Unité Spéciale de la Police

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Die Unité Spéciale de la Police (USP) ist die Spezialeinheit der Polizei in Luxemburg. Sie bildet eine der sechs nationalen Polizeieinheiten (Services centraux).

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Spezialeinheit in Luxemburg, die Brigade Mobile de la Gendarmerie Grand-Ducale (kurz BMG), wurde 1978 innerhalb der Gendarmerie Grand-Ducale gegründet. Viele Länder Europas, wie z. B. Deutschland oder Frankreich, hatten bereits, als Reaktion auf den terroristischen Anschlag bei den Olympischen Spielen 1972 in München, polizeiliche Spezialeinheiten gebildet. Der BMG wurden mehrere Aufgaben zugeteilt, unter anderem die Terrorismusbekämpfung, der Kampf gegen organisierte Kriminalität, der Schutz der großherzoglichen Familie und anderer Prominenten innerhalb Luxemburgs. Während der 80er-Jahre bildeten die mittlerweile acht Beamten der BMG, die Diensthundeführer, die USBV-Entschärfer und die Observations­einheit der Gendarmerie Grand-Ducale die Groupe Mobile de la Gendarmerie (kurz GMG).

1986 wurde auch eine Spezialeinhalt innerhalb der luxemburgischen Polizei gegründet. Diese Groupe d'Intervention de la Police (kurz GIP) war unter anderem für die Geiselbefreiung und die Festnahme besonders gefährlicher Täter verantwortlich. Während den 90er Jahren bildeten die zehn Beamten der GIP, die Diensthundeführer und die Präzisionsschützen der Polizei den Groupement spécial de la Police (kurz GSP).

Nach der Fusion der Polizei und der Gendarmerie Grand-Ducale zur Police Grand-Ducale im Jahr 1999, gingen die BMG und die GIP in die Unité Spéciale de la Police auf.[1]

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Beamten der USP sind für Terrorismusbekämpfung, Geiselbefreiung und Zugriffe ausgebildet. Außerdem gehören der USP mehrere USBV-Entschärfer, Präzisionsschützen, Sprengmeister, Observationsexperten und Unterhändler an. Die USP kommt sowohl präventiv (z. B. zum Schutz von Prominenten oder bei Observationen), als auch operativ (auf Anforderung regulärer Polizei) zum Einsatz.

Obwohl öffentlich viel beachtet, machen Einsätze bei Geiselnahmen, Amokläufen, Selbstmordversuchen, Entführungen oder Erpressungen, nur einen sehr kleinen Teil der Einsätze der USP aus. Der größte Teil der Einsätze der USP besteht aus der Vollstreckung von Haftbefehlen bei besonders gefährlichen Tätern, der Observation, dem Schutz von Prominenten bei Gefährdungslagen, die Begleitung von gefährlichen Gefangenentransporten und dem Zeugen- und Objektschutz.[2]

Rekrutierung und Ausbildungen[Bearbeiten]

Die Mitglieder der USP sind speziell ausgebildete und intensiv trainierte Polizeibeamte. Bei der USP finden nur Polizeibeamte Verwendung, die bereits mehrere Jahre im regulären Polizeidienst tätig waren. Die Anwärter müssen jünger als 30 Jahre alt sein, und nicht nur eine außergewöhnlich gute körperliche Kondition, sondern auch Charakterstärke, hohe Sozialkompetenz, Urteilsvermögen und Stressbelastbarkeit aufweisen.

Nach bestandenem medizinischem Gutachten und der Erlaubnis des Directeur général de la Police erfolgt der Aufnahmetest, welcher vor allem aus physischen und psychischen Tests besteht. In der Regel besteht nur ein geringer Teil der Anwärter diesen Aufnahmetest. Nach bestandenem Test erfolgt eine sechsmonatige Grundausbildung, in der die Auszubildenden auf Zugriffe, Observationen, und Personen- und Objektschutz vorbereitet werden. Hierzu werden sowohl die körperliche und psychische Belastbarkeit als auch Selbstverteidigung, Taktik, Observationstechniken, Fahren, Klettern sowie eine umfassen Schießfertigkeit trainiert. In der Regel bricht etwa ein Drittel die Grundausbildung vorzeitig ab.[3]

Einsätze[Bearbeiten]

Der USP führt insgesamt zwischen 250 und 300 Einsätze pro Jahr aus.[4] Der bekannteste Fall der USP ereignete sich im Jahr 2000 in Wasserbillig. Ein Tunesier stürmte einen Kindergarten und vergewaltigte eine Kindergärtnerin. Bewaffnet mit einer Handfeuerwaffe, einer Handgranate und einer Stichwaffe nahm er 3 Erzieher und 45 Kinder als Geiseln. Die Beamten der USP verkleideten sich als Reporter und setzten den Täter durch einen gezielten Kopfschuss außer Gefecht, welchen dieser überlebte.

Organisation[Bearbeiten]

Die Beamten der USP sind in vier verschiedene Gruppen unterteilt[5]:

  1. Die Section tactiques (kurz STAC), unterteilt in
    1. STAC 1 für einfache Observationen und Zugriffe
    2. STAC 2 und STAC 3 für schwere und besonders gefährliche Observationen und Zugriffe.
  2. Die Groupe d'appui technique et operationnel (kurz GATO), unterteilt in
    1. GATO 1 für Eindringtechniken
    2. GATO 2 Audio- und Videoobservation.
    3. GATO 3 für USBV-Entschärfungen.
  3. Die Négociateurs, also die Unterhändler bei Geiselnahmen, Selbstmordversuchen, usw.
  4. Die Präzisionsschützen.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Die Beamten der USP nutzen, je nach Einsatzlage, unter anderem folgende Waffen[6]:

Literatur[Bearbeiten]

  • L'unité spéciale de la police luxembourgeoise. In: Raids. 238, März 2006, ISSN 0769-4814, S. 46–55.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Police Grand-Ducale:Unitées Spéciales de la Police - Historique
  2. usp.lu:Missions
  3. usp.lu:Recrutement
  4. Wort.lu:Unité spéciale de la police: près de 300 missions par an
  5. usp.lu:Organigramme
  6. usp.lu:Equipement - Armes