Unna

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Unna; zu anderen Bedeutungen siehe Unna (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Unna
Unna
Deutschlandkarte, Position der Stadt Unna hervorgehoben
51.5347222222227.6888888888889100Koordinaten: 51° 32′ N, 7° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Unna
Höhe: 100 m ü. NHN
Fläche: 88,53 km²
Einwohner: 59.015 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 667 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 59423, 59425, 59427
Vorwahlen: 02303, 02308
Kfz-Kennzeichen: UN, LÜN
Gemeindeschlüssel: 05 9 78 036
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
59423 Unna
Webpräsenz: www.unna.de
Bürgermeister: Werner Kolter (SPD)
Lage der Stadt Unna im Kreis Unna
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hamm Kreis Coesfeld Kreis Soest Kreis Warendorf Märkischer Kreis Bergkamen Bönen Fröndenberg/Ruhr Holzwickede Kamen Lünen Schwerte Selm Unna WerneKarte
Über dieses Bild
Der Alte Markt in Unna

Unna ist eine Große kreisangehörige Stadt und Kreisstadt des Kreises Unna im östlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. In der Statistik der nach der Einwohnerzahl größten Städte Deutschlands ist Unna 2011 auf dem 140. Platz, im eigenen Kreis dennoch nur dessen zweitgrößte Stadt (nach Lünen auf dem 93. Platz).

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Unna liegt östlich von Dortmund am östlichen Rand des Ruhrgebiets. Als westfälische „Stadt am Hellweg“ liegt Unna am Schnittpunkt zwischen der Sonderregion Ruhrgebiet im Westen und Norden und der eher ländlich geprägten Region Sauerland im Süden. Unna gehört ebenso zur Hellwegbörde. Das Stadtgebiet umfasst Höhenlagen von 65 m (Afferder Bach) bis zu 220 m (Hemmerder Schelk) über Normalnull.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die westlichen und nördlichen Ortsteile Massen und Königsborn sind ähnlich dem Ballungsraum Ruhrgebiet strukturiert und weisen zum Teil typische Zechensiedlungen auf. Afferde sowie die östlichen und südlichen Stadtteile Alte Heide, Uelzen, Mühlhausen, Lünern, Stockum, Westhemmerde, Hemmerde, Siddinghausen, Kessebüren und Billmerich haben hingegen eher ländlichen Charakter. Dies gilt auch für deren Verkehrs- und Wohnsituation.

Geschichte[Bearbeiten]

Historischer Überblick[Bearbeiten]

Bronzemodell nach einem Stadtplan von 1860
Übersichtsplan Ortsteile der Stadt Unna

Erste Siedlungen gab es hier wahrscheinlich seit der Jungsteinzeit. Später gewann der Ort als Etappenstation am Hellweg an Bedeutung. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Unna am 6. August 1032 in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Pilgrim, der die Kirche in Unna mit anderen Besitztümern an den Abt Radolfus von Deutz übertrug. Auch die weltlichen Herren waren zunächst noch vom Kölner Erzbischof abhängig. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts war Graf Friedrich von Altena-Isenberg vom Kölner Erzbischof neben anderen Gütern auch mit Unna belehnt. Nachdem er 1225 seinen Onkel, Erzbischof Engelbert von Berg erschlagen hatte, wurde er hingerichtet, und sein Besitz fiel an seinen Vetter, Graf Adolf von Altena, der sich nach seiner neuen Residenz Burg Mark an der Lippe künftig Graf von der Mark nannte und auf den die Befestigung des Ortes zurückgeht. 1264 erstürmten erzbischöfliche Truppen Unna und brannten es nieder, worauf der Ort jedoch wiederaufgebaut wurde. Nach der Schlacht bei Worringen 1288, mit der sich die Grafen von der Mark von der kölnischen Vorherrschaft befreiten, bekam Unna vom Grafen von der Mark das Stadtrecht verliehen. Gleichzeitig erhielt Unna das Marktrecht und durfte die Niedere Gerichtsbarkeit ausüben. Das älteste Stadtsiegel sowie die früheste Erwähnung eines Rates datieren von 1290. Die Stadt wurde in den fortdauernden Auseinandersetzungen mit den Erzbischöfen von Köln mehrfach wieder teilweise niedergebrannt (so zum Beispiel 1303 und 1308), bei den anschließenden Wiederaufbauten jedoch vergrößert und stärker befestigt, so dass sie 1324 einen erneuten Angriff der erzbischöflichen Truppen abwehren konnte. Die Stadt wurde im späten Mittelalter von mehreren Bränden und weiteren kriegerischen Ereignissen heimgesucht, so auch ab 1419 vom knapp 20 Jahre dauernden Märkischen Bruderkrieg.

Turm der mittelalterlichen Stadtkirche
Der Eulenturm (ursprünglich niederdeutsch: „Ölckenthurm“ (Iltisturm)), ein Rest der mittelalterlichen Stadtbefestigung

Trotz vieler Kriege erlebte die Stadt bereits im 14. Jahrhundert einen beachtlichen Aufschwung, der insbesondere auf die Kaufleute von Unna zurückgehen soll, die auch regen Fernhandel betrieben. Ab 1347 ließen die märkischen Grafen in Unna Münzen prägen. Vom Wohlstand der Stadt und ihrer Bewohner zeugt auch der um 1375 vergrabene „Goldschatz von Unna“, den man 1952 bei Ausgrabungsarbeiten fand und der aus über 70 Goldmünzen aus Deutschland, England, Frankreich, Böhmen und Ungarn besteht. Seit 1389 wurde im Gebiet des heutigen Königsborn Sole gefördert und daraus Kochsalz gewonnen. Im 15. Jahrhundert begann der Zusammenschluss der Handwerker und Kaufleute in Zünften. Von 1469 bis 1518 und wieder ab 1540 war die Stadt Unna Mitglied der Hanse. Unna wurde 1549 gemeinsam mit Hamm hansische Prinzipalstadt. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts endete wegen des Niedergangs der Hanse, der Glaubensspaltung und zahlreicher Kriege und Seuchen die wirtschaftliche Blüte.

