Unser Sandmännchen

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Seriendaten
Originaltitel Unser Sandmännchen
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch, Sorbisch
Jahr(e) seit 1959
Produktions-
unternehmen
Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB)
Länge 10 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
Mo. - Fr. 17.55 Uhr,
Sa. + So. 17:50 Uhr[1]
(z. T. in weiteren Programmen zu anderen Uhrzeiten)
Genre Kinderserie
Erstausstrahlung 22. November 1959 auf Deutscher Fernsehfunk
50 Jahre Unser Sandmännchen: Deutsche Briefmarke von 2009 aus der ZuschlagmarkenserieFür die Jugend

Unser Sandmännchen (kurz auch Sandmann) ist eine deutsche Kindersendung, die seit 1959 produziert wird. Von 1959 bis 1989 wurde im geteilten Deutschland sowohl ein Sandmännchen beim Deutschen Fernsehfunk (DFF) der DDR (unter dem Titel Unser Sandmännchen), als auch bei der ARD in der Bundesrepublik Deutschland (unter dem Titel Sandmännchen) produziert und gesendet, zwei verschiedene Sendungen, die einiges gemeinsam hatten. Seit der Deutschen Wiedervereinigung wird im Auftrag der ARD das Sandmännchen des früheren DFF vom Rundfunk Berlin-Brandenburg weiter produziert und in den Vorabendprogrammen des RBB, des MDR und des KiKA gesendet. Das Sehen dieser Sendung war und ist für Kleinkinder in vielen deutschsprachigen Haushalten ein Ritual vor dem Zubettgehen.

Die literarische Figur des Sandmanns ist seit Jahrhunderten aus verschiedenen Erzählungen bekannt, zum Beispiel von E.T.A. Hoffmann, auch Hans Christian Andersens Ole Lukøje. Dargestellt wird es in allen Fernsehreihen als Stop-Motion-animierte Trickfilm-Puppe, der literarischen Vorlage entsprechend ein kleiner Mann mit weißem Bart. Es erscheint in einer Rahmenhandlung vor bzw. nach einem kindgerechten Kurzfilm und streut am Ende jeder Sendung seinen Schlafsand, um den Kindern angenehme Träume zu schenken.

Anfänge[Bearbeiten]

Kindern Gutenachtgeschichten vorzulesen war und ist eine Tradition. Auch Radiosender griffen sie in der Nachkriegszeit auf. Abendlied hieß Ilse Obrigs Radiosendung im Berliner Rundfunk. Im DDR-Hörfunk ging der Sandmann erstmals am 19. Mai 1956 auf Sendung. Im Deutschen Fernsehfunk (DFF) wurde ab 8. Oktober 1958 der Abendgruß daraus. Die Idee zu einem Fernseh-Sandmann hatte die Urheberin, vom DFF zum westlichen Sender Freies Berlin gewechselt, Anfang 1958. Gemeinsam mit der Puppengestalterin und Autorin Johanna Schüppel entwickelte Ilse Obrig eine einfache kleine Handpuppe. Doch bevor Sandmännchens Gruß für Kinder am 1. Dezember 1959 auf den SFB-Bildschirm trat, sendete der DFF am 22. November 1959 Unser Sandmännchen – die dortigen Fernsehmacher hatten von einem West-Sandmännchen erfahren. Am 29. Oktober 1962 erschien das West-Sandmännchen auch in NDR, SFB und HR. Herbert K. Schulz produzierte es bis 1985 in ca. 80 Folgen (und ca. 1500 Filme für die Gutenachtgeschichten). In den 1960er und 1970er Jahren strahlte der WDR in seinem 3. Programm ebenfalls eine Sandmännchen-Sendung aus.

Dreißig Jahre lang gab es zwei beziehungsweise drei Sandmännchen – eines für den Osten und eines bzw. zwei für den Westen, wo Gina Ruck-Pauquèt für viele Geschichten verantwortlich zeichnet.

