Universität Hildesheim

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Universität Hildesheim
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Gründung 1946 bzw. 2003
Trägerschaft Stiftung öffentlichen Rechts
Ort Hildesheim
Bundesland Niedersachsen
Staat Deutschland
Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich
Studenten 6.048 WS 2012/13[1]
Website www.uni-hildesheim.de

Die Universität Hildesheim ist eine Stiftungsuniversität in Hildesheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Hervorgegangen ist sie aus einer 1946 gegründeten pädagogischen Hochschule Alfeld, die 1970 als Abteilung der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen nach Hildesheim verlegt, 1978 als wissenschaftliche Hochschule Hildesheim wieder selbständig und 1989 zur Universität Hildesheim wurde. Am 1. Januar 2003 ist die Körperschaft Universität Hildesheim von der Trägerschaft des Landes Niedersachsen in die Trägerschaft der öffentlich-rechtlichen Stiftung Universität Hildesheim übergegangen und wurde eine der ersten Stiftungsuniversitäten in Deutschland. Diesen Schritt zur Stiftungshochschule haben zeitgleich vier andere Hochschulen in Niedersachsen vollzogen. Präsident der Stiftung ist Wolfgang-Uwe Friedrich.

Der Frauenanteil unter den Studenten liegt aufgrund der angebotenen Studiengänge traditionell deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Im Grundschullehramt sind es beispielsweise fast 90 %,[2] insgesamt sind es über 75 %. Der Anteil an Professorinnen liegt mit rund 40 Prozent deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt.

Innerhalb von zehn Jahren konnte die Universität von 2002 bis 2012 ein starkes Wachstum verzeichnen. So stiegen die Studierendenzahlen um 60% von 3.785 auf 6.055 Studierende, die Zahl der Professoren wuchs von 50 auf 77 an, die Zahl der Lehrveranstaltungen konnte verdoppelt werden. Einen noch deutlicheren Anstieg gab es bei den Erträgen im Bereich der Drittmittel, die um 353% gesteigert wurden.[3]

Fachbereiche & Institute[Bearbeiten]

Die Universität Hildesheim gliedert sich in vier Fachbereiche, denen 27 Institute zugeordnet sind.[4]

Fachbereich I: Erziehungs- und Sozialwissenschaften[Bearbeiten]

  • Institut für Erziehungswissenschaft (Abt. Angewandte Erziehungswissenschaft, Abt. Allgemeine Erziehungswissenschaft)
  • Institut für Grundschuldidaktik und Sachunterricht
  • Institut für Psychologie
  • Institut für Sozialwissenschaften
  • Institut für Katholische Theologie
  • Institut für Evangelische Theologie
  • Institut für Geschichte
  • Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
  • Institut für Sportwissenschaft

Fachbereich II: Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation[Bearbeiten]

  • Institut für Kulturpolitik
  • Institut für Philosophie
  • Institut für Literarisches Schreiben und Literaturwissenschaft
  • Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur
  • Institut für Musik und Musikwissenschaft
  • Institut für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft

Fachbereich III: Sprach- und Informationswissenschaften[Bearbeiten]

  • Institut für deutsche Sprache und Literatur
  • Institut für englische Sprache und Literatur
  • Institut für Interkulturelle Kommunikation
  • Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation
  • Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie

Fachbereich IV: Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik[Bearbeiten]

  • Institut für Biologie und Chemie
  • Institut für Geographie
  • Institut für Physik
  • Institut für Technik
  • Institut für Mathematik und Angewandte Informatik
  • Institut für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik
  • Institut für Informatik

Studienangebot[Bearbeiten]

Das Fächerspektrum umfasst Studiengänge in den Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Sprach- und Informationswissenschaften sowie in Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik.

Heute sind im Studiengang „Lehramt an Grund- Haupt- und Realschulen“ (Bachelor/Master) etwa 40 Prozent der Studierenden eingeschrieben. Rund 75,8 % dieser Studierenden sind weiblich.

Im Fachbereich Informations- und Kommunikationswissenschaften werden die Bachelor-Studiengänge Internationale Kommunikation und Übersetzen (IKÜ) und Internationales Informationsmanagement (IIM) angeboten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit den Master-Studiengang Internationale Fachkommunikation – Sprachen und Technik (SuT) zu studieren.

Eine Vorreiterrolle übernahm die Hildesheimer Universität bei der Einführung der international orientierten Abschlüsse Bachelor und Master. Schon zum 1. Oktober 1998 wurde mit dem Weiterbildungsstudiengang "Informationstechnologie (IT)" erstmals ein Master-Studiengang mit dem Abschluss "Master of Science" (M.Sc.) eingeführt, der 2005 erfolgreich evaluiert und als Weiterbildungsstudiengang "Bildungs- und Informationstechnologie (BIT)" reakkrediert wurde. Seit dem Wintersemester 2000/01 existiert ein grundständiger Bachelor-Studiengang Informationsmanagement und Informationstechnologie (IMIT).

Weitere Studiengänge bestehen im Bereich der Geistes- und Kulturwissenschaften. Bundesweit einzigartige Bachelor-Studiengänge sind Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis, Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus, Szenische Künste und Philosophie-Künste-Medien sowie die Master-Studiengänge Inszenierung der Künste und Medien, Kulturvermittlung, Literarisches Schreiben sowie Philosophie und Künste interkulturell.

