Universität Koblenz-Landau

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Universität Koblenz-Landau
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Gründung 1990
Ort Koblenz und Landau
Bundesland Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Präsident Roman Heiligenthal
Studenten 14.133[1](WS 2012/13)
Mitarbeiter 918 (WS 2012/13)
davon Professoren 164 (WS 2012/13)
Jahresetat 68.891.715 EUR
(Drittmittel: 15.175.583 EUR, 22,02 %)
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.uni-koblenz-landau.de

Die Universität Koblenz-Landau, in den Jahren 1969 bis 1990 Erziehungswissenschaftliche Hochschule Rheinland-Pfalz, seit 1970 zu Promotion wie Habilitation befugt, bis 1978 mit drittem Campus in Worms, ist eine Universität mit Sitz ihres Präsidenten in Mainz, die aus sechs Pädagogischen Hochschulen in Rheinland-Pfalz hervorging und seit der zweiten Hälfte der 1970er Jahre neben Pädagogen auch Psychologen und Informatiker ausbildet.[2]

Im Wintersemester 2012/2013 waren an ihr insgesamt 14.133 Studierende eingeschrieben, davon 7.220 in Koblenz (Stadtteil Metternich) und 6.913 in Landau in der Pfalz. Zusammen entspricht die Anzahl ungefähr jener der Universität Trier oder der Universität Kaiserslautern und einem Drittel der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Geschichte und Struktur[Bearbeiten]

Blick von der Metternicher Eule auf den Campus Koblenz
Blick vom Studentenwohnheim auf den Campus Koblenz
Universitätsbibliothek Koblenz

Die 1990 gegründete Universität fußt auf mehreren Vorgängerinstitutionen in Koblenz. 1903 wurde in Koblenz mit dem Königlich Preußischen Lehrerinnenseminar eine erste Bildungsstätte für Lehrkräfte gegründet, aber schon 1925 wieder geschlossen. Während des Nationalsozialismus wurde wieder Lehrerbildung betrieben, jedoch auf niedrigem Niveau. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Pädagogische Akademie gegründet, welche 1960 in eine Pädagogische Hochschule umgewandelt wurde. Diese ging dann in der 1969 gegründeten Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz (EWH) auf, welche neben Landau und Koblenz auch Abteilungen in Mainz und in Worms hatte. Die beiden letzteren Abteilungen waren bereits vor der Gründung Universität Koblenz-Landau aufgelöst worden.

Bundesweit einmalig ist die Struktur mit zwei ca. 150 Kilometer voneinander entfernten Abteilungen und einem gemeinsamen Präsidialamt in Mainz. Die Universitätsleitung besteht aus einer kollegialen Hochschulleitung (Stand WS 2012/13) mit dem Präsidenten Roman Heiligenthal, dem Vizepräsidenten für Studium, Planung, Finanzen und Organisation J. Felix Hampe (Koblenz), dem Vizepräsidenten für Forschung, Wissenstransfer, wissenschaftlichen Nachwuchs und Internationalisierung Ralf Schulz (Landau) und der Kanzlerin Simone Mertel-Scherer.

Die beiden Abteilungen haben je vier Fachbereiche, die in Koblenz beginnend für beide Abteilungen durchgehend gezählt werden:

Koblenz: Fachbereich 1: Bildungswissenschaften, Fachbereich 2: Philologie / Kulturwissenschaften, Fachbereich 3: Mathematik / Naturwissenschaften, Fachbereich 4: Informatik

Landau: Fachbereich 5: Erziehungswissenschaften, Fachbereich 6: Kultur- und Sozialwissenschaften, Fachbereich 7: Natur- und Umweltwissenschaften, Fachbereich 8: Psychologie

Die FB 1 bis 3 und 5 bis 7 sind dabei jeweils ähnlich aufgebaut, setzen aber eigene Schwerpunkte in Forschung und Lehre. Trotzdem ähnelt die Struktur der Universität immer noch in vielen Punkten der einer Pädagogischen Hochschule, was sich auch in der Personalstruktur der Fachbereiche und Institute niederschlägt. Jedoch hat in dieser Beziehung in den letzten Jahren ein deutlich bemerkbarer Strukturwandel eingesetzt. Zurzeit studieren ca. 62 % der Studierenden der Universität Lehramtsstudiengänge.

