United States Navy SEALs

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Navy Seals ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Navy Seals (Begriffsklärung) aufgeführt.
U.S. Navy SEALs
US Navy SEALs insignia.png
Special Warfare Insignia oder „SEAL Trident“.
Aufstellung 1. Januar 1962
Land Flag of the United States.svg Vereinigte Staaten
Streitkräfte United States Department of Defense Seal.svg Streitkräfte der Vereinigten Staaten
Teilstreitkraft United States Department of the Navy Seal.svg United States Navy
Typ maritime Spezialkräfte
SEa, Air, Land
Stärke ~2.400 Soldaten
Unterstellung Navsoc logo.jpg United States Naval Special Warfare Command
United States Special Operations Command Insignia.svg United States Special Operations Command
Standorte Coronado, Kalifornien
Little Creek, Virginia
Spitzname Frogmen, Greenfaces
Motto The only easy day was yesterday (dt. „Der einzig leichte Tag war gestern“)
Einsätze Vietnamkrieg
Multinational Force im Libanon
Operation Urgent Fury
Befreiung der Achille Lauro
Operation Just Cause
Operation Desert Storm
Operation Restore Hope
Operation United Shield
Operation Enduring Freedom
Operation Red Wing
Operation Iraqi Freedom
Befreiung der Maersk Alabama
Operation Neptune’s Spear

Die United States Navy SEALs [siːlz] sind eine Spezialeinheit der US Navy. Sie unterstehen dem United States Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM), das sein Hauptquartier im kalifornischen Coronado hat und selbst Teil des US Special Operations Command (USSOCOM) ist.

Der Begriff „SEAL“ ist ein Akronym aus den Wörtern Sea, Air, Land (Meer, Luft, Boden), die die Einsatzorte der Spezialeinheit zum Ausdruck bringen. Es entspricht ferner dem englischen Ausdruck für Seehund/Robbe und wird auch so ausgesprochen.[1]

Inoffizielles Motto der Einheit ist: The Only Easy Day Was Yesterday (dt.: „Der einzige leichte Tag war gestern“).

Geschichte[Bearbeiten]

Wurzeln und Vorläufer[Bearbeiten]

Die primäre Traditionslinie der SEALs geht auf die im August 1942 zur Vorbereitung der Landeoperationen des Zweiten Weltkrieges (1939–1945) aus Marine-Sprengmittelexperten und Heerespionieren aufgestellten Underwater Demolition Teams (UDT) zurück, einer Kampfschwimmereinheit für küstennahe Aufklärungs- und Kampfeinsätze. Während der Landeoperationen des Zweiten Weltkrieges bewährte sich die neue Truppe vor allem durch das Zerstören von Unterwasserhindernissen und Küstenbefestigungen. Auf dem pazifischen Kriegsschauplatz waren sie vornehmlich als Waffentaucher im Einsatz, wo sie Sprengladungen anbrachten oder Seeminen entschärften.

Die Personalstärke fiel von 3500 Mann bei Kriegsende auf rund 500 im Jahre 1946 und wurde auf die UDT 1 und 3 (Pazifikflotte) und 2 und 4 (Atlantikflotte) verteilt.[2]

Einige dieser Experten wurden auch von Major General „Wild Bill” Donovans Office of Strategic Services (OSS), dem Amt für strategische Dienste, rekrutiert, das auf dem europäischen und asiatischen Kriegsschauplatz etliche erfolgreiche Geheimdienstoperationen hinter den feindlichen Linien ausführte und schon damals Techniken der asymmetrischen Kriegführung, der Militär- und Ausbildungsberatung Einheimischer und der gezielten humanitären Hilfe zur Förderung von Allianzen anwandte.

