Universität Luzern

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Universität Luzern
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Gründung 2000 (1574 Gründung des Jesuitenkollegiums Luzern)
Trägerschaft staatlich, kantonal
Ort Luzern, Schweiz
Rektor Paul Richli
Studenten 2794 (HS 2012)[1]
Mitarbeiter 447 (HS 2011)[2]
davon Professoren 70 (HS 2011)
Netzwerke swissnex, Netzwerk Schweizer Wissenschaftsräte im Ausland (HS 2011)[3]
Website www.unilu.ch

Die Universität Luzern gehört mit 2794 Studierenden sowie 70 Professuren zu den kleinsten der Schweiz. Dennoch geniesst sie in manchen Bereichen, etwa mit ihrem Institut für Jüdisch-Christliche Forschung, internationales Ansehen. Seit ungefähr 1600 gibt es in Luzern Studiengänge für Philosophie und Theologie. Neben der Theologischen Fakultät und der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (ehemals Geisteswissenschaftliche Fakultät) gibt es seit 2001 auch eine Rechtswissenschaftliche Fakultät.

Geschichte[Bearbeiten]

Nachdem die katholische Elite mit der Reformation die Universität Basel als Bildungsstätte verlor, wurde auf Anregung von Karl Borromäus 1574 das Jesuitenkollegium Luzern gegründet. Mit der Gründung der Universität Freiburg 1889 sanken Luzerns Chancen auf eine eigene Universität. Um 1920 wurde das Projekt einer gesamtschweizerischen katholischen Universität mit Fakultäten in Freiburg und Luzern verfolgt, aber ohne Erfolg. Auch das Projekt einer konfessionsneutralen Universität scheiterte 1978 in einer Volksabstimmung. Ab 1973 anerkannte der Bundesrat die theologische Fakultät als Hochschule. Das 1985 dazugekommene Philosophische Institut wurde mit dem 1989 geschaffenen Lehrstuhl für Geschichte 1993 zur geisteswissenschaftlichen Fakultät erhoben. Im Jahr 2000 wurde das neue Universitätsgesetz vom Luzerner Stimmvolk gutgeheissen. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Oktober 2000 wurde die bisherige Hochschule zur Universität.[4] 2001 wurde die rechtswissenschaftliche Fakultät gegründet. Im Jahre 2005 erfolgte die gesamtschweizerische Anerkennung durch den Bundesrat.

Im Frühling 2006 wurde zuerst vom Stimmvolk der Stadt Luzern einer Umzonung des Grundstücks und einem Standortbeitrag von acht Millionen Schweizer Franken zugestimmt. Im November 2006 stimmte die Bevölkerung des Kantons dem Umbaukredit von rund 140 Millionen Schweizer Franken zu. Von dieser Summe entfiel rund ein Drittel auf den Kanton Luzern. Die Umbauarbeiten begannen 2007 und wurden 2011 abgeschlossen. Im September zog die Universität zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz von ihren über die Stadt verteilten Standorten in das umgebaute Postbetriebsgebäude beim Bahnhof Luzern, welches aufgrund der Verlagerung des Briefpostzentrums nach Härkingen nicht mehr gebraucht wurde. Seit September 2011 befinden sich alle Fakultäten und Institute an einem zentralen Standort an der Frohburgstrasse 3, dem vorherigen Postbetriebsgebäude.

Struktur[Bearbeiten]

Die Universität Luzern besteht aus drei Fakultäten, denen zahlreiche Institute, Seminare und Forschungsstellen zugeordnet sind.

Theologische Fakultät[Bearbeiten]

  • Institut für Jüdisch-Christliche Forschung
  • Institut für Sozialethik
  • Ökumenisches Institut
  • Religionspädagogisches Institut (das in Zusammenarbeit mit Pädagogische Hochschule Luzern eine Ausbildung zum Religionslehrer anbietet)
  • Theologisches Seminar
  • Institut für kirchliche Weiterbildung
  • Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik

Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten]

  • Ethnologisches Seminar
  • Health Sciences and Health Policy
  • Historisches Seminar
  • Seminar für Kulturwissenschaften und Wissenschaftsforschung
  • Ökonomisches Seminar
  • Philosophisches Seminar, mit den Schwerpunkten Politische Philosophie (Martin Hartmann) und Philosophie des Geistes, Sprachphilosophie und Erkenntnistheorie (Christiane Schildknecht)
  • Politikwissenschaftliches Seminar
  • Religionswissenschaftliches Seminar
  • Soziologisches Seminar; eines der grössten der Schweiz, mit methodologischer Ausrichtung (Rainer Diaz-Bone)

Rechtswissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten]

  • Center for Conflict Resolution
  • Center for Law and Sustainability
  • Forschungsstelle für internationalisiertes und europäisiertes Privatrecht
  • icall – International Communications and Art Law Lucerne
  • Institut für Unternehmensrecht
  • lucernaiuris – Institut für Juristische Grundlagen
  • Luzerner Zentrum für Sozialversicherungsrecht
  • value Forschungsstelle für europäisches Recht
  • Zentrum für Recht und Gesundheit
  • Zentrum für Religionsverfassungsrecht

Studiengänge[Bearbeiten]

Alle Studiengänge der Universität Luzern sind zweistufig. Nach sechs Semestern schliessen die Studierenden mit dem Bachelor ab. Nach weiteren drei bis vier Semestern erlangen sie den Master. Die Studienleistungen werden mit Credit Points gemessen.

Theologische Fakultät[Bearbeiten]

An der Theologischen Fakultät lässt sich katholische Theologie im Bachelor und Master studieren, Religionspädagogik im Bachelor, Religionslehre, Kirchenmusik und Religion-Wirtschaft-Politik im Master.

Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten]

Die Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät bietet Bachelor- und Master-Studiengänge in den folgenden Fächern an:

Ebenfalls an der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät können die folgenden integrierten Studiengänge besucht werden:

Rechtswissenschaftliche Fakultät[Bearbeiten]

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät bietet Bachelor- und Masterstudiengänge im Fach Rechtswissenschaft an.

Statistik[Bearbeiten]

An der Universität studierten im Herbstsemester 2012 insgesamt 2794 Studenten, davon 2370 Studierende im Diplom- und 276 im Doktoratsstudium. Aufgeteilt nach Fakultäten umfasst die Rechtswissenschaftliche Fakultät 1245 Studierende, gefolgt von der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät mit 913 und der Theologischen Fakultät mit rund 195 Studenten. Ausserdem belegen 148 Personen ein Nachdiplomstudium.[1]

Die Mitarbeiterzahl betrug im Jahr 2011 insgesamt 447 Stellen, davon waren 70 Professuren.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Studierendenstatistik, Herbstsemester 2012 (PDF; 80 kB)
  2. a b Personalstatistik, Herbstsemester 2011 (PDF; 16 kB)
  3. Internationale Netzwerke der Universität Luzern
  4. Max Huber: Universität Luzern im Historischen Lexikon der Schweiz

47.0494444444448.3122222222222Koordinaten: 47° 2′ 58″ N, 8° 18′ 44″ O; CH1903: 666380 / 211304