1597 verlor Unna infolge der Pest mehr als die Hälfte seiner Einwohner. 1598 und 1604 waren im Zuge des Spanisch-Niederländischen Krieges spanische Reiter in Unna einquartiert. Mit dem Tod von Herzog Johann Wilhelm von Kleve im Jahr 1609 starb die alte Linie der Grafen von der Mark aus und fiel das Herzogtum und damit auch die Stadt Unna an Markgraf Ernst von Brandenburg und Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm, deren Bündnis jedoch 1614 aufgrund von Glaubensunterschieden zerbrach. Unna und andere kleve-märkische Städte wurden 1614 von niederländischen Truppen eingenommen, die jedoch beim erneuten Ausbruch der Pest 1615 wieder abzogen. Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt vielfach unter Belagerungen, Einquartierungen und Kontributionen. Sie wurde mehrmals von ausländischen Truppen besetzt.

1666 fiel Unna an Brandenburg-Preußen, das später im Königreich Preußen aufging. In Unna stand bis 1756 ein Regiment zu Fuß, das seinen Ersatz aus der Grafschaft Mark erhielt. Am 4. Februar 1673 ließ der französische Marschall Turenne die Stadt beschießen, wobei 220 Häuser zerstört wurden. 1678 und 1723 kam es zu weiteren Stadtbränden. Im Siebenjährigen Krieg hatte Unna weitere Kampfhandlungen, Einquartierungen und Durchzüge zu erdulden; in der Stadt befand sich im September 1758 das sächsische Hauptquartier.

Im 18. Jahrhundert ein unbedeutendes Ackerbürgerstädtchen, gewann Unna erst durch die Industrialisierung und die Erhebung zur Amtsstadt wieder an Bedeutung. 1734 wurde durch den preußischen Staat die „Saline Königsborn“ gegründet, die später zur wichtigsten Saline in Westfalen wurde. 1799 wurde in Unna die erste Dampfmaschine in den Westprovinzen Preußens zur Soleförderung in Betrieb genommen. Mit dem Ausbau der Straße von Unna nach Kamen 1752, der Schiffbarmachung der Oberen Ruhr zwischen 1780 und 1801, dem Ausbau des Hellwegs 1817 und dem Anschluss an das bergisch-märkische Eisenbahnnetz 1855 erfolgte die Anbindung der Stadt an die neuen Zentren im Ruhrgebiet.

Nach dem Ende des Königreichs Preußen infolge der Napoleonischen Kriege wurde Unna am 21. Januar 1808 mit der Grafschaft Mark dem neu geschaffenen Großherzogtum Berg zugeschlagen und wurde Sitz der Munizipalität Unna, die mit anderen Munizipalitäten den Kanton Unna im Arrondissement Dortmund bildete. 1809 wurde im Zuge der Säkularisation das Katharinenkloster in Unna aufgehoben. Nach Napoleons Niederlage zogen im November 1813 wieder die Preußen ein, die die französische Verwaltungsgliederung zunächst bestehen ließen und 1817 den Kreis Hamm durch den Zusammenschluss der Bürgermeistereien Hamm, Pelkum, Rhynern, Kamen, Unna und Fröndenberg neu gründeten. Durch Annahme der revidierten Städte-Ordnung von 1831 im Jahr 1837 schied Unna aus der ländlichen Bürgermeisterei aus. Das Amt Unna vereinigte sich 1844 mit dem Amt Kamen zum Amt Unna-Kamen.

Katholische Katharinenkirche

Die Industrialisierung setzte 1870 mit dem Beginn der Steinkohleförderung in Massen, Billmerich, Ringebrauck und Königsborn ein. Auch Bergbauzulieferbetriebe sowie Fabriken für Maschinenbau und Metallverarbeitung, Ziegeleien und Brauereien siedelten sich an. Im Jahr 1860 wurde das städtische Gaswerk gegründet; in den Jahren 1887/1888 wurde das Ruhrwasserwerk erbaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg besetzte im Frühjahr 1920 die Rote Ruhrarmee Unna für kurze Zeit. 1927 wurde die Verlegung der Kreisverwaltung des Kreises Hamm nach Unna beschlossen und nach Einweihung des neuen Kreishauses im September 1930 vollzogen. Am 17. Oktober wurde der Kreis Hamm schließlich in Kreis Unna umbenannt.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde in Unna 1934 eine Führerschule der Allgemeinen SS errichtet, die wenig später zu einer allgemeinen Kaserne ausgebaut wurde. An der Kamener Straße entstand 1937 das Heereszeugamt für die Panzertruppen. Die 1933 noch aus 156 Personen bestehende jüdische Gemeinde wurde bis 1943 zur Auswanderung gezwungen oder ausgelöscht. In den letzten beiden Kriegsjahren kam es zu mehreren Luftangriffen auf Unna, die überwiegend dem militärisch bedeutsamen Heereszeugamt galten, aber auch große Zerstörungen in der Stadt verursachten. Der erste Großangriff erfolgte am 19. September 1944, weitere große Angriffe folgten am 16. und 28. Februar sowie am 5. und 23. März 1945. Dieser letzte galt den Reichsbahnanlagen und dem Messingwerk, dauerte nur 15 Minuten und tötete 113 Menschen.[2] Beim Näherrücken der Front wurde Unna Lazarettstadt, die dem Gegner kampflos hätte übergeben werden sollen. Allerdings wurden die Verwundeten in letzter Minute nach Hemer überführt, und um die Stadt tobte ein mehrtägiger Kampf, der erst mit der Einnahme durch US-Truppen am 11. April 1945 beendet wurde.[2]

In der Nachkriegszeit nahm Unna bis 1. Januar 1950 rund 2260 Flüchtlinge und Vertriebene auf. Unna wurde nach Auflösung des Landes Preußen durch Gesetz des Alliierten Kontrollrats 1947 Teil des neuen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Die frühere SS-Kaserne wurde bis April 1956 von belgischen Truppen benutzt; anschließend zog dort die Bundesgrenzschutzabteilung Eschwege ein. 1956 hatte Unna erstmals mehr als 30.000 Einwohner.