Während des Koreakriegs (Juni 1950 bis Juli 1953) lag die Einsatzleitung sämtlicher verdeckter Operationen hinter feindlichen Linien bei der Central Intelligence Agency (CIA), in der das OSS aufgegangen war. Erstmals wurden die UDTs zusätzlich zu ihren angestammten Aufgaben auch in großem Stil als Kommandoeinheit hinter feindlichen Linien eingesetzt. Die höheren Offiziere missbilligten zwar diese Einsätze, da sie nicht zum eigentlichen Einsatzprofil gehörten, aber da nur sehr wenige amphibische Operationen im Koreakrieg geplant waren und Nordkorea keine nennenswerten Seestreitkräfte besaß, waren die üblichen Einsatzmuster nur im geringen Maße erforderlich. Die UDTs konzentrierten ihre Kommandoeinsätze auf das Unterbrechen von Nachschublinien, wie die Sprengung oder Verminung von Eisenbahnverbindungen, Brücken und Straßen. Die für solche Operationen erforderlichen In- und Exfiltrationstechniken wurden entsprechend verfeinert und um die Luftkomponente erweitert. Man entwickelte Absetztechniken von Hubschraubern und begann einige Teams als Fallschirmspringer auszubilden. Dabei operierten die UDTs oft gemeinsam mit südkoreanischen Kommandoeinheiten und führten auch Handstreiche (Direct Action) auf Schlüsselstellungen aus. Das UDT 1 und 3 führten Spezialaufklärungeinsätze (Special Reconnaissance) tief hinter feindlichen Linien gemeinsam mit einheimischen Guerillakräften aus, ähnlich denen, wie sie das OSS im Zweiten Weltkrieg unternahm.[3] UDT-Kampfschwimmer zerstörten während der Operation Fishnet gezielt zahlreiche Netze der zivilen nordkoreanischen Fischereiflotte, um die Versorgung der über 200.000 chinesischen Soldaten auf der koreanischen Halbinsel empfindlich zu stören.

Nach dem Koreakrieg konzentrierte man sich auf die Weiterentwicklung der Tauchtechnik (SCUBA und Rebreather) und das Training von Infiltration aus der Luft per Hubschrauber oder Exfiltration per Skyhook-Verfahren. Dabei wird von einem Taucher ein Heliumballon gestartet, mit dem er per Seil verbunden ist. Eine mit einer speziellen Seilfangeinrichtung an der Nase ausgerüstete C-130 nimmt das Seil im Flug auf und zieht damit den Taucher aus dem Wasser, bis dieser an der geöffneten Heckklappe von der Bordcrew geborgen werden kann.

1958 wurde erstmals ein Team aus besonders qualifizierten Schwimmern aller UDTs zur Bergung der ersten Raumkapsel des Mercury-Programm zusammengestellt und speziell für diese Aufgabe vier Monate lang ausgebildet. Bei den späteren Bergungen desselben Programms und der Nachfolgeprojekte Gemini und Apollo wurde ebenso verfahren.

Die im Koreakrieg eher aus der Not geborenen zusätzlichen Einsatzprofile, Kommandoeinsätze, triphibische Verbringung (In- und Exfiltration) sowie Guerillakriegführung waren später der ausbildungstechnische Grundstein für die Aufstellung der Navy SEALs.

Aufstellung[Bearbeiten]

Entsprechend Präsident John F. Kennedys Konzept der unkonventionellen Kriegführung wurden im Januar 1962 die Navy SEALs unter diesem Namen mit SEAL Team ONE und SEAL Team TWO aufgestellt.

Vietnamkrieg[Bearbeiten]

SEAL Team One, 1967 in Südvietnam

Ab 1963 zunächst unter dem Kommando des örtlichen CIA-Residenten als Ausbilder südvietnamesischer Truppen besonders der „vietnamesischen SEALs“ Lien Doc Nguoi Nhia (LDNN) sowie Aufklärungseinheiten (Provincial Reconnaissance Units) in Da Nang eingesetzt, wurden die SEALs 1964 dem Military Assistance Command, Vietnam (MACV), dem militärischen Oberkommando für Vietnam, unterstellt und waren somit erstmals direkte Kombattanten im Vietnamkrieg. Dabei erwarben sie sich einen exzellenten Ruf als Kämpfer und waren beim Kriegsgegner, soweit überhaupt als eigenständige Einheit wahrgenommen, sehr gefürchtet. Neben ihren ursprünglichen Aufgaben waren sie maßgeblich an dem von der CIA geleiteten Phoenix-Programm beteiligt, der gezielten Liquidierung von kommunistischen Führungskadern hinter feindlichen Linien, dem rund 6500 (nach US-Quellen) Personen zum Opfer fielen. Im Februar 1966 wurde das SEAL Team ONE nach Vietnam beordert und nahm an Operationen im Raum Nha Be teil. Das letzte SEAL-Platoon verließ am 7. Dezember 1971 Vietnam, die letzten Ausbilder im März 1973. Die Gesamtzahl der in Vietnam eingesetzten SEALs betrug nicht mehr als 200 Soldaten und etwa 30 Offiziere.

