Universität Bielefeld

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Universität Bielefeld
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Gründung 1969
Trägerschaft Land Nordrhein-Westfalen (staatlich)
Ort Bielefeld
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Rektor Gerhard Sagerer
Studenten 19.666 (WS 2012/13)[1]
Mitarbeiter 1.262 (2012)[1]
davon Professoren 294 (2012)[1]
Website www.uni-bielefeld.de

Die Universität Bielefeld ist eine 1969 gegründete deutsche Campus-Universität im Bundesland Nordrhein-Westfalen und die größte Forschungseinrichtung in der Region Ostwestfalen-Lippe. Laut internationalem Times-Higher-Education-Ranking 2013 belegt die Bielefelder Universität einen Rang unter den TOP350 der weltbesten Universitäten.[2]

Überblick[Bearbeiten]

Die Universität Bielefeld ist mit über 19.000 Studenten (im Wintersemester 2012/13) die größte der sechs Bielefelder Hochschulen. Unter den staatlichen Universitäten in Westfalen liegt sie in Bezug auf Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft pro Professor auf dem zweiten Platz. Im Uni-Ranking des Magazins Focus vom September 2005 belegte die Universität Bielefeld den 10. von insgesamt 86 Plätzen. In den Fachbereichen Erziehungswissenschaft und Soziologie belegte sie sogar den ersten Platz.

Da die Bielefelder Universität eine der wenigen Hochschulen ist, die fast alle Fakultäten unter einem Dach vereint, gilt sie als die „Universität der kurzen Wege“.

Panorama der Nordseite der Universität Bielefeld mit Übergangsbrücke zur Stadtbahn
Luftaufnahme der Universität Bielefeld

Geschichte[Bearbeiten]

Die Universität Bielefeld liegt am Hang des Teutoburger Waldes

Der Gründungsausschuss für eine Universität im ostwestfälischen Raum wurde Ende 1965 eingesetzt. Die Universität Bielefeld wurde von dem Soziologen Helmut Schelsky konzipiert und 1969 als sogenannte „Reformuniversität“ gegründet, wobei interdisziplinäres Arbeiten ein erklärtes Ziel war. Das zeigt sich bereits in der Architektur, bei der durch die zentrale Halle alle Fakultäten miteinander auch räumlich verbunden werden. Der Lehrbetrieb begann im November 1969 mit drei Fakultäten - Mathematik, Rechtswissenschaft, Soziologie.

Für den Universitätsbetrieb standen zunächst neu errichtete Gebäude an der Kurt-Schumacher-Straße (nahe Bültmannshof) zur Verfügung, die anschließend von der Fachhochschule genutzt wurden. Weitere Räumlichkeiten mussten an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet angemietet werden.

1976 wurde das zentrale Hauptgebäude der Universität nach Planung des wenige Jahre zuvor aus der DDR geflüchteten Architekten Peter Kulka fertiggestellt, das aus einer großen Halle und Quergebäuden für die einzelnen Fakultäten besteht. Mit seinen 154.000 Quadratmetern Nutzfläche (Grundfläche ca. 410 Meter Länge, ca. 230 Meter Breite) ist das Hauptgebäude der Bielefelder Universität eines der größten zusammenhängenden Universitätsgebäude Europas.

Als eine der ersten Universitäten bundesweit stellte die Universität Bielefeld ab dem Wintersemester 2002/2003 den überwiegenden Teil des Studienangebots, einschließlich der Lehrerausbildung, auf das Bachelor- und Mastersystem um. Im Rahmen einer Exzellenzinitiative erhielt die Universität Fördergelder für den Aufbau eines Exzellenzclusters zur Mensch-Maschine-Kommunikation mit dem Titel „Cognitive Interaction Technology“ und einer Graduiertenschule, der „Bielefeld Graduate School in History and Sociology“.

Noch vor einer gesetzlichen Regelung für NRW wurde ab dem 1. Mai 2007 in den Räumen der Universität ein umfassendes Rauchverbot eingeführt.

