Uno (Kartenspiel)
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Uno ist ein Kartenspiel, dessen primäres Ziel es ist, seine Karten möglichst schnell abzulegen. Das Spiel wurde auf der Grundlage einer traditionellen Spielidee 1972 von Merle Robbins entwickelt und erscheint bei Mattel.
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[Bearbeiten] Spielutensilien
Es gibt von den vier Farben (blau, grün, rot, gelb) jeweils Karten von 0 bis 9 sowie drei Aktionskarten. Alle Karten bis auf die 0en sind doppelt vorhanden, dazu kommen noch acht schwarze Aktionskarten (108 Karten insgesamt).
[Bearbeiten] Spielziel
In mehreren Runden 500 Punkte zu erreichen. Dabei ist das Rundenziel als erster alle Karten auf der Hand abzulegen. Die Punkte werden für alle noch nicht abgelegten Karten der Mitspieler erzielt.
[Bearbeiten] Spielregeln
[Bearbeiten] Grundregeln
Zu Beginn einer Runde werden jedem Spieler sieben Karten ausgeteilt, der Rest kommt auf einen verdeckten Stapel in die Mitte. Eine Karte kann nur gelegt werden, wenn die vorherige Karte dieselbe Nummer oder dieselbe Farbe hat. Für die schwarzen Aktionskarten gelten besondere Regeln. Wer keine passende Karte hat, muss eine vom Stapel nehmen, diese kann er sofern sie passt auch gleich ausspielen. Wer die vorletzte Karte ablegt, muss vorher „Uno!“ rufen. Der Gewinner der Runde ist, wer seine letzte Karte ablegt.
[Bearbeiten] Aktionskarten
Die Farbwahlkarte kann immer gespielt werden, die +4 nur, wenn keine andere passende Karte vorhanden ist.
- Zieh Zwei (+2) – Der nächste Spieler muss zwei Karten aufnehmen.
- Retour – Bei mehr als zwei Spielern wird die Spielrichtung gewechselt, bei zwei Spielern hat die Karte die gleiche Funktion wie die Aussetzen-Karte.
- Aussetzen – Der nächste Spieler wird übersprungen.
- Farbwahl – Der Spieler, der diese Karte spielt, schreibt dem nächsten Spieler vor, welche Farbe dieser legen muss.
- Zieh Vier Farbwahl (+4) – Der nächste Spieler muss vier Karten aufnehmen, außerdem kann der Spieler, der die +4 gelegt hat, die zu spielende Farbe bestimmen.
[Bearbeiten] Strafen
- Uno: Vergisst ein Spieler seine vorletzte Karte mit Uno anzukündigen und hat der nächste Spieler seine Karte noch nicht ausgespielt, hat er zwei Karten zu ziehen.
- Vorschläge: Wer seinen Mitspielern Vorschläge macht, was sie spielen sollten, muss zwei Karten ziehen.
- Falsch gelegt: Wer eine Karte legt, obwohl er nicht dran ist, oder eine falsche Karte gelegt hat, muss dieser zurücknehmen und erhält eine Strafkarte.
- Die +4 darf nur dann gelegt werden, wenn der Spieler die aktuelle Karte nicht bedienen kann. Ist der von der +4 betroffene Spieler der Auffassung, dass die Karte zu unrecht ausgespielt wurde, so kann er den vorherigen Spieler herausfordern. Dieser muss ihm dann durch Vorzeigen der Karten nachweisen, dass er die Karte tatsächlich nicht bedienen konnte. Kann er dies bestätigen, so muss der herausfordernde Spieler statt 4 nun 6 Karten aufnehmen. Wurde er hingegen überführt, die +4 unrechtmäßig ausgespielt zu haben, so muss er selbst die 4 Karten ziehen.
[Bearbeiten] Auszählen
Die Nummernkarten haben den aufgedruckten Wert. Die bunten Aktionskarten zählen 20, die schwarzen 50 Punkte.
[Bearbeiten] Varianten
Diese Varianten machen das Spiel interessanter oder schneller und können kombiniert werden.