Mit der Schließung der Schachtanlagen während der Strukturkrise im Ruhrgebiet in den 1960er Jahren endete die durch den Bergbau geprägte Entwicklung. Seitdem wandelt sich die Stadt zu einem Dienstleistungszentrum.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1968 wurden die bisherigen Gemeinden Afferde, Billmerich, Hemmerde, Kessebüren, Lünern, Massen (am 1. April 1911 als Zusammenschluss aus den damaligen Gemeinden Niedermassen und Obermassen gebildet)[3], Mühlhausen, Siddinghausen, Stockum, Uelzen und Westhemmerde mit der Stadt Unna zusammengeschlossen. Das bisherige Amt Unna-Kamen wurde aufgelöst.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bis Anfang des 19. Jahrhunderts war Unna nur eine kleine Stadt mit wenigen tausend Einwohnern. Die Bevölkerung wuchs im Laufe der Jahrhunderte nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. So starben 1597 beim Ausbruch der Pest von 2.500 Bewohnern 1.400. Auch im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) sank die Einwohnerzahl. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1818 erst 2.400 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 15.000. Bis 1956 verdoppelte sich diese Zahl auf 30.000.

Einen Zuwachs um 18.000 Personen auf 50.000 Einwohner brachten die Eingemeindungen vom 1. Januar 1968. Im Jahre 2000 erreichte die Bevölkerungszahl mit 71.375 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2010 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Unna nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 66.502 (nur Hauptwohnsitze nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Die in der Volkszählung „Zensus 2011“ ermittelte Einwohnerzahl von 59.145, bezogen auf Ende 2011, weicht mit einer Differenz von über 7.000 Einwohnern oder 11 % signifikant von der vorgenannten, amtlichen Zahl von 66.502 Einwohnern ab. Die Stadt Unna hat Zweifel an dem Ergebnis der Volkszählung und beabsichtigt, gemeinsam mit mehreren Städten in NRW gegen die Ergebnisse der Volkszählung von 2011 zu klagen.

In ihrer Studie aus 2009 prognostiziert die Bertelsmann-Stiftung für Unna einen Rückgang der Bevölkerung von derzeit rd. 67000 Einwohnern auf rd. 44000 Einwohner im Jahr 2030. Das entspricht einem realen Rückgang von 23000 Einwohnern (oder jährlich 1000) bzw. 34 %. Dieser dramatische Rückgang wird ausschließlich für Unna vorhergesagt; in anderen Ruhrgebietsstädten liegt der prozentuale Rückgang im Vergleichszeitraum bei durchschnittlich nur fünf bis zehn Prozent.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1819 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1595 2.500
1597 1.100
1795 2.400
1819 3.479
1. Dezember 1840 ¹ 4.977
3. Dezember 1855 ¹ 5.932
3. Dezember 1858 ¹ 6.402
1. Dezember 1871 ¹ 6.915
1. Dezember 1875 ¹ 7.300
1. Dezember 1885 ¹ 8.904
1. Dezember 1890 ¹ 11.119
2. Dezember 1895 ¹ 12.355
1. Dezember 1900 ¹ 14.912
1. Dezember 1905 ¹ 16.324
1. Dezember 1910 ¹ 17.355
1. Dezember 1916 ¹ 15.172
5. Dezember 1917 ¹ 15.444
8. Oktober 1919 ¹ 17.039
16. Juni 1925 ¹ 18.463
Jahr Einwohner
16. Juni 1933 ¹ 18.566
17. Mai 1939 ¹ 19.994
31. Dezember 1945 21.707
29. Oktober 1946 ¹ 23.007
13. September 1950 ¹ 26.332
25. September 1956 ¹ 29.684
6. Juni 1961 ¹ 31.465
31. Dezember 1965 31.782
27. Mai 1970 ¹ 50.025
31. Dezember 1975 54.476
31. Dezember 1980 56.416
31. Dezember 1985 58.778
25. Mai 1987 ¹ 56.499
31. Dezember 1990 61.552
31. Dezember 1995 66.457
31. Dezember 2000 71.375
31. Dezember 2005 68.264
31. Dezember 2010 66.502
31. Dezember 2011 59.145
31. Dezember 2012 59.015

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Unna

Stadtrat[Bearbeiten]

Zusammensetzung des Stadtrats nach der Kommunalwahl am 30. August 2009:[5]

SPD CDU GAL FDP FLU-FWG Fraktionslos
2009 23 Sitze 8 Sitze 6 Sitze 4 Sitze 5 Sitze 4 Sitze

Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975

In der Liste[6][7][8][9][10] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die bei der jeweiligen Wahl mindestens 1,95 Prozent der Stimmen erhielten.

Jahr SPD CDU GAL FDP Linke FWU
1975 49,7 38,8 9,2
1979 52,5 38,5 7,8
1984 49,6 35,1 9,9 5,4
1989 50,6 31,3 11,0 7,2
1994 47,9 36,0 12,0 4,2
1999 40,1 44,4 10,9 4,6
2004 40,8 36,8 13,6 8,8
2009 44,8 28,3 12,8 7,1 4,3 2,7

Stadtoberhäupter[Bearbeiten]

Aktueller Bürgermeister ist Werner Kolter (SPD).

