Unihockey

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Unihockeyspiel in der Schweiz, HC Rychenberg gegen UHC Grünenmatt, Winterthur 2013

Unihockey oder auch Floorball (aus englisch: floorball; schwedisch/norwegisch: innebandy, finnisch: salibandy) ist eine Mannschaftssportart aus der Familie der Stockballspiele. Es stammt über Bandy vom Hockey ab, aus dem ebenso das Rollhockey und das Eishockey hervorgegangen sind. Unihockey wurde in den 1970er Jahren in Schweden, Finnland und der Schweiz gemeinsam entwickelt, u. a. vom Schweizer Teamleiter der Kloten Flyers: Rolf „Hurti“ Wiedmer. Es handelt sich dabei um ein dem Hallen- oder Eishockey ähnliches Spiel, bei dem auch hinter den Toren gespielt werden kann. Am weitesten verbreitet ist die Sportart Unihockey mit mehreren zehntausenden Spielern derzeit in Schweden, Finnland, Tschechien und der Schweiz.

Organisation[Bearbeiten]

Der Unihockey-Weltverband ist die International Floorball Federation (IFF), die am 12. Mai 1986 gegründet wurde und ihren Sitz in Helsinki, Finnland hat. Er ist Mitglied der internationalen Dachorganisation der Sportverbände Sportaccord, formals GAISF General Association of International Sports Federations und wurde am 8. Juli 2011 durch das Executive Board des Internationalen Olympischen Komitees als neue Sportart anerkannt.[1] Der Unihockey-Weltverband IFF strebt die Aufnahme von Unihockey in das olympische Programm ab den Sommerspielen 2020 an.

Im Januar 2010 wurde Unihockey als Sportart von Special Olympics (SO) ebenfalls anerkannt. SO organisiert die Weltspiele für geistig und mehrfach behinderte Menschen. Der Unihockey-Weltverband IFF strebt an, spätestens 2013 im Programm von SO vertreten zu sein.[2] Der Unihockey-Weltverband IFF arbeitet außerdem mit der Internationalen Universitätssportsvereinigung Fédération Internationale du Sport Universitaire (FISU) zusammen.

Unihockey-Spielfeld[Bearbeiten]

Im Unihockey unterscheidet man zwischen Großfeld und Kleinfeld. Es befinden sich immer sechs Bullypunkte auf dem Spielfeld. In der Mitte befindet sich ein Mittelpunkt, der für das Anspiel genutzt wird. Neben dem Spielfeld befinden sich zwei Strafbänke, ein Spielersekretariat und zwei Spielerbänke.

Großfeld[Bearbeiten]

Das Großfeld wird von einer abgerundeten Bande, welche 50 cm hoch ist, umschlossen. Das Spielfeld ist 40 m lang und 20 m breit. Es wird nahegelegt, einen Sturzraum von mindestens 50 cm frei zu lassen.

Kleinfeld[Bearbeiten]

Das Kleinfeld wird von einer abgerundeten Bande umgeben, welche eine Höhe von 50 cm haben muss. Das Spielfeld hat eine Länge von 24 m und eine Breite von 14 m.[3] Wie auch schon beim Großfeld muss ein Sturzraum vom 50 cm vorhanden sein. Es dürfen maximal 2 Spielfelder in einer Halle aufgestellt werden.[4]

Ausrüstung[Bearbeiten]

Zur Ausrüstung eines Unihockey-Feldspielers gehört neben der üblichen Sportausrüstung (Hallenschuhe, Trikot, Hose, Stutzen) nur der Unihockeystock. Der Torhüter trägt lange, gepolsterte Hosen, unter denen er spezielle Knie- und Schienbeinschützer trägt, einen Brustpanzer, sowie ein gepolstertes Oberteil (oft in den Teamfarben), einen Tiefschutz und gelegentlich auch Handschuhe. Ein Helm mit einem Gitter zum Gesichtsschutz vervollständigt seine Ausrüstung. Diese Bekleidung darf nur dem eigenen Schutz dienen, nicht aber der Vergrößerung der Abwehrfläche. Im Gegensatz zu anderen Hockeyarten spielt hier der Torhüter immer ohne Stock. Außerdem agiert der Torhüter in akuten Abwehrsituationen auf seinen Knien vor dem Tor, wozu er geeignete Knie- bzw. Schienbeinschützer mit entsprechender Polsterung unter seiner Hose trägt.