Die Reagan-Ära und Gründung des Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM)[Bearbeiten]

Auflösung der UDTs[Bearbeiten]

SEAL mit Colt Carbine u. M203

Ab Mai 1983 gingen sämtliche Kampfschwimmer in Navy-SEAL-Einheiten auf.

SEAL Team 6[Bearbeiten]

Nachdem das 1980 aufgestellte Team 6 durch Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung von Ausrüstung und Verwendung von Geldmitteln in der Navy in Verruf geriet, wurde das Team Mitte der 1990er-Jahre aufgelöst und als US Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU) neu aufgestellt.

SEALs mit AN-PEQ-1-Laserdesignator (rechts) und M-14 (links)

Der Teamgründer Richard Marcinko verstrickte sich in zweifelhafte Machenschaften und wurde schließlich wegen Bestechlichkeit, Untreue und Falschaussage zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Grenada (Operation Urgent Fury)[Bearbeiten]

Navy SEALs waren unter anderem in Grenada (1983) zur Rettung des grenadischen Gouverneurs Sir Paul Scoon während der Operation Urgent Fury im Einsatz.

Naval Special Warfare Command[Bearbeiten]

Der Goldwater-Nichols Act und dessen Anhang, das Nunn-Cohen Amendment, stellte die Spezialeinsatzkräfte der USA auf eine eigene finanzielle Basis und trennte sie durch ihre Zusammenfassung im United States Special Operations Command (SOCOM) (dt. „US-Oberkommando für Sondereinsätze“) von ihren Mutterteilstreitkräften. Dies hatte zur Folge, dass sie nun nicht mehr mit ihren Teilstreitkräften um Etats konkurrieren mussten und fortan nicht mehr finanziell „stiefmütterlich“ behandelt werden konnten. Durch diese Maßnahmen entstand de facto eine eigene Teilstreitkraft, in der alle Special Operations Forces des US-Militärs zusammengefasst sind.[4]

Die Navy richtete am 16. April 1987 im Marinestützpunkt Coronado bei San Diego, Kalifornien das US Naval Special Warfare Command (NAVSPECWARCOM oder NAVSOC) ein. Das neue Oberkommando war von nun an für die Einsatzbereitschaft, Ausbildung und Verfügbarkeit sämtlicher Sondereinsatzkräfte der Navy verantwortlich und fungiert als maritimes Komponentenkommando des übergeordneten US Special Operations Command (SOCOM), in dem alle militärischen Sondereinsatzkräfte der Vereinigten Staaten vereint sind.

Nach dem Kalten Krieg bis heute[Bearbeiten]

Panama, Somalia und Bosnien[Bearbeiten]

Navy SEALs waren in Panama (1989/1990), am Persischen Golf während der Operation Earnest Will (1987–1991) sowie in Somalia, Bosnien (Operation Joint Endeavor), Haiti und Liberia im Einsatz.

Ab 1997 wurden mehrere frühere Soldaten der Navy-SEALS Angestellte des privaten Sicherheits- und Militärunternehmens Blackwater Worldwide in den USA.

Afghanistan (Operation Enduring Freedom)[Bearbeiten]

2002 nahmen SEALs als Teil der Combined Joint Special Operations Task Force (CJSOTF) South an der Operation Anaconda in Afghanistan teil und 2003 wurden sie im größeren Rahmen bei der Invasion des Iraks (Operation Iraqi Freedom) zur Sicherung der Ölterminals und Hafenanlagen in Umm Qasr eingesetzt. Im September 2008 wurden rund 20 Navy Seals unterstützt durch Hubschrauber und ein sogenanntes Gunship (dt. „Kanonenboot“, ein schwerbewaffnetes Flugzeug) vom Typ AC-130 Spectre in Südwasiristan in Pakistan gegen mögliche Al-Qaida-Kämpfer eingesetzt.[5]

2008 erhielt Lieutenant Michael P. Murphy posthum die Medal of Honor für seinen Einsatz in Afghanistan am 27. und 28. Juni 2005. Nach ihm wurde der Lenkwaffenzerstörer USS Michael Murphy (DDG-112) benannt. Der Soldat Michael Anthony Monsoor erhielt 2008 ebenfalls posthum die Medal of Honor für seinen Einsatz im Irak.

