Umlaufverschluss

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Umlaufverschluss aus einer Revere Kamera

Der Umlaufverschluss ist ein integrierendes Element von Filmkamera und Kopiermaschine, im Allgemeinen ein kreisrundes Blech, das sich um seinen Mittelpunkt dreht, und aus dem ein Sektor geschnitten ist. Der Umlaufverschluss verschließt das Bildfenster und gibt es in starrer mechanischer Verbindung mit dem Filmantrieb mit seinem Sektor frei für das Licht vom abbildenden Objektiv.

Je nach Konstruktion des Kamerafilmantriebes fällt der normale Öffnungswinkel des Verschlusses zwischen 135 Grad (Bolex-Paillard H Reflex VS) und 235 Grad aus (Mitchell 16).

Umlaufverschlüsse gibt es in den Formen fest eingebaut; fest eingebaut, kuppelbar; verstellbar und auswechselbar. Verstellbare Umlaufverschlüsse bestehen aus zwei aufeinander liegenden Blechen, die über Getriebe oder Hebel gegeneinander verdreht werden können. Mit ihnen ist es möglich, die Belichtungszeit zu verändern, auch während der Aufnahme. Es entstehen Aufblendungen, Abblendungen und Überblendungen, wenn man das Filmstück mit einer Abblendung vor der Aufblendung in der verschlossenen Kamera zurückrollt.

Zusammenspiel von Transportgreifer und Umlaufverschluss

Eine wichtige Ausgestaltung des Umlaufverschlusses steht unter dem Winkel von 45 Grad zur optischen Achse und besitzt spiegelnde Oberfläche. Der Verschluss lenkt das Licht vom Objektiv in einen so genannten Reflexsucher um, so dass die Kameraperson durch das Objektiv blickt und den gleichen Ausschnitt mit der gleichen Schärfentiefe beobachtet, wie er auf den Film fällt. Diese Funktion wurde in der Arriflex-Kamera von Arnold & Richter erstmals verwirklicht. Der Arriflex-Verschluss hat symmetrische Form mit zwei Flügeln und läuft mit der halben Zahl der Bildfrequenz um. Es gibt auch Umlaufverschlüsse, die um eine Achse quer zur optischen rotieren. Der Verschluss umläuft die gesamte Mechanik und schneidet das Lichtbüschel vom Objektiv parallel mit Bildunter- und -oberkante. Kamerakonstruktionen dieser Art sind die von Dr. John L. Henry Smith (1897), die Akeley „Pancake“ (1911) und der Kinarri (1924).

Selten hat der Umlaufverschluss keglige Form, z. B. beim Ciné-Sept von Debrie (1921). Trommelform findet man beim Cinégraph Bol (1923) und bei preisgünstigen Schmalfilmkameras. Bei der Aaton-Minima ist ein patentierter Kegelverschluss als Zusatz vorhanden, der verhindert, dass Streulicht vom Sucher auf den Film gelangt.

Bei Schrittkopiermaschinen ist auch ein Umlaufverschluss vorhanden. Der Öffnungswinkel ist da im Allgemeinen kleiner, zwischen 170 und 90 Grad. Typische solche Apparate sind die Matipo Debrie, der Lawley Step Printer oder die Uhler.

Belichtungszeit in Abhängigkeit von Öffnungswinkel und Bildfrequenz[Bearbeiten]

Es gilt die Formel

Zykluswinkel/Öffnungswinkel × Bildfrequenz = Kehrwert der Belichtungszeit.

Beispiel: 360°/170° × 24 B./s = 50,8. Die Belichtungszeit beträgt 1/50,8 Sekunde.

Weblinks[Bearbeiten]