Sanierung[Bearbeiten]

Gebäude X

Derzeit finden umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro statt.[3] Das Gebäude X - ein Ersatzneubau für die Fachbereiche Soziologie und Geschichte mit Bibliothek und einer neuen Zentralmensa - wurde im Herbst 2013 fertiggestellt. Die Hörsäle werden seit Oktober 2013 genutzt. Die Fachbibliotheken nahmen ihren Betrieb Ende Mai 2014 auf. Der Einzug der Fakultäten ist für Juni 2014 geplant. Das Studentenwerk startet den Mensabetrieb voraussichtlich im Juli[4][5].

Die für Ende 2013 geplante Einweihung des "Campus Nord", in dem neben einem Forschungsbau "Interaktive Intelligente Systeme" auch die Fachhochschule Bielefeld ansässig sein wird, verzögert sich wegen baulicher Mängel auf unbestimmte Zeit[6].

Nach Inbetriebnahme des Gebäude X soll im Sommer 2014 die Gesamtsanierung des Uni-Hauptgebäudes beginnen. Hierfür ist ein Zeitrahmen von 11 Jahren vorgesehen (als Fertigstellungstermin wird 2025 genannt). Erhalten bleiben soll die zentrale Halle als Kommunikationszentrum und Zugang zu Hörsälen, Bibliothek etc. Fassade und Haupteingang werden neu gestaltet, die einzelnen Gebäudeteile entkernt, Haustechnik und energetische Versorgung komplett erneuert.[7] Das Gebäude gilt derzeit als PCB-belastet, eine Gefährdung gilt allerdings als nicht gegeben, es finden regelmäßig Untersuchungen statt. Zur Verkehrserschließung der Neubauten erfolgte bereits ein Ausbau der Stadtbahnstation Wellensiek, geplant ist außerdem eine Verlängerung dieser Linie bis mindestens zur Schlosshofstraße.

Fakultäten[Bearbeiten]

Hauptgebäude
Zentrale Halle im Hauptgebäude (2004)
Universität von Südwesten aus gesehen, im Vordergrund Gewächshäuser der Fakultät für Biologie.
Siegel der Universität Bielefeld
Fakultät für Chemie

Der Bielefelder Chemiker Achim Müller erhielt 2012 für seine Forschungen mit dem "Advanced Grants" des Europäischen Forschungsrates (ERC) einen der weltweit wichtigsten Forschungspreise für seine Arbeiten im Bereich künstlich erzeugter radförmiger Riesenmoleküle.[8]

Fakultät für Erziehungswissenschaften

An die Fakultät für Erziehungswissenschaft sind die von Hartmut von Hentig gegründeten Versuchsschulen Oberstufen-Kolleg und Laborschule angeschlossen.

Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie

Die Geschichtswissenschaft in Bielefeld hat ebenfalls Weltruf, nicht zuletzt durch die von Hans-Ulrich Wehler und Jürgen Kocka mitbegründete „Bielefelder Schule“ der Sozialgeschichte. Ebenso ist hier Reinhart Koselleck zu nennen, der zu den bekanntesten Geschichtswissenschaftlern im Nachkriegsdeutschland gehörte.

Die philosophische Abteilung zählt mit dem Schwerpunkt Analytische Philosophie und bekannten Dozenten (wie Beckermann, von Savigny, Bittner, Carrier und Wolff) zu den bundesweit bedeutsamsten.

Fakultät für Gesundheitswissenschaften

Die 1994 gegründete erste eigenständige Fakultät für Gesundheitswissenschaften in Deutschland ist nach dem Vorbild amerikanischer „professional schools“ aufgebaut. Sie strebt eine interdisziplinäre Arbeitsweise an und legt ihre Betonung auf berufsverwertbare Grundlagenforschung. Die Bielefeld School of Public Health gehört zu den größten Forschungseinrichtungen dieses Fachgebiets in Deutschland und ist WHO Collaborating Centre.[9] Die Mitglieder der Fakultät sind in zahlreichen Ausschüssen und Kommissionen auf Bundeseben aktiv. Sie stellt u.a. zwei Mitglieder im Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen.[10]

Fakultät für Mathematik

An der mathematischen Fakultät waren mit Bernd Fischer, Friedhelm Waldhausen und Rudolf Ahlswede drei der weltweit herausragenden Vertreter ihrer Spezialdisziplinen (Gruppentheorie, Algebraische Topologie bzw. Informationstheorie) tätig. Reinhard Selten arbeitete am Institut für Mathematische Wirtschaftsforschung und hat die interdisziplinäre Ausrichtung zur Zusammenarbeit mit Biologen und Mathematikern genutzt, um seine spieltheoretischen Arbeiten voranzutreiben. Im Jahre 1994 erhielt Selten den Nobelpreis für Wirtschaft. Ebenfalls an der Fakultät für Mathematik ist der Leibnizpreisträger Thomas Zink tätig.