[Bearbeiten] offizielle Varianten
- Kumulieren: Wenn der von einer +2-Karte betroffene Spieler selbst auch eine +2 legen kann, so wird addiert und der folgende Spieler muss vier Karten aufnehmen. Dasselbe gilt für weitere +2-Karten. Die Regel gilt sinngemäß auch für die +4-Karten.
- Doppeln: Wer zwei Karten in der Hand hat, die in Farbe und Rang identisch sind, kann gleich beide ablegen. Das gilt nicht für die +2 und +4-Karten. Die Karten müssen jedoch stets nacheinander abgelegt werden, um dem nachfolgenden Spieler die Möglichkeit zu geben, schneller zu sein.
- Seven-O: Wird eine Null ausgespielt, müssen alle Spieler das eigene Blatt an den nächsten Spieler in Spielrichtung weitergegeben. Ein Spieler, der eine 7 ausspielt, kann sein Blatt gegen ein Blatt eines beliebigen Mitspielers tauschen. So bleibt der Ausgang bis zum Schluss spannend.
- Jump-In (Zwischenwerfen oder Blitzen): Bis auf die 0 sind alle Karten mindestens zweimal im Spiel enthalten. Wenn eine Farbkarte gelegt wurde, und man hat die exakt gleiche Karte auf der Hand (gleiche Farbe und gleicher Wert), so kann man diese einfach drauflegen, egal ob man dran war oder nicht. Das Spiel wird dann an dieser Stelle fortgesetzt, die Spieler dazwischen werden übersprungen. Bei Aktionskarten hebt dieser Eingriff die Funktion der ersten Karte auf.
- Partner: Die Partner sitzen gegenüber. Eine Runde ist beendet, wenn einer der Partner keine Karten mehr hat. Die Punkte der übrigen Spieler werden für die Partner gezählt.
- Strafpunkte: Jeder Spieler zählt die Kartenwerte seiner am Ende einer Runde verbleibenden Karten als Strafpunkte. Wer als erster 500 Punkte erreicht, beendet das Spiel und hat verloren.
[Bearbeiten] andere Varianten
- Schnell Doppeln: Die beiden identischen Karten dürfen gleichzeitig abgelegt werden.
- Jump-In Schwarz: Hier dürfen auch die schwarzen Aktionskarten eingeworfen werden.
- Jump-In Action: Die Funktion der ersten Karte wird nicht aufgehoben (vgl. Kumulieren).
- Unendlich ziehen: Wer keine spielbare Karte hat, muss solange Karten vom Stapel aufnehmen, bis er eine ablegen kann.
- Action Uno: Für bestimmte Zahlenwerte kann eine Zusatzfunktion festgelegt werden: Wird zum Beispiel eine drei gespielt müssen alle Mitspieler aufstehen bzw. Karten ablegen und in die Hände klatschen oder mit einer Hand auf den Kartenstapel in der Mitte schlagen (Achtung: Verletzungsgefahr!) o. ä. Die Person, die die Aktion als letztes durchführt oder komplett schläft, zieht eine Strafkarte. Ebenso sind Aktionen einzig für den ausspielenden Mitspieler möglich, an die er sich erinnern muss, während alle anderen aufpassen und sofort auf die Strafkarten bestehen, wenn er es vergisst.
- Retour-Kutsche: Wird auf eine +2-Karte eine gleichfarbige Retour-Karte vom darauffolgenden Spieler gelegt, so erhält der Leger der +2-Karte die Aktion retour und muss, sofern er nicht wieder eine Retourkutsche bieten oder eine weitere +2-Karte auflegen kann, selbst die zwei Karten vom Stapel ziehen. Diese Variante lässt sich auch mit +4 durchführen, allerdingst muss die Retour-Karte der gewünschten Farbe entsprechen.
- Lass mich!: Wird auf eine +2-Karte ein gleichfarbiger Aussetzer vom darauffolgenden Spieler gelegt, so erhält der nächste Spieler die zwei Strafkarten. Weiterleitungen und die Kombination mit der Retour-Kutsche sind natürlich möglich.
- Dumme Fragen: Während des gesamten Spiels sind Fragen verboten. Stellt jemand jedoch eine Frage, egal ob im Spielzusammenhang oder nicht, muss dieser eine Karte ziehen. Da dieser das oft nicht bewusst mitbekommt kann ihm auch ein Mitspieler eine Karte geben. Einzig legitime Fragen sind diejenige, um zu erfahren, warum man eine Karte bekommt. Diese Variante ermöglicht auch, dass Spieler, die bereits alle Karten abgelegt haben wieder im Spiel sind.