Am 6. August 2011 sind nach Angaben der ISAF bei dem Abschuss eines Transporthubschraubers vom Typ CH-47F Chinook im Distrikt Sayd Abad in der Provinz Wardak 30 US-Soldaten (darunter 22 der Navy SEALs), sieben afghanische Soldaten und ein Dolmetscher ums Leben gekommen. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff.[6]

Horn von Afrika[Bearbeiten]

Am 12. April 2009 befreite ein SEAL-Team den in einem Rettungsboot von vier somalischen Piraten gefangen gehaltenen Kapitän Richard Phillips des Containerschiffs Maersk Alabama und tötete dabei drei der vier Piraten.

Pakistan[Bearbeiten]

Am 2. Mai 2011 wurde der damals meistgesuchte Terrorist der Welt, Osama bin Laden, der auch als Drahtzieher für die Terroranschläge am 11. September 2001 verantwortlich war, von Angehörigen der United States Naval Special Warfare Development Group in Abbottabad erschossen. Der Codename der Aktion war Operation Neptune’s Spear. Dabei wurden vier Helikopter sowie 25 Soldaten und ein Hund eingesetzt, wobei ein Helikopter während des 40-minütigen Einsatzes notlanden musste und danach von den eigenen Soldaten zerstört wurde.[7][8][9]

Levantisches Meer nahe Zypern[Bearbeiten]

Das United States Special Operations Command Europe ordnete auf Befehl von US-Präsident Barack Obama, nach einer Bitte der libyschen und zypriotischen Regierungen an die USA, die Erstürmung des staatenlosen Tankschiffs Morning Glory an. Navy SEALs starteten am Abend des 16. März 2014 vom Zerstörer Roosevelt und konnten den Tanker in internationalen Gewässern südlich von Zypern unter ihre Kontrolle bringen. Milizen in Libyen wollten mit den Tanker auf eigene Faust Rohöl exportieren. Drei bewaffnete Aufständische hatten das Schiff vor einigen Tagen am Ölterminal von as-Sidr unter ihre Kontrolle gebracht. Das Schiff fuhr früher unter nordkoreanischer Flagge. Der Zerstörer Stout begleitete den Tanker zurück nach Libyen.[10]

Auftrag[Bearbeiten]

Zwei Navy-SEALs mit CAR15 „Commando“
Mark V-Boot der SEALs

Die SEALs sind als Marine-, Luftlande- und Bodenstreitkräfte einsetzbar. Ihr Aufgabenspektrum umfasst Aufklärung und die Abwehr feindlicher Aufklärung, direkte Kampfeinsätze, unkonventionelle Kriegführung, Terrorismusbekämpfung, Unterstützung anderer US-Behörden beim Kampf gegen den internationalen Drogenhandel, außerdem Befreiungs- und Rettungsoperationen. Unkonventionelle Kriegführung umfasst zahlreiche verdeckte Operationen in gegnerisch kontrolliertem oder politisch schwierigem Umfeld, unter anderem Guerilla-Kriegführung gegen wichtige Ziele hinter gegnerischen Linien, psychologische Kriegsführung und Sabotage. Dabei sind sie vor allem auf maritime und küstennahe Umgebung ausgelegt, auf die unerkannte Bewegung zum Einsatzziel durch das Wasser, blitzartige Operationen und den schnellen Rückzug auf dem Wasserweg. Dies soll ihnen den Zugriff auf Objekte ermöglichen, die für größere Verbände nicht oder nur nach schweren Kämpfen erreichbar sind. Darüber hinaus legt das Konzept der Navy SEALs hohen Wert auf die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl anderer Truppengattungen und Funktionsfähigkeit unter Einsatzbedingungen vom Friedens- über den Konflikt- bis hin zum Kriegsfall. Primär ist es den SEALs wichtig, dass sie während des Einsatzes nicht entdeckt werden und Rückzugsmöglichkeiten haben. Operiert wird meist in kleinen Teams; die Feuerkraft variiert je nach Auftrag.

Organisation[Bearbeiten]

Die etwa 2.450 Navy SEALs sowie ihre Unterstützungseinheiten gliedern sich in zwei Marine-Sondereinsatzgruppen (Naval Special Warfare Groups) mit den Hauptquartieren Coronado (Schwerpunkt Pazifik, Indischer Ozean und Amerika) sowie Little Creek, Virginia (Schwerpunkt Atlantik, Europa, Afrika).