Fakultät für Soziologie

An der Universität Bielefeld existiert seit 1969 die bundesweit erste und bislang einzige Fakultät für Soziologie. Sie ist in der deutschen Hochschullandschaft eine einzigartige Einrichtung, denn an keiner anderen Universität verfügt das Fach Soziologie über die institutionelle Autonomie einer Fakultät. Die Bielefelder Fakultät für Soziologie stellt eine der größten wissenschaftlichen Institutionen des Faches in Europa dar.[11]

Technische Fakultät

Außerdem ist die Technische Fakultät zu nennen, welche sich zum Beispiel durch die Arbeitsgruppe „Wissensbasierte Systeme“ um Ipke Wachsmuth oder die AG Neuroinformatik um Helge Ritter, der unter anderem 2001 den Leibniz-Preis erhielt, auszeichnet. Das 2007 gegründete CoR-Lab (Cognition and Robotics) bekam nicht nur als erste universitäre Forschungseinrichtung Europas von der Firma Honda zwei ASIMO-Roboter zur Verfügung gestellt, sondern fördert auch junge Wissenschaftler mit einer Graduate School im Bereich Cognition and Robotics.

Eingestellte Studienfächer

In den letzten Jahren wurden die Studiengänge Latein, Katholische Theologie, Romanistik, Osteuropastudien und Geographie geschlossen, um sich auf drittmittelstarke Fächer zu konzentrieren.

Liste aller Fakultäten

Die Universität Bielefeld besteht aus folgenden 13 Fakultäten:

Zentrale wissenschaftliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Weitere zentrale Einrichtungen[Bearbeiten]

  • International Office (ehem. AAA)
  • Service Center Medien (SCM)
  • Hochschul-Rechenzentrum (HRZ)
  • Universitätsarchiv

Bibliothek[Bearbeiten]

Die Universitätsbibliothek befindet sich in der kompletten 1. Etage des Uni-Hauptgebäudes (über alle Gebäudeflügel verteilt). Sie ist mit einem Bestand von weit über 2,1 Millionen Büchern überdurchschnittlich ausgestattet.

2008 wurden in einigen Gebäudekomplexen Asbest gefunden. Nach einer Sanierung und zahlreichen Raumluftproben wurden die Bibliotheken wieder freigegeben und Beschränkungen der Öffnungszeiten aufgehoben.[18][19][20]

Ästhetisches Zentrum[Bearbeiten]

Seit Juli 2003 besteht das Ästhetische Zentrum an der Universität. Das Ästhetische Zentrum bildet für die vielfältigen künstlerischen und kulturellen Aktivitäten der Universität einen gemeinsamen institutionellen Rahmen. Es ist zum einen ein Dienstleistungszentrum für das Management einzelner Aufgaben und Projekte, zum anderen ein Forum, in welchem das ästhetische Engagement und die kulturelle Identität der Universität konzeptuell bedacht und weiterentwickelt werden.

Sonstige zentrale Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Universität besitzt noch eine Anzahl weitere kleiner zentraler Einrichtungen, diese sind unter anderem:

  • Hertz 87,9, einen eigener Radiosender, welcher rund um die Uhr sendet und in weiten Teilen des Stadtgebietes zu empfangen ist
  • ein Internationales Begegnungszentrum (IBZ), welches Unterkünfte für Gastwissenschaftler zur Verfügung stellt
  • eine Betriebskita für die Kinder der Mitarbeiter der Universität

Wissenschaftliche Zeitschriften[Bearbeiten]

Auswahl:

Sonderforschungsbereiche[Bearbeiten]

An der Universität Bielefeld gibt es mehrere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Sonderforschungsbereiche (SFB), das heißt langfristige Forschungsprojekte, bei denen Wissenschaftler aus mehreren Arbeitsgruppen und Disziplinen zusammenarbeiten, um neue Erkenntnisse zu einem eingegrenzten Thema zu erlangen:

