Umweltökonomik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Umweltökonomie)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Umweltökonomik ist eine Teildisziplin der Wirtschaftswissenschaften, die sich aus ökonomischer Sicht mit der Frage nach den Ursachen und Lösungsmöglichkeiten von Umweltproblemen befasst.[1] Der Gegenstand der Umweltökonomik ist die Umweltökonomie; gelegentlich wird aber auch die wissenschaftliche Disziplin als Umweltökonomie angesprochen.

Volkswirtschaftliche Umweltökonomik[Bearbeiten]

Ausgangsproblem[Bearbeiten]

Ausgangspunkt der Überlegungen hinsichtlich der Ursachen von Umweltproblemen ist der Widerspruch, dass natürliche Ressourcen (wie etwa saubere Luft, reines Wasser etc.) einerseits zwar durch die zunehmende Umweltbelastung zu einem knappen, also nicht (mehr) unbegrenzt verfügbaren Gut geworden sind, sie andererseits gleichzeitig aber immer noch den Charakter freier bzw. öffentlicher Güter aufweisen. Vor diesem Hintergrund droht überall dort, wo die Nutzung von Umweltleistungen nicht geregelt ist, ihre fortwährende Ausbeutung durch Übernutzung, welche dadurch angereizt und bestärkt wird, dass aufgrund des Charakters von Umweltleistungen als öffentliches Gut die Möglichkeit zur Kostenexternalisierung bzw. zur Einnahme sogenannter „Trittbrettfahrerpositionen“ besteht.

Lösungsansätze[Bearbeiten]

Die Lösungsmöglichkeit von Umweltproblemen liegt in dieser Perspektive auf der Hand: Gelingt es, Umweltleistungen durch ihre Integration in den Markt, also durch Verpreisung, ihrer Knappheit entsprechend zu wirtschaftlichen Gütern zu machen, so werden die bisher in Richtung Missbrauch und Übernutzung fehlgeleiteten Anreize in Richtung eines schonenden, haushälterischen Umgangs mit natürlichen Ressourcen umgepolt. Anders ausgedrückt: Erst wenn die Marktpreise, wie es Ernst Ulrich von Weizsäcker ausdrückt, die volle ökologische Wahrheit sagen, wird die Knappheit und Kostbarkeit natürlicher Ressourcen bewusst und zum Gegenstand alltäglicher wirtschaftlicher Entscheidungen. Selbst ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein hingegen wird diesen Effekt nicht oder allenfalls in kurzfristiger oberflächlicher Weise herbeiführen können.

Instrumente, die die geforderte Marktintegration natürlicher Ressourcen leisten, nennt man marktorientierte Instrumente der Umweltpolitik. Beispiele hierfür sind Ökosteuern, Lenkungsabgaben oder der Handel von Emissionsrechten. Vorteil solcher Lösungen ist der davon ausgehende dynamische ökonomische Anreiz für Unternehmen wie Haushalte, im Interesse der eigenen Kostenersparnis weitere Umweltschutzmaßnahmen durchzuführen, zumindest so lange, wie die Grenzkosten zusätzlichen Umweltschutzes die Grenzkosten zusätzlicher Umweltbelastung nicht überschreiten (was sich durch eine Verschärfung von Steuersätzen oder Verknappung von Verschmutzungsrechten steuern lässt). Ordnungsrechtliche Instrumente der Umweltpolitik hingegen (Gesetze und Verordnungen, die z. B. gewisse Verhaltensweisen oder Grenzwerte staatlicherseits vorschreiben) werden nur dort akzeptiert, wo sie zur kurzfristigen ökologischen Gefahrenabwehr dienen (z. B. FCKW-Verbot), ansonsten jedoch mit dem Verweis auf das Fehlen dynamischer Umweltschutzanreize als ineffizient beurteilt und daher abgelehnt. Ordnungsrechtliche Eingriffe werden weiterhin zugelassen, wenn die Transaktionskosten zur Umsetzung einer marktwirtschaftlichen Lösung den erhofften Effizienzgewinn überschreiten.

Spezifische Aufgaben[Bearbeiten]

Meist wird die volkswirtschaftlich ausgerichtete Umweltökonomik als Teil der Wohlfahrtsökonomik begriffen. Die Umweltökonomik ist damit als eine problemspezifische Erweiterung des neoklassischen Mainstreams der Wirtschaftswissenschaften zu klassifizieren. Eine wesentliche Aufgabe besteht in der Entwicklung von Instrumenten zur Marktintegration natürlicher Ressourcen in die Entscheidungsverfahren für öffentliche und private Umwelteingriffe.