Unser Sandmännchen (DFF)[Bearbeiten]

Gerhard Behrendt mit Sandmännchenpuppe, 1979
Das Sandmännchen auf einer DDR-Briefmarke von 1964
25. Geburtstag des Sandmännchens, Bild aus dem Bundesarchiv
Der Sandmann als Wandbild in einem Kindergarten (DDR), 1986

Als die Fernsehmacher des Deutschen Fernsehfunks in Berlin-Adlershof unter dem damaligen Fernsehchef Walter Heynowski von den Planungen des SFB, ein Sandmännchen zu produzieren, gehört hatten, musste der Bühnen- und Kostümbildner Gerhard Behrendt die gewünschte Sandmann-Figur in nur zwei Wochen mit aufwendiger Trickfilmtechnik zustande bringen. Die Kulissen und die zahlreichen Fahrzeuge baute Harald Serowski. Das Studio war bis zur Wende in Berlin-Mahlsdorf. Nach getaner Arbeit schlief der Sandmann in der ersten Folge an einer Straßenecke ein. Die Ausstrahlung dieser Szene – es war am 22. November – führte zu Protesten von Eltern. Viele Kinder sollen dem Sandmännchen in Briefen ihre Betten angeboten haben.

Im Sommer 1960 bekam er seine endgültige Form mit 24 cm Größe und dem bis heute typischen Bart. Danach entstanden Sandmännchen-Folgen mit vielfältigem Inhalt – Alltagsszenen, Reisen des Sandmännchens in ferne (meist sozialistische) Länder und auch ins Weltall (unter anderem reiste der Sandmann mit dem Lunochod auf den Mond), Märchenszenen, aber auch Szenen mit starkem politischen Inhalt, etwa Besuche des Sandmännchens bei der Nationalen Volksarmee, den Grenztruppen an Oder und Neiße oder im Pionierferienlager. Das Sandmännchen hatte einen reichhaltigen Fuhrpark mit teilweise sehr konventionellen, teilweise auch sehr futuristischen Fahrzeugen. Als das Sandmännchen in einer Episode mit einem Heißluftballon ankam, gab es allerdings Funktionsärger und diese Episode wurde durch die SED verboten – zwei Tage zuvor waren zwei Familien mit einem selbstgebauten Heißluftballon von Thüringen nach Bayern geflohen.

In allen Geschichten des Ost-Sandmännchens kommt ein bildgebendes Gerät oder ähnliches vor, auf das am Ende der Begrüßung des Sandmännchens herangezoomt wird, womit die tägliche Gutenachtgeschichte beginnt. Bis einige Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung erschien zu Beginn der Geschichte in Schulausgangsschrift das Wort Abendgruß auf dem Bildschirm. Am Ende einer jeden Folge streute der Sandmann den Kindern noch eine große Handvoll Schlafsand in die Augen und winkte zum Abschied.

Der Abendgruß[Bearbeiten]

In den Kurzfilmen (Abendgruß), die von der Rahmenhandlung eingeschlossen waren, erschienen zahlreiche Figuren: zum Beispiel Pittiplatsch und Schnatterinchen (ein Kobold und eine Ente) sowie Moppi (ein Hund), Herr Fuchs und Frau Elster, Flax und Krümel, Kasperle und Gretel, Annemarie und Brummel, Pünktchen und Felix, Rolf und Reni, Borstel (ein Igel), oder später Plumps (ein Wasserkobold) und das Küken erlangten Kultstatus. Andere waren zum Beispiel ab 23. November 1955 Meister Briefmarke (Heino Winkler), Tadeus Punkt und Struppi, Meister Nadelöhr (Eckart Friedrichson) oder Frau Puppendoktor Pille (die zu Elternbeschwerden wegen des Reimes „Frau Puppendoktor Pille mit der großen klugen Brille“ führte, weshalb dieser zu „mit der großen runden Brille“ abgeändert wurde). Viele dieser Gestalten kamen auch in anderen Kindersendungen des DDR-Fernsehens wie Zu Besuch im Märchenland vor.

Die Abendgrußgeschichten – 1966 erstmals in Farbe – folgten einem festen Wochenplan. Manche Geschichten blieben über Jahrzehnte immer am gleichen Wochentag (zum Beispiel am Freitag, Samstag und Sonntag). In den 1980er Jahren präsentierte sich der Wochenplan der Geschichten in etwa so:

Auf die gewohnte Abendgrußgeschichte wurde im Fernsehen der DDR verzichtet, wenn ein hoher Staats- und Parteifunktionär, in der DDR oder verbündeten Ländern, verstorben war. An deren Stelle wurden dann Musiker gezeigt, die Trauermusik spielten.

Das Sandmann-Lied[Bearbeiten]

Anfang des Sandmann-Liedes im Osten

Der Komponist Wolfgang Richter hatte – in der großen Eile, in der die Sendung vorbereitet wurde – sich den Text (siehe Diskussionsseite), der von Walter Krumbach stammt, angeblich am Telefon diktieren lassen und die Melodie an nur einem Abend in drei Stunden geschaffen. Von Experten wurde das Lied als zu kompliziert für Kinder angesehen und war daher eigentlich nur als Notlösung gedacht.