SFB 360 Situierte künstliche Kommunikatoren[21] (1993–2005)
Sprecher: Gert Rickheit
Beteiligt: Technische Fakultät
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
SFB 584 Das Politische als Kommunikationsraum in der Geschichte[22] (seit 2001)
Sprecher: Willibald Steinmetz
Beteiligt: Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie
Fakultät für Soziologie
Fakultät für Rechtswissenschaft
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
SFB 613 Physik von Einzelmolekülprozessen und molekularer Erkennung in organischen Systemen[23] (seit 2002)
Sprecher: Dario Anselmetti
Beteiligt: Fakultät für Physik
Fakultät für Chemie
Fakultät für Biologie
SFB 673 Alignment in Communication[24] (seit 2006)
Sprecher: Ipke Wachsmuth
Beteiligt: Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Technische Fakultät
SFB 701 Spektrale Strukturen und Topologische Methoden in der Mathematik[25] (seit 2005)
Sprecher: Friedrich Götze
Beteiligt: Fakultät für Mathematik
SFB 882 Von Heterogenitäten zu Ungleichheiten[26] (seit 2011)
Sprecher: Martin Diewald
Beteiligt: Fakultät für Soziologie

Daneben ist die Universität Bielefeld an einem weiteren Sonderforschungsbereich beteiligt:[27]

SFB 686 Modellbasierte Regelung der homogenisierten Niedertemperatur-Verbrennung[28] (seit 2006)
Federführung: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Beteiligt: Fakultät für Chemie, Katharina Kohse-Höinghaus

Personen[Bearbeiten]

Rektoren[Bearbeiten]

Amtszeit Name Fachbereich/Fakultät
1969–1970 Ernst-Joachim Mestmäcker Rechtswissenschaft
1970–1992 Karl Peter Grotemeyer Mathematik
1992–1996 Helmut Skowronek Psychologie und Sportwissenschaft
1996–2001 Gert Rickheit Linguistik und Literaturwissenschaft
2001–2009 Dieter Timmermann Pädagogik
seit 2009 Gerhard Sagerer Informatik[29]

Leibniz-Preisträger[Bearbeiten]

Der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis ist der international höchstdotierte wissenschaftliche Förderpreis und wird seit 1985 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an in Deutschland arbeitende Wissenschaftler verliehen. Insgesamt wurden acht Wissenschaftler der Universität Bielefeld mit diesem Preis ausgezeichnet:

Jahr Name Forschungsgebiet Anmerkung
1992 Thomas Zink Mathematik gemeinsam mit
Christopher Deninger (Universität Münster)
Michael Rapoport (Universität Wuppertal)
Peter Schneider (Universität zu Köln)
1994 Adrienne Héritier, Helmut Willke Soziologie/Politikwissenschaft
1998 Ute Frevert Neuere Geschichte
2000 Gertrude Lübbe-Wolff Öffentliches Recht
2001 Helge Ritter Neuroinformatik
2007 Bernhard Jussen Mittelalterliche Geschichte
2008 Martin Carrier Wissenschaftsphilosophie

Ehrensenatoren[30][Bearbeiten]

  • 1983 Eberhard Freiherr von Medem (1913–1993), Ministerialdirigent a. D. im Kultusministerium, Mitglied des Gründungsausschusses der Universität
  • 1983 Ernst-Joachim Mestmäcker (geb. 1926), Rechtswissenschaftler, Mitglied des Gründungsausschusses der Universität und Gründungsrektor
  • 1983 Paul Mikat (1924–2011), Rechtswissenschaftler, Kultusminister NRW und Vorsitzender des Gründungsausschusses der Universität
  • 1983 Helmut Schelsky (1912–1984), Soziologe, "Planer" der Universität und Mitglied des Gründungsausschusses der Universität
  • 1989 Eberhard Firnhaber (geb. 1927), Mitglied des Gründungsausschusses und Kanzler der Universität
  • 1989 Hartmut von Hentig (geb. 1925), Pädagoge und Publizist
  • 1989 Reinhart Koselleck (1923–2006), Historiker und Mitglied des Gründungsausschusses der Universität
  • 1989 Werner Maihofer (1918–2009), Rechtswissenschaftler, Politiker und Bundesminister
  • 1992 Karl Peter Grotemeyer (1927–2007), Mathematiker, Rektor der Universität
  • 1994 Dietrich Storbeck (1927–1997), Soziologe
  • 1994 Erich Christian Schröder (1927–2007), Philosoph
  • 1996 Niklas Luhmann (1927–1998), Soziologe
  • 1998 Johannes Rau (1931–2006), Wissenschaftsminister und Ministerpräsident NRW, Bundespräsident
  • 2004 Hans-Ulrich Wehler (1931–2014), Historiker
  • 2009 Franz-Xaver Kaufmann (geb. 1932), Soziologe

