Unbedingte Konvergenz

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Die unbedingte Konvergenz ist ein Begriff aus der Funktionalanalysis, der ein bestimmtes Konvergenzverhalten von Reihen beschreibt. Man spricht von unbedingter Konvergenz einer Reihe, wenn die Konvergenz unempfindlich gegenüber Umordnungen der Reihe ist. Im Endlichdimensionalen ist dies äquivalent zur absoluten Konvergenz, im Unendlichdimensionalen ist das nicht mehr der Fall.

Definition[Bearbeiten]

Sei X ein topologischer Vektorraum. Sei I eine Indexmenge und x_i \in X für alle i \in I.
Man sagt, eine Reihe \textstyle \sum_{i \in I} x_i konvergiert unbedingt gegen x \in X, falls

mit I_0 :=\{i\in I: x_i\ne 0\}

Dieser Begriff wird meistens in Banachräumen untersucht, kann aber auch in normierten, lokalkonvexen oder wie oben allgemein in topologischen Vektorräumen betrachtet werden.

Anwendungen[Bearbeiten]

  • Mit Hilfe dieser Definition lässt sich z.B. in einem topologischem Vektorraum der übliche Begriff einer „konvergenten Summe von Unterräumen" als Erweiterung der bereits bekannten Summe von Unterräumen einführen:
  • Summe von Unterräumen:
\sum_{i\in I}U_i := \left\{ \sum_{i\in I}u_i : u_i\in U_i,u_i=0 \text{ für fast alle } i \in I\right\}
  • Erweiterung "Konvergente Summe von Unterräumen":
\sum_{i\in I}U_i := \left\{ \sum_{i\in I}u_i : u_i\in U_i,\sum_{i\in I}u_i \text{unbedingt konvergent}\right\}
Wichtig hierbei ist vor allem, dass der Wert der Reihe nicht von der Umordnung abhängt. Ansonsten wären die Elemente nicht wohldefiniert.
  • Das Birkhoff-Integral für Banachraum-wertige Funktionen wird mit Hilfe der unbedingten Konvergenz in Banachräumen definiert.

Zusammenhang zur absoluten Konvergenz[Bearbeiten]

Satz von Riemann[Bearbeiten]

Sei X := \R^n der zugrundeliegende Banachraum und I eine abzählbare Indexmenge. Dann besagt ein Satz von Riemann, dass die Reihe \textstyle \sum_{i \in I} x_i genau dann unbedingt konvergiert, wenn sie absolut konvergiert.

Satz von Dvoretzky-Rogers[Bearbeiten]

Hauptartikel: Satz von Dvoretzky-Rogers

In unendlichdimensionalen Räumen sind die unbedingte Konvergenz und die absolute Konvergenz nicht mehr äquivalent. Dies besagt der Satz von Dvoretzky-Rogers, der nach Aryeh Dvoretzky und Claude Ambrose Rogers benannt wurde. Präzise besagt er, dass in jedem unendlichdimensionalen Banachraum eine unbedingt konvergente Reihe existiert, die nicht absolut konvergiert. Die Umkehrung, nach der jede absolut konvergente Reihe unbedingt konvergiert, gilt auch im unendlichdimensionalen Fall.

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]