Unsterbliche Geliebte

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Als „Unsterbliche Geliebte“ wird die Adressatin eines berühmt gewordenen Briefes bezeichnet, den Ludwig van Beethoven am 6./7. Juli 1812 in Teplitz schrieb und deren Identität in der Fachwelt bis heute umstritten ist. Der Brief gelangte aus dem Nachlass des Komponisten in den Besitz seines Sekretärs Anton Schindler. Nach Schindlers Tod ging er in den Besitz von dessen Schwester über, die ihn 1880 der heutigen Berliner Staatsbibliothek übergab. Er wird dort unter der Signatur Mus. ep. autogr. Beethoven 127 aufbewahrt. Der Text ist mit Bleistift geschrieben und besteht aus drei Teilen.[1]

Äußere Anhaltspunkte[Bearbeiten]

Beethoven hat den Brief nicht vollständig datiert, es fehlt die Jahreszahl sowie eine Ortsangabe. Aus diesen Gründen gestaltete sich die Ermittlung der Adressatin lange Zeit äußerst schwierig. Anhaltspunkte boten lediglich Beethovens Angabe „Montags am 6ten Juli“ und seine Bemerkung „als Badender muß ich schlafen gehn“, nach der er sich in einem Kurort aufhielt. In den folgenden in Frage kommenden Jahren fiel der 6. Juli auf einen Montag: 1795, 1801, 1807, 1812 und 1818. Daneben erwähnt Beethoven, dass er den Brief nach „K.“ schicken wolle, wo er die Adressatin offenbar vermutete. Aufgrund seiner Bemerkungen über den Postverkehr nach dort schloss Max Unger, dass Beethoven sich im böhmischen Kurort Teplitz aufhielt und der Brief nach Karlsbad befördert werden sollte.[2] Damit lag die Vermutung nahe, dass der Brief im Juli 1812 entstand, als Beethoven tatsächlich zur Kur in Teplitz weilte. Der „schreckliche, grundloße Landweg“, den Beethoven in seinem Brief erwähnt und der nach seinen Angaben nicht nur bei ihm auf einem Waldweg, sondern auch bei „Esterhazi … auf dem anderen gewöhnlichen Wege hierhin“ zur Folge hatte, dass das Fahrzeug mit Bruch steckenblieb, brachte Unger darauf, das Wetter von Anfang Juli 1812 heranzuziehen. Dabei entdeckte er, dass Goethe, der sich zur selben Zeit in Karlsbad aufhielt, in seinem Tagebuch fast ausschließlich Regenwetter notiert hatte.[3] Damit wurde die Datierung auf das Jahr 1812 durch weitere Indizien gestützt. Endgültige Gewissheit brachte in den 1950er Jahren eine Wasserzeichenanalyse des Briefpapiers durch Joseph Schmidt-Görg, die ergab, dass Beethoven Papier derselben Sorte noch für einige andere Briefe im Sommer 1812 benutzte – aber weder davor noch danach.

Darüber hinaus ergibt sich aus dem Brief, dass Beethoven die Geliebte offenbar kurz zuvor getroffen hatte, höchstwahrscheinlich in Prag, wo er von Wien aus kommend vom 1. bis 3. Juli einen Zwischenaufenthalt einlegte, ehe er am 4. Juli nach Teplitz weiterreiste. In Prag war er unter anderem für den Abend des 3. Juli mit Karl August Varnhagen von Ense verabredet – ein Treffen, zu dem es jedoch nicht kam, denn am 14. Juli schrieb Beethoven Varnhagen von Teplitz: „es war mir leid lieber V. den lezten Abend in Prag nicht mit ihnen zubringen zu können, ich fand es selbst für unanständig, allein ein Umstand, den ich nicht vorher sehn konnte, hielt mich davon ab“.[4] Es wird allgemein angenommen, dass es die offenbar unvorhergesehene Begegnung mit der „Unsterblichen Geliebten“ war, die das Treffen mit Varnhagen verhinderte.