Ehemalige Bürgermeister

  • um 1549 Eberhard Büren[11]
  • am 22. Juni 1817 erwähnt: Bürgermeister Rocholt, in einem Schreiben an den Vorsteher Dickmann zu Mühlhausen.
  • 1917 Georg Wiesner[12]

Ehemalige Bürgermeister[13]

  • vom 12. Januar 1926 bis 1933 Emmerich
  • vom 6. Juli 1933 bis 30. September 1939 Kloeber
  • vom 1. Oktober 1939 bis 1945 Hohendahl
  • vom 12. April 1945 bis 31. März 1946 Niemann (anschließend Stadtdirektor)
  • vom 26. September 1946 bis 31. Oktober 1948 Josef Ströthoff
  • vom 1. November 1948 bis 4. Dezember 1952 Richard Schrader
  • vom 5. Dezember 1952 bis 26. Februar 1954 Wilko Freiherr von Wintzingerode
  • vom 27. Februar 1954 bis 26. November 1954 Josef Fischer
  • vom 29. November 1954 bis 17. Dezember 1958 Emil Rasche
  • vom 18. Dezember 1958 bis 26. Februar 1959 Josef Ströthoff (mit der Wahrnehmung beauftragt bis zur Neuwahl des Bürgermeisters am 27. Februar 1959)
  • vom 27. Februar 1959 bis 17. Oktober 1984 Erich Göpfert
  • vom 18. Oktober 1984 bis 30. September 1999 Willhelm Dördelmann
  • vom 1. Oktober 1999 bis 12. Oktober 2004 Volker W. Weidner

Ehemalige Stadtdirektoren[14]

  • vom 1. April 1946 bis 30. September 1946 Niemann
  • vom 1. Oktober 1946 bis 30. September 1958 Born
  • vom 1. Dezember 1958 bis 30. September 1962 Ehlgen
  • vom 16. April 1963 bis 15. April 1975 Karl-Heinz Prescher
  • vom 21. Mai 1975 bis 1999 Klaus Dunker

Wappen, Flagge und Dienstsiegel[Bearbeiten]

Die Stadt Unna führt das mit Urkunde des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 13. November 1967 genehmigte Wappen:

Wappen von Unna
Blasonierung:

„In Silber (weiß) eine rote Stadtbefestigung, deren mittlerer, mit einem Spitzdach versehener Torturm seitlich durch Mauern und überdachte Wehrgänge mit zwei niedrigeren zinnengekrönten Türmen verbunden ist; das Obergeschoss des Torturms ist beiderseits mit je einer an roter Stange gehissten Fahne besteckt, die in Gold (gelb) einen in drei Reihen vierfach rotsilbernen (weiß) geschachten Balken zeigt.“

Beschreibung der Flagge: „Die Stadtflagge zeigt die Farben rot und weiß. Sie kann das Stadtwappen enthalten.“

Die Stadt Unna führt Dienstsiegel mit dem Stadtwappen. Das Dienstsiegel gleicht in Form und Größe dem der Hauptsatzung[15] beigedruckten Siegel.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Unna unterhält partnerschaftliche Beziehungen mit den folgenden Städten:

Des Weiteren unterhält die Kreisstadt Unna eine partnerschaftliche Beziehung zu der Stadt Enkirch an der Mosel sowie zu dem in Unna stationierten Logistikbataillon 7 der Bundeswehr.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Blick von der Hertingerstraße auf den blau angestrahlten Turm der Stadtkirche

Museen[Bearbeiten]

Die Burg Unna ist seit 1936 Sitz des Hellweg-Museums. Im Ortsteil Kessebüren besteht das Ernst-Oldenburg-Haus mit einer ständigen Ausstellung von Werken des Malers und Bildhauers Ernst Oldenburg, der hier die letzten Jahre seines Lebens lebte und arbeitete. Im Ortsteil Stockum gibt Horst Höfers privates Bergbaumuseum „Fröhliche Morgensonne“ einen anschaulichen Einblick in die Bergbaugeschichte des östlichen Ruhrgebiets und das Leben der Bergleute in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.[17]

Der Kunstverein Unna begann in der Mitte der 1960er Jahre, zeitgenössische Kunst des Ruhrgebietes und Künstler aus dem europäischen Ausland zu zeigen. Er war bis in die Mitte der 1970er Jahre kultureller Mittelpunkt der Kunstszene der Region.

Lichtkunst[Bearbeiten]

Im Mai 2001 ist in Unna auf dem Gelände der ehemaligen Lindenbrauerei das Zentrum für Internationale Lichtkunst eröffnet worden. Seit 2002 ist die Stadt Unna im Kulturprojekt Hellweg – ein Lichtweg vertreten.

Kirchen[Bearbeiten]

Die Evangelische Stadtkirche ist eine spätgotische Hallenkirche, die ab 1322 errichtet wurde. Der Grundstein des Chors datiert auf 1389. Er soll im Jahr 1396 vollendet worden sein. Der Turm wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Der Turmhelm wurde nach Zerstörung durch Blitzschlag nach Plänen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner 1863 neu errichtet. Die Kirche war von 1596 bis 1601 Wirkungsort des Liederdichters Philipp Nicolai. An der Stadtkirche befand sich einst noch eine 1501 errichtete Marienkapelle, die jedoch zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde. Außerdem bestand in Unna neben der lutherischen Stadtkirche noch die reformierte Hospitalkirche, die jedoch nach der Vereinigung der lutherischen und der reformierten Gemeinde Unna um 1820 verkauft und später abgerissen wurde.

Die katholische St.-Katharinen-Pfarrkirche wurde 1933/34 an Stelle eines kleineren Vorgängerbauwerks von 1848 errichtet.

Andere Baudenkmäler[Bearbeiten]

Eine vollständige Liste der registrierten Bau- und Bodendenkmäler mit Fotos enthält die Liste der Baudenkmäler in Unna.