Eine Sondereinsatzgruppe umfasst vier SEAL-Teams, die aus jeweils 8 Zügen (Platoons) bestehen, und ein SEAL Delivery Vehicle (SDV) Team, das für die U-Boote verschiedener Größen zuständig ist, die die SEALs zu ihren Einsatzorten bringen. Die Personalstärke pro Zug beträgt 16 Mann, Gesamteinsatzstärke 128. Der Sondereinsatzgruppe in Little Creek ist rein administrativ noch eine fünfte Mannschaft, die United States Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU) zugeordnet. Sie ist jedoch als reine Anti-Terror-Einheit zusammen mit der Delta Force dem US Joint Special Operations Command (JSOC) unterstellt.

Darüber hinaus existieren mehrere kleine, weltweit stationierte Führungszellen, die einen schnellen Einsatz der SEALs ermöglichen sollen.

Dem Marine-Sondereinsatzkommando gehören des Weiteren Logistik- und Führungstruppen sowie Einheiten mit Spezialbooten (Special Boat Squadrons, SBS) an. Letztere sind mit speziell ausgerüsteten Booten ausgestattet und werden von sogenannten Special Warfare Combatant-craft Crewman (SWCC) bedient. Zu den Booten gehören das Mark V Special Operations Craft (MKV SOC), ein Aluminiumboot für Küstenpatrouillen und Plattform für Sondereinsätze und weitere Boote von Festrumpfschlauchbooten bis zu kleineren Patrouillenboote (Special Operations Craft Riverine (SOCR)) aus Aluminium für Flusseinsätze. Alle Boote werden genutzt um die SEALs oder andere Spezialeinheiten zu ihren Einsatzorten zu bringen und dort Operationsunterstützung zu leisten. Für den Lufttransport nutzen die SEALs die Kapazitäten der Navy, Air Force und des 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne).

SEAL Teams (Bataillonsebene)

Abzeichen Team Dislozierung Anzahl der Züge Hauptquartier Besonderheiten
SEAL-TEAM1.jpg SEAL Team ONE weltweit 8 Züge Coronado, Kalifornien
SEAL-TEAM2.jpg SEAL Team TWO weltweit 8 Züge Little Creek, Virginia Team Two ist als einziges auf Gebirgs- und Winterkampf (arctic warfare) spezialisiert.[11]
SEAL-TEAM3.jpg SEAL Team THREE weltweit 8 Züge Coronado, Kalifornien
SEAL-TEAM4.jpg SEAL Team FOUR weltweit, aber mit Schwerpunkt Mittel- und Südamerika 10 Züge Little Creek, Virginia Team Four hat einen spanischen Sprachschwerpunkt.[11]
SEAL-TEAM5.jpg SEAL Team FIVE weltweit 8 Züge Coronado, Kalifornien
Seal Team Six old insignia.jpg United States Naval Special Warfare Development Group weltweit geheim Dam Neck, Virginia Vormals das SEAL Team SIX. Wurde 1987 aufgelöst und als United States Naval Special Warfare Development Group (DEVGRU) neuaufgestellt. Die DEVGRU untersteht operativ nicht dem NAVSPECWARCOM, sondern dem US Joint Special Operations Command (JSOC), einem teilstreitkräfteübergreifenden Kommando für militärische Spezialoperationen, das auch die Delta Force führt.
SEAL-TEAM7.jpg
SEAL Team SEVEN weltweit 8 Züge Coronado, Kalifornien
SEAL-TEAM8.jpg SEAL Team EIGHT weltweit, aber mit Schwerpunkt Karibik, Afrika und Mittelmeerraum 8 Züge Little Creek, Virginia
SEAL-TEAM10.jpg SEAL Team TEN weltweit 8 Züge Little Creek, Virginia
Sealdeliveryvehicleteamonepatchsmall.jpg SEAL Delivery Vehicle Team ONE weltweit Pearl Harbor, Hawaii
SDV Team Two.jpg SEAL Delivery Vehicle Team TWO weltweit Little Creek, Virginia

Rekrutierung und Ausbildung[Bearbeiten]

Gewöhnung an eiskaltes Meerwasser während der Ausbildung
Seals-Anwärter nach bestandener „Höllenwoche“