Sowohl Stöcke, Bälle, Tore, als auch die Spielfeldbande müssen bauartgeprüft sein und mit einer entsprechenden Vignette (Zulassungskennzeichen) des von der IFF beauftragten Prüfinstituts SP (Sveriges Provinings- och forskningsinstitut) ausgestattet sein. Bei Unihockey-Torwarthelmen reicht hingegen die CE-Kennzeichnung zum Eignungsnachweis für das Unihockey-Spiel aus.

Unihockey-Ball[Bearbeiten]

Ein Unihockeyball PRECISION mit aerodynamisch veränderter Oberfläche (Dimples)

Beim Unihockeyball handelt es sich um einen aus dem Wiffleball entlehnten Trainingsball. Siehe hierzu z. B. den ‚Cosom Wiffle Ball‘,[5] der als Grundlage für die Entwicklung des Unihockey-Balles diente. Er besteht aus dem Kunststoff Polyethylen (PE) und hat 26 Löcher. Dieser sogenannte Lochball wiegt nur 23 g und hat einen Außendurchmesser von 72 mm. Gefertigt wird ein solcher Ball überwiegend aus zwei, meist weiß eingefärbten, Halbschalen. Der Unihockey-Weltverband setzt seit 2004 bei Weltmeisterschafts- und Europapokalspielen den gelblich gefärbten Ball ‚Precision Vanilla‘ der Firma Exel ein, der aufgrund seiner äußeren Oberflächenstruktur mit Dimples versehen bei gleichen geometrischen Abmessungen verbesserte aerodynamische Eigenschaften haben soll. Andere Hersteller haben in der Folge ihre Bälle ebenfalls mit unterschiedlichen Dimple-Mustern versehen.

Unihockey-Stock[Bearbeiten]

Der Unihockeystock ist zweiteilig (Schaufel, Schaft) und besteht aus Kunststoff, wobei höherwertige Unihockeystöcke einen konischen Schaft aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (mit einer Matrix aus Epoxidharz oder Polyesterharz, meist auch mit Titan oder Bor verstärkt) haben. Außerdem haben die teureren Schäfte einen feinen Karbonbelag. Die dort angeschraubte Schaufel ist ein Verschleißteil, das aus Thermoplasten im Spritzgussverfahren hergestellt wird. Eine Abschlusskappe sowie ein Griffband vervollständigen den Unihockey-Stock. Ein solcher Stock darf laut International Floorball Federation (IFF) nicht länger als 105 cm und nicht schwerer als 380 Gramm sein und ist damit kürzer als ein Eishockeyschläger. Wird ein Unihockey-Stock im Wettspielbetrieb eingesetzt, so muss auf dem Schaft ein Prüfzertifikat der IFF aufgeklebt oder aufgedruckt sein, um den Nachweis der Bauartprüfung zu erbringen. Es ist nur das Kürzen des Stockes erlaubt. Der Schaft darf nur oberhalb der Griffmarkierung überklebt werden. Die Schaufel darf in ihrer Krümmung geändert werden. Diese darf 30 mm allerdings nicht übersteigen. Sie kann ausgewechselt werden durch eine Schaufel des gleichen Herstellers, muss aber fest am Schaft sitzen und darf sich nicht bewegen.[4]

Unihockey-Tor[Bearbeiten]

Auf dem Unihockey-Großfeld und -Kleinfeld werden große Tore mit Torhüter eingesetzt. Die Tore haben die Abmessungen (HxBxT) von 115 × 160 × 65 cm. Diese von der IFF zertifizierten Tore sind als Stahlrohrschweißkonstruktion mit einem roten Farbanstrich versehen. Sie sind mit einem Tornetz sowie einem Tropfnetz ausgestattet. Das Tornetz deckt das gesamte Tor bis auf die Eintrittsöffnung und den Boden vollständig ab. Das Tropfnetz hängt versetzt hinter der Toröffnung und soll im Falle eines Torerfolges den sofortigen Wiederaustritt des Balles verhindern, sollte der Ball direkt auf dahinterliegende Stahlrohre treffen.

In der Unihockey-Mixed- oder Kleintor-Variante werden hingegen kleine und einfachere Tore ohne Torhüter eingesetzt. Diese Tore haben die Abmessungen (HxBxT) 60 × 90 × 60 cm und besitzen lediglich ein Tornetz. Kleintore sind entweder weiß oder rot gestrichen und meist zusammenklappbar gebaut. Robustere Stahlrohrschweißkonstruktionen sind hier noch eher die Seltenheit.