Bei Ausschachtungsarbeiten für den Neubau eines Zentralgebäudes der Universität Koblenz-Landau wurde am 20. Mai 1999 eine britische 1800 kg schwere Luftmine gefunden. Dies war einer der größten Bombenfunde nach dem Zweiten Weltkrieg in Koblenz und führte bei der Entschärfung zur bis dahin größten Evakuierung der Bevölkerung.[3] Nach dem Umzug der Universität vom Koblenzer Stadtteil Oberwerth in den Stadtteil Metternich im Jahr 2002 besitzt sie in Koblenz einen der neuesten Campus in Deutschland. In Landau konnten 2004 neue Gebäude zusätzlich zum alten Campus in Betrieb genommen werden. Weitere kamen im Jahr 2010 hinzu, als neuer „Aufgang von der Stadt zum Campus“. Der Hauptcampus wird gerade modernisiert und erweitert.

Die Universität heute[Bearbeiten]

Aufgang zwischen den Gebäuden I und K am Campus Landau

Seit 1990 hat sich die Zahl der Studierenden verdreifacht. Inzwischen sind knapp 15.000 Studierende eingeschrieben, jeweils etwa die Hälfte in Koblenz und in Landau.

Die Universität hat ein DFG-Graduiertenkolleg, eine Graduiertenschule und ein Interdisziplinäres Promotionszentrum zur Qualifikation von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern eingerichtet.

Schwerpunkte in Forschung und Lehre[Bearbeiten]

Die Universität setzt ihre Lehrschwerpunkte in beiden Abteilungen in die Lehrerbildung sowie die Erziehungswissenschaften. Die Forschung spezialisierte sich in Koblenz auf BioGeoWissenschaften, Informatik, Computervisualistik, Gesundheitsmanagement, Informationsmanagement, Kulturwissenschaften, Kultursoziologie, Kunst und Pädagogik, während in Landau hauptsächlich in den Bereichen Psychologie, Sozialwissenschaften und Umweltwissenschaften geforscht wird.

Studiengänge[Bearbeiten]

Als einzige Universität in Rheinland-Pfalz bietet die Universität Koblenz-Landau Lehramtsstudiengänge für alle Schularten an.[4]

Im Bereich der Weiterbildung existieren sowohl (Fern-)Studiengänge und Kurse als auch Seminare. Die meisten Angebote sind berufsbegleitend angelegt.

Bachelorstudiengänge[Bearbeiten]

  • Angewandte Naturwissenschaften
  • Betriebswirtschaftslehre
  • BioGeoWissenschaften
  • Computervisualistik
  • Erziehungswissenschaft
  • Informatik
  • Informationsmanagement
  • Kulturwissenschaft
  • Kunstwissenschaft und Bildende Kunst
  • Erziehungswissenschaft
  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Sozialwissenschaften
  • Umweltwissenschaften
  • Wirtschaftsinformatik
  • Zwei-Fach-Bachelor

Masterstudiengänge[Bearbeiten]

  • BioGeoWissenschaften
  • Computervisualistik
  • Ceramic Science and Engineering
  • Ecotoxicology
  • E-Government
  • Erziehungswissenschaft
  • Energiemanagement (ZFUW)
  • Informatik
  • Informationsmanagement
  • Kulturwissenschaft
  • Psychologie
  • Sozial- und Kommunikationswissenschaften [5]
  • Umweltwissenschaften
  • Web Science [6]
  • Wirtschaftsinformatik
  • Dual Master Programm "International Cognitive Visualization" (in Kooperation mit der Universität Grenoble und der California State University Chico)

Lehramtsstudiengänge[Bearbeiten]

  • Lehramtsbezogener Bachelorstudiengang
  • Lehramtsbezogene Masterstudiengänge
  • Lehramt an Berufsbildenden Schulen

Berufsbegleitende Weiterbildungen[Bearbeiten]

Das Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung (ZFUW)[7] ist eine seit 1991 bestehende zentrale Einrichtung der Universität Koblenz-Landau. Es ist die älteste Fernstudieneinrichtung an Hochschulen in Rheinland-Pfalz und hat sich auf das Angebot postgradualer Fernstudiengänge spezialisiert, bietet daneben aber auch einsemestrige Fernstudienkurse mit Zertifikatsabschluss oder Weiterbildungen im Präsenzformat (z.B. Seminare) an. Die Konzentration auf Fernstudiengänge und -kurse dient dem Zweck, eine akademische Weiterqualifizierung neben beruflichen oder anderweitigen Verpflichtungen zu ermöglichen. Das Bildungsformat bei einem Fernstudium folgt dabei dem 'Blended Learning-Konzept', d.h. einer Kombination aus Phasen des angeleiteten Selbststudiums mit Hilfe schriftlicher Lernunterlagen und Präsenzphasen.