Die Ausbildung der SEALs gilt als eine der anspruchsvollsten und härtesten der Welt. Nach einer 26-wöchigen Kampfschwimmerausbildung (Basic Underwater Demolition/SEAL oder BUD/S) ist eine fünfwöchige Sprung- und Fallschirmschule zu bewältigen. Haben die Anwärter diese Hürde gemeistert, erhalten sie ihre Naval Special Warfare Classification (NEC) (Spezielle Marinekampfklassifikation). Abschließend müssen zukünftige SEALs das SEAL Qualification Training (SQT) bestehen; dieses dauert 15 Wochen. Haben die Anwärter auch das geschafft, erhalten sie ihr SEAL-Abzeichen. Die Durchfallquote beträgt 70 bis 80 Prozent, wobei ein großer Teil schon in der „Höllenwoche“ (engl. Hell Week) ausscheidet, in der die Anwärter mit Schlafentzug und Training bis an ihre Leistungsgrenzen gebracht werden.

Nachdem die Ausbildung abgeschlossen ist und ein neues Mitglied einem SEAL oder SEAL Delivery Vehicle Team zugewiesen wurde, folgt ein 18-monatiges Vertiefungstraining. Erst danach werden SEALs für Einsätze zugelassen.

Ausrüstung[Bearbeiten]

SEALs mit Fast Attack Vehicle (FAV)
Zwei Boote des Typs Special Operations Craft Riverine des Special Boat Team 22 auf dem Salt River (USA) während eines live fire training

Entsprechend dem breitgefächerten Einsatzprofil der SEALs haben sie nicht nur Zugriff auf die gesamte Bandbreite der innerhalb der US-Streitkräfte verfügbaren Waffentechnik, sondern auch, je nach Auftrag, auf sämtliche weltweit verfügbaren Waffenmuster.

Boote[Bearbeiten]

Neben der umfangreichen Standardausrüstung der US-Streitkräfte können die SEAL-Teams auf speziell für ihre Bedürfnisse abgestimmte Entwicklungen zurückgreifen. Das NAVSPECWARCOM hat unter anderem diese vier Wasserfahrzeuge in Auftrag gegeben:

Das Mark V-Schnellboot wird für den Transport von Special Operations Forces (SOF), jedoch hauptsächlich für den Transport von SEALs verwendet. Die Boote werden zum Ein- und Ausschiffen von Einsatzteams verwendet aber auch für Küstenpatroullienfahrten. Das Mark V ist das neueste Special Operations Craft (SOC), das für Naval Special Warfare (NSW) bei den Special Boat Teams (SBR) eingeführt wurde. Die ersten MARK Vs sind durch die Bemühungen des „United States Special Operations Command“ (USSOCOM) „Special Operations Acquisition Executive“ (SOAE) schon 18 Monate nach dem Beginn der Entwicklungsphase in Dienst gestellt worden.

Das Special Operations Craft Riverine (SOC-R) ebenfalls ein neues Boot, das den Special Boat Units untersteht. Es wurde als Schnellboot mit hoher Fracht- und Waffenkapazität entwickelt. Von Bedeutung war auch die Fähigkeit, auf Flüssen tief im Landesinneren zu operieren, um Bodentruppen schnell verlegen zu können. Das SOCR ist 9,50 m lang und 2,75 m breit. Bei einem Tiefgang von nur 20 cm ist es optimal für den Einsatz auf flachen Flüssen geeignet. Zwei Dieselmotoren liefern mit je 440 PS ausreichend Schub, um schnell auf die Maximalgeschwindigkeit von rund 42 Knoten (ca. 78 km/h) zu beschleunigen. Der Aluminiumrumpf macht das Boot sehr leicht, aber dennoch robust. Es kann problemlos bis zu 9.300 kg an Personal, Waffen und Munition transportieren. Aufgrund seiner geringen Größe kann es mit Hubschraubern wie dem CH-47, CH-53 luftverlegt werden. Der Rumpf des Boots hat Montagemöglichkeiten für ballistische Schutzplatten sowie für diverse Waffen. Üblicherweise werden Waffen wie das M2-.50-Kaliber-Maschinengewehr, Mk-19-Granatwerfer sowie 7,62-mm-Miniguns montiert .

Kleinst-U-Boote[Bearbeiten]

SEALs machen ein SEAL Delivery Vehicle (SDV) klar zum Einsatz.

