Universität Zürich

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Universität Zürich
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Gründung 1833 (Rechtsvorgänger: 1525)
Trägerschaft Kanton Zürich
Ort Zürich, Schweiz
Rektor Michael Hengartner
Studenten 26'387 (HS 2013)[1]
Mitarbeiter 8'180 (31. Dezember 2012)[2]
davon Professoren 541 (31. Dezember 2012)[2]
Jahresetat 1'332 Mio. CHF
(31. Dezember 2013)[3]
Netzwerke IBH, LERU
Website www.uzh.ch

Die Universität Zürich (kurz UZH) ist mit über 26'300 Studierenden (inkl. «Master of Advanced Studies»), rund 8'100 Mitarbeitern (5'752 Vollzeitäquivalente; inkl. Lehrlinge und Praktikanten) sowie etwa 150 Instituten, Seminaren und Kliniken (Stand: 31. Dezember 2012) die grösste der zwölf Schweizer Universitäten.

Als sogenannte Volluniversität vereint sie unter ihrem Dach alle klassischen Fakultäten: Theologie (ThF), Rechtswissenschaften (RWF), Wirtschaftswissenschaften (WWF), Medizin (MeF), Veterinärmedizin (VSF), Philosophie (PhF; die Philosophische Fakultät ist mit rund 47 Prozent aller Studierenden die grösste Fakultät) und Mathematik-Naturwissenschaften (MNF).

Überblick[Bearbeiten]

Hauptgebäude der Universität Zürich
Hauptgebäude der Universität Zürich bei Nacht
Erstes Gebäude am Fröschengraben 1838–1864
Turm der Universität (hinten links); rechts davor die Kuppel der ETH
Kollegienhaus mit Blick auf die Stadt
Ferdinand Sauerbruch an einer medizinischen Vorlesung zwischen 1910 und 1917
Anthropologisches Museum auf dem Campus Irchelpark
Campus der Universität Zürich-Irchel
Bibliothek Strickhof mit Campus Irchel im Hintergrund
Lichthof Zentrum
Hans Weder, damaliger Rektor an der Feier zum 175. Jahrestag der Universitätsgründung (2008)

Die Universität Zürich bietet neben eigenen Einrichtungen auch Zugang zu Archiven, Bibliotheken und Instituten der ETH Zürich sowie privater Institutionen. Ausserdem sind neun Museen und Sammlungen innerhalb der Stadt Zürich, von der Anthropologie bis zur Zoologie, der Universität angegliedert, darunter das Völkerkundemuseum. Bekannt ist die Universität Zürich heute durch Forschungserfolge – Molekularbiologie, Hirnforschung und Anthropologie; die Tätigkeit der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, des Universitäts- und des Tierspitals – und durch ihr Bemühen, die Qualität der Lehre, zum Beispiel durch Einsatz von E-Learning beständig zu verbessern.

Die Universität gehört zur League of European Research Universities (LERU) und zum Verbund Internationale Bodensee-Hochschule.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Im Jahre 1832 beschloss der Regierungsrat des Kantons Zürich, in Zürich eine Universität zu gründen. Am 29. April 1833 erfolgte die Gründungsfeier. Die bereits bestehenden Höheren Schulen für Theologie (seit 1525), Jurisprudenz und Medizin wurden mit einer neu gegründeten Philosophischen Fakultät zur Universitas Turicensis zusammengefasst. Sie war die erste Universität Europas, die von einem demokratischen Staatswesen gegründet wurde und nicht von der Kirche oder einem Landesfürsten.

Das Siegel der Universität zeigt das Grossmünster mit Karl dem Grossen und bezieht sich damit auf die älteste höhere Schule in Zürich, das sogenannte Collegium Carolinum (Zürich).[4]

Erster Sitz der Universität war 1835 das umgebaute «Hinteramt» des ehemaligen Augustinerklosters. Im ersten Semester waren 161 Studenten immatrikuliert (16 Theologie, 26 Jurisprudenz, 98 Medizin und 21 Philosophie), die von 26 Professoren und 29 Privatdozenten unterrichtet wurden.

1840 wurden die ersten Frauen als Hörerinnen an der Philosophischen Fakultät zugelassen. 1859 wurde die Philosophische Fakultät in zwei Abteilungen aufgespalten, in eine mit philosophischer, sprachlicher und historischer Ausrichtung (phil. I) sowie in eine mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung (phil. II).

