Umwälzungen im Jahr 1989

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Als Umwälzungen oder Revolutionen von 1989, Friedliche Revolution(en), Herbstrevolutionen, Herbst der Völker oder Fall des Kommunismus werden die Veränderungen in Zentral- und Osteuropa bezeichnet, die ab Herbst 1989 zur Abschaffung der dortigen kommunistischen Systeme führten. Sie werden oft mit dem europäischen Völkerfrühling, den Frühjahrsrevolutionen bzw. Revolutionen von 1848 verglichen, die der französischen Februarrevolution 1848 folgten.

Als einer der Auslöser, zusammen mit Glasnost und Perestroika in der UdSSR, wird die sogenannte Sinatra-Doktrin von Michail Gorbatschow angesehen, die es den anderen Ostblock-Staaten erstmals erlaubte, eigene Wege zu gehen. Nachdem in Polen die Regierung wechselte, Ungarn im Frühjahr 1989 die Grenzzäune zu Österreich abbauten, DDR-Bürger im Sommer die Prager Botschaft besetzen und am 9. November die Berliner Mauer fiel, folgten u. a. die Samtene Revolution in der Tschechoslowakei.

In der Folgezeit zerfiel auch sie Sowjetunion selber, viele Staaten errangen wieder oder erstmals die Unabhängigkeit.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Übersicht

Deutschland-bezogene alphabetisch geordnete Übersicht

Andere Länder

  • Polen: Runder Tisch vom 6. Februar bis 5. April 1989, 17. April Zulassung der „Solidarność“, halbfreie Wahlen im Sommer (35% der Sitze für die Opposition reserviert), 13. September neue Regierung unter dem katholischen Publizisten Tadeusz Mazowiecki. Diese Ereignisse in Polen, die vom Kreml unterstützt wurden, waren eine Vorstufe zum Fall der Berliner Mauer in Deutschland und zum Niedergang des Kommunismus im östlichen Europa bei.
  • Paneuropäisches Picknick an der österreichisch-ungarischen Grenze nahe der Stadt Sopron (Ödenburg) am 19. August 1989. An derselben Stelle hatten bereits zuvor der damalige österreichische Außenminister Alois Mock und sein ungarischer Amtskollege Gyula Horn am 27. Juni 1989 gemeinsam den Grenzzaun durchtrennt, um den am 2. Mai 1989 von Miklós Németh begonnenen Abbau der Überwachungsanlagen durch Ungarn zu unterstreichen. Am 10. September wurden den in Ungarn befindlichen DDR-Bürgern die freie Ausreise gestattet.

[Bearbeiten] Friedliche Revolutionen

Die Umwälzungen im Jahr 1989 werden auch als Friedliche Revolution bezeichnet, trotz einiger Gewalttaten.

Im Ostblock hatten sich seit den 1970er Jahren kleine, uneinheitliche Bürgerrechtsbewegungen gebildet, die mit Zivilcourage und Demokratiebewusstsein gegen die totalitäre Ausrichtung der Gesellschaften auftraten. Mitte der 1980er Jahre lockerte dann Gorbatschow durch Glasnost und Perestroika die Rahmenbedingungen.

Erst 1988/1989 entwickelten sich Bürgerbewegungen, die offensiv Bürger- und Menschenrechte einforderten. Ihre Mittel waren oft symbolische Aktionen von kleinem Ausmaß und kurzfristiger Dauer oder ziviler Ungehorsam. Als ein Ausgangspunkt kann die bereits am 25. März 1988 in Bratislava stattgefundene Kerzenmanifestation angesehen werden. Die alte Staatsmacht zerfiel rapide in Polen, Ungarn, der DDR, der Tschechoslowakei und Bulgarien, das sozialistische Staatssystem wurde abgeschafft und nach dem Muster der westlichen Demokratie und Marktwirtschaft in einer gesamtgesellschaftlichen Transformation verändert.

Die Umstürze in Rumänien im Dezember 1989 sowie im Baltikum, wo drei unabhängige Staaten Estland, Lettland und Litauen aus der Sowjetunion heraus wieder erstanden, verliefen weniger waffenlos und passen nur bedingt unter die friedliche Revolution. Die friedliche Revolution in der DDR endete in der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.

Die friedliche Revolution strahlte auf weitere Umstürze in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion (GUS) aus, die sich aber weniger eng an Westeuropa anschlossen.

[Bearbeiten] Literatur

Ehrhart Neubert: Artikel "Friedliche Revolution" in: Lexikon Opposition und Widerstand in der SED-Diktatur, hg. v. Hans-Joachim Veen, Berlin München 2000, S. 151-154 ISBN 3-549-07125-6

[Bearbeiten] Siehe auch

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