Das Lied hatte zu Zeiten des Fernsehens der DDR vor dem Abendgruß zwei, nach dem Abendgruß eine Strophe.[2] In gekürzter Fassung (eine Strophe vor dem Kurzfilm) findet es bis heute Verwendung.[3]

Der Sandmann des DFF in der Literatur[Bearbeiten]

Der Schriftsteller und Dramatiker Rudi Strahl schrieb 1963 – kurz nach Beginn der Ausstrahlung des Abendgrußes – das Kinderbuch Sandmännchen auf der Leuchtturminsel, das von Eberhard Binder illustriert wurde und bis heute vom Kinderbuchverlag Berlin verlegt wird.

Sandmännchen (ARD, 1959–1989)[Bearbeiten]

Das Sandmännchen in einer Ausstellung im Museum für Kommunikation Frankfurt

Das Sandmännchen des SFB wurde am 1. Dezember 1959, wenige Wochen nach dem Start seines Pendants beim DFF – in der Bundesrepublik das erste Mal ausgestrahlt. Das Sandmännchen kam mit einer Wolke eingeschwebt, oder auch mit einem Fluggerät, dessen orange Karosserie dem Rennwagen Porsche 908/03 nachempfunden war, und sprach: „Nun, liebe Kinder, gebt fein acht, ich hab' euch etwas mitgebracht.“ Die Sandmännchen-Puppe wurde von Rosemarie Küssner animiert.[4] Die Sendung wurde am 31. März 1989 eingestellt.

Kurzfilme[Bearbeiten]

In den Kurzfilmen des westdeutschen Sandmännchens traten zum Beispiel Figuren auf wie Piggeldy und Frederick, die beiden Schweine. Hierbei wurde eine Frage des neugierigen, jüngeren vom großen erzählerisch beantwortet, beginnend mit der Standard-Einleitung „Nichts leichter als das!“. Jede Geschichte endete mit dem Schluss „… und Piggeldy ging mit Frederick nach Hause“.

Auch die Augsburger Puppenkiste (mit Figuren wie Tintenfisch Klecksi, den Almbewohnern Beppo und Peppi, den Rittern Kunibert und Heiner sowie Ansagerin Hilde Nocker mit Teddy und Puppi), dann Janosch, Gina Ruck-Pauquèt und James Krüss lieferten Beiträge.

Lied[Bearbeiten]

Beginn des Sandmann-Liedes im Westen
Instrumental, Anfang der 1980er Jahre

Die Melodie schrieb Kurt Drabek, der Text stammt von Helga Mauersberger[5] vom Norddeutschen Rundfunk, die auch für die Produktion des Formats verantwortlich war. Die einzelnen Folgen wurden bis 1985 von der von Herbert K. Schulz (1926–1985) geleiteten Firma „cinetrick“ produziert.[4]

Anfang der 1980er Jahre entstand noch ein zweites, instrumentales Sandmännchen-Lied, das bei neuen Sandmännchen-Produktionen zum Einsatz kam, die bis 1989 produziert wurden.

Weitere Sandmännchen-Varianten[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren gab es im WDR eine Sendung mit dem Titel Sandmännchen international, in der die Rahmenhandlung nicht als Puppentrick, sondern mit realen Darstellern gedreht worden war. Zwischen 1982 und 1987 drehte der Puppenspieler Rudolf Fischer 60 Episoden der Filmreihe Felix und Felizitas als Mischung aus Handpuppen-, Marionetten- und Maskenspiel; sämtliche Figuren befinden sich heute in der Sammlung des Puppenpavillon Bensberg und sind zum Teil noch auf der Bühne im Einsatz.

In Österreich gab es zwar dieselbe Figur wie bei der ARD, aber statt des „Sandmännchen-Lieds“ kam das in der Alpenrepublik Betthupferl genannte Wolkenwagerl-Männchen zu Wolfgang Amadeus Mozarts Klaviersonate in A-Dur, KV 331, Anfang des 1. Satzes, Andante grazioso,[6] ins 1960er und 1970er Wohnzimmer gereist.

Die Kinder sollten auch nicht „fein“ achtgeben, sondern „gut“, und am Schluss hieß es „Auf Wiedersehn und Gute Nacht“.

