Un techo para mi país

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TECHO
Gründung 2001, Chile
Sitz Chile, Santiago de Chile
Departamental #440
San Joaquín – Sede Central
Personen

Felipe Berríos

Aktionsraum Lateinamerika
Schwerpunkt Armut bekämpfen
Methode Bau von Notbehausungen, soziale Integrationsprogramme und nachhaltige Gemeindeentwicklung
Website www.techo.org/eu

TECHO, ehemals „un techo para mi país“ (dt. „ein Dach für mein Land“) ist eine lateinamerikanische Nichtregierungsorganisation, die mithilfe von jungen Freiwilligen extreme Armut in Lateinamerika bekämpft und sich gemeinsam mit den in Armut lebenden Familien für soziale Gerechtigkeit einsetzt.

Vision und Mission[Bearbeiten]

TECHO setzt sich für eine faire und von Armut befreite Gesellschaft ein, in der jeder die Möglichkeit hat, seine individuellen Kapazitäten auszuschöpfen und seine Rechte voll auszuüben. Unabhängig der Religion und des Glaubens, der politischen Einstellung oder der ethnischen Zugehörigkeit, geht es um das gemeinsame Ziel extreme Armut und soziale Ungleichheit zu bekämpfen und sich für eine gerechtere Gesellschaft und Chancengleichheit einzusetzen. [1]

Geschichte[Bearbeiten]

1997 begann eine Gruppe von chilenischen Studenten mit der Arbeit an dem gemeinsamen Traum: Die Armutssituation, in denen Millionen von Menschen leben, zu bekämpfen. Die akute Notsituation in den Armensiedlungen mobilisierte die Gruppe von Studenten, ihren Fokus auf die Zusammenarbeit mit den betroffenen Familien zu legen, um auf diese Weise gemeinsam konkrete Lösungen für deren alltägliche Probleme zu finden. Diese Initiative wurde zu einer Organisation, die mittlerweile auf dem ganzen Kontinent Lateinamerikas aktiv ist. Seit ihrem Beginn in Chile gefolgt von El Salvador und Peru, ist die Organisation immer weiter expandiert und führt heute Projekte in 19 Ländern Lateinamerikas und der Karibik durch. TECHO arbeitet inzwischen mit insgesamt mehr als 600.000 Freiwilligen und hat für und mit über 100.000 Familien Notbehausungen gebaut. [2]

Arbeitsweise von TECHO[Bearbeiten]

TECHO verfolgt drei grundlegende Ziele: Die Förderung der Gemeindeentwicklung in den Armensiedlungen, Bewusstsein und soziales Engagement zu wecken, sowie Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen zu fördern. Der Fokus liegt hierbei stets auf extrem ausgegrenzte Armutsviertel.

Die Arbeitsweise von TECHO ist in verschiedene Schritte gegliedert: Zu Beginn werden gemeinsam mit den Bewohnern der Armensiedlungen und den Freiwilligen die Probleme der Armensiedlung identifiziert und analysiert.

In der zweiten Phase erschafft TECHO gemeinsam mit der jeweiligen Armensiedlung eine Dialogplattform, damit alle Bewohner sich in die Gemeindearbeit einbringen und Projekte und Entwicklungen initiieren und beeinflussen können. Hierbei werden gemeinsam Lösungen entwickelt um den Bedürfnissen der Gemeinden gerecht zu werden. [3]

Eine TECHO Notbehausung

Die prekäre Wohnsituation in den betroffenen Siedlungen ist eines der dringendsten Probleme. Deshalb beginnt TECHO den Prozess der Kommunalentwicklung mit dem Bau von Notbehausungen. Diese werden innerhalb eines Wochenendes von Freiwilligen und den Bewohnern gebaut. Die Notunterkünfte werden aus vorgefertigten Holzmodulen zusammengestellt und bedeuten eine direkte verhältnismäßige Verbesserung der Lebensumstände für die Familien. Die Notbehausungen sind 3x6 Meter groß und bestehen aus Holzwänden und einem Zinkdach mit Dichtungsfolie.

Doch stellen die Notunterkünfte nur eine Übergangslösung auf dem Weg zur langfristigen Bewältigung der grundlegenden Probleme der Familien dar. Um den Stärkungsprozess der Gemeinden weiterhin und nachhaltig zu fördern wird für jede Armensiedlung ein Komitee aus den jeweiligen Bewohnern und TECHO- Freiwilligen gebildet. Diese Komitees setzten sich zum Ziel Lösungen, für die gemeinsam identifizierten Probleme der Armensiedlungen, zu finden. Die Hauptprogramme hierbei sind z.B. Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungs-, Arbeits- und Gesundheitssituation oder infrastrukturelle Projekte. Des Weiteren werden Unterstützungen in der Entwicklung von Führungsqualitäten und die Förderung von (Klein-)Unternehmen, sowie die Vergabe von Mikrokrediten zur Verwirklichung kommunaler Projekte initiiert.

Für eine langfristige Lösung in den Siedlungen unterstützt TECHO die Bewohner des Armenviertels dabei, Zugang zu staatlichen Institutionen zu bekommen, sodass diese sich selbstständig für ihre Rechte einsetzen können. [4]

Einsatzländer von TECHO[Bearbeiten]

TECHO ist heute in insgesamt 19 Ländern in Lateinamerika und der Karibik vertreten, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Haiti, Honduras, Mexiko, Nicaragua, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela. Darüber hinaus gibt es inzwischen Büros in den USA und Großbritannien. In Europa haben sich seit 2013 Teams in Deutschland, Belgien, Frankreich, Schweiz, Österreich und Spanien gebildet.