Die Karlsbader Kurlisten und polizeilichen Meldeprotokolle[Bearbeiten]

Eine wichtige Quelle für die Ermittlung der Adressatin stellen die Karlsbader Kurlisten sowie die polizeilichen Meldeprotokolle der Stadt dar, die heute im Státní okresní archiv (Staatlichen Kreisarchiv) von Karlovy Vary verwahrt werden. Zum streng reglementierten Prozedere der Anmeldung heißt es in einem Karlsbader Reiseführer von 1812:

„In den ersten Stunden gleich nach der Ankunft hat jeder [!] In- und Ausländer einen gedruckten Anzeigzettel, den ihm der Hausherr unter eigener Dafürhaftung vorleget, bestimmt [!] auszufüllen. Desselben Rubriken sind: 1. Vor- und Zuname des Einkehrenden, seiner Angehörigen und Dienerschaft. 2. Charakter. 3. Geburtsort und Vaterland. 4. Ort des bisherigen Aufenthaltes. 5. Absicht der Reise. 6. Mit welcher Gelegenheit er kam. 7. Durch wie viel Wochen oder Tage er sich hier aufzuhalten gedenket. 8. Hat die vorschriftsmäßige Kurtaxe, (Badegeld) bezahlet, weil er sich über 8 Tage hier aufhält, mit – 9. Benennung des Passes oder der Urkunde. 10. Reiset von hier nach – Die mitgebrachte Dienerschaft ausgenommen, hat nämlich jeder Kurgast beides Geschlechtes, wenn man über 8 Tage hier weilet, auch für Kinder, wenn sie 13 Jahre alt oder erwachsen sind, 4 fl. W. W. unter der Benennung Kurtaxe an den Hauswirth zu zahlen, der sie dann nebst dem Reisepasse auf das Rathhaus zu geben hat. […] Die Reisepässe bleiben gegen einen Empfangschein bei der Polizey-Direkzion bis zum Tage der Abreise liegen.[5]

Es war demnach kaum möglich, sich inkognito in Karlsbad aufzuhalten. Selbst wer nur kurz in der Stadt verweilte, musste zwar keine Kurtaxe entrichten, aber in jedem Fall seinen Reisepass bis zur Abreise bei der Polizei hinterlegen. Aufgrund einer Vermutung des tschechischen Forschers Bohumil Plevka hatte Harry Goldschmidt noch geglaubt, dass „Kurzaufenthalte nicht registriert wurden“,[6] konnte dies aber nicht belegen. Der zitierte Reiseführer, den Plevka und Goldschmidt nicht kannten, lässt eher vermuten, dass die polizeilichen Vorschriften keine Ausnahmen dieser Art zuließen. Das vereinfacht heutige Nachforschungen, denn es spricht alles dafür, dass der Name der Unbekannten in den damaligen polizeilichen Meldeprotokollen zu finden ist. 1812 war es der Karlsbader Polizei-Oberkommissär Adalbert Grass, der über die Gäste und Vorkommnisse der Stadt wachte. Grass berichtete seinen Vorgesetzten auch über das Wohltätigkeitskonzert, das Beethoven – der um den 27. Juli von Teplitz nach Karlsbad reiste – am 6. August in Karlsbad gab.[7]

Die Relevanz der polizeilichen Quellen wurde erst relativ spät erkannt. Erstmals genutzt wurden sie in den 1960er Jahren von dem New Yorker Forscher George Marek, anschließend 1972 von dem ebenfalls in New York lebenden Beethoven-Spezialisten Maynard Solomon.