Sandmännchen nach 1990[Bearbeiten]

Nach der Wende in der DDR musste beim früheren Fernsehen der DDR über ein neues Programmschema entschieden werden, weil der DFF ab Dezember 1990 statt zwei Programmen nur noch eins ausstrahlen konnte. DFF 1 sollte eingestellt und künftig über die Frequenzen von DFF 2 das nunmehr „DFF Länderkette“ heißende Programm ausgestrahlt werden. Dabei sollte und wurde den Sehgewohnheiten der Zuschauer Rechnung getragen und auch am Sendetermin des Sandmännchens um 18:50 Uhr in der DFF-Länderkette und einem zweiten Termin in den ARD-Regionalprogrammen auf den Frequenzen des vormaligen DFF 1 festgehalten. Vielfach wurde diese Programmreduktion fälschlicherweise als komplette Einstellung des DFF-Sendebetriebs zum Herbst 1990 interpretiert. Zudem kamen Gerüchte auf, der SFB wolle aus Kostengründen auf die Fortführung des Sandmännchens verzichten und suche nach einem kostengünstigeren Ersatz. Außerdem fiel das Sandmännchen am Sonntag, den 14. Oktober 1990, aus, weil über die am selben Tage stattgefundenen ersten Landtagswahlen in den fünf neuen Bundesländern ausführlich berichtet wurde.

All dies zusammen löste eine Protestwelle aus, die sich vor allem gegen den Rundfunkbeauftragten des DFF, Rudolf Mühlfenzl, richtete. Dieser stritt diese Behauptungen auch umgehend ab und erklärte den Fortbestand des Sandmännchens über das Jahr 1991 hinaus zu seinem persönlichen Anliegen. Somit blieb der Abendgruß, auch als der DFF am 31. Dezember 1991 seinen Sendebetrieb einstellte, den Zuschauern im MDR und ORB erhalten.[7] Mit der deutschen Einheit entfiel die zweite Strophe des Sandmann-Liedes, da dort der Fernsehfunk erwähnt wird, der kurze Zeit später aufgelöst wurde.

Im Rahmen der Aufgabenteilung innerhalb der ARD wurde der ORB, später der RBB mit dem Sandmännchen betraut. Produziert wurde der Sandmann nach der Wende von der neu gegründeten Sandmann Studio Trickfilm GmbH, die erst noch in den alten Studios in Mahlsdorf produzierte, dann nach Adlershof und schließlich in den Filmpark Babelsberg in ein gläsernes Studio umzog.

Seit 1999 ist das Sandmännchen online mit Plaste-Gesicht zu sehen.[8]

Heute läuft der Sandmann im NDR, im MDR, im RBB und vor allem seit 1. Januar 1997 im KiKA. Zu den altbekannten Figuren des DFF-Sandmännchens wie Pittiplatsch und Schnatterinchen oder Herrn Fuchs und Frau Elster gesellten sich neue Figuren wie Kalli, Die drei kleinen Spürnasen, Die obercoole Südpolgang, Ebb und Flo, Rabe Socke, Miffy und Der kleine König. Auch Figuren des westdeutschen Sandmännchens wie Piggeldy und Frederick wurden ins Programm des vereinigten Sandmanns integriert. Neben Wiederholungen politisch neutraler und neu vertonter Sandmännchen-Folgen des DFF wurden auch neue Rahmenhandlungen mit dem Sandmann produziert. Diese werden seit 1999 nicht mehr als reine Puppentrickfilme, sondern mit Hilfe von Computeranimationen hergestellt.

Mit der Fusion des ORB und SFB zum RBB wurde das Sandmännchen eine Koproduktion von RBB, MDR und NDR, wobei die Federführung vom RBB übernommen wurde. Dieser sendet seit September 2007 das Sandmännchen im Format 16:9. MDR und KiKa schlossen sich an.

Im Filmpark Babelsberg war zwölf Jahre lang dem Sandmann, seiner Geschichte, seinen Fahrzeugen und den oben genannten Gestalten aus dem Märchenwald eine eigene große Ausstellung gewidmet. Seit Herbst 2009, anlässlich des 50. Geburtstags des Sandmännchens, befindet sich die Ausstellung im Filmmuseum Potsdam. Im Filmpark Babelsberg eröffnete im April 2010 eine neue Ausstellung, die sich mit dem Sandmann-Kinofilm Das Sandmännchen – Abenteuer im Traumland befasst.

Im Jahr 2006 erwarb der Kinderkanal des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira 78 Sandmännchen-Folgen vom RBB. Allerdings beendete Al-Dschasira die Abnahme des Sendematerials im Zusammenhang mit dem Streit um die Islam-Äußerungen von Papst Benedikt XVI.[9]

Seit Oktober 2012 werden Sandmännchen-Folgen und weiteres Material auch kostenlos über eine mobile Applikation für Smartphones und Tablet-Computer angeboten.