In Deutschland gründete sich im Januar 2014 der Unterstützerverein „Gemeinsam TECHO e.V.“. Ziel ist es auf die ungleichen Verhältnisse in Lateinamerika und auch auf TECHO aufmerksam zu machen, sowie gezielte Projekte finanziell zu unterstützen. Der Verein arbeitet auf nationaler Ebene in drei Bereichen: Fundraising, Volunteers und Communications: Der Bereich Fundraising hilft durch die Akquise finanzieller und weiterer materieller Mittel lokale Projekte in Lateinamerika zu unterstützen. Der Arbeitsbereich Volunteers koordiniert alle Freiwilligen in allen Bereichen von TECHO in Deutschland. Zudem führen sie Schulungen und Workshops für die Freiwilligen durch. Der Bereich Communications hat die Aufgabe, über Armut in Lateinamerika zu informieren, die Gesellschaft für dieses Thema zu sensibilisieren und TECHO als aktive NGO in der Öffentlichkeit zu positionieren.

Neben diesen drei großen Arbeitsbereichen befinden sich deutschlandweit Regionalkomitees im Aufbau, die in ihrem Umkreis durch verschiedene Aktionen und Veranstaltungen auf TECHO aufmerksam machen.

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten]

TECHO hat viele Auszeichnungen und Preise erhalten [5], darunter:

  • 2013 - Dubai International Award for Best Practices (überreicht von der Stadtverwaltung Dubai und UN Habitat) [6] [7]
  • 2012 - besondere Ehrung durch den Juscelino Kubitschek Award der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) für soziale Programme in Chile. [8]
  • 2010 - 2,6 Millionen Dollar Fördergelder des Multilateral Investment Fund der IDB für den Häuserbau in Haiti. [9] [10]
  • 2010 - Anerkennung der Clinton Global Initiative für das Engagement 10.000 Häuser in Haiti zu bauen. [11] [12]
  • 2010 - King of Spain’s Award for Human Rights [13]
  • 2010 - Vidanta Foundation Prize, 2. Platz (überreicht in Zusammenarbeit mit der ‚Organization of American States‘ (OAS) und der ‚Ibero-American General Secretariat‘ (SEGIB)). [14]
  • 2007 - Auszeichnung durch die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet, anlässlich der Zweihundertjahrfeier Chiles, für das Engagement von TECHO eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen. [15]

Weblinks[Bearbeiten]

  • TECHO – Homepage des internationalen Dachverbandes (englisch, spanisch)
  • TECHO EU - europäische Homepage (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. TECHO. http://www.techo.org/en/techo/mision-vision-valores/. Abgerufen am 5. September 2014.
  2. TECHO. http://www.techo.org/en/techo/que-es-techo/. Abgerufen am 5. September 2014.
  3. TECHO. http://www.techo.org/en/techo/que-es-techo/. Abgerufen am 5. September 2014.
  4. TECHO. http://www.techo.org/en/techo/modelo-de-trabajo-techo/. Abgerufen am 5. September 2014.
  5. TECHO. http://www.techo.org/techo/premios-y-reconocimientos/. Abgerufen am 7. September 2014.
  6. Dubai Municipality. http://login.dm.gov.ae/wps/portal/CommonPageEn?WCM_GLOBAL_CONTEXT=/wps/wcm/connect/DMContentEn/Home/News/news_pr_07032013_02. Abgerufen am 7. September 2014.
  7. TECHO. http://www.techo.org/en/informate/onu-habitat-desarrollocomunitario-asentamiento/. Abgerufen am 7. September 2014.
  8. Inter-American Development Bank. http://www.iadb.org/en/news/announcements/2012-03-18/juscelino-kubitschek-award,9879.html. Abgerufen am 7. September 2014.
  9. Inter-American Development Bank. http://www.iadb.org/en/news/news-releases/2010-05-03/un-techo-para-mi-pais-builds-housing-in-haiti-with-idb-support,7057.html. Abgerufen am 7. September 2014.
  10. Inter-American Development Bank. http://www.iadb.org/en/news/webstories/2010-07-13/a-roof-for-haiti-idb,6968.html. Abgerufen am 7. September 2014.
  11. PRNewsWire. http://www.prnewswire.com/news-releases/un-techo-para-mi-pais-commits-to-build-10000-homes-for-haiti-103383254.html?_r=1&hp. Abgerufen am 7. September 2014.
  12. http://press.clintonglobalinitiative.org/press_releases_cgiu/president-clinton-to-open-clinton-global-initiative-university-cgi-u-meeting-at-the-university-of-miami-on-friday-april-16-2010/. Abgerufen am 7. September 2014.
  13. Europa Press. http://www.europapress.es/epsocial/fundaciones/noticia-fundacion-techo-pais-iv-premio-derechos-humanos-rey-espana-20101223181149.html. Abgerufen am 7. September 2014.
  14. Vidanta Foundation. http://www.fundacionvidanta.org/en/awards/read?id=prem_edicion2010_ing. Abgerufen am 7. September 2014.
  15. Noticias RSE. http://noticiasrse.revista-sinergia.com.ar/2007/12/programas-emerge-y-pronio-obtienen-el.html. Abgerufen am 7. September 2014.