Unilever House

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Unilever House
Unilever House von der Blackfriars Bridge, Ansicht von Süden

Unilever House von der Blackfriars Bridge, Ansicht von Süden

Daten
Ort London
Baumeister James Lomax-Simpson, Sir John Burnet & Partners
Baujahr 1929-1933
Grundfläche 35.813 m²
Koordinaten 51° 30′ 42″ N, 0° 6′ 17″ W51.511666666667-0.10472222222222Koordinaten: 51° 30′ 42″ N, 0° 6′ 17″ W
Besonderheiten
Beteiligte: Thomas S. Tait
Skulpturen:
William Reid Dick
Gilbert Ledward
Walter Gilbert
Eric Gill

Unilever House ist ein denkmalgeschütztes Bürogebäude (Grade II) im neoklassizistischen Art Deco Stil, an der New Bridge Street, Victoria Embankment in Blackfriars, London. Das Gebäude hat einen hohe, geschwungene Fassade, mit Blick auf das Nordufer der Themse und die Blackfriars Bridge.[1]

Das Gelände wurde davor vom Bridewell Palace, der Residenz von Heinrich VIII., belegt, das später Armenhaus und Gefängnis wurde. Diese Gebäude wurden im Jahre 1864 abgerissen, um Platz für das De Keyser Hotel Royal zu machen.[2] Im Jahre 1920 pachtete William Lever (Lord Leverhulme) das Gelände, um dort die Londoner Zentrale seiner Seifenfirma Lever Brothers zu bauen. Die Bauarbeiten begannen aber erst 1929; im Jahr darauf fusionierte die Firma mit der Margarine Unie zu Unilever, was dann dem Gebäude den Namen gab.

Errichtung[Bearbeiten]

Man nimmt an, dass die Planung und Bauleitung eine Zusammenarbeit zwischen James Lomax-Simpson, einem Mitglied des Unilever Aufsichtsrats, einerseits sowie John James Burnet und Thomas S. Tait, Partner der Firma Sir John Burnet and Partners, ist. Man ist sich aber unsicher, wer für das Design verantwortlich ist; eine Notiz von Simpson reklamiert die Verantwortung dafür ausschließlich für sich, was darauf hindeutet, dass Burnet und Tait die endgültige Gestaltung lediglich abgesegnet haben. Andererseits wurden die Pläne von Burnet und Tait als gemeinsame Arbeit mit Simpson in der Royal Academy ausgestellt, und die im City of London Record Office aufbewahrten Zeichnungen sind lediglich von Burnet und Tait signiert.[3]

Obwohl John James Burnet an diesem Projekt aktiv mitgearbeitet hat, zog er sich gleichzeitig aus gesundheitlichen Gründen zurück, so dass Tait, ein führender Praktiker der modernen Architektur, die eigentliche Bauplanung ausgearbeitet zu haben scheint.[4][5]

Architektur[Bearbeiten]

Der auffälligste Grundzug des Gebäudes ist seine enorme geschwungene Fassade entlang des Victoria Embankment, mit seinen riesigen ionischen Säulen zwischen dem vierten und sechsten Obergeschoss. Das stark rustikale Erdgeschoss ist fensterlos, um den Verkehrslärm im Inneren des Gebäudes zu reduzieren. Die Ecken sind mit Eingängen auf großen Sockeln versehen, auf denen Skulpturen menschlicher Figuren Pferde zurückhalten (Kontrollierte Energie[6], von Sir William Reid Dick). Die Figuren Meermann und Meerfrau sind von Gilbert Ledward. Die Fahrstühle wurden mit Art-Deco-Zinn-Paneelen von Eric Gill ausgekleidet.

Renovierung[Bearbeiten]

Während der Sanierung 1977 bis 1983 wurden Brüstungsfiguren von Nicholas Munro und eine neue nördliche Eingangshalle in einem Neo-Art-Deco-Stil von Theo Crosby vom Designbüro Pentagram angelegt. Das Gebäude wurde außerdem entlang der Tudor Street erweitert.[3]

Im Jahr 2004 begann die Firma Kohn Pedersen Fox Associates Sanierungsarbeiten in Absprache mit der Denkmalschutzbehörde English Heritage und der Stadtverwaltung City of London, Änderungen am Innenausbau vorzunehmen. Im Zuge der Renovierungsarbeiten wurden Originalbeschläge beibehalten oder wiederverwendet, wie etwa das Parkett oder Eric Gills Zinn-Fahrstuhl-Paneele, aber Crosbys markante und historisch wichtige Ergänzungen wurden wieder entfernt.[7] Auf dem Dach des Gebäudes wurde ein Dachgarten angelegt.[8]

Galerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anthony Sutcliffe: The Modern Breaks Through, 1914-1939. In: London: An Architectural History. Yale University Press, 2006, ISBN 9780300110067.
  2. James L. Howgego: The Victorian and Edwardian City of London from Old Photographs. Batsford, 1977, ISBN 9780713405989.
  3. a b Nikolaus Pevsner, Bradley, Simon: the Buildings of England, London 1: the City of London. Penguin, 1997, ISBN 9780300096521 (Zugriff am 20. November 2008).
  4. Unilever Building. Dictionary of Scottish Architects. Abgerufen am 16. November 2008.
  5. Unilever House. In: Open House/ACE (Hrsg.): Open site 2005. 2005. Abgerufen am 17. November 2008.
  6. Philip Ward-Jackson: Public Sculpture of the City of London (Public Sculpture of Britain). Liverpool University Press, Liverpool 2003, ISBN 978-0853239772, S. 278. Abgerufen 30. August 2010
  7. Diese Ergänzungen werden gezeigt in No.9 Unilever House: Towards A New Ornament. In Pentagram Partners (Autor), Delphine Hirasuna (Herausgeber): Pentagram Papers. Chronicle Books, 2006, ISBN 978-0811855631. Crosby argumentiert, dass seine Arbeit am Unilever House Teil einer notwendigen "Veränderung der Schwerpunkte" im Bau war, um den Maßstab, mit dem Bauwerke betrachtet werden, zu reduzieren, und den "verantwortlichen Handwerker wiederzubeleben".
  8. Unilever House, London, United Kingdom. Design Build Network. Abgerufen am 16. November 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unilever House – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien