Unregelmäßige Eröffnungen mit e4

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Bei den Unregelmäßigen Eröffnungen mit e4 handelt es sich um wenig gespielte Eröffnungen beim Schachspiel. Sie werden in den ECO-Codes – je nach schwarzer Entgegnung auf 1. e2-e4 – unter den Schlüsseln B00, C20 oder C40 klassifiziert.

Einige der hier aufgeführten Eröffnungsnamen sind vor allem im englischen Sprachgebrauch anzutreffen, im Deutschen hat sich (noch) keine einheitliche Bezeichnung durchgesetzt. Gebräuchliche deutsche Benennungen sind an der entsprechenden Stelle durch Verweise auf eigenständige Artikel gekennzeichnet.

Seltene Entgegnungen auf 1. e2-e4[Bearbeiten]

1. … a7-a6[Bearbeiten]

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1. … a7-a6

Nach den Zügen 1. e2-e4 a7-a6?! (im Englischen St. George Defense oder Baker Defense genannt) entsteht eine sehr selten gespielte Verteidigung, deren Ziel ein Aufbau mit 2. … b7-b5 und nachfolgender Fianchettierung des Damenläufers ist. Der Zug Randbauer a7-a6 verfolgt also ähnliche Ideen wie die Sokolski-Eröffnung (1. b2-b4). Da der schwarze Spieler jedoch nach diesem Zug noch ein Tempo gegenüber dem Weißen, der auch noch den Anzugsvorteil besitzt, verliert, und sich die Chance nimmt, sofortiges Gegenspiel im Zentrum zu erreichen, wird diese Verteidigung daher sehr selten gespielt und ist auch kaum erforscht.

Aufsehen erregte 1980 diese schwarze Eröffnungswahl des englischen Großmeisters Tony Miles in seiner Partie gegen den damaligen Weltmeister Anatoli Karpow. Miles gewann nach einer Ungenauigkeit des Russen im Mittelspiel.

Varianten[Bearbeiten]

Mit dem Zug 2. Lf1-c4?! kann der Weiße eine Falle stellen, da Schwarz nun nicht mit 2. … b7-b5?? fortsetzen kann, ohne in Nachteil zu geraten. Es folgt nämlich das Läuferopfer:

3. Lc4xf7+ Ke8xf7 4. Dd1-h5+ g7-g6 (nach 4. … Kf7-f6 folgt 5. Dh5-f5 Matt) 5. Dh5-d5+ mit Gewinn des Turmes auf a8. Ebenfalls nicht möglich ist 4. … Kf7-e6, da 5. Dh5-d5+ Ke6-f6 6. Dd5-f5 mattsetzt.

Auf 2. Lf1-c4 kann der Schwarze allerdings e7-e6! erwidern, wonach der Läufer nach dem folgenden Bauernvorstoß b7-b5 oder d7-d5 ein weiteres Mal ziehen muss.

In Varianten ohne frühes Lc4 ist eine Zugumstellung in die Moderne Verteidigung durch 2. … g7-g6 und 3. … Lf8-g7 gut möglich.

Literatur[Bearbeiten]

Owen-Verteidigung[Bearbeiten]

Schwarz eröffnet mit 1. … b7-b6. Siehe Owen-Verteidigung.

Nimzowitsch-Verteidigung[Bearbeiten]

Schwarz eröffnet mit 1. … Sb8-c6. Siehe Nimzowitsch-Verteidigung.

Seltene weiße Fortsetzungen nach 1. e2-e4 e7-e5[Bearbeiten]

Alapin-Eröffnung[Bearbeiten]

Nach 1. e2-e4 e7-e5 zieht Weiß 2. Sg1-e2. Siehe Alapin-Eröffnung.

Portugiesische Eröffnung[Bearbeiten]

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Die Portugiesische Eröffnung nach 2. Lf1-b5

Die Portugiesische Eröffnung beginnt mit den Zügen 1. e2-e4 e7-e5 2. Lf1-b5?!. Siehe Portugiesische Eröffnung.

Im Gegensatz zur Spanischen Eröffnung lässt Weiß durch die Verzögerung von Sg1-f3 die Möglichkeit offen, d2-d3 f2-f4 zu spielen. Der Nachteil hierbei ist allerdings, dass der weiße Mangel an Druck auf e5 Schwarz mehrere Möglichkeiten offenlässt.