Saniertes Fachwerkhaus am Krummfuß
Blick auf die Stadtmauer
  • Das ehemalige Augustinerinnenkloster wurde 1459 gegründet. Der einstige Kirchenbau wurde durch Umbauten völlig entstellt und ist heute profaniert.
  • Das ehemalige Rathaus ist ein zweigeschossiger klassizistischer Putzbau von 1833. Es wurde 1925 durch den Einbau von Arkaden erheblich verändert.
  • Rahlenbecks Hof, Klosterstraße 44. Zweigeschossiger Fachwerkbau, der im 17. Jahrhundert über mittelalterlichen Fundamenten neu errichtet wurde.
  • Wohnbauten: In der Altstadt hat sich eine größere Anzahl von Fachwerkbauten aus dem 16.–19. Jahrhundert erhalten, die jedoch nicht selten verputzt und durch Ladeneinbauten verändert sind. Hervorzuheben:
    • Gürtelstraße 19. Das dreigeschossige Traufenhaus von 1577 mit geschnitzten Fächerrosetten ist der letzte Rest eines größeren, im 19. Jahrhundert abgebrannten Nebenhauses
    • Hertingerstraße 32. Das zweigeschossige Giebelhaus mit Bruchsteinsockel entstand wohl zwischen 1550 und 1600.
    • Markt 10. Ende des 16. Jahrhunderts errichtetes Giebelhaus mit gebogenen Fußbändern und z.T. mit geschnitzten Fächerrosetten
    • Markt 11. Giebelhaus mit Krüppelwalmdach und Andreaskreuzen, 17. Jahrhundert
    • Markt 14. Klassizistisches Bürgerhaus des 19. Jahrhunderts, das ursprünglich verputzt war.
    • Massener Straße 19. Verputzter Fachwerkbau, wohl noch im 16. Jahrhundert erbaut.
    • Massener Straße 24. Zweigeschossiges Giebelhaus mit beschnitzten Füllbrettern und Fächerrosetten, das 1587 bezeichnet ist. Das Erdgeschoss und das Giebeldreieck wurden durch Umbauten verändert.
  • Von der Stadtbefestigung sind größere Strecken vor allem an der Ostseite der Altstadt erhalten. Am Südwall steht ein Rest des 1475 erbauten Eulenturms. Sein Name entstand im 19. Jahrhundert aus einer fehlerhaften Übersetzung des niederdeutschen „Ölckenthurm“, was eigentlich „Iltisturm“ bedeutet. Das ursprüngliche Dach und das Obergeschoss des Turms wurden 1856 abgetragen.
  • Die Burg Unna, ebenfalls nahe der Stadtmauer, beherbergt das Hellweg-Museum.
  • Im Ortsteil Uelzen lag das 1343 erstmals erwähnte Wasserschloss Haus Heyde, das 1966 abgebrochen wurde. Ein Teil der Gräfte und ein außergewöhnlicher Baumbestand sind noch vorhanden. Seit 1986 steht der Bereich als Bodendenkmal unter Schutz. Hier lebten bedeutende Persönlichkeiten, vor allem die berühmte Familie von Bodelschwingh, für die im 19. Jahrhundert Heyde „der eigentliche Mittelpunkt“ war.
  • Haus Westhemmerde

Brunnen in Unna[Bearbeiten]

Eselsbrunnen[Bearbeiten]

Der Esel, eine Unnaer Symbolfigur

Der Eselsbrunnen wurde 1978 als Ersatz für den alten Marktbrunnen nach einem Entwurf von Josef Baron errichtet. Der Esel ist kein Wahrzeichen im eigentlichen Sinn, hat sich aber als Symbolfigur für Unna durchgesetzt. Der Ursprung dürfte in sogenannten Ortsübernamen liegen, die im 19. Jahrhundert in Westfalen weit verbreitet waren, wie beispielsweise (plattdeutsch) „Kömsche Bleier“ für die benachbarten Kamener, hier eben „Iasel Unna“. 1924 entstand aus dieser Tradition eine erste offizielle Eseldarstellung am Rathaus am Markt, 1934 ein Relief am Turm der neu erbauten Katharinenkirche, das die Auseinandersetzung der katholischen Kirchengemeinde mit der nationalsozialistischen Verwaltung um den Bauplatz symbolisieren soll. Mit einer Skulptur im Stadtpark 1954 (ebenfalls Josef Baron), dem Stadtbrunnen und zuletzt 2009 einer Tierparade pflegt Unna diese Tradition.

Der „Wasserstau“[Bearbeiten]

Als die Aluminiumwerk Unna AG 1989 ihr 75-jähriges Bestehen feierte, schenkte das Unternehmen der Stadt die von Hans-Oiseau Kalkmann entworfene Wasserskulptur, die der Bildhauer mit den Auszubildenden in einer viermonatigen Kontakt-Kunst-Aktion im Werk erstellte. Die Skulptur ist ein Hinweis auf den an dieser Stelle verrohrten Kortelbach. Sie steht am Innenstadtring, wo sich früher das Wassertor befand. Daran erinnert auch der Name der Wasserstraße.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Italienisches Fest 2007

In Unna fand von 1956 bis 2011 alljährlich an Weiberfastnacht, angeführt von Helmut Scherer[18], der kleinste Karnevalsumzug der Welt statt. Er bestand nur aus einem einzigen handgezogenen Bollerwagen.[19]

Regelmäßige Veranstaltungen leiten sich her einerseits aus Tradition und Brauchtum, andererseits aus innovativer und aktueller Programmplanung unterschiedlicher Veranstalter in städtischer und anderer Trägerschaft.

Nach umfassender Bestandsaufnahme[20] und gemäß einem Gesamtkonzept für die Bereiche Bildung-Kultur-Freizeit in der Stadt Unna wurden Grundlagen[21] geschaffen für die Förderung der mannigfaltigen sozial-kulturellen Aktivitäten und Initiativen an möglichst vielen Plätzen der Stadt[22][23][24] mittels wirkungsvoller Bündelung und Vernetzung zu einem kulturellen „Informationszentrum für alle“, zu einem „Forum für zeitgenössische Künste“[25]. Es gibt eine bemerkenswerte Vielfalt kultureller Veranstaltungen: Regelmäßige Ausstellungseröffnungen des Kunstvereins Unna, im städtischen Hellweg-Museum sowie durch die von der Stadt Unna eingerichtete und nach dem Unnaer Künstler Carlernst Kürten, einem der bekanntesten Bildhauer der Region des Ruhrgebietes, benannte Carlernst Kürten-Stiftung[26] in Unna-Alte Heide, die Konzerte der Philipp-Nicolai-Kantorei, des Musikvereins der Stadt Unna und der diversen Chöre des regen Sängerkreises[27], die Jugendkonzerte der Partnerstädte Palaiseau und Unna, Kindermalfeste[28][29][30] auf den Marktplätzen, Festprogramme der Sportvereine, Vormieten der Kulturverwaltung, besondere Filmreihen der Volkshochschule, zudem die mit Rückenwind des Kulturausschusses[31] eingerichtete Reihe JAZZ AKTUELL[32][33], die regelmäßigen Veranstaltungen[34] von in der Stadt befindlichen Einrichtungen wie der Internationalen Komponistinnen-Bibliothek und dem Internationalen Zentrum für Lichtkunst sowie von anderen überregional bedeutsamen Institutionen, beispielsweise dem Westfälischen Literaturbüro in Unna e. V. mit seiner internationalen Biennale Mord am Hellweg[35], überdies das Veranstaltungsprogramm der Kulturbetriebe der Kreisstadt Unna (beispielsweise jährlich: Summertime (Kultursommer Open Air)).[36]