Eine weitere Aufgabe besteht in der Bewertung von Programmen und Maßnahmen mit Umweltauswirkungen unter dem Gesichtspunkt der volkswirtschaftlichen Effizienz („Umweltbewertung“). Zentrales Analyseinstrument für diese Aufgabe ist die umweltökonomisch erweiterte Kosten-Nutzen-Analyse (engl. cost benefit analysis). Die umweltökonomische Gesamtrechnung (UGR) der deutschen Bundes- und Landesstatistik könnte prinzipiell ähnliche Analyseaufgaben übernehmen. Eine wesentliche Erweiterung der umweltökonomischen Kosten-Nutzen-Analyse gegenüber der allgemeinökonomischen Kosten-Nutzen-Analyse besteht in der Nutzung der Total Economic Value-Ansatzes zur Ermittlung von Eingriffs-, Projekt- und Programmfolgen.

Abgrenzung zur Ökologischen Ökonomik[Bearbeiten]

Wissenschaftler, die eine Ausrichtung an der Neoklassik ablehnen, neigen eher Ansätzen der Ökologischen Ökonomik zu. In der praktischen Arbeit gibt es jedoch ein Kontinuum zwischen beiden Schulen bzw. eine Überlappung der beteiligten Wissenschaftler.

Betriebswirtschaftliche Umweltökonomik[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ökologieorientierte Betriebswirtschaftslehre

Die betriebliche Umweltökonomie untersucht die Auswirkungen zwischen der Umweltbelastung eines Unternehmens und seinem wirtschaftlichen Erfolg. Neben der Frage, wie die Erfüllung gesetzlicher Auflagen oder eigener Umweltziele möglichst kosteneffizient bewältigt werden kann, geht die Umweltökonomie auch der Frage nach, inwieweit ein Unternehmen ökologische Aspekte gezielt als Wettbewerbsvorteil nutzen kann. Des Weiteren soll die Umweltökonomie einem Unternehmen die Möglichkeiten aufzeigen, den umweltbezogenen Erfordernissen des Marktes, des Staates und der Gesellschaft gerecht zu werden.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörn Altmann: Umweltpolitik, Daten, Fakten, Konzepte für die Praxis. Stuttgart 1997, ISBN 3-8252-1958-5
  • Klaus Georg Binder: Grundzüge der Umweltökonomie. München 1999, ISBN 3-8006-2232-7
  • Alfred Endres: Umweltökonomie. 3., vollst. überarbeitete u. wesentlich erweiterte Auflage. Stuttgart 2007, ISBN 978-3-17-019721-3
  • Bruno S. Frey: Umweltökonomie. 3., erw. Auflage. Göttingen 1992, ISBN 3-525-33581-4
  • Franz Jaeger: Natur und Wirtschaft. Ökonomische Grundlagen einer Politik des qualitativen Wachstums. Cur/Zürich 1993, ISBN 3-7253-0405-X
  • Ernst Ulrich von Weizsäcker: Erdpolitik. Ökologische Realpolitik an der Schwelle zum Jahrhundert der Umwelt. 4., akt. Auflage. Darmstadt 1994, ISBN 3-534-80144-X
  • Lutz Wicke: Umweltökonomie. Eine praxisorientierte Einführung. 4. Auflage. München 1993, ISBN 3-800-61720-X
  • Rainer Marggraf/Sabine Streb: Ökonomische Bewertung der natürlichen Umwelt. Theorie, politische Bedeutung, ethische Diskussion. Spektrum, Heidelberg/Berlin 1997, ISBN 3-86025-206-2
  • Wesseler, Justus (ed.) (2005): Environmental Costs and Benefits of Transgenic Crops. Dordrecht, NL: Springer Press.
  • Wesseler, Justus, Hans-Peter Weikard and Robert Weaver (eds.) (2003): Risk and Uncertainty in Environmental and Resource Economics. Cheltenham: Edward Elgar.

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Gabler Verlag (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Umweltökonomik, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/12109/umweltoekonomik-v6.html
  2. Wicke, L et al. (1992): Betriebliche Umweltökonomie, Verlag Vahlen, S. 19, ISBN 3-8006-1357-3