Bedeutung[Bearbeiten]

Sandmann auf der Rathausbrücke in Erfurt (Sitz des KiKA)
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Für die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist jeweils „ihre“ Variante des Sandmännchens bzw. Sandmanns ein liebgewonnener Teil der Kindheit, für viele auch beide Versionen.

Als Sigmund Jähn 1978 als erster Deutscher ins Weltall flog, führte er auch eine Sandmännchen-Puppe mit. Sein sowjetischer Kollege brachte die sowjetische Fernsehpuppe Mascha mit, die beiden Kosmonauten feierten an Bord der Raumstation spontan eine „Puppenhochzeit“. Die Vertreter des DDR-Fernsehens bemerkten entsetzt, das Sandmännchen dürfe doch keine Frau haben.

Bei den Kindern in beiden deutschen Staaten waren das Sandmännchen des eigenen bzw. des anderen Senders sehr beliebt. Dies führte in den Kindergärten der DDR vereinzelt zu Ausforschungen der Kinder. Wenn die Kinder in den DDR-Kindergärten das Sandmännchen beschreiben oder malen sollten, wurde schnell klar, welches Fernsehprogramm im Elternhaus gesehen wurde.

Merchandising[Bearbeiten]

Spielzeugpuppe vom Sandmännchen, 1970er Jahre

Es gab (bereits in der DDR) und gibt zahlreiche Merchandising-Produkte zum Sandmännchen, unter anderem Puppen und eine Postkartenserie mit dem Titel Der Sandmann auf Reisen.

Nach der Wende wurde das Sandmännchen ähnlich wie das Ampelmännchen zu einem wichtigen Werbeträger der Ostalgie-Welle und mehrere ostdeutsche Firmen bewarben und bewerben ihre Produkte mit dem Ost-Sandmännchen. So produzierte die Thüringer Molkereifirma Osterland in den 1990er Jahren Abendgruß-Kinderjoghurt, auf dessen Deckeln verschiedene Sandmann-Motive zu sehen waren. Mitte der 1990er Jahre erschienen unter dem Titel Sandmanns Dummies mehrere CDs, auf denen markante Sprüche von DDR-Figuren mit Techno unterlegt wurden. Darunter waren auch die CDs Ach du meine Nase mit Pittiplatsch und Schnatterinchen sowie Der Fuchs geht durch den Wald mit Herrn Fuchs und Frau Elster.

Viele Folgen von Unser Sandmännchen, aber auch des von 1959 bis 1989 vom SFB produzierten Sandmännchens wurden auf DVD veröffentlicht.

Das Sandmännchen im Kino[Bearbeiten]

  • Im Film Good Bye, Lenin! sind Originalaufnahmen von der Puppenhochzeit des Sandmanns im Weltraum zu sehen.

Literatur[Bearbeiten]

Video[Bearbeiten]

  •  Gerhard Behrendt (Regie): Wo wohnt der Sandmann?. Mit einem Abenteuer von Plumps, Folge 3. In: Unser Sandmännchen, Folgen 1–3. Karussell-Musik-und-Video-GmbH / Pocket-Money-Video, Hamburg 1995 (VHS-Videokassette, 50 Minuten).
  •  Gerhard Behrendt (Regie): Unser Sandmännchen. Traumbox. Sony Music Entertainment, München 2008 (174 Minuten, 3 DVDs). und zahlreiche andere DVD-Folgen

Siehe auch[Bearbeiten]

  • In 80 Tagen um die Welt, ein Puppentrickfilm aus dem Jahre 1972, der im Rahmen des Sandmännchens ausgestrahlt wurde.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sandmännchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Programm auf Sandmaenchende
  2. Zweistrophiger Text des Sandmännchen-Liedes
  3. Notenblatt des Sandmännchen-Liedes (Ost) als PDF-Datei
  4. a b welt-des-wissens.com 50 Jahre Kinderfernsehen auf welt-des-wissens.com
  5. Das Sandmännchen im Das Fernsehlexikon
  6. Mozart Klaviersonate A-Dur, KV 331 (MID; 61 kB) – Sandmännchenmusik im ORF
  7. Unser ureigenes Sandmännchen auf kulturnation.de
  8. www.sandmaennchen.de
  9. Papst stoppt Expansion des Sandmännchens in der Netzeitung, 26. September 2006