Alle zwei Jahre findet „Un(n)a Festa Italiana“, das größte italienische Fest nördlich der Alpen, in der Innenstadt statt. Im Jahr 2001 fanden etwa 200.000 Besucher den Weg nach Unna, 2007 wurden etwa 250.000 Gäste erwartet. Besondere Attraktion sind aufwendige Illuminationen, die aus Bari importiert werden.

An jedem ersten Wochenende im September findet in Unna das Stadtfest statt. Auf bis zu sieben Bühnen werden im gesamten Innenstadtbereich verschiedene Musikrichtungen und Künstler präsentiert. Neben lokalen Größen wie die Gruppe Cantus Brutalis treten auch bekannte Musikgruppen wie die Kölner Gruppe Brings (2004) auf. Das Fest wird am Freitagabend mit dem Altbierabend und dem traditionellen Fassanstich durch den Bürgermeister eröffnet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

DHL

Unna war bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte Stadt. Seitdem hat sich ein Wechsel zum Industriestandort vollzogen. Im Gegensatz zu den meisten Ruhrgebietsstädten sind in Unna die meisten Arbeitsplätze nach wie vor in der Industrie (Eisen- und Metallverarbeitung, Maschinenbau) oder im Handwerk angesiedelt. Als bedeutender Arbeitgeber gilt auch die Unternehmenszentrale und das Möbelhaus des Unternehmens Zurbrüggen Wohn-Zentrum. Im Bereich der Elektronik ist die Firma WIMA in Unna auf dem Gebiet der Folienkondensatoren Weltmarktführer. Dies ist für Unternehmen im Elektronikbauteilesektor mit Standort Deutschland eine Rarität.

Ein weiterer, zunehmend an Bedeutung gewinnender wirtschaftlicher Schwerpunkt ist der Logistikbereich. Das ehemalige Karstadt-Zentrallager (heute DHL), das Zentrallager des Pumpenherstellers WILO SE, ein Verteilzentrum der DPD und das Metro-Hochregallager Varena sind die bekanntesten Vertreter dieser Branche. Ein weiterer großer Logistikkomplex der DHL wurde 2008 in Betrieb genommen.

Daneben ist Unna aber auch Wohnort für viele Pendler, die in benachbarten Ruhrgebietsstädten arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Unna liegt an den Bahnstrecken Hagen–Hamm und Dortmund–Soest, und er ist die Endstation der nördlichen Verlängerung der Hönnetalbahn über Fröndenberg und Menden nach Neuenrade. Er ist außerdem Endpunkt der S-Bahn-Linie 4 der S-Bahn Rhein-Ruhr. Weitere Bahnhöfe bzw. Haltepunkte im Stadtgebiet von Unna sind Lünern und Hemmerde an der Strecke nach Soest sowie Unna West, Unna-Königsborn und Massen an der S-Bahn-Linie nach Dortmund.

Busverkehr[Bearbeiten]

Unna besitzt ein Stadtbusnetz (StadtBus Linien C40 – C45). Dieses wird, wie auch die Anbindung an die Nachbargemeinden, durch die Verkehrsgesellschaft Kreis Unna betrieben.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Unna liegt direkt an den Bundesautobahnen 1 (Köln–Bremen) sowie 44 (Dortmund–Kassel) und ist so sehr gut an das Autobahnnetz angebunden.

Die Bundesstraße 1 durchquert das Stadtgebiet in West-Ost-Richtung, die B 233 verlief ursprünglich von Werne über Unna in Richtung Iserlohn. Der Abschnitt von der Unnaer Stadtmitte bis zur Autobahnauffahrt Kamen wurde zu einer Landesstraße (L 678) zurückgestuft.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Westlich von Unna befindet sich der Flughafen Dortmund.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Unna beherbergt die Glückauf-Kaserne, den Standort des Logistikbataillons 7 der deutschen Bundeswehr.

Das Amtsgericht Unna ist das für die Gemeinden Unna, Fröndenberg, Bönen und Holzwickede zuständige Amtsgericht.

Bildung[Bearbeiten]

Anne-Frank-Realschule

Auf dem Gelände der ehemaligen Lindenbrauerei sind im Zentrum für Information und Bildung (ZIB) verschiedene Einrichtungen der Stadt Unna zusammengefasst. Unter anderem befinden sich hier die Volkshochschule, die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv seit 2004 unter einem Dach.

Unna weist ein fast vollständiges Angebot an allgemeinbildenden Schulen auf. Unna hat insgesamt elf Grundschulen. Das Angebot an weiterführenden Schulen umfasst zwei Gesamtschulen, zwei Realschulen, drei Gymnasien, zwei Förderschulen und ein Weiterbildungskolleg in Form einer Abendschule (Realschule und Gymnasium). Als Besonderheiten sind ein bilingualer Zweig am Geschwister-Scholl-Gymnasium sowie ein Waldorfkindergarten zu nennen. Unna hat ebenfalls ein Berufsschulzentrum. Die drei Kollegs haben Schwerpunkte in den Bereichen Handwerk und Technik (Hellweg Berufskolleg), Hauswirtschaft, Sozial- und Gesundheitswesen (Märkisches Berufskolleg) sowie Handel, Wirtschaft und Verwaltung (Hansa Berufskolleg).

