Universität Witten/Herdecke

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Universität Witten/Herdecke
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Gründung 1983
Trägerschaft privat, Stiftung
Ort Witten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Leitung Birger Priddat (Präsident), Kai-Uwe Heuer, Maxim Nohroudi
Studenten 1.112 (WS 2006/07)
Mitarbeiter rund 420 (2006)
davon Professoren 120 (2006)
Website www.uni-wh.de

Die Universität Witten/Herdecke (UWH) ist bis heute die einzige nicht-staatliche Universität in der Bundesrepublik Deutschland.

Sie wurde im Mai 1983 gegründet durch erhebliche Unterstützung einer Gruppe von wichtigen Persönlichkeiten:

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Hochschulprofil

Die Privatuniversität besitzt vier Fakultäten:

  • Medizin (inkl. Biochemie und Pflegewissenschaft) mit 35 Lehrstühlen
  • Wirtschaftswissenschaften mit 16 Lehrstühlen
  • Zahnmedizin mit 9 Lehrstühlen
  • Kulturwissenschaften und Studium Fundamentale mit 7 Lehrstühlen

Damit ist die Universität Witten/Herdecke die größte private Hochschule in Deutschland. In den letzten Jahren erreichte die UWH zahlreiche Spitzen-Platzierungen in Hochschulrankings für BWL, Medizin und Zahnmedizin.

Sie beschäftigt ca. 420 Mitarbeiter bei 1.112 Studenten (Stand WS 2006/07).

Für die Studenten an der UWH zeichnet sich ihr Studium durch mehrere Merkmale aus:

  1. Eine exzellente Betreuungsrelation (Verhältnis Betreuer:Studenten von 1:3);
  2. Hohe Praxisnähe (z.B. Mentorenfirmenprogramm für Ökonomen; begleitendes Hausarztprogramm für Mediziner, etc.);
  3. Hochwertiges Begleitstudium für Studenten aller Studiengänge im studium fundamentale in den Bereichen Philosophie, Kultur, Kunst, Politik und Geschichte.

Die Studienplätze werden in einem mehrstufigen, universitätseigenen Verfahren vergeben. Das Verfahren zeichnet sich durch eine individuelle Betrachtung der Persönlichkeit des einzelnen Bewerbers aus. Die Aufnahmekommissionen bestehen immer aus Vertretern der Hochschule (Professoren, Mitarbeiter, Studierende) sowie Externe (z.B. Persönlichkeiten aus Unternehmen) und ehemaligen Studierenden, sog. Alumni.

Bekannte Professoren, Persönlichkeiten und Ehemalige der Universität sind u.a.:

[Bearbeiten] Geschichte

Universität Witten/Herdecke Neubau Foyer
Universität Witten/Herdecke Neubau Foyer

Die Idee zur Gründung einer alternativen und nicht-staatlichen Universität hatten Ende der 70er Jahre v.a. einige Hochschullehrer, die die damalige Universitätsentwicklung als Stillstand empfanden und mit der Qualität der Lehre unzufrieden waren, unter anderem PD Dr. Gerhard Kienle und Dr. Konrad Schily im Rahmen der Freien Europäischen Akademie der Wissenschaften.

Universität Witten-Herdecke Altbau in Witten-Annen
Universität Witten-Herdecke Altbau in Witten-Annen
Universität Witten, Neubau Ost
Universität Witten, Neubau Ost
  • 1980: Als Gründungsgremium wird der Universitätsverein Witten/Herdecke e.V. gegründet.
  • 1982: Staatliche Anerkennung; Gründungspräsident wird Dr. Konrad Schily.
  • 1983: Aufnahme des Studienbetriebs mit der Humanmedizin. I
  • 1984: Aufnahme des Studienbetriebs Wirtschaftswissenschaft und Zahnheilkunde. Die Bertelsmann-Stiftung, Deutsche Bank, Krupp-Stiftung und Zeit-Stiftung unterstützten den Aufbau dieses Hochschulmodells ideell und finanziell stark.
  • 1987: Änderung der Rechtsform. Universitätsverein werden die Aktivitäten auf die gemeinnützige Private Universität Witten/Herdecke GmbH übertragen - im gleichen Jahr wurde das Hauptstudium Biochemie (Biowissenschaften) eingeführt.
  • 1989: Gründungsphase endet offiziell.
  • 1999: Gründungspräsident Dr. Konrad Schily übergibt sein Amt an Prof. Dr. Walther Christoph Zimmerli.
  • 2001 UWH wird als einzige private Universität mit vollem Stimmrechtin der Deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK), sowie seit 2002 der Landesrektorenkonferenz (LRK) aufgenommen.Im Mai 2002 wird Dipl.-Kfm. Peter Kallien wird zum kaufm. Geschäftsführer berufen.
  • April 2005: Neuer Präsident der Universität Witten/Herdecke wird Prof. Dr. Wolfgang Glatthaar.
  • Juli 2005: Der Wissenschaftsrat evaluiert den Studiengang Medizin und erteilt die Auflage, den Studiengang Medizin neu zu ordnen. Prof. Dr. Matthias Schrappe, der u.a. auch Mitglied des Sachverständigenrates im Gesundheitswesen der Bundesregierung ist, wird zum neuen hauptamtlichen Dekan der Fakultät für Medizin berufen. Unter seiner Leitung entsteht ein neues Konzept, das sowohl eine Optimierung des Modellstudiengangs Humanmedizin, als auch eine Neuausrichtung im Bereich der Forschung darstellt. So wird der Forschungsschwerpunkt der Fakultät für Medizin zukünftig auf der Versorgungsforschung liegen, einem Bereich der medizinischen Forschung, der in Deutschland noch relativ unbekannt ist und mit dem sich der patientenorientierte Ansatz des Medizinstudiums an der UWH auch auf die Forschung übertragen lässt.
  • Juli 2006: Der Wissenschaftsrat befürwortet die Neukonzeption der medizinischen Fakultät.
  • August 2007: Prof. Dr. Birger Priddat wird als Präsident der Universität berufen. Priddat war bereits in der Zeit zwischen 1992 und 2003 in Witten tätig - u. a. als Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät und als Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaft und Philosophie. Peter Kallien, der seit 2002 als Geschäftsführer die Universität operativ mitgestaltet hat, wechselte im Dezember 2007 in den Vorstand der Stiftung Private Universität Witten/Herdecke. Erklärtes Ziel der Stiftung ist es, das Stiftungsvermögen so zu mehren, dass es der Universität größere Unabhängigkeit ermöglicht. Sein Nachfolger als kaufmännischer Geschäftsführer der Universität wird Kai-Uwe Heuer.
  • März 2008: Maxim Nohroudi wird in die Leitung der Universität, dem Präsidium, berufen. Er ist mit 28 Jahren das jüngste Mitglied einer Universitätsleitung in Deutschland. Zuvor war er Gründer und Geschäftsführender Direktor des Instituts für Corporate Governance (ICG).