Kleintore mit den Abmessungen (HxBxT) 40 × 60 × 40 cm als Stahlrohrschweißkonstruktion sind in Skandinavien im breitensportlichen Übungsbetrieb sehr beliebt und weit verbreitet, d. h. man findet solche Tore in fast allen Sporthallen. Kleintore besitzen keine Zertifizierung seitens des Unihockey-Weltverbandes IFF.

Varianten[Bearbeiten]

Unihockey-Großfeld

In der Entwicklungsgeschichte des Unihockeysports haben sich im Laufe der Zeit, angepasst an z. T. örtliche Gegebenheiten (z. B. Turnhallengröße) oder Spielerambitionen, unterschiedliche Unihockey-Varianten herausgebildet. In Deutschland und Österreich haben sich dabei drei Varianten mit entsprechender Anhängerschaft herausgebildet, die dort regen Zuspruch gefunden haben und von denen ebenfalls situationsabhängig weitere Untervarianten abgeleitet werden können. Übergänge der Anhängerschaft zwischen den einzelnen Varianten sind fließend und nicht fix.

Unihockey-Mixed[Bearbeiten]

Die Unihockey-Mixed- oder Unihockey-Kleintor-Variante ist die Einsteigervariante für Schul- und Vereinsmannschaften, wobei sowohl Mädchen als auch Jungen eine gemischte Mannschaft bilden können. Jeweils zwei Jungen und zwei Mädchen befinden sich von einer Mannschaft gleichzeitig auf dem Spielfeld, das 28 × 16 m misst. Andere Mannschaftsmitglieder befinden sich auf der Auswechselbank und können fliegend eingewechselt werden. Es wird auf kleine Tore mit einer Öffnung von 90 × 60 cm ohne Torwart gespielt, d. h. jeder Spieler ist prinzipiell für die Abdeckung des Tores mitverantwortlich. Vor dem Tor befindet sich ein Schutzraum mit den Abmessungen von 1,90 × 0,90 m, der von keinem Spieler betreten werden darf. In dieser Variante werden regionale als auch überregionale Turniere ausgetragen. Bis 2010 wurde in Deutschland die Deutsche Unihockey-Mixed-Meisterschaften durchgeführt.

Unihockey-Kleinfeld[Bearbeiten]

Die Unihockey-Kleinfeld-Variante wird mit großen Toren und richtig ausgerüsteten Torhütern auf dem Kleinfeld mit den Abmessungen von mindestens 24 × 14 m gespielt. Die Tore haben eine Öffnung von 1,60 × 1,15 m. Für den Torhüter existiert ein Torraum mit den Abmessungen von 3,0 × 4,5 m, in dem er frei agieren kann. Dem Tor vorgelagert ist der Schutzraum, der von keinem Feldspieler betreten werden darf. Die Bully-Punkte auf der Torverlängerung bzw. der Mittellinie befinden sich einen Meter von der Bande entfernt. Es wird pro Mannschaft mit drei Feldspielern und einem Torwart gespielt. Jede Mannschaft kann aus bis zu 20 Spielern bestehen. Der Abstand zum Gegner einschließlich Ausrüstung (Schläger) bei einem Freischlag oder Einschlag muss mindestens zwei Meter betragen. In dieser Variante werden in Deutschland auf regionaler und überregionaler Ebene Meisterschaften durch einen von den Unihockey-Landesverbänden ausgerichteten Spielbetrieb ausgetragen. Es wird hierbei in Spielklassen unterteilt nach Herren und Damen gespielt. In Norddeutschland werden im Juniorenbereich bereits eigene Ligen für U-13, U-15, U-17 und U-19 angeboten, um so möglichst frühzeitig die Spieler mit universellen Fähigkeiten auf dem Spielfeld auszubilden und so ihre spielerische Kompetenz zu entwickeln.

In der Schweiz ist die Kleinfeld-Größe auf 24 × 14 m bemessen. Gleichzeitig können drei Feldspieler und ein Torwart auf dem Feld spielen. Das Kleinfeld-Unihockey wird in der Schweiz in Amateur-Ligen von einer 1. bis zu einer 5. Liga ausgetragen. Zudem spielen auch die Junioren A-E auf dem Kleinfeld. Fürs Kleinfeld gibt es einen separaten Cup-Wettbewerb, den Liga-Cup. Zudem kommen jeweils der Erst- und Zweitplatzierte der zwei regionalen 1.-Liga-Gruppen in einen best-of-three Playoff-Wettbewerb mit Halbfinals und Final. Der Sieger wird als Kleinfeld-Schweizermeister gekürt.