Kandidatinnen (Auswahl)[Bearbeiten]

1977 veröffentlichte Harry Goldschmidt ein grundlegendes Buch mit dem Titel Um die Unsterbliche Geliebte. Eine Bestandsaufnahme, in dem er alle Kandidatinnen aus Beethovens Umkreis einer umfangreichen Untersuchung unterzog, nach der nur noch zwei Frauen übrigblieben. Beide waren verheiratet und Mütter mehrerer Kinder: Josephine Stackelberg geb. Brunswick verwitwete Deym sowie Antonie Brentano, die Schwägerin von Clemens Brentano und Bettina von Arnim. Goldschmidt argumentierte, dass die „inneren“ Gegebenheiten besser auf Josephine zutreffen, bei der jedoch nicht nachweisbar ist, dass sie zum fraglichen Zeitpunkt nach Prag und Karlsbad reiste, wohingegen für Antonie Brentano beides zutrifft. Die Auseinandersetzung um die Frage, welche dieser beiden Frauen die Unbekannte war, hat in der Fachwelt Züge eines Glaubenskrieges angenommen. Im Verlaufe der mittlerweile über hundertfünfzigjährigen Recherche nach der Unbekannten wurden von der Forschung in chronologischer Reihenfolge folgende Frauengestalten im Leben Beethovens als Kandidatinnen zur Diskussion gestellt:

Giulietta Guicciardi[Bearbeiten]

Veröffentlicht wurde der Brief erstmals 1840 von Beethovens langjährigem Adlatus Anton Schindler, der ihn im Nachlass des Komponisten gefunden hatte, in dessen Beethoven-Biographie. Schindler, dem das Datum des Briefes unbekannt war, nannte als Adressatin die junge Gräfin Giulietta Guicciardi – eine Spekulation, die von deren Cousine Therese Brunsvik schon unmittelbar nach der Veröffentlichung angezweifelt wurde. Sie notierte nach der Lektüre der Schindler-Biographie am 12. November 1840 in ihrem Tagebuch: „Drei Briefe Beethovens angeblich an Giulietta. Sollten es Machwerke sein?“[8] Am 15. Januar 1847 vermerkte sie: „3 Briefe an Giulietta, sie werden wohl an Josephine sein die er leidenschaftlich geliebt hat.“[9] Josephine Brunsvik war Thereses Schwester. Gegen Giulietta spricht vor allem, dass Beethoven nur um 1801/02 mit ihr verkehrte, wohingegen sie 1803 bis 1822 mit ihrem Mann in Neapel lebte und offenbar keinen Kontakt mehr mit Beethoven hatte.

Amalie Sebald[Bearbeiten]

Einen ersten wichtigen Beitrag zur Diskussion um die Adressatin leistete 1910 Wolfgang Alexander Thomas-San-Galli, der die These aufstellte, der Brief sei an die Berliner Sängerin Amalie Sebald gerichtet. Sie verband in den Sommermonaten 1811 und 1812 in den böhmischen Bädern eine kurze intensive Bekanntschaft mit Beethoven, die, wie überlieferte Briefe und Billette zeigen, zumindest 1811 alle Züge eines starken Flirts angenommen hatte.[10] Wenngleich Thomas-San-Gallis These heute nicht mehr diskutiert wurde, schuf er durch seine soliden Recherchen – etwa zur Datierung – Grundlagen, auf die spätere Forscher aufbauen konnten.

Therese Brunsvik[Bearbeiten]