Ehrenpromotionen[31][Bearbeiten]

Ehrenbürger[32][Bearbeiten]

  • 1985 Ernst Graumann (1913–1991), Regierungspräsident des Regierungsbezirks Detmold und Vorsitzender der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 1985 Herbert Hinnendahl (1914–1993), Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld und Vorsitzender der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 1985 Heinz-Robert Kuhn (1909–1998), Oberstadtdirektor der Stadt Bielefeld
  • 1996 Harro Heim, Direktor der Universitätsbibliothek Bielefeld
  • 1996 Gerd Seidensticker, Leiter des Unternehmens Seidensticker und Vorsitzender der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 2000 Karen Leffers (*1935), Mitbegründerin und Ehrenvorsitzende des Vereins zur Förderung ausländischer Studierender in Bielefeld[33], Mitglied des Kuratoriums der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 2000 Walter Stich, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Detmold und Vorsitzender des Kuratoriums der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft
  • 2005 Helmut Steiner, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied und Schatzmeister der Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft, Lehrbeauftragter und Honorarprofessor an der Universität Bielefeld

Traditionen[Bearbeiten]

Finnbahn-Meeting[Bearbeiten]

Seit 1982 findet jährlich am letzten Mittwoch im Mai auf einer eigens für diesen Zweck angelegten Finnbahn ein Staffellaufwettbewerb von Angehörigen der universitären Einrichtungen statt. Bei diesem im Rahmen des Lehrprogramms der Sportwissenschaften organisierten Wettbewerb treten etwa 35 Zehnerteams über eine Distanz von 10 km gegeneinander an.

Nacht der Klänge[Bearbeiten]

Jedes Jahr im Juni findet seit 2004 die Nacht der Klänge statt, bei der über das ganze Unigebäude verteilt (vom Schwimmbad bis zur Mensa, vom Keller bis zum 10. Stock) musikalische Gruppierungen der unterschiedlichsten Art auftreten. Etwa 500 Mitwirkende bieten 10.000 Besuchern ihre Künste dar.

Westend-Party[Bearbeiten]

Jeweils am ersten Mittwoch der Vorlesungszeit jedes Semesters findet im Westend der zentralen Unihalle die größte Studentenparty des Semesters mit über 10.000 Gästen statt. Sie wird von Studenten der Fachschaften für Wirtschaftswissenschaften (Wiwi) organisiert.

Hörsaal-Slam[Bearbeiten]

Etwa in der Mitte eines jeden Semesters findet der Bielefelder Hörsaal-Slam statt. Zu dieser Veranstaltung aus dem Bereich der Slam Poetry locken regelmäßig acht überregional tätige und bekannte Künstler bis zu 1.300 Gäste in das AudiMax. Die Organisation und Finanzierung des Hörsaal-Slams teilen sich dabei das Ästhetische Zentrum und Campus TV, sowie die Studenten der Dachfachschaft (vereinigte Fachschaften) der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft.

