Universidad Técnica Federico Santa María

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Universidad Técnica Federico Santa María

Die Universidad Técnica Federico Santa María (de: Technische Universität Federico Santa María) ist eine chilenische Hochschule.

Hochschule[Bearbeiten]

Die Technische Universität Federico Santa María ist eine private Institution und hat insgesamt knapp 10.000 Studenten, 260 Vollzeit- und 300 Teilzeitprofessoren.
Der Hauptsitz befindet sich genau zwischen der Hafenstadt Valparaíso und dem Badeort Viña del Mar in der V. Region Chiles, (ca. 2 Autostunden westlich der Hauptstadt Santiago de Chile). Er liegt auf dem Hügel "Placeres" (span. "die Freuden"), der noch zur Stadt Valparaíso gehört und mit der stark befahrenen Avenida España an den Pazifischen Ozean grenzt. Von der besagten Avenida España, wo sich auch die Bushaltestelle mitsamt einer Personenbrücke befindet, führt eine Treppe zum Hauptgebäude.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung der Universidad Técnica Federico Santa María, auch kurz als USM für "Universidad Santa María" bekannt, ging aus einer Idee von Herrn Federico Santa María Carrera und Herrn Agustín Edwards Mc Clure, seinem Testamentvollstrecker, hervor. Santa María hatte den letzten Willen, Valparaíso um eine Bildungsstätte, die aus einer Kunst-, Handwerks- und Ingenieursakademie bestehen sollte, zu bereichern. Ein entsprechendes Testament wurde hierfür am 20. Januar 1920 in Paris verfasst und hinterlegt und am 27. April 1926 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es sah unter anderem vor, dass das Amt des Lehrkörpers in den ersten zehn Jahren ausschließlich aus Ausländern vorbehalten werden sollte. Edwards reiste daraufhin, um den Forderungen zu entsprechen, nach Deutschland, wo er Herrn Professor Karl Laudien von der Technischen Hochschule von Stettin unter Vertrag nahm. Im Mai des Jahres 1929, kurz nach der ersten Sitzung des Vorstandsrates der "Santa María Stiftung" reiste Professor Laudien nach Chile. Im Februar 1931 wurde Professor Laudien vom Vorstandsrat zum Rektor der Kunst- und Handwerksakadamie ernannt. Kurz darauf, nämlich im Jahr 1932, begann die Ausbildung der ersten Lehrlinge, nachdem sie zuvor einen Monat lang von Handwerkern geschult worden waren. Die "vorbereitende" Schule, die als erste ausschließlich der universitären Laufbahn angehörte, nahm im März 1934 ihren Betrieb auf. Im Oktober desselben Jahres wurde Magazin der Stiftung: "Scientia" gegründet, in welcher wissenschaftliche und technische Zusammenarbeiten und Neuigkeiten der Universität veröffentlicht wurden. Mit der Reform des Statuts im September 1935 wurde die "Santa María Stiftung" in "Universidad Técnica Federico Santa María" (dt. "Technische Universität Federico Santa María") umbenannt. Von nun an bestand die Universität aus einer Kunst-, Handwerks- und Ingenieursakademie. Diese drei Lehrstühle unterstanden den vier Fakultäten der Universidad: Mathematik, Handel und Wirtschaft, Physik und Chemie, sowie Biologie. Im Oktober 1935 wurde das Statut erneut geändert und Heer Armando Quezada Acharán zum Rektor der Universität ernannt. Professor Laudien blieb allerdings Rektor der Kunst- und Handwerksakademie. Im Juni 1936 wurde Francisco Cereceda zum Nachfolger von Rektor Quezada Cereceda ernannt, der zuvor im April 1936 verstorben war. Ceredas Amtszeit als Rektor der Universität dauerte bis 1936 in der er deren institutionelle Position stärkte. U.a. wurden der theoretische Teil der Studieng£nge ausgebaut und der praktische Teil erweitert. In den vierziger Jahren wurden die Werkstätten und Laboratorien ausgebaut. Ebenso wurde der Audimax, dessen Einweihung 1941 stattfand, und das Verwaltungsgebäude, welches heute den Charakter des Gebäudekomplexes im Wesentlichen sehr stark beeinflusst, und die Bibliothek erbaut. Hinzu kam die Ausstrahlung eines Radioprogramms mit kulturellem Hintergrund. Die Fakultäten für Elektrotechnik, Chemie und Maschinenbau kamen im Jahre 1944, Mathematik und Physik hinzu und sind bis heute unverändert.

