Unser Mann in Havanna (Roman)

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Unser Mann in Havanna ist ein 1958 erschienener Roman von Graham Greene (Originaltitel: Our Man in Havana) Die erste deutschsprachige Übersetzung von Lida Winiewicz erschien 1959 im Paul Zsolnay Verlag, Hamburg und Wien. Diese Übertragung wurde für alle weiteren Ausgaben bis 1995 verwendet, obwohl sie einige Fehler enthält (z. B. wurde im Kapitel Zwischenspiel in London in Teil 2 „intelligence“ mit „Intelligenz“ statt „Geheimdienst“ übersetzt). 1995 publizierte der Zsolnay-Verlag im Zuge einer Neuedition der Werke Greenes eine neue Übersetzung von Dietlind Kaiser.

Inhalt[Bearbeiten]

Der Roman spielt in Kuba in der Zeit kurz vor der Revolution Castros. Der britische Geheimdienst wirbt in Havanna den Staubsaugervertreter James Wormold als Spion an, der ein „karibisches Agentennetz“ aufbauen soll. Da Wormold wegen seiner leichtsinnigen Tochter Milly unter ständigen Geldsorgen leidet, lässt er sich darauf ein, obwohl er keine Ahnung von nachrichtendienstlicher Arbeit hat.

Die Informationen, die London von ihm erwartet, erfindet er kurzerhand. Den größten Eindruck macht ein von ihm gelieferter Plan eines riesigen militärischen Komplexes, der sich bei näherem Hinsehen als vergrößerte Konstruktionsskizze eines Staubsaugers entpuppt. Nach einigen teils grotesken Verwicklungen wird Wormold die Sache zu viel, und er beendet seine Tätigkeit. Zuvor erschießt er allerdings einen Agenten, der versucht hatte, ihn zu vergiften und auch für zwei weitere Tote mitverantwortlich ist. Seine sämtlichen Erfindungen werden zwar in einem kleinen Kreis britischer Geheimdienstmitarbeiter als solche entlarvt, bleiben allerdings ohne Folgen für diese oder Wormold, da sie gewaltig blamiert wären, würde diese Geschichte ruchbar.

Das Damespiel[Bearbeiten]

Mr. Wormolds Hobby ist das Sammeln von Whiskey-Probefläschchen. In einer Episode des Romans gerät er unter Druck durch Hauptmann Segura, den Polizeichef eines Stadtteils von Havanna, der ein leidenschaftlicher Damespieler ist. Wormold schlägt ihm ein Damespiel vor, wobei die Whiskeyfläschchen als Spielsteine dienen („Sie spielen mit dem Scotch, ich mit dem Bourbon.“). Geschlagene Spielsteine müssen sofort ausgetrunken werden – eine Parodie auf ein rückgekoppeltes System, denn ein Vorteil im Spielverlauf verwandelt sich sogleich in einen Nachteil, da der überlegene Spieler schnell völlig betrunken ist.

Verfilmung[Bearbeiten]

Bereits 1959 wurde Unser Mann in Havanna verfilmt. Regie führte Carol Reed; die Hauptrolle des Mr. Wormold spielte Alec Guinness, den korrupten Polizeichef Ernie Kovacs.

Hörspiel[Bearbeiten]

Eine erste etwa 75minütige Hörspielbearbeitung von Paul Hühnerfeld unter der Regie von Gert Westphal sendete 1960 der SWF, bei der als Sprecher u. a. Horst Uhse, Konrad Georg, Karin Eickelbaum, Kurt Horwitz und Hubert von Meyerinck mitwirkten. Eine ungleich längere Hörspielfassung produzierte drei Jahre später der WDR ebenfalls unter dem Titel Unser Mann in Havanna. Unter der Regie von Raoul Wolfgang Schnell sprachen u. a. Siegfried Wischnewski, Helmut Peine, Hermann Lenschau, Friedrich W. Bauschulte, Robert Meyn und Charlotte Witthauer.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Unser Mann in Havanna in der Hörspieldatenbank HörDat