Otto-Friedrich-Universität Bamberg

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Otto-Friedrich-Universität Bamberg
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Motto Regional verankert – wissenschaftlich profiliert – international vernetzt[1]
Gründung 1972 (Gesamthochschule)
1647 (Akademie)
Ort Bamberg
Bundesland Bayern
Staat Deutschland
Präsident Godehard Ruppert
Studenten 13.470 (WS 2013/14)[2]
Mitarbeiter 2.269 (2012)[2]
davon Professoren 150 (2012)[2]
Jahresetat 55 Mio. Euro (Plan 2008)
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.uni-bamberg.de

Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg ist mit Unterbrechungen eine der ältesten Universitäten Bayerns und gehört zu den führenden Universitäten für Psychologie, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Ihre Einrichtungen befinden sich im Stadtgebiet Bambergs.

Geschichte[Bearbeiten]

Das alte Schlachthaus (KR1) wird heute vom Institut für Geographie genutzt
Grundzertifikat

Sie wurde 1647 unter dem Namen „Academia Bambergensis“ von Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg mit den Fakultäten Theologie und Philosophie gegründet und bis 1770 nach ihrem Gründer als Academia Ottoniana bezeichnet. Im 18. Jahrhundert erfolgte unter Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn und Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim die Gründung der Fakultäten Jura und Medizin. Damit umfasste sie die vier klassischen Fakultäten und wurde 1773 von Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim zur Volluniversität mit dem Namen Universitas Ottoniano Fridericiana nach ihren beiden Stiftern erhoben.

1803 wurde die Universität im Zuge der Säkularisation des Hochstifts aufgehoben. Katholische Theologie konnte jedoch weiterhin in einem Lyzeum studiert werden, sodass die Tradition als Hochschule nie wirklich unterbrochen war. Nachfolgeeinrichtung war die 1923 gegründete Philosophisch-Theologische Hochschule Bamberg. Mit dieser längeren Phase in der Zwischenzeit als Lyzeum bzw. staatliche Philosophisch-Theologische Hochschule war sie offiziell keine Universität. Im Jahr 1972 wurde die Philosophisch-Theologische Hochschule, welche allerdings die Tradition der vormaligen Universität fortführte, mit der Pädagogischen Hochschule (errichtet 1958) zur Gesamthochschule Bamberg zusammengefasst. Durch diese Wiedergründung ist sie zugleich die drittjüngste bayerische Universität. 1979 erfolgte die Umbenennung der einzigen staatlichen Gesamthochschule Bayerns in eine Universität. Am 1. Januar 1988 erhielt die Universität Bamberg ihren alten Namen zurück und heißt seitdem Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Am 1. Oktober 2001 wurde die Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik gegründet.[3]

Universitätsleitung[Bearbeiten]

Die Universitätsleitung besteht aus dem Vorsitzenden mit dem Titel Präsident, drei Vizepräsidenten mit verschiedenen Ressortbereichen sowie der Kanzlerin.[4] Dem Präsidium gehören an:

  • Godehard Ruppert (Präsident)
  • Sebastian Kempgen (Vizepräsident Lehre und Studierende)
  • Astrid Schütz (Vizepräsidentin Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs)
  • Guido Wirtz (Vizepräsident Technologie und Innovation)
  • Dagmar Steuer-Flieser (Kanzlerin)

Zusammen mit den Dekanen der Fakultäten wird die Erweiterte Universitätsleitung gebildet.

Dem Kuratorium gehören neben den gewählten zehn Senatsmitgliedern zehn externe Mitglieder an:

Frühere Rektoren und Präsidenten seit der Wiedergründung:

  • Othmar Heggelbacher und Elisabeth Roth: 1972–1973 (Doppelrektorat)
  • Elisabeth Roth: 1973–1976
  • Siegfried Oppolzer: 1976–1992
  • Alfred E. Hierold: 1992–2000

Fakultäten[Bearbeiten]

Der ehemalige Burgershof (U9) ist heute Teil der Universität in der Innenstadt

Die Universität hat heute vier Fakultäten an verschiedenen Standorten in Bamberg:

Innenstädtische Standorte:

  • Geistes- und Kulturwissenschaften (GuK; ehemalige Fakultäten Sprach- und Literaturwissenschaft, Geschichts- und Geowissenschaft, Theologie sowie Philosophie der Fakultät Psychologie, Pädagogik und Philosophie)
  • Humanwissenschaften (Huwi; ehemalige Fakultät Psychologie, Pädagogik und Philosophie ohne den Fachbereich Philosophie)

ERBA-Gelände:

Feldkirchenstraße mit Kirschäcker- und Kärntenstraße:

Nach den in einem Zusatzprotokoll zum Konkordat getroffenen Vereinbarungen zwischen dem Freistaat Bayern und dem Vatikan wurde die Fakultät Katholische Theologie zu einem Institut im Rahmen der Lehrerbildung umstrukturiert. Seit Beginn des Wintersemesters 2009/2010 ist dieses Institut in die Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften integriert.