Im Polytechnikum[Bearbeiten]

1864 zog die Universität aus Platzgründen in den Südflügel des neu errichteten Polytechnikums um.

1867 wurde mit Nadeschda Suslowa (1843–1918) die erste Frau im deutschen Sprachraum an der medizinischen Fakultät der Universität Zürich promoviert; Marie Heim-Vögtlin (1845–1916) war die erste Schweizerin, die an der Universität Zürich das Studium der Medizin absolvierte, 1874 ihre Promotion ablegte und 1889 das erste Schweizer Frauenspital mit der angegliederten «Pflegi» (1901) gründete.

1883, fünfzig Jahre nach der Gründung, wurden 463 Studenten von 91 Dozenten (davon 37 ordentliche Professoren) betreut.

1901 wurde die veterinärmedizinische Fakultät gegründet. Zusammen mit derjenigen der Universität Bern gilt sie als älteste veterinär-medizinische Fakultät der Welt.

1908 regelte ein Aussonderungsvertrag zwischen dem Kanton Zürich und dem Bund die Besitzverhältnisse zwischen der Universität und der ETH. Dadurch wurde die Zusammenlegung gemeinsamer Institute und Sammlungen ermöglicht. Im gleichen Jahr haben Stadt und Kanton Zürich in einer Volksabstimmung einem Neubau für die Universität zugestimmt. Ab 1909 war Albert Einstein für zwei Jahre als Dozent für Theoretische Physik an der Universität Zürich tätig.[5]

Hauptgebäude Rämistrasse[Bearbeiten]

1914 konnte die Universität ihr neues Hauptgebäude (Kollegiengebäude) an der Rämistrasse (gebaut nach Plänen von Karl Moser und Robert Curjel) beziehen. 1917 wird die Zentralbibliothek Zürich eröffnet, die gleichzeitig Stadt-, Kantons- und Universitätsbibliothek ist.

1933, hundert Jahre nach der Gründung, zählt die Universität Zürich 2'033 Studierende.

1946 hält Winston Churchill in der Aula der Universität Zürich seine bekannte Rede an die akademische Jugend der Welt. Die Rede gipfelte im bekannt gewordenen Aufruf an Europa: «Therefore I say to you: let Europe arise!»

Universität Zürich-Irchel[Bearbeiten]

Seit den 1950er Jahren nahm die Zahl der Studenten drastisch zu und die Platzverhältnisse wurden immer knapper. 1962 schlug die naturwissenschaftliche Fakultät vor, einen Teil der Universität in den Norden der Stadt zu verlegen.

1973 wurde mit den Bauarbeiten für die Universität Zürich-Irchel begonnen, die 1979 eingeweiht werden konnte (siehe auch: Irchelpark).

1983, hundertfünfzig Jahre nach der Gründung, zählt die Universität Zürich 15'000 Studierende.

1984 wurde die Universitätsleitung ausgebaut, indem das Rektorat zu einem Hauptamt aufgewertet wurde und zwei Prorektorate geschaffen wurden.

1992 wurde die rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät in eine Rechtswissenschaftliche und eine Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät aufgespalten.

Neues Universitätsgesetz[Bearbeiten]

1998 haben die Stimmberechtigten des Kantons Zürich dem neuen Universitätsgesetz zugestimmt. Damit wurde der Universität Zürich der Status einer eigenständigen Rechtspersönlichkeit zuerkannt. Innerhalb eines Globalbudgets kann sie seither eigenständig über ihre finanziellen Mittel verfügen und sich selbständig organisieren.

2004 wurde die vom Architekten Santiago Calatrava geplante Bibliothek des Rechtswissenschaftlichen Instituts eröffnet.

2008 feierte die Universität ihr 175-Jahr-Jubiläum.[6]

Am 10. Oktober 2009 unterzeichnen die Aussenminister von Armenien und der Türkei in der Universität ein von der Schweiz vermitteltes Protokoll zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton, der russische Aussenminister Sergei Lawrow, der französische Aussenminister Bernard Kouchner, der slowenische Aussenminister und Präsident des Ministerkomitees des Europarats Samuel Žbogar sowie der Generalsekretär des Rates der Europäischen Union Javier Solana wohnen der Zeremonie bei.