Unihockey-Großfeld[Bearbeiten]

Die Unihockey-Großfeld-Variante wird ebenso wie die Kleinfeld-Variante mit großen Toren und Torhüter auf dem Großfeld (Handballfeld) mit den Abmessungen von 40 m × 20 m gespielt. Wie im Eishockey spielt ein Team mit fünf Feldspielern und einem Torwart. Die fünf Feldspieler sind beim Standardsystem, dem 2-1-2, in Abwehr und Angriff aufgeteilt, wobei im Angriff noch zwischen Flügelstürmer und Center zu unterscheiden ist. Neben diesem System gibt es noch das 2-2-1 (zwei Verteidiger, ein Center und ein Stürmer auf gleicher Höhe, sowie ein Top-Stürmer), das 1-2-1-1 (ein Libero, zwei Außenläufer, ein Stürmer und ein Top-Stürmer) und das 1-2-2 (Point Auslösung mit Center hinten, Verteidiger auf der Seite und Stürmer).

Regeln[Bearbeiten]

Die Regeln des Unihockey sind strenger als die des Eishockey, wobei Eishockey deutlich körperbetonter gespielt wird. Im Unihockey ist nur das Drücken mit der Schulter erlaubt. Grundsätzlich darf der Ball nur mit dem Unihockeystock gespielt werden. Es ist aber eine Berührung mit dem Fuß und anderen Körperteilen außer Arm, Hand und Kopf erlaubt. Dabei darf der Ball allerdings nicht ins Tor oder zu einem Mitspieler gespielt werden; der Spieler darf den Ball lediglich selbst einmal vorlegen oder annehmen. Spielt ein Spieler den Ball absichtlich mit seinen Händen oder seinem Kopf, so führt dies zu einer Zwei-Minuten-Strafe. Es ist außerdem verboten, während des Spiels in die Luft zu springen, um so den Ball anzunehmen. Wenn ein Unihockeyspieler den Ball schießt, muss er darauf achten, dass die Schaufel des Unihockeystocks niemals höher als seine Hüfte ausschwingt. Bei einer hohen Ballannahme darf die Schaufel lediglich bis zu den Knien angehoben werden.

Harter Körpereinsatz (Bandenchecks usw.) wie z. B. im Eishockey ist im Unihockey untersagt, ebenso wie das Drücken und Heben des Stocks. Wenn ein solches Vergehen begangen wird, kann dies unter Umständen mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet werden, so dass das Team zwei Minuten lang mit einem Feldspieler weniger spielen muss. Für übermässig harte Vergehen kann auch eine Fünf-Minuten-Strafe ausgesprochen werden. Das Spiel wird nach einem geahndeten Vergehen in der Regel mit einem Freischlag fortgesetzt. Bei diesem ist immer zu beachten, dass das Team, das den Freischlag verursacht hat, Abstand vom Ball hält (Kleinfeld mind. zwei Meter, Grossfeld mind. drei Meter). Wenn ein gegnerischer Spieler beim Ausführen des Freischlags zu nahe am Ball ist, folgt eine Zwei-Minuten-Strafe. Bei einem Freischlag ist auch darauf zu achten, dass er zügig ausgeführt wird, sonst wird der Freischlag dem anderen Team zugesprochen. Insbesondere untersagt sind Stockschlag und Stockwurf. Sowohl die Feldspieler als auch der Torhüter dürfen jederzeit während des Spiels in unbegrenzter Anzahl und Häufigkeit ausgewechselt werden. Seit der Weltmeisterschaft 2004 ist es dem Torhüter untersagt, den Rückpass eines Mitspielers mit den Händen aufzunehmen. Die Krümmung der Stockschaufel darf nicht mehr als drei Zentimeter betragen, so dass sich damit der Ball nicht zu einfach aufheben und herumtragen lässt.[4]

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Unihockey International[Bearbeiten]

Die Unihockey-Verbände der Schweiz, Schweden und Finnlands haben im Jahre 1986 im schwedischen Huskvarna den Unihockey-Weltverband gegründet.