Das SEAL Delivery Vehicle (SDV) MK8 – auch Swimmer Delivery Vehicle genannt – ist ein Kleinst-U-Boot, mit dem ein kleines Team unbemerkt an Land gebracht werden kann. Das SDV verfügt über keine Druckkammer, jedoch werden die SEALs in der gefluteten Zelle über ein Atemluftsystem versorgt. Das SDV kann maximal vier Taucher über eine Entfernung von 8 bis 12 Kilometern transportieren. Das SDV wird von einer Lithium-Ionen Batterie angetrieben und ist mit Elektro-Antrieb, Navigations- und Kommunikationselektronik ausgestattet. Für gewöhnlich werden SDVs mit U-Booten wie beispielsweise der Los-Angeles-Klasse per Huckepack-Verfahren in ihr Einsatzgebiet transportiert. So können hinter dem Turm, auf dem Rücken des U-Bootes, sogenannte Dry Deck Shelter montiert werden, die eine Trockenschleuse zum Boot, einen „SDV-Hangar“ und eine eigene Druckkammer enthalten. Die SEALs an Bord können sich in dieser Schleuse im Trockenen vorbereiten und müssen erst unmittelbar vor dem Fluten auf ihre Kreislaufatemgeräte zurückgreifen.

Das Advanced SEAL Delivery System (ASDS) ist ein etwa 20 Meter langes Kleinst-U-Boot, das eine Verdrängung von etwa 70 Tonnen hat. Es wird von einer zweiköpfigen Crew (Pilot und Copilot) bedient. Eine Lithium-Ionen Batterie sorgt für ausreichend Energie, um bei einer Geschwindigkeit von fast 7,5 Knoten (14 km/h) und einer Tauchtiefe von 200 Fuß (61 m) einen Einsatzradius von rund 200 km zu ermöglichen. In der trockenen Druckkammer können dabei bis zu 14 Soldaten mit leichtem Gepäck oder 8 Soldaten mit Standardausrüstung, Tauchausrüstung und Waffen transportiert werden. Das ASDS verfügt über eine Schleuse (sog. Lock-In-Out (LIO) Kammer), die es ermöglicht, SEALs unter Wasser abzusetzen und wieder aufzunehmen, ohne das gesamte U-Boot fluten zu müssen. Darüber hinaus verfügt das ASDS über einen passiven und aktiven Sonar sowie Navigations- und Kommunikationsausrüstung. Nachdem die ersten Studien für das ASDS 1983 in Auftrag gegeben waren, wurden in den späten 1980er-Jahren verschiedene Entwürfe ausgearbeitet mit dem Ziel der Entwicklung eines tauchfähigen Transportmittels, das unbemerkt maritime Spezialkräfte über lange Strecken transportieren kann. Die trockene Tauchzelle soll im Gegensatz zum Seal Delivery Vehicle (SDV) einen langen Aufenthalt im kalten Meerwasser vermeiden. Mit dem Bau des ersten ASDS wurde 1996 begonnen, die Einheit erhielt das Fahrzeug im Jahr 2000. Es kostete rund 300 Millionen Dollar und überstieg die anfänglichen Kalkulationen um 140 Millionen Dollar. Für die fünf geplanten U-Boote wurden Baukosten von rund 125 Mio. Dollar pro Stück veranschlagt. Jedoch wurde die Produktion des zweiten ASDS im Dezember 2005 unterbrochen; im April 2006 wurde schließlich die gesamte Bestellung storniert und das Programm eingestellt. Das einzige fertiggestellte ASDS wurde ab 2003 in mehreren Übungen verwendet. Es brannte am 9. November 2008 jedoch völlig aus, nachdem beim Aufladen der Batterien ein Feuer an Bord ausgebrochen war. Aufgrund der voraussichtlichen Reparaturkosten von 237 Millionen Dollar wurde das ASDS abgeschrieben.

