Umuduri

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Die Umuduri ist ein Musikbogen aus Ruanda. Sie ähnelt in Aufbau und Spielweise der brasilianischen Berimbau.

Beschreibung und Verwendung[Bearbeiten]

Die Umuduri besteht aus einem biegsamen Holzstab von etwa 125 bis 135 cm Länge, an den eine Saite aus Metalldraht (früher Darm oder Pflanzenfasern) gespannt ist. Ein ausgehöhlter Kürbis (Kalebasse) dient als Resonanzkörper. Dieser ist mit einer Schlaufe an Saite und Stab befestigt und teilt die Saite in zwei ungleiche Längen. Um die direkte Berührung von Resonator und Bogen zu vermeiden, wird meist ein Stück Stoff oder eine Bananenschale als Abstandshalter genutzt.

Das Instrument wird mit der linken Hand vertikal vor den Körper gehalten, sodass der Kürbis an den Bauch des Spielenden gedrückt wird. In der rechten Hand werden die Gefäßrassel Inzebe[1] und ein Stab gehalten, mit dem der Spielende auf die Saite schlägt. Durch die Teilung der Saite können so zwei verschiedene Töne erzeugt werden, die meist etwa im Quart- oder Quintabstand liegen. Der obere Teil der Saite kann mittels Zeige- oder Mittelfinger wiederum verkürzt werden, was zu einer Sekunde als drittem Intervall führt.

Die Umuduri wird größtenteils von den Hutu gespielt und findet zu vielen Festen und Veranstaltungen Verwendung. Dabei wird die Umuduri im Normalfall ohne Begleitinstrumente gespielt. Trotz ihrer großen Bedeutung in der Kultur Ruandas wurde die Umuduri dort erst im 20. Jahrhundert eingeführt und ist eigentlich auf Tansania zurückzuführen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Inzebe. africamuseum.be