Unas

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Namen von Unas
Unas stelae.jpg
Fragmente aus dem Pyramidentempel des Unas mit seiner Titulatur
Horusname
G5
M13 N18
N18
Srxtail2.svg
Wadj-taui
W3ḏ-t3.w(j)
Gedeihen der beiden Länder
Nebtiname
G16
M13 G17
Wadj-em-nebti
W3ḏ-m-nb.tj
Der durch die beiden Herrinnen gedeiht
Goldname
G8
M13 G5
S12
Bik-neb-wadj
Bjk-nb.w-w3ḏ
Gedeihender Goldfalke
Thronname
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wn
n
i s
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Unis
Wnjs
Unas
Eigenname
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n
i s
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Unis / Wenis
Wnjs
Unas
Königspapyrus Turin
V10A wn
n
i s V11A G7
[1]
Unis / Wenis
Wnjs
Unas
Königsliste von Abydos (Sethos I.) (Nr.33)
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i s
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Unis / Wenis
Wnjs
Unas
Königsliste von Sakkara (Nr.32)
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n
i s
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Unis / Wenis
Wnjs
Unas
Griechisch
bei Manetho

Onnos

Unas war der neunte und letzte König (Pharao) der altägyptischen 5. Dynastie im Alten Reich. Er regierte etwa von 2380 bis 2350 v. Chr.[2]

Herkunft und Familie[Bearbeiten]

In den Pyramidentexten werden Unas und seine Eltern als Heliopolitaner bezeichnet, wobei für Unas ergänzend angemerkt wird, dass er „auch dort geboren wurde“.[3] Er stammte wohl nicht aus königlichem Hause, was auch für seine beiden Gemahlinnen Nebet und Chenut galt. Der Name seines ältesten Sohnes ist nicht überliefert, auch sein zweiter Sohn Unasanch starb vor dem Vater. Seine Töchter waren Hemetre (Hemi), Sescheschet Idut, Chentkaus und die spätere Frau des Königs Teti II., Iput I., möglicherweise auch Neferetkaus und Neferut.

Herrschaft[Bearbeiten]

Regierungsdauer[Bearbeiten]

Über die genaue Regierungsdauer von Unas herrscht große Unsicherheit. Nach dem im Neuen Reich entstandenen Königspapyrus Turin hat er 30 Jahre regiert. Der im 3. Jahrhundert v. Chr. lebende ägyptische Priester Manetho gibt 33 Jahre an. Während einige Forscher wie etwa Winfried Barta oder Thomas Schneider diese Angaben für plausibel hielten, gingen andere von einer deutlich niedrigeren Anzahl an Jahren aus. So nimmt etwa Jürgen von Beckerath nur 20 an. Die zeitgenössischen Datumsangaben bringen nur wenig Klarheit, da nur sehr wenige erhalten sind, die sich eindeutig der Regierungszeit des Unas zuordnen lassen. Die höchste sicher zuweisbare Datumsangabe ist ein „8. Mal der Zählung“. Hiermit ist die ursprünglich als Horusgeleit eingeführte landesweite Zählung des Viehs zum Zwecke der Steuererhebung gemeint. Weiterhin gibt es die Nennung eines „11. Mals der Zählung“, die entweder Unas oder seinem Vorgänger Djedkare zuzuordnen ist. Gewisse Probleme bringt der Umstand mit sich, dass diese Zählungen ursprünglich alle zwei Jahre stattfanden (das heißt auf ein „x-tes Jahr der Zählung“ folgte ein „Jahr nach dem x-ten Mal der Zählung“), später aber zum Teil auch jährlich stattfinden konnten (auf ein „x-tes Jahr der Zählung“ folgte das „y-te Jahr der Zählung“). Selbst bei einer regelmäßigen zweijährlichen Zählung sprächen die erhaltenen Datumsangaben aber eher für eine Regierungsdauer von etwa 20 Jahren oder weniger, nicht aber von 30 Jahren oder mehr. Hierzu passen auch die Untersuchungen des Grabes des Beamten Nikauisesi in Sakkara. Dieser begann seine Karriere unter Unas' Vorgänger Djedkare und starb während der Regierungszeit seines Nachfolgers Teti. Eine anthropologische Untersuchung seines Skeletts ergab ein Sterbealter von 40 bis 45 Jahren, was ebenfalls gegen eine dreißigjährige Herrschaft von Unas spricht.[4]

Kriegszüge[Bearbeiten]

Ein Feldzug in die Region von Retjenu ist dokumentiert.

Landesverwaltung[Bearbeiten]

Auch Unas' Wesire sind namentlich bekannt: Nefer-sechem-sechat, Inefret, Ihi und möglicherweise auch Nianchba, Achti-hotep und zum Ende seiner Herrschaft Kagemni.

Andere Ereignisse[Bearbeiten]

Das Bruchstück einer Biographie eines Beamten scheint über den Transport der Granitsäulen für den Pyramidentempel des Herrschers innerhalb von vier Tagen von Elephantine zu berichten.[5]

Grabmal[Bearbeiten]

Hauptartikel: Unas-Pyramide

In Sakkara direkt südlich der Pyramide des Djoser steht auch die Unas-Pyramide, in welcher der Leichnam des Königs begraben wurde. Die Kammern im Inneren sind erstmals mit Pyramidentexten versehen, welche aus Sprüchen und Beschwörungen für das Jenseits bestehen und sie gelten als die ältesten religiösen altägyptischen Texte. Spätere Dynastien haben in differenzierter Form die Texte übernommen, teilweise wurden sie auch als ägyptisches Totenbuch auf Papyrus geschrieben und den Mumien beigegeben.