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Erich-Göpfert-Stadthalle
Skatepark Unna, 2013 eröffnet

Unna ist eine relativ waldarme Stadt, trotzdem gibt es mit der Massener Heide, dem Bornekamptal, dem Kurpark und der Uelzener Heide/Mühlhauser Mark einige stadtnahe Erholungsgebiete, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sind. In Unna-Massen gibt es eine Beachvolleyballanlage, die nach Absprache auch von jedermann angemietet werden kann. Weiterhin existieren eine Eissporthalle, zwei Freibäder, Skateanlagen, ein städtisch betriebenes sowie ein durch einen Trägerverein (HSM) vor der Schließung bewahrtes Hallenbad. Auch dieses in Unna-Massen (auf dem Gelände der Realschule an der Königsborner Straße) gelegene Hallenbad kann von privater Seite angemietet werden; sonntags werden unentgeltliche Schwimmzeiten angeboten. Bei den Sportvereinen dominiert der Fußball, jedoch gibt es auch Schwerpunkte beim Hallenhandball, Eishockey, Radrennsport und beim Volleyball. Darüber hinaus werden auch Kampfsportarten wie Judo, Jiu Jitsu, Karate, Boxen und viele mehr für alle Altersgruppen in verschiedenen Vereinen angeboten.

Unnas Gastronomie weist keine außergewöhnlichen Besonderheiten auf, ist jedoch recht vielseitig: Italienische, türkische, spanische, griechische, chinesische und natürlich westfälische Küche stehen zur Wahl.

Konzerte und andere größere Veranstaltungen finden in der Erich-Göpfert-Stadthalle und in der Lindenbrauerei statt; ein in Familienbesitz befindliches Kino mit sechs Sälen ergänzt das Angebot.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Emil Bennemann (1882–1965), langjähriges Ratsmitglied
  • Adolf Eichholz (1832–1903), Bürgermeister
  • Erich Göpfert (1912–1988), Bürgermeister
  • Josef Ströthoff (1884–1963), Bürgermeister

Bekannte Personen aus Unna[Bearbeiten]

Weitere Unnaer Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Josef Baron (* 1920), deutscher Bildhauer, wohnt in Unna-Hemmerde
  • Carl von Bodelschwingh (* 1800 in Hamm, † 1873 in Berlin), preußischer Finanzminister und Herr auf Haus Heyde
  • Udo von Bodelschwingh (* 1840 in Hamm, † 25. März 1921 in (Berlin-)Charlottenburg), königlich preußischer Ceremonienmeister und Kammerherr, Erbe von Haus Heyde
  • Hartmut Hegeler (* 1946 in Bremen), Pfarrer, Aufklärer über Hexenverfolgung
  • Carlernst Kürten (* 1921 in Waltrop, † 2000 in Unna), deutscher Bildhauer, lebte und wirkte in Unna
  • Gerd Hergen Lübben (* 1937 in Sillenstede/Friesland), deutscher Dichter, Kultur- und Bildungsarbeiter in Unna (1972–1978)
  • Peter Möbius (* 1941), Fernseh- und Bühnenautor, Zeichner und Bühnenbildner, wohnt in Unna
  • Philipp Nicolai (* 1556 in Mengeringhausen, † 1608 in Hamburg), lutherischer Hofprediger und Pfarrer sowie Liederdichter, von 1596 bis 1601 Pfarrer in Unna
  • Ernst Oldenburg (* 1914 in Danzig, † 1992 in Unna), deutscher Maler und Bildhauer, lebte ab 1967 in Unna-Kessebüren
  • Oskar Rückert (* 1876 in Meiningen, † 1943 in Unna), Lehrer und Unnaer Heimatforscher
  • Helmut Scherer (* 1934), Karnevalist in Unna
  • Richard Schrader (* 1911 in Bremen, † 1985 in Unna), Bürgermeister
  • Ireen Sheer (* 1949 in Basildon, England), Schlagersängerin, wohnte in Unna-Billmerich
  • Paul Spruth (* 1902 in Siegen, † 1971 in Unna), Lehrer und westfälischer Heimatdichter
  • Christoph Friedrich Steffen von Plettenberg (* 1698 in Plettenberg, † 1777 auf Haus Heyde), Generalleutnant und Herr auf Haus Heyde
  • Fritz Steinhoff (* 23. 1897 in Dortmund-Wickede, † 1969 in Hagen), Politiker, aufgewachsen in Unna-Massen
  • Rolf Teigler (* 1957 in Unna), deutscher Filmkritiker, Cutter, Tonmeister, Autor, Regisseur und Produzent
  • Peter Thorwarth (* 1971 in Dortmund), deutscher Regisseur, aufgewachsen in Unna
  • Peter Trautner (* 1951 in Essen/Ruhr), Maler und Bildhauer, wohnt in Unna-Stockum
  • Carl Wegele (* 1859 in Würzburg, † 1930 in Frankfurt am Main), Badearzt in Königsborn
  • Erik Zabel (* 1970 in Berlin), deutscher Radrennsportler, wohnt in Unna-Kessebüren

Literatur[Bearbeiten]