- Pennen: Es ist auch möglich, dass man eine Karte ziehen muss, wenn man nicht mehr weiß, wann man an der Reihe ist und wenn eine Karte vom Tisch fällt. Die letzte Variante ist besonderes interessant, wenn man mit "Zwischenwerfen" spielt.
- Weiterspielen: Die Runde ist noch nicht beendet, wenn der erste Spieler keine Karten mehr hat. Dieser scheidet lediglich als erster Platz aus dieser Runde aus. Es wird weitergespielt, bis alle weiteren Platzierungen ermittelt sind.
- Uno Uno: Wer seine letzte Karte rechtmäßig spielt und damit die Runde gewinnt oder als ein nachplatzierter Gewinner aus der Runde ausscheidet muss dazu unmittelbar Uno Uno ausrufen. Vergisst man dies, so muss man zwei neue Karten ziehen und weiter an der Runde teilnehmen.
- Ende ohne 0: Eine Runde darf nicht mit einer 0 beendet werden. Die Regel ist bei Seven-O sinnvoll, um einen Kartentausch zum Schluss zu verhindern.
[Bearbeiten] Versionen
Uno gibt es mittlerweile in vielen offiziellen Versionen. So zum Beispiel Uno H2O, bei dem wasserfeste Spielkarten aus transparenter Plastikfolie das Spielen unter Wasser ermöglichen. Bei Uno extreme muss man keine Karte ziehen, wenn man nicht kann, stattdessen eine Taste drücken. Nach einer zufällig bestimmten Zeit kommen bei einem Tastendruck dann sehr viele (aber immer unterschiedliche viele) Karten aus dem Automaten. Der Spieler muss alle aufnehmen.
Die Karten der Uno Junior Ausgabe enthalten zusätzlich zu den Zahlen auch Tierbilder, so dass sie auch für jüngere Kinder geeignet sind, die noch keine Zahlen lesen können. Bei Uno Junior reduziert sich die Kartenanzahl auf 56. Es gibt Karten in vier Farben von 1 bis 9, wobei 1 in jeder Farbe doppelt vorkommt. Es gibt jeweils vier der vier Typen von Spezialkarten: "Zieh 1", "Zieh 2", Aussetzer und Farbwahlkarte.
In den neueren Ausgaben der Uno-Versionen sind die Symbole oder Zahlen, wie im oberen Bild zu sehen, nur noch in der oberen linken, bzw. unteren rechten Ecke aufgedruckt, so dass auch Linkshänder die Karten wie Rechthänder auffächern müssen. Das zweite Bild zeigt das für Linkshänder besser geeignete Kartenspiel, das nicht mehr erhältlich ist.
Es gibt auch UNO Spiele zu bestimmten Themen wie z. B.: zu High School Musical usw. Diese enthalten teilweise weitere themenbezogene Regelvarianten.
[Bearbeiten] Uno-ähnliche Spiele
Ein Uno-ähnliches traditionelles Spiel, genannt Mau-Mau, wird mit französischem oder bayerischem Blatt mit 32 Karten gespielt, Mau-Mau ist auch das Vorbild für Uno. In der Schweiz verwendet man für den „Tschau Sepp“ 36 Karten.
Da Uno auf solchen alten Spielideen beruht, ist der Spielmechanismus nicht geschützt, sondern findet sich auch in anderen Kartenspielen wieder. Ein Beispiel dafür ist das bei Amigo erschienene Solo, das zudem einige zusätzliche Kartenfunktionen umfasst. Amigo hatte bis 1992 Uno im Vertrieb, das dann wieder von Mattel übernommen wurde.
Uno Dice ist eine Variation von Uno, die anstatt mit Karten mit Würfeln gespielt wird.
Ein Uno-gleiches Spiel, genannt Assano wird mit identischen Karten gespielt. Die Regeln sind auch ähnlich.
[Bearbeiten] Weblinks
- UNO over TCP/IP - Open Source UNO-Implementierung in Java zum Spielen über ein Netzwerk