Im Herbstsemester 2009 sind erstmal mehr als 25'000 Studierende eingeschrieben.[7][8]

Im August 2010 wurde die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich mit dem amerikanischen Gütesiegel AACSB ausgezeichnet.[9] Somit ist die Universität Zürich neben der Hochschule St. Gallen und der Universität Mannheim als einzige deutschsprachige Universität sowohl bei EQUIS als auch beim AACSB akkrediert.

Anfang 2011 hat die wirtschaftswissenschaftliche Fakultät eine Neuorganisation bekannt gegeben. Aus ehemals acht Instituten haben sich folgende Institute gebildet (Institutsdirektor): Betriebswirtschaftslehre (Dieter Pfaff), Volkswirtschaftslehre (Ernst Fehr)‚ Banking und Finance (Thorsten Hens) sowie Informatik (Martin Glinz).[10]

Die Studierenden der Universität Zürich sind von Gesetzes wegen seit dem 1. Oktober 2012 im Verband der Studierenden der Universität Zürich organisiert.

Öffentliche Auseinandersetzungen[Bearbeiten]

Seit Herbst 2012 finden im Zusammenhang mit der Entlassung des Konservators des Medizinhistorischen Museums Christoph Mörgeli im Fall Mörgeli[11] öffentliche Auseinandersetzungen statt, wobei es Ende Oktober 2013 zu einer weiteren Entlassung gekommen ist. Am 29. Oktober 2013 wurde die Entlassung von Iris Ritzmann, der stellvertretenden Direktorin des Medizinhistorischen Instituts der Universität Zürich, bekannt.[12] Infolge dieser Kritik gab Andreas Fischer am 6. November 2013 seinen sofortigen Rücktritt als Rektor der Universität bekannt.[13] Zu seinem Nachfolger wurde bereits im Juni 2013 der Molekularbiologe Michael Hengartner gewählt. Er trat sein Amt vorzeitig am 1. Februar 2014 an,[14] in der Zwischenzeit hatte Prorektor Otfried Jarren die Universität interimistisch geleitet. Am 14. März 2014 kritisierte der Chaos Computer Club Zürich erstmals offen die Universität Zürich wegen ihrer Praxis der Netzzensur und warf ihr «Unfähigkeit im Umgang mit dem Cyberspace» vor.[15] In der Folge zog die Universität die Massnahme weitestgehend zurück und setzte eine Arbeitsgruppe ein.[16]

Fakultäten[Bearbeiten]

  • Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät
  • Medizinische Fakultät
  • Philosophische Fakultät
  • Rechtswissenschaftliche Fakultät (Liste der Lehrstuhlinhaber)
  • Theologische Fakultät
  • Vetsuisse-Fakultät
  • Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Rankings[Bearbeiten]

Bei den folgenden beiden Rankings wurde die gesamte Universität bewertet, dabei erzielte die Universität Zürich nach dem Times Higher Education World Universities Ranking Platz 26 in Europa und Platz 85 weltweit. Newsweek bewertete die Universität Zürich als Platz 11 in Europa und Platz 46 im weltweiten Vergleich. Bei QS ranking hat die Universität Zürich den Platz 101 im Jahr 2010.[17]

Ranking der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

Die Volkswirtschaftliche Fakultät der Universität Zürich wurde im Jahr 2009 vom Handelsblatt als Beste im deutschsprachigen Raum gewertet.[18] Die Betriebswirtschaftliche Fakultät erreicht im deutschsprachigen Raum den vierten Platz.[19] Im europäischen Vergleich landet die volkswirtschaftliche Fakultät gemessen am Forschungsoutput auf Platz 3 hinter der London School of Economics und dem University College London. Erklärtes Ziel ist es, in die internationale Spitzengruppe aufzuschliessen.[20]

Nobelpreisträger[Bearbeiten]

Die Universität Zürich kann auf einige Nobelpreisträger zurückblicken, die hier gelehrt haben:[21]