Europameisterschaften[Bearbeiten]

Die Europameisterschaft im Unihockey wurde für die Männer 1994 und 1995 und für die Frauen 1995 ausgetragen, bevor sie durch die Unihockey-Weltmeisterschaft abgelöst wurden. Während das Herrenturnier 1994 und das Damenturnier von Schweden gewonnen wurde, sicherte sich Finnland das Herrenturnier 1995.

Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Hauptartikel: Unihockey-Weltmeisterschaft

Die Unihockey-Weltmeisterschaft wird sowohl für die Männer, als auch die Frauen ausgetragen, wobei diese beiden Weltmeisterschaften jährlich alternieren. Die erste Austragung der Unihockey-Weltmeisterschaft fand für die Herren 1996 in Schweden statt, die Frauen zogen mit ihrer ein Jahr später in Finnland nach. Rekordsieger bei den Männern ist Schweden, dass bisher sechs mal gewinnen konnte vor Finnland, mit zwei Erfolgen. Bei den Damen konnte sich bisher ebenfalls Schweden mit fünf Siegen am meisten durchsetzen. Ausserdem konnten sich Finnland zweimal und die Schweiz einmal bei diesem Turnier durchsetzen.

U-19-Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Junioren-Weltmeisterschaften werden seit 2001, Juniorinnen-Weltmeisterschaften seit 2004 als U-19-Weltmeisterschaft jeweils alle zwei Jahre ausgetragen. Sowohl bei den Herren als auch bei den Frauen ist Schweden der Rekordgewinner mit vier bzw. drei Erfolgen. Seit 2003 wird bei den Junioren und seit 2008 auch bei den Juniorinnen eine B-Weltmeisterschaft ausgetragen, die sich mit einem Auf- und Abstiegssystem an die daraufhin gegründeten A-Weltmeisterschaften angegliedert sind und daher die zweite Reihe der Unihockey-Nationen umfasst.

Europapokal[Bearbeiten]

Hauptartikel: EuroFloorball Cup

Der EuroFloorball Cup ist der Europapokal für Vereinsmannschaften, der seit 1993 für Männer und Frauen jährlich ausgetragen wird. Seit 2011 wurde der Champions Cup ins leben gerufen, zu dem der EuroFloorball Cup nur noch die Qualifikation darstellt. Rekordsieger sind mit IKSU Innebandy Frauen und AIK Innebandy, Balrog IK und Warberg IC bei den Männer jeweils schwedische Mannschaften.

Unihockey in einzelnen Ländern[Bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten]

Die Schweiz zählte in der Saison 2013/14 30 335 lizenzierte Spielerinnen und Spieler, somit war dies die erste Saison mit über 30 000 lizenzierten SpielerInnen. Insgesamt gibt es in der Schweiz rund 2150 Teams, die in 419 Vereinen organisiert sind - damit ist die Schweiz die drittgrösste Unihockeynation der Welt. Jedoch ist die Zahl der Vereine rückläufig, da diverse Vereine fusionierten.

Niklaus Gasmann (HC Rychenberg Winterthur) mit einem Abschluss im NLA-Spiel gegen den UHC Grünenmatt

[6] Die Hoheit über die Organisation der offiziellen Schweizer Unihockey-Meisterschaft obliegt swiss unihockey, dem Schweizer Unihockey-Verband. Vor dessen Gründung am 20. April 1985 waren die Unihockey-Vereine dem Schweizerischen Landhockey-Verband angegliedert, der auch die ersten beiden Schweizermeisterschaften in den Jahren 1983 und 1984 durchführte. Diese Meisterschaft ist in zwei Abteilungen organisiert: In der Abteilung Nationalliga (NL) werden die Schweizer-Meister auf dem Grossfeld erkoren. In der Abteilung Regionalliga jene auf dem Kleinfeld. Die höchste Liga der Schweiz heisst Nationalliga A (von 2007 bis 2013 war die Liga nach dem damaligen Hauptsponsor Die Mobiliar, einer Versicherungsgesellschaft, benannt) und der Cupwettbewerb heisst „Swiss Mobiliar Cup“. Auf Amateurebene existiert mit dem Liga-Cup ebenfalls ein Cupwettbewerb. Seit der Saison 2013/14 ist Die Mobiliar nur noch als Sponsor für die Topscorer aufgetreten. Ähnlich dem Postfinance Topscorer im Eishockey.