Falls Schwarz 2. … Sg8-f6 antwortet, kann Weiß versuchen, mittels 3. d2-d4 ein Gambit zu inszenieren. Eine weitere schwarze Antwort ist 2. … Sb8-c6, möglicherweise mit der Hoffnung, dass Weiß nach 3. Sg1-f3 in die Spanische Eröffnung übergeht. Aber der populärste Zug ist 2. … c7-c6, um damit den weißen Läufer postwendend zu vertreiben. Das Spiel könnte mit 3. Lb5-a4 Sg8-f6 weitergehen, wonach sich das Spiel in 4. Sb1-c3 und 4. Dd1-e2 aufteilt.

Parhams Angriff[Bearbeiten]

Nach 1. e2-e4 e7-e5 zieht Weiß 2. Dd1-h5?! Siehe Parhams Angriff.

Eröffnung mit 2. Dd1-f3 („Napoleons Angriff“)[Bearbeiten]

Nach 1. e2-e4 e7-e5 zieht Weiß 2. Dd1-f3?!

Diesen Zug soll Kaiser Napoleon I. in einer angeblichen Partie gegen den Schachspielenden Türken angewendet haben. Diese Eröffnung verstößt gegen Richtlinien der Eröffnungsstrategie, zum Beispiel die Dame nicht zu früh ins Spiel zu bringen und zuerst die Leichtfiguren zu entwickeln. Der Zug 2. Dd1-f3 kommt vor allem bei Spielern im Anfängerstadium vor, weil damit das Schäfermatt „vorbereitet“ werden soll.

Weitere seltene Abspiele nach 1. e2-e4 e7-e5 2. Sg1-f3[Bearbeiten]

Gunderam-Verteidigung[Bearbeiten]

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Die Gunderam-Verteidigung nach 2. ... Dd8-e7







Nach 1. e2-e4 e7-e5 2. Sg1-f3 zieht Schwarz 2. … Dd8-e7.

Greco-Verteidigung[Bearbeiten]

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Die Greco-Verteidigung nach 2. ... Dd8-f6

Die Greco-Verteidigung, benannt nach Gioachino Greco, beginnt mit den Zügen 1. e2-e4 e7-e5 2.Sg1-f3 Dd8-f6?!

Von den für Schwarz vielfältigen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, den Bauern e5 zu decken, ist 2. … Dd8-f6 eine schwächere Wahl und wird in der Regel nur von Anfängern gespielt. Die Dame wird mit diesem Zug viel zu früh entwickelt und nimmt auf f6 dem Königsspringer sein natürliches Entwicklungsfeld, das sofort aktiv Einfluss auf das Zentrum nehmen kann. Diese Art der Verteidigung des e5-Bauern zählt neben 2. … Lf8-d6?! und 2. … f7-f6? (Damianos Verteidigung) als schwache schwarze Fortsetzung. Bessere Züge für Schwarz stellen 2. … Sb8-c6 (mit Übergang zu Vierspringerspiel, Schottischer Partie, Italienischer Partie oder Spanischer Partie); 2. … d7-d6 (Philidor-Verteidigung) oder die Gegenattacke 2. … Sg8-f6 (Russische Verteidigung) dar.

Unbedarfte Spieler wurden schon von folgender Falle überrascht:

1. e2-e4 e7-e5
2. Sg1-f3 Dd8-f6
3. Lf1-c4 Df6-g6? (Die Entwicklung einer Figur wie etwa mit Lf8-c5 ist besser)
4. 0-0 Dg6xe4?
5. Lc4xf7+! Ke8xf7?? (Ke8-e7 bedeutet trotzdem großen Vorteil für Weiß)
6. Sf3-g5+

und Schwarz verliert seine wandernde Dame. Ein Beispiel dafür, dass zu frühe Damenentwicklung gefährlich sein kann.

Damianos Verteidigung[Bearbeiten]

Nach 1. e2-e4 e7-e5 2. Sg1-f3 zieht Schwarz 2. … f7-f6. Siehe Damianos Verteidigung.

Lettisches Gambit[Bearbeiten]

Nach 1. e2-e4 e7-e5 2. Sg1-f3 zieht Schwarz 2. … f7-f5. Siehe Lettisches Gambit.

Mittelgambit im Nachzug[Bearbeiten]

Nach 1. e2-e4 e7-e5 2. Sg1-f3 zieht Schwarz 2. … d7-d5. Siehe Mittelgambit im Nachzug.