Eine weitere Kandidatin war Therese Brunsvik, für die sich vor allem der seinerzeit renommierte Beethoven-Forscher Alexander Wheelock Thayer einsetzte, allerdings in der irrigen Annahme, der Brief sei 1807 geschrieben. Darüber hinaus publizierte Tenger 1890 ein fiktives Tagebuch Thereses, das Thayers Annahme zu stützen schien, aber bald als Fälschung entlarvt wurde. Ausschnitte aus den echten Memoiren Thereses veröffentlichte fast 20 Jahre später erstmals La Mara, die die darin zum Ausdruck gebrachte Schwärmerei für Beethoven zunächst ebenfalls als Zeichen geheimer Liebe deutete. Später korrigierte La Mara ihre Ansicht, als sie Briefe und Dokumente aus dem Brunsvik-Nachlass auswertete, die nach dem Ersten Weltkrieg zugänglich wurden. Aus diesen Dokumenten ging hervor, dass Thereses Schwester Josephine in ihrer Witwenzeit zwischen 1804 und 1807 intensiven Umgang mit Beethoven gepflegt hatte, der jedoch bei Josephines Schwestern Therese und Charlotte offenkundig starke Besorgnis auslöste. Aus diesen (noch sehr lückenhaften) Quellen zog La Mara, den Brief allerdings ebenfalls auf 1807 datierend, als erste den Schluss: „Es drängte sich mir die Überzeugung auf, daß … Josephine verwitwete Gräfin Deym die ‚Unsterbliche Geliebte‘ Beethovens … sei.“[11]

Josephine Brunsvik[Bearbeiten]

Dem französischen Schriftsteller Romain Rolland, der 1928 zunächst wie La Mara für Therese Brunsvik optiert hatte, fiel gleichfalls eine starke Zuneigung Josephines zu Beethoven auf, als ihm die Brunsvik-Familie zeitweilig Einblick in die damals unveröffentlichten Tagebuchnotizen Thereses gewährte. Siegmund Kaznelson lieferte 1954 eine Reihe weiterer gewichtiger Argumente, die für Josephine Brunsvik als „Unsterbliche Geliebte“ sprechen (ab 1799 Gräfin Josephine Deym von Stritetz, seit 1810 in zweiter Ehe verheiratet mit Christoph Baron von Stackelberg): Er wertete nicht nur Thereses Tagebuch aus, das 1938 von Czeke veröffentlicht worden war, sondern hielt es für denkbar, dass Josephines siebtes Kind, die Tochter Minona von Stackelberg (8. April 1813, Wien – 27. Februar 1897, Wien), die genau neun Monate nach dem Treffen mit der „Unsterblichen Geliebten“ (3. Juli 1812) geboren wurde, möglicherweise Beethovens Kind war. Eine entscheidende Unterstützung dieser These sah Kaznelson in der Tatsache, dass die Ehe zwischen Josephine und Stackelberg zum fraglichen Zeitpunkt weitgehend zerrüttet war: Baron Stackelberg hatte offensichtlich Frau und Familie einige Wochen zuvor verlassen.

Kaznelsons Thesen wurden erstmals ein Jahr später von dem französischen Historikerehepaar Jean und Brigitte Massin vorsichtig aufgegriffen, die die Josephine-Hypothese in ihrem Beethoven-Kompendium ausführlich würdigten und als die „am wenigsten unwahrscheinliche“ bezeichneten.[12]