Kulturcampus Domäne Marienburg der Stiftung Universität Hildesheim

Der Fachbereich Mathematik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Informatik bietet u. a. die Studiengänge Informationsmanagement und Informationstechnologie sowie Wirtschaftsinformatik an.

Am Institut für Informatik gibt es das Angebot eines Jungstudiums in den Studiengängen IMIT bzw. Wirtschaftsinformatik,[5] die ersten Schüler konnten 1999 regulär an Veranstaltungen teilnehmen.

Forschungszentren[Bearbeiten]

Die Universität Hildesheim hat sechs Forschungszentren.[6]

Center for World Music[Bearbeiten]

Das Center for World Music, die musikethnologische Forschungseinrichtung der Stiftung Universität Hildesheim, zählt über 6000 Musikinstrumente aus aller Welt, rund 50.000 Tonträger und mehr als 10.000 Bücher zur Musikethnologie. Es steht für musikethnologische Forschung und interkulturelle Musikvermittlung und leistet einen Beitrag zur Verständigung der Kulturen. Direktor ist Raimund Vogels, Professor für Musikethnologie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und Träger des Niedersächsischen Wissenschaftspreises 2008.

Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung[Bearbeiten]

Das Centrum für Bildungs- und Unterrichtsforschung (CeBU) initiiert, fördert und kommuniziert die Bildungs- und Unterrichtsforschung in den Fachgebieten der Universität und bündelt somit interdisziplinäre sowie innovationsorientierte Kooperationen. Unter expliziter Bezugnahme auf Bildungsprozesse wird Lehr-Lern-, Erziehungs- und Sozialisationsforschung im breiten Spektrum der dazu bereitstehenden und der im Entstehen begriffenen Organisationsformen untersucht.

Forum Fachdidaktische Forschung[Bearbeiten]

Das Forum Fachdidaktische Forschung fördert als Forschungszentrum innerhalb des CeBU die interdisziplinäre fachdidaktische Forschung mit dem Ziel, die Qualität von Forschung und Lehre in den Fachdidaktiken zu stärken und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Das Forum vernetzt verschiedene fachdidaktische Fragestellungen und fördert den Wissenstransfer sowohl zwischen den Fachdidaktiken als auch mit den Fach- und Bildungswissenschaften.

Herder-Kolleg – Zentrum für transdisziplinäre Kulturforschung[Bearbeiten]

An der Universität Hildesheim hat sich über drei Jahrzehnte ein Schwerpunkt in den Kulturwissenschaften entwickelt, der wissenschaftliche und ästhetische beziehungsweise künstlerische Praxis erkenntnisinnovativ verbindet. Die Lehr- und Forschungsansätze entstehen im Verbund von Theater-, Musik-, Medien- und Literaturwissenschaften sowie Bildender Kunst, Kulturpolitik, Philosophie und Sprachwissenschaften. Gebündelt werden sie im 2009 gegründeten „Herder-Kolleg. Zentrum für transdisziplinäre Kulturforschung“.

Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen[Bearbeiten]

2007 wurde an der Stiftung Universität Hildesheim das Kompetenzzentrum Frühe Kindheit Niedersachsen gegründet. Die Universität hat im Schwerpunkt Erziehungs- und Sozialwissenschaften langjährige Erfahrungen und stellt ihre Expertise niedersachsen- und bundesweit mit dem Forschungszentrum zur Verfügung. Das Zentrum ist Plattform für Forschungsvorhaben, für den interdisziplinären und internationalen Austausch, für die wissenschaftliche Nachwuchsförderung, für regionale Vernetzung und für die Unterstützung von Professionalisierungsbemühungen in den Handlungsfeldern. Erforscht wird die Pädagogik der frühen Kindheit, die kindliche Entwicklung, die soziale Lage von Kindern, die Organisation von Bildungssettings und ihre rechtliche Verankerung. Auf dieser Basis können wichtige Grundlagen für die Förderung frühkindlicher Bildung und Entwicklung erarbeitet werden.

Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterstudien (ZIF)[Bearbeiten]

Das ZIF ist eine gemeinsame Einrichtung der HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen und der Universität Hildesheim. Ziel ist es, an den kooperierenden Hochschulen Frauen- und Geschlechterforschung in Lehre und Forschung unter Berücksichtigung möglichst vieler wissenschaftlicher Disziplinen zu integrieren, zu institutionalisieren, auszubauen und zu fördern sowie ein Netzwerk regionaler, nationaler und internationaler Kontakte zu entwickeln und zu pflegen.

Ehrendoktorwürden[Bearbeiten]

Folgende Personen haben von der Universität die Ehrendoktorwürde verliehen bekommen:

Darüber hinaus verlieh die Universität an Heiko Klinge und Georg Olms die Ehrensenatorwürde und an Gerald Frank die Ehrenbürgerwürde.

Bekannte Dozenten[Bearbeiten]

Bekannte Studenten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. Universität Hildesheim: Informationen zum Projekt 'Männer und Grundschullehramt'
  3. Universität Hildesheim: Über uns. Abgerufen am 18. Februar 2014
  4. Universität Hildesheim: Übersicht Fachbereiche & Institute
  5. Universität Hildesheim: Informationen zum Jungstudium in den Studiengängen IMIT und WINF
  6. Universität Hildesheim: Forschungszentren [1]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stiftung Universität Hildesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.1333333333339.975Koordinaten: 52° 8′ 0″ N, 9° 58′ 30″ O