Studiengebühren[Bearbeiten]

Auf der Grundlage des Gesetzes zur Sicherung der Finanzierungsgerechtigkeit im Hochschulwesen (HFGG), dem Studienbeitragsgesetz, vom 16. März 2006 hat der Senat der Universität Bielefeld in seiner Sitzung am 12. Juli 2006 erstmals eine Studienbeitragssatzung beschlossen, in der die Studienbeiträge nach Länge des bereits absolvierten Studiums gestaffelt waren. Die unterschiedliche Höhe der Studienbeiträge verstieß jedoch nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Minden vom 1. Juni 2007 gegen den im Artikel 3 des Grundgesetzes festgelegten Gleichheitsgrundsatz. Daher wurde am 4. Juli 2007 eine neue Übergangs-Studienbeitragssatzung (10. Juli 2007) verabschiedet. Danach wurden grundsätzlich Studienbeiträge in Höhe von 350 Euro für alle Studenten ab dem Wintersemester 2007/08 bis einschließlich Sommersemester 2009 erhoben. In der Sitzung am 4. Februar 2009 hat der Senat der Universität die Höhe der Studienbeiträge von 350 Euro bestätigt, sodass ab dem Wintersemester 09/10 diese Regelung unbefristet galt. Der NRW-Landtag hat am 24. Februar 2011 die Abschaffung von Studiengebühren und deren Ersatz durch entsprechende Landesmittel für die Hochschulen mit den Stimmen der SPD, Grünen und Linken beschlossen. Seit dem Wintersemester 2011/2012 werden keine Studiengebühren mehr erhoben.

Als an der Universität Bielefeld zum Wintersemester 2006/07 Studienbeiträge eingeführt werden sollten, protestierten zahlreiche Studenten und besetzten das Rektorat und die Unihalle jeweils für einen Monat. Zahlreiche Gruppen und Privatpersonen, bspw. Konstantin Wecker, zeigten sich daraufhin solidarisch mit den protestierenden Studenten. Des Weiteren kam es zu großen Protestaktionen wie der Wanderausstellung, die in der Universität Paderborn startete und nun über Bielefeld nach Münster weitergeleitet wurde. Die Besetzung war allerdings auch unter den Studenten umstritten: Viele Studenten teilten zwar die ablehnende Haltung der Besetzer gegenüber Studiengebühren, zweifelten aber angesichts der universitären Strukturen an der Wirksamkeit der Besetzung. Bei einer durch den AStA und das StuPa durchgeführten Urabstimmung votierten ca. 94 Prozent der Abstimmenden gegen die Einführung von Studiengebühren an der Bielefelder Universität und gaben somit den verantwortlichen Studenten auf politischer Ebene Rückendeckung. Die Wahlbeteiligung betrug 22,4 Prozent. Dies sind ca. 10% mehr als bei den jährlichen Wahlen zum Studierendenparlament.

Im Juli 2006 stürmten Studenten die Senatssitzung zur formellen Beschließung der Studienbeiträge, dabei wurde einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ein Generalschlüssel zum Uni-Hauptgebäude gestohlen. Die Studenten sollten durch mehrere „Ringe“ des Sicherheitsdienstes gehindert werden, an der öffentlichen Sitzung teilzunehmen. In den Wochen nach der Senatssitzung wurden unter mutmaßlicher Verwendung des Generalschlüssels neben anderen Straftaten mehrfach Toiletten im Universitätsgebäude und der Privatwagen des Rektors Dieter Timmermann durch Brandlegung beschädigt, sowie Büros und Fassaden der Privatwohnungen von Professoren mit Fäkalien beschmiert [34] - die Polizei ermittelte unter anderem auch gegen einen Mitarbeiter des Prodiac-Sicherheitsdienstes der Universität. Der Diebstahl des Generalschlüssels hatte Kosten von mehreren Hunderttausend Euro zur Folge, da das Schließsystem teilweise ausgetauscht werden musste.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Stadtbahnhaltestelle „Universität“ mit Parkhaus bei Nacht

Die Universität ist aus der Innenstadt mit der Stadtbahn erreichbar:

Linie 4 Lohmannshof – UniversitätHauptbahnhofJahnplatz – Rathaus.