1957 veröffentlichte das Bonner Beethovenhaus erstmals Dreizehn Liebesbriefe Beethovens an Josephine,[13] die Beethoven während Josephines Witwenzeit zwischen 1804 und 1809 an diese geschrieben hatte, und die in Ton und Wortwahl deutlich an den berühmten Brief vom Juli 1812 anklangen.[14] So nannte Beethoven Josephine in diesen Briefen unter anderem „Engel“ und „mein Alles“ sowie „einzig Geliebte“[15], während er in dem berühmten Brief vom Juli 1812 die Adressatin mit „Mein Engel, mein alles, mein Ich“ ansprach und sie später als seine „Unsterbliche Geliebte“ bezeichnete.[16] Das Buch enthielt außerdem einige Briefentwürfe Josephines an Beethoven aus derselben Zeit. [17]. Die Tatsache jedoch, dass aus dem Briefwechsel ersichtlich wurde, dass Josephine auf Druck der Familie sich im Herbst 1807 von Beethoven zurückgezogen hatte – sie ließ sich bei seinen Besuchen nur noch verleugnen –,[18] veranlasste den damaligen Leiter des Beethovenhauses und Herausgeber des Briefwechsels, Schmidt-Görg zu einem Vorwort, in dem er, Kaznelsons Veröffentlichung mit ihren offensichtlich unerwünschten Schlussfolgerungen ignorierend, in gereiztem autoritativem Ton postulierte, der Briefwechsel beweise das definitive Ende der Liebesbeziehung, Josephine könne daher unmöglich die „Unsterbliche Geliebte“ gewesen sein.[19] 1970 wurde die These von dem Ehepaar Brigitte und Jean Massin wieder aufgegriffen, die nun in Ergänzung zu ihrem Beethoven-Kompendium noch eine sorgfältige musikologische Studie vorlegten, die aufgrund von Textvergleichen mit den zuvor veröffentlichten vierzehn Briefen und nicht zuletzt aufgrund von Spuren in Beethovens Kompositionen über Jahrzehnte hinweg für Josephine als mit Abstand plausibelster Kandidatin für die „Unsterbliche Geliebte“ plädierte. Besonders in dem für Josephine geschriebenen „lyrischen Menuett“, dem Andante favori WoO 57, dessen biographischer Stellenwert erst durch die Veröffentlichung der vierzehn Liebesbriefe an Josephine in den 1950er Jahren manifest geworden war („– hier ihr – ihrAndante – “),[20] glauben sie eine semantische Chiffre für „Jo-se-phi-ne“ gefunden zu haben, die sich ihrer Ansicht nach in zahlreichen Metamorphosen durch das Beethovensche Gesamtwerk zieht.[21]

Im Jahre 1977 erschien Harry Goldschmidts erwähnte Grundlagenstudie „Um die Unsterbliche Geliebte“, in der er alle anderen Kandidatinnen außer Antonie Brentano und Josephine Brunsvik eliminieren konnte. Offiziell gab er keiner der beiden verbliebenen Frauen den Vorzug, ließ aber indirekt Sympathien für die Josephine-Hypothese durchblicken.[22] In Bezug auf Josephine gelang es ihm u. a., im Deymschen Familiennachlass in Südböhmen die umfangreiche Korrespondenz der Familie Brunsvik zwischen 1799 und 1821 zu sichten. Außerdem baute er den von den Massins entwickelten Ansatz „Musik als biographisches Dokument“ weiter aus.[23]

Die erste Biographie Josephine Brunsviks veröffentlichte 1983 Marie-Elisabeth Tellenbach. In den damals noch zum Ostblock gehörenden Ländern Tschechoslowakei und Ungarn förderte sie in südböhmischen und Budapester Archiven zahlreiche Familiendokumente zutage, die es ihr erlaubten, große Teile von Josephines Lebensgeschichte zu rekonstruieren. Tellenbach glaubt Indizien für sporadische (indirekte und direkte) Kontakte zwischen Beethoven und Josephine auch für die Zeit nach dem dramatischen Jahr 1812 nachweisen zu können.[24] Insbesondere entdeckte sie einen Briefentwurf Josephines an einen ungenannten Mann vom 8. April – dem Geburtstag ihrer Tochter Minona – (sehr wahrscheinlich 1818), der ihrer Ansicht nach „in Inhalt und Form nur an Beethoven gerichtet gewesen sein kann und eindeutig den berühmten Briefen aus der Frühzeit entspricht.“[25] Des Weiteren griff Tellenbach den musik-biographischen Ansatz von Massin und Goldschmidt auf, um weitere Bezüge zu Josephine in Beethovens Gesamtwerk herauszuarbeiten.[26]

Auf den Arbeiten Tellenbachs baute fast 20 Jahre später die kanadisch-österreichische Musikwissenschaftlerin Rita Steblin auf. Sie klärte zahlreiche weitere bis dato unbekannte Fakten aus dem Leben Josephines und konnte nachweisen, dass Josephines zweiter Ehemann Christoph von Stackelberg spätestens Ende Juni 1812 definitiv Frau und Familie verlassen hatte,[27] und dass Josephine weniger als einen Monat vor dem fraglichen Prager Treffen Beethovens mit der „Unsterblichen Geliebten“ eine Reise nach Prag immerhin beabsichtigte.[28]