Rekordmeister bei den Herren ist der UHC Rot-Weiss Chur, der heute ein Teil von Chur Unihockey ist. Aktuell wird das Schweizer Unihockey jedoch vom SV Wiler-Ersigen dominiert, der in den letzten Jahren alle Meistertitel abgeräumt hat. 2013 hat Alligator Malans den Schweizermeister-Titel errungen. Am meisten Meistertitel vorweisen bei den Damen können die Red Ants Rychenberg Winterthur, die sich 2000 von ihrem Stammverein HC Rychenberg Winterthur getrennt haben. Eine Auflistung aller Schweizer Meister im Unihockey findet sich in der Liste der Schweizer Meister im Unihockey. Aktuell wird die Schweizer Unihockeymeisterschaft 2013/14 ausgetragen.

Deutschland[Bearbeiten]

Die Sportart wird in Deutschland offiziell wie international gebräuchlich Floorball genannt. Der nationale Spitzenverband heißt Floorball Verband Deutschland e. V. (früher: Deutscher Unihockey-Bund) und wurde am 30. Januar 1992 in Clausthal-Zellerfeld gegründet und hat sinen Sitz in Münster Westfalen. Die direkten Mitglieder des Verbandes sind die Landesverbände. Floorball Deutschland selbst ist Mitglied im Weltverband International Floorball Federation (IFF) und strebt die Mitgliedschaft im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) im Jahr 2013 an.

Neben den Spielbetrieben der Verbände existieren zahlreiche Unihockey-Turniere in allen drei üblichen Spielformen Mixed, Kleinfeld und Großfeld.

Großfeldturniere in Deutschland haben sich erst in den zurückliegenden Jahren in verschiedenen Bundesländern etablieren können. Teilweise konkurrieren diese Veranstaltungen noch miteinander, allerdings werden sich einige Turniere etablieren und den ansteigenden Bedarf für solche Turniere dauerhaft befriedigen. Das Floorball Festival Cologne ist das zurzeit größte internationale Großfeldturnier in Deutschland und findet jährlich kurz vor Saisonbeginn statt.

Die Sichtung junger Talente erfolgt in fünf U-17-Regionalauswahlen. Diese treffen sich zweimal jährlich zur U-17-Trophy, die auch zur Sichtung für die U-17-Nationalmannschaft dient. In einigen Regionen wurden darüber hinaus bereits U-15-Auswahlteams gebildet. Ziel dieser Bemühungen ist es, junge Talente auf breiter Basis an den Spitzensport heranzuführen und die Ressourcen für die U-19-Nationalmannschaften damit zu erweitern.

In zahlreichen Schulen wird auf breitensportlicher Ebene die Mixed-Kleintor-Variante im Sportunterricht oder am Nachmittag in schulischen Arbeitsgemeinschaften gespielt. Ambitionierte Landesverbände nutzen diese Möglichkeit der Talente- und Mitgliedergewinnung und organisieren folgerichtig zusammen mit den Schulen entsprechend Schulmeisterschaften die auch zu bundesweiten Meisterschaften führen. Es werden Wettkämpfe in drei unterschiedlichen Wettkampfklassen nach Geburtsjahrgängen gestaffelt (Wk II, Wk III, WK IV) organisiert. Derzeit werden in den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein jährlich wiederkehrend Schulmeisterschaften mit steigenden Teilnehmerzahlen ausgespielt. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und seit 2009 in Schleswig-Holstein erfolgt dies inzwischen unter dem Dach von Jugend trainiert für Olympia (JtfO). Die Sieger und Zweitplatzierten dieser Wettbewerbe spielen beim von Floorball Deutschland ausgerichteten Bundesfinale des Deutschen Schulcups.

Floorball statt Unihockey[Bearbeiten]

Auf seiner elften ordentlichen Delegiertenversammlung am 9. August 1997 in Grasleben hat sich der bis dato firmierende Fachverband Deutscher Unihoc Bund e. V. mit Stimmenmehrheit vom Begriff Unihoc verabschiedet und ihn durch Unihockey ersetzt, da Unihoc ein eingetragener Markenname ist. Am 26. September 2009 hatte der Deutsche Unihockey Bund DUB auf seiner außerordentlichen Delegiertenversammlung in Weißenfels beschlossen, fortan den Begriff Floorball zu verwenden. Dadurch wurde die Begrifflichkeit der englischen Namensgebung angeglichen. Außerdem werden so Verwechslungen mit Hockey oder Hochschulsport vermieden.

