und der IFA präsentiert.
Der Sender BBC hat ausgewählte Wettkämpfe der Olympischen Spiele 2012 in Ultra HDTV gezeigt. Mangels entsprechender Fernseher oder anderer Wiedergabegeräte wurden in drei Public-Viewing-Areas Großbildschirme aufgestellt, die eine Höhe von rund 15 Metern hatten und 7680 × 4320 Pixel boten.[11]
Siehe auch[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Sanjay Acharya: Ultra High Definition Television: Threshold of a new age. ITU, 24. Mai 2012, abgerufen am 30. Januar 2013.
- ↑ Christian Kahle: 7.680 x 4.320 Pixel: HD-Nachfolgestandard steht. winfuture.de, 24. August 2012, abgerufen am 30. Januar 2013.
- ↑ Kimio Hamasaki, Toshiyuki Nishiguchi, Reiko Okumura, Yasushige Nakayama, Akio Ando: 22.2 Multichannel Sound System for Ultra High-Definition TV. NHK Science & Technical Research Laboratories, Oktober 2008, S. 3, abgerufen am 30. Januar 2013 (PDF; 833 kB, englisch).
- ↑ a b Ulrike Kuhlmann: Displays mit 4K in der Praxis. Heise Zeitschriften Verlag, Dezember 2012, abgerufen am 30. Januar 2013.
- ↑ Volker Rißka: NHK startet 8K-TV-Ausstrahlung bereits ab 2016. Computer Base, 7. Januar 2013, abgerufen am 31. Januar 2013.
- ↑ a b Nico Jurran: Wetten auf die Zukunft - trends der international CES 2013 in Las Vegas. In: Heise Zeitschriften Verlag (Hrsg.): ct. 13/03, 2013, S. 17.
- ↑ Ramesh Sarukkai: What's bigger than 1080p? 4K video comes to YouTube. 9. Juli 2010. Archiviert vom Original am 16 July 2011. Abgerufen am 20. August 2011.
- ↑ Dennis Ziesecke: Japanischer TV-Sender NHK - Ausstrahlung von 8K-TV ab 2016. IDG Entertainment Media GmbH - Redaktion GameStar, 7. Januar 2013, abgerufen am 30. Januar 2013.
- ↑ Martyn Williams: Japan's NHK eyes 8K TV broadcasting from 2016. IDG News Service, 6. Januar 2013, abgerufen am 31. Januar 2013.
- ↑ JSuper Hi-Vision advances over IP. TVBEurope - Intent Media Ltd, 15. November 2010, abgerufen am 31. Januar 2013.
- ↑ BBC zeigt Olympia 2012 teilweise in Ultra HDTV. ComputerBase, 28. August 2011, abgerufen am 28. August 2011.