Bereich Energie[Bearbeiten]

Bereich Gesundheit[Bearbeiten]

Universitätszertifikatslehrgang „Gesundheitsmanager (univ.)“[Bearbeiten]

Der am Campus Landau angebotene, berufsbegleitende Universitätszertifikatslehrgang zum „Gesundheitsmanager (univ.)“ gliedert sich in acht zweitägige Präsenzseminare. Es werden, von einem psychologischen Ansatz ausgehend, Aspekte des Gesundheitsmanagements gelehrt. Die Referenten sind in Forschung und Lehre ausgewiesene Wissenschaftler der Universität Koblenz-Landau sowie kompetente und erfahrene Experten aus der Praxis. Der Lehrgang beinhaltet folgende Module, die auch einzeln belegt werden können:

Bereich Management[Bearbeiten]

Bereich Umwelt[Bearbeiten]

  • Weiterbildender Fernstudiengang „Angewandte Umweltwissenschaften (Dipl.)“ (Postgraduales Diplom-Fernstudium)
  • Fernstudienkurs „Europäisches Umweltrecht“
  • Fernstudienkurs „Betriebsbeauftragte für Abfall“
  • Fernstudienkurs „Betriebsbeauftragte für Gewässerschutz“
  • Fernstudienkurs „Betriebliches Umweltmanagement und Umweltökonomie“
  • Fortbildung „Grundwasserökologie“

Ehemalige Studiengänge[Bearbeiten]

Für die Region Koblenz und für viele ihrer Absolventen sehr bedeutsame Studiengänge, wie Kunstpädagogik, Lehramt Kunst, Sozialkunde und der postgraduale Master of Arts in Gesundheitsmanagement sind eingestellt worden. Aufgrund der im Juli 2012 vom Senat beschlossenen Konzentration des Fachs Musik am Campus Koblenz hat das Institut für Musikwissenschaft und Musik am Campus Landau zum WS 2012/13 die letzten Musikstudenten aufgenommen.[8]

Bekannte Professoren[Bearbeiten]

Studentische Projekte auf dem Campus Landau[Bearbeiten]

Amnesty International; Campus Radau (Uni-Radio); Objektiv (filmische Dokumentationen); Umweltgruppe; Queerulanten; Uni-Kino; Uni-Kneipe „Fatal“; Sommercafé; Hochschulsport[9]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Fachberichte Informatik (ISSN 1860-4471, bis 2006)[10]
  • Arbeitsberichte Informatik (ISSN (Print) 1864-0346, ISSN (Online) 1864-0850, ab 2007)[11]
  • Landauer Schriften zur Kommunikations- und Kulturwissenschaft[12]
  • Koblenzer Geographisches Kolloquium[13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Koblenz-Landau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen, Daten, Fakten
  2. Chronik. Universität Koblenz-Landau. 30. November 2012. Abgerufen am 22. März 2014.
  3. Mai 1999 - Der Bombenfund in: uni-koblenz.de
  4. siehe Uni-Homepage Universität Koblenz-Landau, Lehramtsstudiengänge (Bachelor/Master of Education). Stand: März 2013
  5. Universität Koblenz-Landau, Institut für Sozialwissenschaften, abgerufen am 15. Juni 2012.
  6. WeST, Information about the Master Programme in Web Science
  7. s. Universität Koblenz-Landau, Zentrum für Fernstudien und Universitäre Weiterbildung, Fernstudiengänge
  8. Institut für Musikwissenschaft und Musik der Universität Koblenz-Landau, Abteilung Landau, abgerufen am 15. September 2013
  9. uni-landau.de: AHS, letzter Abruf: Mai 2010
  10. uni-koblenz-landau.de: Fachberichte Informatik, letzter Abruf: Mai 2010
  11. uni-koblenz-landau.de: Arbeitsberichte aus dem Fachbereich Informatik, letzter Abruf: Mai 2010
  12. uni-landau.de: Landauer Schriften zur Kommunikations- und Kulturwissenschaft, letzter Abruf: Mai 2010
  13. uni-koblenz-landau.de: Koblenzer Geographisches Kolloquium, letzter Abruf: Juli 2012

(Campus Koblenz)50.3636111111117.5591666666667 (Campus Landau)49.2044444444448.1086111111111