Spielbetrieb in Deutschland[Bearbeiten]

Der Floorball Verband Deutschland organisiert jede Saison diverse Meisterschaften. Die deutschen Floorball-Meisterschaften der Männer und Frauen werden im Ligamodus ausgetragen. Die höchste deutsche Liga ist dabei die Floorball Bundesliga. In der Saison 2012/2013 spielen 10 Teams um die Deutsche Meisterschaft. Unter ihr angegliedert ist die 2. Floorball Bundesliga. Gegründet in der Saison 2006/2007 mit einer Staffel und 10 Teams, wird sie seit der Saison 2007/2008 in 2 Staffeln aufgeteilt. In der Saison 2012/2013 spielen in den beiden Staffelm Nord/West und Süd/Ost je 8 Teams. Unter der 2. Bundesliga werden in Regionalligen lokale Meisterrunden ausgespielt. Diese dritthöchste Spielklasse in Deutschland wird von den Landesverbänden organisiert. In der Saison 2011/2012 gibt es 7 Regionalligen (Staffel Ost-A, Staffel Ost-B, Staffel Süd, Staffel West, Staffel Nord-West, Staffel Nord, Staffel Nord-Ost).

Auf dem Kleinfeld gibt es Finalturniere um die deutsche Kleinfeld-Meisterschaft, bei denen in der Regel acht Mannschaften, die sich über regionale Kleinfeldligen qualifiziert haben, innerhalb eines Wochenendes die Meisterschaft ausspielen. Dazu werden die acht Mannschaften zunächst auf zwei Gruppen verteilt. Die besten vier Mannschaften qualifizieren sich für das Halbfinale. Die Sieger des Halbfinales spielen dann die deutsche Kleinfeld-Meisterschaft aus.

Hauptartikel: Floorball Deutschland Pokal

Seit 2008 wird jährlich der Floorball Deutschland Pokal (ehemals DUB-Pokal) ausgerichtet. An dem Pokalwettbewerb auf dem Großfeld nehmen deutsche Herrenmannschaften Teil.

Im Juniorenbereich finden in den Altersklassen U-13, U-15, U-17, sowie U-16 weiblich jährliche Endrundenturniere statt.

Liechtenstein[Bearbeiten]

Im Fürstentum Liechtenstein existiert derzeit mit dem UHC Schaan ein Verein. Dieser wurde am 25. Juni 1987 gegründet und nimmt seit der Saison 1989/90 am Ligabetrieb in der Schweiz teil. Seit 2005 ist der Liechtensteiner Unihockey-Verband (LUHV), vertreten durch den UHC Schaan, Mitglied der International Floorball Federation (IFF). Das erste Länderspiel einer Liechtensteiner Auswahl fand am 20. August 2005 gegen Frankreich statt und endete 3:5. 2006 nahm Liechtenstein erstmals an der Weltmeisterschaft (Division C) teil. Diese fand im slowakischen Bratislava statt. Liechtenstein feierte dabei gegen Südkorea den ersten Länderspielsieg.

Österreich[Bearbeiten]

In Österreich ist die Bezeichnung Floorball üblich, wobei regional auch Unihockey verwendet wird (Vorarlberg, Kärnten). Der erste Unihockeyverein wurde 1994 in Leoben gegründet, 1996 erfolgte die Gründung des Österreichischen Floorball Verbandes (ÖFBV). Der ÖFBV besteht zurzeit aus 40 Mitgliedsvereinen mit rund 2000 Mitgliedern. Diese sind in sieben regionalen Landesverbänden (Wien, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg) organisiert. Seit 1997 ist der ÖFBV Mitglied im internationalen Floorballverband IFF. 1997 wurde bereits die erste Damen-Weltmeisterschaft beschickt. 1998 trat auch das Herren-Nationalteam erstmals bei einer Weltmeisterschaft an. 2007 nahm auch erstmals die U-19 männlich -Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft teil, im Jahre 2010 die U 19 weiblich Nationalmannschaft. Im November 2005 wurde der ÖFBV von der Österreichischen Bundes-Sport-Organisation (Dachverband des Sports in Österreich) offiziell anerkannt. Die ersten nationalen Meisterschaften wurden 1996 für Damen und Herren auf dem Großfeld ausgetragen. In den Jahren 1996 und 1997 bestand die Meisterschaft aus einem Turnier. Eine Herren- und Damen-Liga gibt es seit der Saison 99/00 (Kleinfeld). In den Anfangsjahren spielten Teams aus Slowenien und Italien in der österreichischen Liga mit. Eine Großfeld-Bundesliga wird seit der Saison 2001/02 bei den Herren und seit 2004/05 bei den Damen gespielt. In der Damenliga kämpften anfangs ungarische und slowenische Teams um den Titel mit. Seit der Saison 2006/07 werden österreichweite Nachwuchmeisterschaften für Junioren ausgetragen, seit der Saison 2010/11 auch für Juniorinnen. (beides Variante Kleinfeld)