Gegen Josephine als Adressatin sprechen allerdings die fehlenden Nachweise zu einer Reise nach Prag und Karlsbad:

  1. Sie wird nicht genannt in einem Verzeichnis der Wiener Polizei, in der alle aus Wien Abreisenden im Zeitraum 28. Juni bis 4. Juli 1812 aufgeführt sind. Beethoven verließ Wien demnach am 29. Juni um 4 Uhr früh; Antonie Brentano reiste am 1. Juli 1812 um 2 Uhr früh ab.[29]
  2. Sie erscheint 1812 nicht in den Fremdenlisten der Prager Oberpostamts-Zeitung, in der zahlreiche Prag-Besucher, insbesondere Adlige, erwähnt wurden. Genannt sind dort Beethoven, der am 1. Juli in Prag eintraf, und Antonie Brentano, die am 3. Juli ankam.
  3. Sie erscheint 1812 weder in den Karlsbader Kurlisten noch in den polizeilichen Meldeprotokollen der Stadt. Namentlich in den letzteren müsste sie aber zwangsläufig erwähnt sein, falls sie im fraglichen Zeitraum in Karlsbad war. Nach dieser Quelle traf Antonie Brentano am 5. Juli in Karlsbad ein.

Zusammengenommen erscheint es äußerst fraglich, ob Josephine im Sommer 1812 Wien überhaupt verlassen hat. Ist das tatsächlich nicht der Fall, kommt sie als mögliche Adressatin des Briefs nicht in Frage.

Dorothea von Ertmann[Bearbeiten]

1969 stellte der New Yorker Musikschriftsteller George Marek (1902–1987) nach umfangreichen Recherchen die Vermutung auf, Dorothea von Ertmann könnte Beethovens „Unsterbliche Geliebte“ gewesen sein. Marek war der erste westliche Autor, der die Erlaubnis erhielt, in den tschechischen Archiven in Prag, Teplitz und Karlsbad zu forschen. Er konnte dort die polizeilichen Meldelisten einsehen, ebenso die Kurlisten sowie die Prager Oberpostamts-Zeitung, die gleichfalls über angekommene Gäste informiert. Seine These wurde jedoch 1972 durch den ebenfalls in New York lebenden Beethoven-Forscher Maynard Solomon in Frage gestellt, da Dorothea von Ertmann bereits am 25. Juni 1812 in Karlsbad eintraf, mithin vor dem 3. Juli 1812, als der Komponist der „Unsterblichen Geliebten“ in Prag begegnete. Auch sonst gibt es keine Indizien, dass sie die gesuchte Frau gewesen sein könnte. 1977 wurde Mareks These noch einmal von Harry Goldschmidt diskutiert und gleichfalls verworfen.[30]

Antonie Brentano[Bearbeiten]

Die Hypothese, dass die Unbekannte Antonie Brentano gewesen sein könnte,[31] wurde erstmals 1955 von Jean Massin (1917–1986) und seiner Frau Brigitte (1927–2002) aufgeworfen: „Die Vermutung, dass es Antonie Brentano gewesen sein könnte, ist zugleich verführerisch und absurd.“[32] Unabhängig davon und mit ausführlicher Begründung stellte die Musikjournalistin und Feministin Yayoi Aoki (1927–2009) die These 1959 erstmals in Japan vor. Die drei Autoren konnten allerdings noch nicht in den Archiven von Karlsbad und Teplitz – im damaligen Ostblock – forschen, was heute für eine seriöse Diskussion als unabdingbar gilt. Dies geschah erstmals in den 1960er Jahren durch George Marek. Aufgrund der von Marek in der damaligen Tschechoslowakei zusammengetragenen Materialien stellte Maynard Solomon 1972 nochmals und ausführlicher die These auf, bei der Adressatin habe es sich um Antonie Brentano gehandelt.[33] Damit war eine weitere, bis dahin weitgehend unbeachtete Kandidatin in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Solomons These konnte 2001 durch einen umfangreichen Beitrag von Klaus Martin Kopitz erhärtet werden, der zahlreiche bis dahin unbekannte Quellen zu Antonies Wiener Jahren enthält, darunter Briefe an ihre Schwägerin Bettina von Arnim.

