Union der rechten Kräfte

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Союз Правых Сил
Union der rechten Kräfte
Logo der SPS
Partei­vorsitzender Nikita Belych (2005-2008)
Gründung 1999
Auflösung: 2008
Haupt­sitz Moskau
Aus­richtung Liberalismus, Konservatismus
Farbe(n) Blau
Mitglieder­zahl ca. 60.000 (Parteiangaben)
Website www.sps.ru

Die Union der rechten Kräfte (russisch Союз Правых Сил (СПС)/ Sojus Prawych Sil, kurz SPS) war eine liberale Partei in Russland. Sie bestand von 1999 bis Oktober 2008.

Inhaltliches Profil[Bearbeiten]

Die SPS stand nach eigener Aussage für liberale Grundsätze in Politik und Wirtschaft [1].

Sie vertrat wirtschaftsliberale Positionen (Privatisierung, Abbau der Bürokratie), setzte sich für größere politische Freiheiten ein und forderte die Schaffung einer Berufsarmee. Ihr Verhältnis zur unter Wladimir Putin geschaffenen Machtelite war uneinheitlich. Es existierte ein radikal regierungskritischer Flügel, für den der Politiker Boris Nemzow stand, der die Partei im Februar 2008 verließ, sowie ein gemäßigt kritischer und teilweise kooperationsbereiter Flügel unter Anatoli Tschubais[2].

Innere Struktur[Bearbeiten]

Höchstes Organ der SPS war der Parteitag. Dieser wählte den Präsidentschaftskandidaten, den sogenannten Föderalen Politischen Rat (oberstes Organ zwischen den Parteitagen) und eine Revisionskommission zu dessen Kontrolle. Die Partei war in etwa 90 % der Regionen Russlands mit örtlichen Organisationen vertreten.

Geschichte der Partei[Bearbeiten]

Die SPS wurde 1999 als Wahlbündnis verschiedener Organisationen gegründet zu denen unter anderem die Partei „Demokratische Wahl Russlands“ gehörte. Bei den Wahlen zur Staatsduma 1999 erhielt das Bündnis 8,3 % der Stimmen. 2001 vereinigten sich die Mitglieder des Wahlbündnisses zu einer Partei. Bei den Wahlen im Jahr 2003 kam die Union der rechten Kräfte jedoch lediglich auf 3,9 % und war in der folgenden Legislaturperiode nur noch mit drei direkt gewählten Abgeordneten in der Duma vertreten. Bei den folgenden Duma-Wahlen im Dezember 2007 konnte sie keine Sitze mehr erringen und erreichte nur noch 1 % der Wählerstimmen[3].

Die Partei wurde, bis zu dessen Verhaftung, von Michail Chodorkowski finanziell unterstützt. Im Mai 2005 wurde Nikita Belych zum Vorsitzenden des Föderalen politischen Rates gewählt. Im Mai 2008 nahm die Partei an der oppositionellen Aktion "Alternatives Parlament" teil[4]. Im September 2008 gab es Meldungen über eine bevorstehende Auflösung der Partei[5] bzw. eine Fusion mit anderen als liberal geltenden Kräften.[3]. Am 2. Oktober 2008 gab die SPS nach dem Rücktritt ihres Vorsitzenden ihre Auflösung bekannt. Gemeinsam mit der Demokratischen Partei Russlands wollten die Anhänger eine neue Partei als Sammelbecken oppositionell-liberaler Kräfte in Russland gründen[6] Diese Gründung erfolgte im November 2008 unter den Namen Gerechte Sache[7].

Prominente Mitglieder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. englischsprachige Website der SPS
  2. russland.RU vom 14. Februar 2008: Kreml-Kritiker Nemzow verlässt Partei SPS
  3. a b Russland Aktuell vom 16. September 2008: Russlands Liberale wollen neue Oppositionspartei gründen
  4. Russland.RU vom 18. Mai 2008: Kasparow gründet alternatives Parlament
  5. Russland Aktuell vom 26. September 2008: Russische Oppositionspartei SPS vor der Auflösung
  6. Moskauer Deutsche Zeitung vom 11. Oktober 2008: Das Dilemma des Liberalismus
  7. russland.RU vom 17. November 2008: Neue liberale Partei in Russland
  8. Russland Aktuell vom 12. Februar 2008: Boris Nemzow tritt aus der Partei SPS aus