Die Studierendenzahlen sind nach der amtlichen Fakultätenstatistik im Wintersemester 2013/14:

  • Geistes- und Kulturwissenschaften: 4.505
  • Sozial- und Wirtschaftswissenschaften: 5.456
  • Humanwissenschaften: 2.502
  • Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik: 999
  • Fakultäten nicht zuzuordnen: 8

Gesamt: 13.470

Der Anteil weiblicher Studierender beträgt 62 % (8.337 zu 5.133), der Anteil ausländischer Studierender 6,7 % (904). Die Universität Bamberg ist Mitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern.

Forschungsprofil[Bearbeiten]

  • Bildung und Lebensentwürfe
  • Individuum und Gesellschaft
  • Sprachen und Kulturen
  • Wirtschaft und Märkte[5]

DFG-geförderte Programme[Bearbeiten]

  • DFG-geförderte Graduiertenschule im Rahmen der Exzellenzinitiative
    • Bamberg Graduate School of Social Sciences (BAGSS) (seit 2012)[6][7]
  • DFG-geförderte Graduiertenkollegs
    • Generationenbewusstsein und Generationenkonflikte in Antike und Mittelalter (2004-2013)[8][9]
    • Märkte und Sozialräume in Europa (2002-2011)[10][11]
  • DFG-geförderte Forschergruppe
    • Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vorschul- und Schulalter (BiKS) (seit 2004)[12][13]

Lage[Bearbeiten]

In dem ehemaligen Adelspalais ist seit 2012 die Universitätsverwaltung und die Studierendenkanzlei (K25) untergebracht

Die Liegenschaften der Universität sind zum großen Teil historische Gebäude, die für die Universität umgenutzt wurden und sich überwiegend im Kern der Bamberger Altstadt befinden. Dazu zählen das ehemalige Jesuitenkolleg (Theologie), das ehemalige Hochzeitshaus (Geschichtswissenschaften), das ehemalige Schlachthaus (Geographie), der ehemalige Bauhof (Kommunikationswissenschaften) sowie die ehemalige Feuerwache (Orientalistik) der Stadt. Die Sprach- und Literaturwissenschaften sind zum Teil in Gebäuden untergebracht, die vorher zum Kaiser-Heinrich-Gymnasium gehörten. Die Fakultät Humanwissenschaften befindet sich in der ehemaligen Frauenklinik am Markusplatz (Markushaus). Dort wurde zum Wintersemester 2011/12 ein neues Hörsaal- und ein weiteres Institutsgebäude eröffnet. Die Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften mit einem großen Teil der Studenten ist in einem Bau in der Feldkirchenstraße („Feki“) sowie der benachbarten Kärntenstraße und Kirschäckerstraße im Osten Bambergs zu finden. In der Feldkirchenstraße befinden sich auch die Zentralbibliothek und das Rechenzentrum. Daneben entstand eine neue Mensa, die zum Wintersemester 2009/10 ihren Regelbetrieb aufgenommen hat und vom Studentenwerk Würzburg betrieben wird. 2012 kam ein weiterer Großbau auf der so genannten ERBA-Insel (Regnitz-Insel, dem ehemaligen Gelände der ERBA) für die Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik und die Kommunikationswissenschaftler der GuK-Fakultät hinzu. In einem aus der Zeit der industriellen Nutzung bestehenden Ziegelbau entstanden etwa 300 Studentenappartements.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Herd: Die Universität Bamberg (1648–1803). Einst und Jetzt 13 (1968), S. 163–167

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leitbild der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  2. a b c Uni Bamberg: Die Universität Bamberg in Zahlen
  3. Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik. Profil der Fakultät. Website uni-bamberg.de, abgerufen am 21. November 2013.
  4. Die Universitätsleitung der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
  5. http://www.uni-bamberg.de/forschung/forschungsprofil
  6. DFG-Prgramm BAGSS
  7. Website der BAGSS
  8. DFG-Programm Generationenbewusstsein und Generationenkonflikte in Antike und Mittelalter
  9. Website des Graduiertenkollegs Generationenbewusstsein und Generationenkonflikte in Antike und Mittelalter
  10. DFG-Programm Märkte und Sozialräume in Europa
  11. Website des Graduiertenkollegs Märkte und Sozialräume in Europa
  12. DFG-Programm BiKS
  13. Website der Forschergruppe BiKS

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Otto-Friedrich-Universität Bamberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.89388888888910.886666666667Koordinaten: 49° 53′ 38″ N, 10° 53′ 12″ O