Antonie Brentano war eine Tochter von Johann Melchior Edler von Birkenstock, hatte am 20. Juli 1798 in Wien den Bankier Franz Brentano geheiratet und lebte mit ihm seitdem in Frankfurt am Main. Im August 1809 kam sie noch einmal für mehrere Jahre nach Wien, zunächst, um ihren schwerkranken Vater zu pflegen, der am 30. Oktober starb. Antonie war damit Alleinerbin von dessen großer Villa in der Vorstadt Landstraße, Erdberggasse Nr. 98, die über 40 Zimmer verfügte, und einer überaus kostbaren Kunstsammlung, die sie in den folgenden Jahren verkaufte. Die Sammlung befindet sich heute teilweise in der Albertina. Insgesamt wurde die Erbschaft auf 144.474 Gulden geschätzt.[34]

Beethoven lernte Antonie Ende Mai 1810 durch ihre Schwägerin Bettina Brentano kennen. Zwischen beiden entwickelte sich bald eine tiefe Freundschaft, in ihrem Tagebuch spricht Antonie von einer „Wahlverwandtschaft“.[35] Am 11. März 1811 schrieb sie Bettina, Beethoven sei ihr „einer der liebsten Menschen“ geworden und besuche sie „beinahe täglich“.[36] Demselben Brief ist zu entnehmen, dass sie ihren Gatten schon sechs Monate nicht gesehen hatte. Dieser Brief sowie auch andere Dokumente deuten darauf hin, dass das Ehepaar Brentano in dieser Zeit zunehmend eine dauerhafte Trennung, wenn nicht sogar eine Scheidung erwog:

  • Bereits vor der Reise Antonies nach Wien kam es zu einer „Aufteilung“ der Kinder, d. h. Antonie nahm ihre drei Töchter Maximiliane, Josefa und Fanny mit nach Wien, wohingegen der Sohn Georg bei seinem Vater in Frankfurt blieb.
  • Antonie weitete die Haushaltsauflösung der väterlichen Villa auf über drei Jahre aus, offenbar, um möglichst lange in Wien bleiben zu können.
  • Franz scheint in den drei Jahren kaum in Wien gewesen zu sein. Selbst der Briefkontakt war äußerst gering. Am 20. Februar 1810 schrieb Antonie an Bettina in Berlin, Franz sei in Frankfurt „in Geschäfte begraben."[37] Am 11. März 1811 meldete sie Bettina lakonisch: „Aus der Sandgasse [dem Frankfurter Brentano-Haus mit Sitz der Firma] hör ich kein Wörtchen.“[38]
  • Vom 16. Juni bis 8. Juli 1810 hielt sich Antonie mit ihrer Tochter Josefa – ohne Franz – zur Kur in Karlsbad und anschließend in Franzensbad auf.[39]
  • Vom 30. Juli bis 24. August 1811 ist sie mit ihrer Tochter Josefa – wieder ohne Franz – erneut in Karlsbad und ab 26. August in Franzensbad nachweisbar.[40]
  • Am 9. Januar 1812 schrieb sie aus Wien an ihren Schwager Clemens Brentano in Prag, sie sei „in meiner Vaterstadt [Wien] durch die süße Notwendigkeit lieber festgehalten als in der Vaterstadt meiner Kinder [Frankfurt], genieße des wahren Wohlseins und der Zufriedenheit, welche zwanglose Verhältnisse gewähren.“[41]
  • Antonie wusste, dass auch eine katholisch geschlossene Ehe durchaus geschieden werden konnte. Das erlebte sie aktuell durch Clemens Brentanos Trennung von seiner Frau Auguste Bußmann, über die sie sich in mehreren Briefen ausließ.[42] In deren Fall war es der einflussreiche Frankfurter Staatsmann Karl Theodor von Dalberg, der das ermöglichte.