Die Stadtbuslinie 31 bedient die Ortsteile Gellershagen und Schildesche. In Babenhausen Süd (Stadtbahn) bestehen Anschlüsse in Richtung Jöllenbeck, Enger und Spenge. An der Wertherstraße (kurzer Fußweg) verkehren die Regionalbuslinien 21 und 62 nach Werther und Borgholzhausen. Außerdem besteht mit der Nachtbuslinie N1 Anschluss an das Nacht- und Frühverkehrsnetz (Sonntags bis 8.30 Uhr).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Zwischenstation: Universität Bielefeld 1979. - Bielefeld: Pfeffer, 1979.
  • Die humane Universität. Bielefeld 1969–1992: Festschrift für Karl-Peter Grotemeyer / hrsg. von Andreas Dress; Eberhard Firnhaber; Hartmut von Hentig; Dietrich Storbeck. - Bielefeld: Westfalen-Verlag, 1992.
  • Reformuniversität Bielefeld: 1969–1994. Zwischen Defensive und Innovation / hrsg. von Peter Lundgreen. - Bielefeld: Verlag f. Regionalgeschichte, 1994.
  • Martin Löning, Gerhard Trott: Die Universität Bielefeld. Eine Geschichte in Bildern. - Erfurt: Sutton Verlag, 2003. ISBN 3-89702-628-7.
  • Veit Mette: Universität Bielefeld. Ebene 0. (deutsch-englisch = Level 0) / hrsg. von Ulrike Davy und Heike Piehler. Mit einer Einf. von Walter Kellein. - Bielefeld / Leipzig : Kerber-Verlag, 2007.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Bielefeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Referenzen[Bearbeiten]

  1. a b c Zahlen-Daten-Fakten der Universität
  2. http://www.timeshighereducation.co.uk/world-university-rankings/
  3. Campus Bielefeld 2025
  4. UB Bielefeld Blog: Fachbibliotheken im Gebäude X seit dem 28. Mai geöffnet
  5. uni.aktuell: Ersatzneubau erhält Bezeichnung "Gebäude X"
  6. FH-Umzug auch 2014 völlig ungewiss, Neue Westfälische vom 18. Dezember 2013
  7. http://ekvv.uni-bielefeld.de/blog/uniaktuell/entry/mammutaufgabe_modernisierung_der_universit%C3%A4t_bielefeld
  8. Pressemitteilung der Universität Bielefeld vom 17. Oktober 2012, abgerufen am 19. Oktober 2012
  9. http://www.uni-bielefeld.de/gesundhw/fakultaet/4_was_besonders.html/
  10. http://www.svr-gesundheit.de/
  11. http://www.uni-bielefeld.de/soz/fakultaet/
  12. http://www.cebitec.uni-bielefeld.de/
  13. http://www.cit-ec.de/
  14. http://www.cor-lab.de/
  15. https://www.uni-bielefeld.de/cias/
  16. http://www.uni-bielefeld.de/iwt
  17. http://www.uni-bielefeld.de/%28en%29/theologie/forschung/religionsforschung/
  18. Informationsseiten der Universität Bielefeld zu den Asbestfunden ab März 2008
  19. uni.aktuell: Fünf von acht Teilbibliotheken kehren zum regulären Betrieb zurück
  20. uni.aktuell: Auch Bibliothek in den Bauteilen U und V freigegeben
  21. http://www.sfb360.uni-bielefeld.de/ – Informationen zum SFB 360
  22. http://www.uni-bielefeld.de/geschichte/sfb584/ – Informationen zum SFB 584
  23. http://www.uni-bielefeld.de/sfb613/ – Informationen zum SFB 613
  24. http://www.sfb673.org/ – Informationen zum SFB 673
  25. http://www.math.uni-bielefeld.de/sfb701/ – Informationen zum SFB 701
  26. http://www.sfb882.uni-bielefeld.de/ – Informationen zum SFB 882
  27. Statistisches Jahrbuch der Universität Bielefeld 2006, Redaktionsschluss: 20. Juni 2006
  28. http://www.sfb686.rwth-aachen.de/ – Informationen zum SFB 686
  29. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatProfessor Gerhard Sagerer tritt Amt als Rektor an. In: uni.aktuell. Universität Bielefeld, 1. Oktober 2009, abgerufen am 2. Oktober 2009.
  30. Liste aller Ehrensenatoren der Universität Bielefeld
  31. Liste aller Ehrenpromotionen der Universität Bielefeld
  32. Liste der Ehrenbürger auf der Internetseite der Universität Bielefeld, abgerufen am 3. August 2011
  33. Vorstand des Vereins zur Förderung ausländischer Studierender
  34. Generalschlüssel auf Abwegen: Kuhfladen im Professorenbüro verteilt, abgerufen am 24. Januar 2014

52.0377777777788.4930555555556Koordinaten: 52° 2′ 16″ N, 8° 29′ 35″ O