Union for the Co-ordination of Transmission of Electricity

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Die Union for the Co-ordination of Transmission of Electricity (UCTE; deutsch Union für die Koordinierung des Transports von Elektrizität) war für die Koordinierung des Betriebes und die Erweiterung des europäischen Netzverbundes zuständig, mit dem insgesamt über 400 Millionen Verbraucher versorgt werden. Mitglieder waren bisher 34 Übertragungsnetzbetreiber aus 22 Ländern. Seit dem 1. Juli 2009 werden die organisatorischen Aufgaben der UCTE vom übergeordneten Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E, European Network of Transmission System Operators for Electricity) übernommen.

Koordinierungsorganisationen in anderen Regionen mit ähnlichen Aufgaben sind im nordafrikanischen Bereich die COMELEC und im nordamerikanischen Bereich die North American Electric Reliability Corporation (NERC).

Allgemeines[Bearbeiten]

Mitgliedsstaaten und Verbundnetz der ehemaligen UCTE in blau.

Die Vorgängerorganisation der UCTE war die am 23. Mai 1951 in Paris auf Anregung der damaligen OEEC[1] gegründete Union pour la coordination de la production et du transport de l’électricité (UCPTE). Die UCPTE wurde im Jahre 1999 aufgrund der Liberalisierung des Strommarktes in die UCTE umgewandelt. Das Netz der UCTE ist, wie praktisch alle elektrischen Energienetze, als Drehstrom-Hochspannungs-Übertragungsnetz ausgeführt.

Die Gründungsmitglieder der UCPTE im Jahre 1951 waren: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Schweiz. 1987 wurde das Verbundnetz der UCPTE um vier neue Länder erweitert: Griechenland, Jugoslawien, Spanien, Portugal. Mit dem sogenannten Synchronschluss des osteuropäischen Verbundsystems CENTREL im Jahr 1995 wurden auch Tschechien, die Slowakei, Polen und Ungarn Mitglieder der UCPTE.[1]

Seit dem Jahr 2009 übernimmt die organisatorischen und administrativen Aufgaben der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E), die Netzbetreiber aus unterschiedlichen Verbundnetzen umfasst. Die technischen Grenzen der Verbundnetze und der ehemaligen UCTE sind allerdings unverändert geblieben und so können weiterhin elektrische Verbundnetze wie das der UCTE und der skandinavischen Staaten im Verbundnetz der NORDEL nicht direkt elektrisch verbunden werden. Die Verbundnetze weisen zwar bezüglich der Netzfrequenz den gleichen Nennwert von 50 Hz auf, konkrete Abweichungen und Phasenlagen der Netzfrequenz sind aber unterschiedlich, das heißt, die Netze sind zueinander asynchron. Elektrische Energie zwischen diesen Verbundnetzen kann nur in Form von Gleichstrom über Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) oder HGÜ-Kurzkupplungen (GKK) übertragen werden.

Mitglieder[Bearbeiten]

Vertreten sind im Verbundnetzbereich der UCTE die Netzbetreiber aus: Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Mazedonien, Montenegro, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn.

Die skandinavischen Staaten sind Mitglieder der NORDEL. Dänemark ist sowohl Mitglied der UCTE als auch der NORDEL, wobei auf den Inseln Seeland, Falster und Lolland dem Verbundnetz nach NORDEL-Kriterien geregelt wird, während es in Jütland und der Insel Fünen nach UCTE-Richtlinien gefahren wird. Zwischen den Netzen der UCTE und der NORDEL bestehen einige Anlagen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) wie die Konti-Skan oder die Cross-Skagerrak.

Die britischen Inseln bilden ein eigenes Verbundsystem. Island, Malta und Zypern betreiben sogenannte Inselnetze und sind technisch an kein Verbundsystem angeschlossen.

Historisches[Bearbeiten]

Am 10. Oktober 2004 wurde der 1991 durch die Kriegseinwirkungen abgetrennte, von Kroatien über Griechenland bis Rumänien reichende, südosteuropäische Netzbereich der UCTE wieder mit dem mitteleuropäischen Netz gekoppelt. Voraussetzung hierfür waren umfangreiche Instandsetzungsarbeiten und Neubauten von Umspannwerken und Leitungen, vor allem in Kroatien und Bosnien-Herzegowina.

Mitglieder[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Schweiz[Bearbeiten]

Österreich[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b https://www.entsoe.eu/fileadmin/user_upload/_library/publications/ce/report_2000_2.pdf S.1, S.16, S.18