Museum[Bearbeiten]

Das 1985 gegründete National Navy UDT-SEAL Museum in North Hutchinson Island, Florida, ist das einzige Museum für die Navy SEALs. Es zeigt unter anderem die Ausrüstung der Navy Underwater Demolition Teams (UDT) und SEAL-Teams. Träger des Museums ist die Non-Profit-Organisation UDT-SEAL Museum Association, Inc. Es wird demnächst unter der Trägerschaft der U.S. Navy stehen. Der Abgeordnete Tim Mahoney (D-FL16) brachte am 19. Juni 2007 beim 110. Kongress die Gesetzesinitiative H.R. 2779[12][13] mit 44 Unterstützern ein.[14] Über die Initiative wurde am 13. Oktober 2007 beraten und mehrheitlich beschlossen. Die Gesetzesinitiative wurde vom Repräsentantenhaus am 1. Oktober 2007 angenommen und vom Senat am 31. Oktober 2007 einstimmig beschlossen. Der Präsident unterzeichnete diese am 13. November 2007 (Public Law No: 110-115).

Mediale Rezeption[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mir Bahmanyar: US Navy SEALs. Osprey Publishing, 2005, ISBN 1-84176-807-3.
  • Mir Bahmanyar, Chris Osman: SEALs The US Navy’s Elite Fighting Force. Osprey Publishing, 2008, ISBN 1-84603-226-1.
  • David Bohrer: US-Eliteverbände. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02151-X.
  • Dick Couch: The Sheriff of Ramadi: Navy SEALs and the Winning of al-Anbar. U.S. Naval Institute Press, 2008, ISBN 1-59114-138-9.
  • Dick Couch, Cliff Hollenbeck: To Be A U.S. Navy Seal. Zenith Imprint, 2003, ISBN 0-7603-1404-7.
  • Kevin Dockery: Special warfare special weapons. The arms and equipment of the UDT and SEALs from 1943 to the Present. Chicago, ISBN 1-883476-00-3.
  • Edwin P. Hoyt: Seals At War – The Story of U.S. Navy Special Warfare. Dell Books, 1993, ISBN 978-0-440-21497-7.
  • Richard Marcinko: Rogue Warrior. New York 1993, ISBN 0-671-00982-6.
  • Darryl Young: The Element of Surprise – Navy Seals in Vietnam. Ivy Books, 1990, ISBN 0-8041-0581-2.
  • Christoph Rojahn: Militärische Antiterroreinheiten als Antwort auf die Bedrohung des internationalen Terrorismus und Instrument nationaler Sicherheitspolitik – das Beispiel Amerika. München 2000, ISBN 3-89675-841-1.
  • Charles W. Sasser: Encyclopedia of The Navy SEALs. Facts on File, 2002. ISBN 0-8160-4569-0
  • Hartmut Schauer: US Navy SEALs, Motorbuchverlag Stuttgart 2000. ISBN 3-613-01864-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: United States Navy Seals – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Offizielle Seiten

Andere englischsprachige Seiten

Deutschsprachige Seiten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. die Logos der Teams unter Organisation
  2. Hartmut Schauer: US Navy SEALs. Motorbuchverlag Stuttgart, 2000, ISBN 3-613-01864-0, S. 51.
  3. Hartmut Schauer: US Navy SEALs. Motorbuchverlag Stuttgart, 2000, ISBN 3-613-01864-0, S. 55.
  4. Interview von Tom Clancy mit Gen. (ret.) Henry H. Shelton, S. 92, Tom Clancy, John Gresham: Special Forces – Die Spezialeinheiten der U.S. Army. Heyne, München 2002, ISBN 3-453-86912-5.
  5. http://www.wsws.org/de/2008/sep2008/paki-s16.shtml
  6. ISAF: ISAF Mourns Loss of 38 Killed in Helicopter Crash
  7. The Times: Osama bin Laden is dead
  8. Bin Laden shot in head by US Navy seals
  9. US-Spezialkräfte töten Osama Bin Laden
  10. Taz.de: Tanker von US-Soldaten gestürmt, 17. März 2014
  11. a b The United States Navy Sea, Air and Land (SEAL). In: shadowspear.com. Archiviert vom Original am 5. März 2007, abgerufen am 5. Februar 2009 (englisch).
  12. thomas.loc.gov The Library of Congress > THOMAS Home > Bills, Resolutions > H.R.2779 (engl.). Abgerufen am 24. Oktober 2009.
  13. www.govtrack.us H.R.2779 (engl.). Abgerufen am 24. Oktober 2009.
  14. Mahoney Navy SEAL Bill Passes House: Congressman Tim Mahoney. Representing Florida’s 16th Congressional District. 24. Oktober 2009, archiviert vom Original am 11. Mai 2008, abgerufen am 26. August 2014 (englisch).