Im Pyramidenkomplex befinden sich auch die Mastaba-Gräber der königlichen Gemahlinnen Nebet und Chenut.

Trotz der starken Zerstörung des Pyramidenaufbaus ist das Innere der Pyramide gut erhalten.

Literatur[Bearbeiten]

Allgemeines

  • Darrell D. Baker: The Encyclopedia of the Egyptian Pharaohs. Volume I: Predynastic to the Twentieth Dynasty (3300-1069 BC). Bannerstone Press, Oakville 2008, ISBN 978-0977409440, S. 482–484.
  • Peter A. Clayton: Die Pharaonen. Bechtermünz, Augsburg 1995, ISBN 3-8289-0661-3, S. 63.
  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3, S. 303-304.

Zum Namen

  • Annales du Service des Antiquités de l´Egypt, Le Caire. 1900ff., Band II, S. 254.
  • Jürgen von Beckerath: Handbuch der ägyptischen Königsnamen. Deutscher Kunstverlag, München/ Berlin 1984, ISBN 3-422-00832-2, S.55, 183.
  • Kurt Sethe: Urkunden des Alten Reiches. Hinrichs, Leipzig 1903, 1913, S. 81.

Zur Pyramide

Detailfragen

  • Hartwig Altenmüller: Zur Vergöttlichung des Königs Unas im Alten Reich. In: Studien zur Altägyptischen Kultur I., 1974, S. 1-18. (online)
  • Jürgen von Beckerath: Chronologie des pharaonischen Ägypten. von Zabern, Mainz 1994, ISBN 3-8053-2310-7, S. 27, 99, 149, 154-155, 188.
  • Manfred Bietak in: Festschrift I. E. S. Edwards. 1988, S. 35-40.
  • Aidan Dodson, Dyan Hilton: The Complete Royal Families of Ancient Egypt. The American University in Cairo Press, London 2004, ISBN 977-424-878-3, S. 62–69.
  • Georges Goyon: Les navires de transport de la chaussée monumentale d'Ounas. In: Bulletin de l´Institut Francaise d´archéologie orientale. Nr. 69, Kairo 1971, S. 11-41.
  • Peter Kaplony: Die Rollsiegel des Alten Reiches. Fondation Egyptologique, Brüssel 1981.
  • Audran Labrousse, Jean-Philippe Lauer, Jean Leclant: Mission archéologique de Saqqarah. II, Le temple haut du complexe funéraire du roi Ounas. (= Bibliothéque d'étude. Kairo. (BdE) Nr. 73). Institut français d'archéologie orientale du Caire, Le Caire 1977.
  • Ahmed M. Moussa: A Stela from Saqqara of a Family Devoted to the Cult of King Uni. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo. (MDAIK) Bd. 27, von Zabern, Mainz 1971, S. 81-84.
  • Ahmed M. Moussa, Hartwig Altenmüller: Ein Denkmal zum Kult des Königs Unas am Ende der 12. Dynastie. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo. Bd. 31, von Zabern, Mainz 1975, S. 93-97.
  • Peter Munro: Der Unas-Friedhof Nordwest. Band I: Topographisch-historische Einleitung. von Zabern, Mainz 1993, ISBN 3-8053-1353-5, S. 8-25: Das Doppelgrab der Königinnen Nebet und Kehnut.
  • Jürgen Ossing: Zur Disposition der Pyramidentexte des Unas. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo. Bd. 42, von Zabern, Mainz 1986, S. 131-144.
  • Jean Vercoutter: Les "Affamés" d'Ounas et le changement climatique de la fin de l'Ancien Empire. In: Mélanges Mokhtar II. Institut français d'archéologie orientale du Caire, Le Caire 1985, ISBN 2-7247-0019-8, S. 327-337.
  • Miroslav Verner: Archaeological Remarks on the 4th and 5th Dynasty Chronology. In: Archiv Orientální. Bd. 69, Prag 2001, S. 363-418 (PDF; 31 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alan H. Gardiner: The royal canon of Turin. Griffith Institute, Oxford 1997, ISBN 0-900416-48-3, Bildtafel 2; Die hier von den sonst üblichen Syntax für Hieroboxen abweichende Darstellung des Eintrags im Turiner Papyrus ist auf den Umstand gemünzt, dass im Hieratischen offene Kartuschen zur Verwendung kamen. Das abwechselnde Mal-fehlen-mal-vorhandensein bestimmter Namenselemente ist auf Materialschäden im Papyrus zurückzuführen.
  2. Jahreszahlen nach Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3.
  3. Ein Heliopolitaner ist Unas, oh Re, ein Heliopolitaner wie du ist Unas, oh Re, die Mutter des Unas ist Heliopolitanerin, der Vater des Unas ist Heliopolitaner. Unas selbst ist Heliopolitaner, der in Heliopolis geboren wurde (Übersetzung nach: Raymond Faulkner: The ancient Egyptian pyramid texts . Aris & Phillips, Warminster 1969, ISBN 0-85668-297-7, S. 95 In: Susanne Voß: Untersuchungen zu den Sonnenheiligtümern der 5. Dynastie. Bedeutung und Funktion eines singulären Tempeltyps im Alten Reich. Hamburg 2004 (zugleich: Dissertation, Universität Hamburg 2000) (PDF; 2,5 MB), S. 166); siehe auch PT 482a-483b.
  4. siehe hierzu M. Verner: Archaeological Remarks. Prag 2001.
  5. H. G. Fischer: A Speedy return from Elepantine. In: Journal of Egyptian Archaeology. Nr. 61, 1975, S. 33-35, Tafel XVI, 1.


Vorgänger Amt Nachfolger
Djedkare Pharao von Ägypten
5. Dynastie (Ende)
Teti II.