  • Willy Timm: Geschichte der Stadt Unna, Hornung-Verlag, Unna 1975.
  • Wolfgang Patzkowsky: Unna; Rundgänge durch die Geschichte, Sutton-Verlag, 2007, ISBN 978-3-86680-132-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unna – Sammlung von Bildern
 Wikisource: Unna – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. a b Hellweger Anzeiger, 23. März 2010. (Bericht von Werner Niederastroth, damals Lehrling im Messingwerk).
  3.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.
  4.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 65.
    Willy Timm: Unna 1968 – Die kommunale Neugliederung der Stadt Unna und ihre Vorgeschichte. Verlag Hellweg-Bücherei, Unna 1993, ISBN 3-87298-057-2.
  5. Kreisstadt Unna – Zusammensetzung und Aufgaben des Rates. Abgerufen am 23. Mai 2013.
  6. Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2009
  7. Wahlprofil des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NW
  8. Wahlergebnisse 1999 (PDF-Datei; 5,62 MB)
  9. Wahlergebnisse 2004 (PDF-Datei; 6,70 MB)
  10. Wahlergebnisse 2009 (PDF-Datei; 3,34 MB)
  11.  Ferdinand Schmid: Quellen zur Geschichte der Stadt und des Kirchspiels Lüdenscheid. Lüdenscheid, S. 0223 Sp. 402.
  12. sz-online.de: Neunter Görlitzer OB erwarb den Vogtshof für städtische Zwecke. Abgerufen am 25. Februar 2012.
  13. Handbuch des Rates der Kreisstadt Unna
  14. Wolfgang Althaus: 50 Jahre Kreisstadt Unna (Schriftenreihe der Stadt Unna, Bd. 4), 1980.
  15. Hauptsatzung der Stadt Unna (PDF-Datei; 2,12 MB) vom 12. November 2004
  16. http://www.ajka.hu/main.php?ac=read_article&article=264&active_chapter=1&menu=6
  17. http://www.derwesten.de/staedte/unna/Kleinstes-Bergwerk-oeffnet-im-April-id4397244.html
  18. Vgl. Klaus Seifert, Der bekannteste Unnaer; in: Ders.: UN-glaubliche Geschichten. 66 Erzählungen aus und über Unna. Dillenburg 2010, ISBN 978-3-00-032401-7, S. 99–100
  19. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 54/2011, 5. März 2011, Titelseite. Andreas Fasel: Wird Unna irgendwann eine jecke Stadt sein? In: Welt am Sonntag, Nr. 8 MS, 22. Februar 2009, NRW S. 1
  20. Vgl. Umfassende Bestandsaufnahme als Basis für Mobilisierung; in: Westfälische Rundschau, 5. Mai 1972
  21. Orientiert an den Erfahrungen der innovativen Aufbaujahre dieser systematischen Kulturarbeit beriet und verabschiedete am 7. Februar 1974 der Kulturausschuss des Rates der Stadt Unna seine ersten Kulturpolitischen Grundsätze und damit im Kern bereits das Konzept für einen kommunalen Kulturentwicklungsplan.
  22. Vgl. Kulturspritze für Ortsteile. Aktivierung durch Mitwirkung und Initiativen der Bürger; in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 14. Juli 1972
  23. Kultur am runden Tisch; in: Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 10. Januar 1973
  24. Beitrag der Unnaer Chöre zu einem „unna-spezifischen“ Programm beraten; in: Hellweger Anzeiger, 30. August 1972
  25. Vgl. Wolfgang Althaus, Das kulturelle Leben in Unna maßgeblich geprägt / szene-Nr. 189; in: Hellweger Anzeiger / KULTUR-MAGAZIN, 24. Dezember 1977.
  26. Vgl. die regelmäßigen Veröffentlichungen auf der Carlernst Kürten-Stiftung-Website
  27. Vgl. Notenschränke der Chöre von alten Beständen geräumt; in: Hellweger Anzeiger, 13. November 1972; darin: Lübben, dessen überall spürbarer Versuch, das Kulturleben der Stadt mit neuen Impulsen zu versehen, auch vom Sängerkreis mit Freude vermerkt wird.
  28. Malfest soll Bedürfnisse der Kleinen verdeutlichen. Bürgerschaft von morgen braucht heute Spielplätze; in: Hellweger Anzeiger, 18. August 1972
  29. Rainer Zunder, Toller Erfolg beim Kindermalfest auf Unnas buntbekleckstem Markt. Dem Tatendrang der Kleinen konnten auch Reporter nicht entfliehen. Aber: Vielfach Unverständnis seitens der Erwachsenen und Lehrer; in: Westfälische Rundschau, 21. August 1972
  30. Vgl. Jazzmusiker Gunter Hampel denkt an Kinder-Musikfest als Pendant zum Kinder-Malfest auf dem alten Markt, in: Hellweger Anzeiger, 13. Dezember 1972; weiter heißt es: Die Idee wurde nachts auf dem Unnaer Markt geboren: Gunter Hampel und die übrigen Mitglieder seiner „Galaxie Dream Band“ streiften nach ihrem Konzert (...) mit Kulturamtsleiter Gerd Hergen Lübben durch die Innenstadt...
  31. Vgl. Jazz soll kulturelles Angebot bereichern, in: Hellweger Anzeiger, 24. Mai 1972; weiter heißt es: Der Kulturausschuß konnte sich der Güte dieses Angebots nich verschließen und gab Lübben nach intensiver und den Experten beeindruckender Diskussion das Startzeichen.
  32. In der Reihe traten bisher u. a. auf – teils solistisch, teils in jeweils aktueller Gruppierung –: Dollar Brand (= Abdullah Ibrahim), Peter Brötzmann, Han Bennink und Fred Van Hove, Wolfgang Dauner Et Cetera, Gunter Hampel und Jeanne Lee, Albert Mangelsdorff, Dave Pike, Alexander von Schlippenbach, Peter Kowald und Manfred Schoof, Tomasz Stańko, Ralph Towner und, nicht zuletzt, Detlef Schönenberg/Günter Christmann+Pina Bausch: Vgl. Programmblatt Jazz aktuell der Stadt Unna, 12. Juni 1974: Total Music + Free Dance; dazu auch das von Lübben initiierte und redigierte Programmblätter-Projekt der Stadt Unna InformationKulturUnna│iku : „AUF DER ANDEREN SEITE • Texte Grafik Konzepte Noten“ (20 Blätter, 1972–1974) mit Beiträgen u. a. von Wilhelm Buschulte, Franz Josef Degenhardt, Frank Göhre, Carl Heuer, Hans-Wolfgang Lingemann, Wilhelm Meinecke, Klaus Naumann, Willy Timm, Fred Viebahn.
  33. „Dr. Jazz“ lobt Lübbens Serie; in: Ruhrnachrichten, 15. November 1972
  34. Kommunalprofil Standortprofil Stadt Unna-Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Unna mbH-Website (Stand: 3. Juni 2013), Seite 5
  35. Vgl.Mord am Hellweg-Website: „Europas größtes internationales Krimifestival „Mord am Hellweg“, seit 2002 als Biennale veranstaltet, wird 2014 bereits zum siebten Mal stattfinden“
  36. Vgl. Kulturbetriebe der Kreisstadt Unna-Website