Auszeichnungen im Lehrbereich[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg von Wyss: Die Hochschule Zürich in den Jahren 1833–1883: Festschrift zur fünfzigsten Jahresfeier ihrer Stiftung. Zürich, 1883.
  • Universität Zürich: Festschrift des Regierungsrates zur Einweihung der Neubauten 18. April 1914. Zürich 1883.
  • Ernst Gagliardi, Hans Nabholz und Jean Stohl: Die Universität Zürich 1833–1933 und ihre Vorläufer: Festschrift zur Jahrhundertfeier. Zürich 1938.
  • Peter Stadler: Die Universität Zürich 1933–1983: Festschrift zur 150-Jahr-Feier der Universität Zürich. Zürich 1983.
  • Sarah Bolleter, Heini Ringger u.a.: Rückblenden, Einsichten, Ausblicke – Universität Zürich 2008: Wissen teilen: 175 Jahre Universität Zürich. Zürich 2008.
  • Michèle Jäggi: Zürcher Universitätsgebäude. Bern 2005 (Schweizerische Kunstführer GSK; Nr. 764/765).
  • Marco Crameri u.a.: Universität Zürich. Basel 1980. (Schweizerische Kunstführer; Serie 27, Nr. 270).
  • Verena Stadler-Labhart: «Der Parnass liegt nicht in den Schweizer Alpen ...»: Aspekte der Zürcher Universitätsgeschichte: Beiträge aus dem «Zürcher Taschenbuch» 1939–1988. Zürich 1991.
  • Else Forrer-Gutknecht: Zur Geschichte des Frauenstudiums an der Universität Zürich. Zürich 1928.
  • Katharina Belser u.a.: Ebenso neu als kühn: 120 Jahre Frauenstudium an der Universität Zürich. Zürich 1988.
  • Hans Erb: Geschichte der Studentenschaft an der Universität Zürich, 1833–1936. Zürich 1937.
  • Studierendenrat der Universität Zürich (Hrsg.): Wir sind, was wir erinnern: zur Geschichte der Studierenden der Uni Zürich von 1968 bis 2008. Zürich 2008.
  • Willy Meyer: Die Finanzgeschichte der Universität Zürich von 1833 bis 1933. Zürich 1940.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Universität Zürich Studierendenstatistik für Herbstsemester 2013
  2. a b Universität Zürich Personalstatistik 2012
  3. Universität Zürich Jahresbericht 2013, S. 5 u. S. 97
  4. Johann Jacob Wirz. Historische Darstellung der urkundlichen Verordnungen: welche die Geschichte des Kirchen- und Schulwesens in Zürich wie auch die moralische und einiger Maßen die physische Wolfart unsers Volks betreffen. Zürich 1793, S. 217.
  5. Universität Zürich: Geschichte
  6. Wissen teilen – 175 Jahre Universität Zürich
  7. Mehr als 25’000 Studierende an der Universität Zürich
  8. Die meisten neuen Studierenden an der UZH beginnen ein Wirtschaftsstudium
  9. UZH Mediadesk – Begehrtes Gütesiegel für Wirtschaftswissenschaften der UZH
  10. Neuorganisation Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät 21. Februar 2011
  11. Walter Bernet: Die Universität kann nicht mehr punkten. In: Neue Zürcher Zeitung vom 31. Oktober 2013
  12. Pascal Hollenstein: Aufstand der Professoren. In: NZZ am Sonntag vom 3. November 2013
  13. Tages Anzeiger online, 6. November 2013
  14. Fall Mörgeli: Wie es nach dem Rücktritt des Rektors weitergeht. In: Tages-Anzeiger.ch/Newsnet vom 11. November 2013
  15. Hacker kritisieren Webfilter der Universität Zürich: «Unfähigkeit im Umgang mit dem Cyberspace» In: NZZ vom 14. März 2014
  16. Universität Zürich begrenzt Internetzugang In: NZZ vom 26. März 2014
  17. University of Zurich – Switzerland – Institutions – UniversityRankings.ch
  18. Gesellschaft für Marketing: Handelsblatt Ranking: Uni Zürich auf Rang 1 (VWL) und Uni St. Gallen auf Rang 2 (BWL)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter
  19. Handelsblatt Ranking Betriebswirtschaftslehre 2009 – Handelsblatt Online
  20. University of Zurich is top 3 Research Excellence Center of Economics in Europe (Version vom 13. Februar 2011 im Internet Archive)
  21. Universität Zürich Nobelpreisträger

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Zürich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.3747222222228.5483333333333Koordinaten: 47° 22′ 29″ N, 8° 32′ 54″ O; CH1903: 683808 / 247691