Testament Santa Marías[Bearbeiten]

"Ich möchte vor allem meinen Mitmenschen mitteilen, dass ich die letzten dreißig Jahre meines Lebens der Selbstlosigkeit gewidmet und deswegen mein erstes Testament 1894 erstellen lassen habe und vermache den Menschen von Valparaíso eine Universität. Dies war ein Fehler, wie sich im Laufe der Zeit herausgestellt und mir die Erfahrung gezeigt hat. Es ist mir wichtig, das Proletariat meines Vaterlandes zu beenden und aus diesem Grunde habe ich einen Plan erstellt, mit welchem ich, zuerst etwas für unsere Nachkommen in Form einer Primarschule, einer Kunst- und Handwerksakademie und einer Ingenieursakademie leisten werde. Hiermit soll den benachteiligten Lehrlingen die Erlangung des höchsten Grades des menschlichen Wissens ermöglicht werden." "Nach Begleichung aller Erbschulden, hinterlasse ich meinen Testamentsvollstreckern die Gesamtheit meiner Güter, damit sie ebendiese für die Errichtung und Instandhaltung nachträglich genannter Institutionen in der Stadt Valparaíso verwenden können: Eine Kunst- und Handwerksakademie mit Internat und Externat, für Schüler, die sich in der Primarschule wegen ihrer Intelligenz und ihres Fleißes von ihren Mitschülern hervorgehoben haben; außerdem werden zwei oder mehr Schüler pro Region Chiles zugelassen, je nach Einschätzung der Verwaltung der Institution, die sich ebenfalls in ihren jeweiligen Primarschule hervorgetan haben;" "... sowohl der Unterricht, als auch Unterkunft, Verpflegung und Bekleidung sind kostenlos; im Internat der Kunst- und Handwerksakademie werden zusätzlich separate Räume für Schüler bereitgestellt, die sich wiederum von ihren Mitschülern der Akademie durch Ihre Fähigkeiten hervorgetan haben und von denen der Rat meint sie sollten ihr Lehre an der Ingenieursakademie weiterführen; Schüler wohlhabender Eltern werden auf keinen Fall im Internat der Kunst- und Handwerksakademie zugelassen, diese können sich nur im Externat beider Einrichtungen einschreiben." "... über die Zulassung zum Externat verfügt die Hauptverwaltung der Institutionen. Eine Ingenieursakademie mit all ihren Zweigen, Schienen, d.h. Fertigungshallen jeder Art, Bergbautechnik, Hydraulik, Elektrizität, etc. und all jene anderen Zweige, die der Fortschritt erfordert; das Internat dieser Akademie soll Teil der o.g. Kunst- und Handwerksakademie sein, an welchem nur jene Schüler zugelassen werden, die zum einen,der Rat für fähig hält, ihr Studium zu vollenden, zum anderen aus der Kunst- und Handwerksakademie oder anderen Schulen hervorgehen und nicht Mittel zur Vollendung ihres Studiums zu haben. Außerdem wird es ein Externat für vom Rat ausgesucht Schüler geben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ingenieurstudium erfolgreich abschließen werden." "Sowohl den beiden Externaten der Kunst- und Handwerksakademie und Ingenieursakademie, als auch den beiden Internaten wird zur Mittagszeit das gleiche Essen serviert. Da beide Institutionen weltlich sind ist jegliche Form von religiöser Lehre innerhalb der Akademien verboten und soll deshalb ausschließlich im Elternhause erfolgen." "Sowohl die Kunst- und Handwerksakademie, als auch die Ingenieursakademie und jeder Lehrstuhl, der sich in Zukunft bilden könnte, soll den Namen "José Migual Carrera" in Erinnerung an unseren Freiheitskämpfer, der den ersten Ruf nach der Unabhängigkeit Chiles ausstieß, an seinen Titel anhängen."

Fakultäten[Bearbeiten]

  • Architektur
  • Werkstoffkunde
  • Elektrizitätslehre
  • Elektronik
  • Physik
  • Humanistische Studien
  • Handel und Wirtschaft
  • Informatik
  • Mathematik
  • Maschinenbau
  • öffentliche Bauwerke
  • chemische, bio- und umwelttechnische Prozesse
  • Sport und Freizeit

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]