Herren Großfeldmeisterschaften

Jahr Meister Zweitplatzierter
2013 VSV Unihockey Wikings Zell am See
2012 VSV Unihockey Wikings Zell am See
2011 Wikings Zell am See VSV Unihockey
2010 VSV Unihockey Wikings Zell am See
2009 VSV Unihockey Wikings Zell am See
2008 Wikings Zell am See SU Wien
2007 VSV Unihockey Wikings Zell am See
2006 Wikings Zell am See VSV Unihockey
2005 Wikings Zell am See VSV Unihockey
2004 Wikings Zell am See KAC Floorball
2003 KAC Floorball Wikings Zell am See
2002 Wikings Zell am See VSV Unihockey

Die Kleinfeld Variante wurde seit 2004/05 regional über die Landesverbände organisiert. Die Landesmeister trafen dann in einem Bundesfinale aufeinander und ermitteltenn den österreichischen Meister. Österreichweit werden auch internationale Kleinfeldturniere veranstaltet, wie zum Beispiel der Rheintalcup oder der Montfortcup. Seit 2007 obliegt dem ÖFBV die Organisation der Kleinfeldstaatsmeisterschaften bei Herren und Damen. Die Mixed-Variante wird in Österreich vor allem an den Universitätssportinstituten angeboten und im Schulsport forciert. Weiters werden einige Mixed-Fun-Turniere von verschiedenen Vereinen organisiert. Das traditionellste seiner Art ist das Leobner Mixed turnier, welches seit 1995 jährlich stattfindet. Das Austrian Floorball Open, ein internationales Großfeldturnier, konnte sich im europäischen Floorball-Kalender etablieren und wird seit 1999 ausgetragen.

Italien[Bearbeiten]

In Italien werden seit 2000/01 Meisterschaften im Kleinfeld ausgetragen. Seit der Saison 2001/02 wird auch der Pokal der Frauen und der U-19 vergeben und seit 2002/03 gibt es auch eine Meisterschaft im Großfeld.

Jahr Großfeld Kleinfeld Pokal der Frauen U-19-Junioren
2001 n.v. UHC Varese Wild Boars n.v. n.v.
2001/02 n.v. SSV Bozen SSV Bozen SSV Bozen
2002/03 SSV Bozen SC Lions Lajen SSV Bozen UHC Varese Wild Boars
2003/04 SSV Bozen QT8 Milano SSV Bozen SSV Bozen
2004/05 SSV Bozen Skorpions Bozen SSV Bozen SSV Bozen
2005/06 FBC Bozen SSV Bozen UHC Dolo Lokomotiv Sterzing
2006/07 Viking Roma FBC Bozen SSV Bozen Lokomotiv Sterzing
2007/08 FBC Bozen FBC Bozen SSV Bozen Fanatics Gargazon
2008/09 SSV Bozen FBC Bozen SSV Bozen Fanatics Gargazon
2009/10 FBC Bozen FBC Bozen Firelions Serenissima Fanatics Gargazon
2010/11 Viking Roma SV Sterzing SV Sterzing SV Sterzing

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Floorball – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Verbände[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Wissenswertes[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.floorball.org/news.asp?tyyppi=vanhat&offset=90&kieli=826&id_tiedote=832&alue=171&yhteinen=
  2. http://www.floorball.org/news.asp?tyyppi=vanhat&offset=40&kieli=826&id_tiedote=882&alue=171&yhteinen=
  3. Regelwerk Unihockey
  4. a b c Floorball-Spielregeln Großfeld / Kleinfeld (SPRGK). Abgerufen am 15. April 2013 (PDF; 2,0 MB).
  5. Innebandy - Hooked on a feeling, Vällingby 1997, S. 16
  6. http://www.swissunihockey.ch/weblounge/verband/swissunihockey/