[Bearbeiten] Finanzierung

Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) an der Universität Witten/Herdecke
Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ) an der Universität Witten/Herdecke
Neubau des ZBZ
Neubau des ZBZ

Prägende Persönlichkeiten des deutschen Wirtschaftslebens wie Berthold Beitz, Gerd Bucerius, Alfred Herrhausen und Reinhard Mohn zählen zu den Förderern und Vordenkern der ersten Stunde. Dieser Impuls eines privaten Engagements trägt die UWH bis heute.

Die derzeit wichtigsten Förderer sind: Stiftung Mercator, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Deutsche Bank AG, Bertelsmann AG, Ernst & Young AG und die Software AG Stiftung.

Weitere Förderer sind: Werner Richard-Dr. Carl Dörken Stiftung, Dr. h.c. Werner Jackstädt-Stiftung, Helmut und Gisela Bertram-Stiftung, KOSTAL GmbH und Co. KG, H. Krafft, Sal. Oppenheim, ESCH, Janssen-Cilag GmbH, KirchMedia, Vodafone, McKinsey, ARAL, DaimlerChrysler und die Dr. August Oetker KG.

Die Deutsche Bank förderte seit 1997 das Wittener Institut für Familienunternehmen (bis Ende 2005). Nach Auslaufen dieser zweckgebundenen Förderung beteiligt sich die Deutsche Bank in namhafter Weise an der allgemeinen Finanzierung der UWH. Das Wittener Institut für Familienunternehmen wird seit 2006 von 40 deutschen Familienunternehmen getragen, die sich mit jeweils 25.000 Euro jährlich engagieren

Universität Witten/Herdecke Neubau Eingangsbereich Ostgebäude
Universität Witten/Herdecke Neubau Eingangsbereich Ostgebäude

[Bearbeiten] Fakultäten und Studiengänge

Fakultät für Medizin (seit 1983)

Fakultät für das Studium Fundamentale (seit 1983 Institut, seit 1993 Fakultät)

Fakultät für Wirtschaftswissenschaft (seit 1984)

Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (seit 1985)

[Bearbeiten] Forschung

Die Universität Witten/Herdecke hat in den vergangenen Jahrzehnten verschiedene Forschungsbereiche entwickelt:

  1. Das Institut für Pflegewissenschaft trägt mit verschiedenen Forschungsprojekten dazu bei, Antworten auf die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft zu finden. Außerdem berät das Institut Bundes- und Landesregierungen in Fragen der Pflege.
  2. Das Wittener Institut für Familienunternehmen analysiert Erfolgsfaktoren von Familienunternehmen.
  3. Das Interdisziplinäre Zentrum für Biomedizinische Forschung beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt Molekulare Mechanismen der akuten und chronischen Entzündung.
  4. Das Institut für Corporate Governance (ICG) beschäftigt sich mit der Führung und Aufsicht (Leadership), Kultur und Ethik von Organisationen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Michael Kruska: Die private Hochschule Witten/Herdecke. (Diplomarbeit von 1995) Diplomica, 1998. 134 S. ISBN 3832405801

[Bearbeiten] Weblinks

Commons
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Koordinaten: 51° 27' 10" N, 7° 21' 26" O

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