Im März 1812 ließ sie sich von Beethoven das Originalmanuskript seines Liedes An die Geliebte (WoO 140) schenken, das er im Dezember 1811 komponiert und der bayerischen Sängerin Regina Lang ins Stammbuch geschrieben hatte. Sie vermerkte darauf: „den 2n März 1812 mir vom Author erbethen“.[43] Dies kann als Indiz dafür gewertet werden, dass sich Antonie inzwischen als Beethovens Geliebte sah. Von seinen häufigen Besuchen bei Antonie zeugt auch das einsätzige Klaviertrio in B-Dur WoO 39. Das ungewöhnlich sauber geschriebene Autograph trägt Beethovens Widmung: „Vien am 26ten Juni. 1812. für meine kleine Freundin Maxe Brentano zu ihrer Aufmunterung im Klawierspielen. – lvBthwn.“[44] Antonies Tochter Maximiliane war damals 10 Jahre alt und heiratete später den Beamten Friedrich von Blittersdorf. Sie war offenbar eine gute Pianistin, denn Beethoven widmete ihr 1820 auch die E-Dur-Klaviersonate op. 109.

Solomon konnte nachweisen, dass Antonie – nun zusammen mit ihrem Mann – genau zum fraglichen Zeitpunkt, am 3. Juli 1812, tatsächlich in Prag eintraf, wo sie im Hotel „Rotes Haus“ in der Jesuitengasse Nr. 147, Ecke Egidigasse (heute Karlova ulice 44) abstieg.[45] Des Weiteren konnte er plausibel erklären, wie sie erfahren haben könnte, dass Beethoven gleichfalls in der Stadt war: Genau am 3. Juli 1812 erschien in der deutschsprachigen Prager Oberpostamts-Zeitung eine Meldung über einige der anwesenden Fremden, darunter: „Hr. Baron Wilison, Lieutenant v. E. H. Ludwig, von Wien, (woh. im rothen Haus.) Hr. v. Beethoven, Compositeur, von Wien, (woh. im schwarzen Roß.)“.[46] Das Hotel „Zum schwarzen Roß“ befand sich in der Prager Neustadt, Alte Allee (später Auf dem Graben, heute Na Příkopě) Nr. 861,[47] und hatte einen sehr guten Ruf: „Des prachtvollen Hauses Lage ist angenehm, die Stuben reinlich und groß, die Bedienung prompt“.[48] Zudem wohnte Beethovens Reisebegleiter, der junge Karl Wilhelm von Willisen, ein Freund von Karl August Varnhagen von Ense, im selben Hotel wie Antonie Brentano. Somit könnte sie Beethoven von ihrer zufälligen Anwesenheit in Prag informiert und ihn um ein Treffen gebeten haben.

Bei dem Versuch, die Prager Begegnung am 3. Juli 1812 zu rekonstruieren, ist von Interesse, dass Beethoven in dem Brief an die Geliebte einen Diplomaten erwähnt, den Fürsten Paul Anton III. Esterházy, den Beethoven in Teplitz wieder sah. Gegenüber der Unbekannten nennt er ihn lapidar „Esterhazi“ und konnte demnach voraussetzen, sie wisse, wer aus dem weit verzweigten Adelsgeschlecht gemeint ist. Jener Esterházy logierte in Prag auf der Kleinseite im vornehmen Hotel „Erzherzog Karl“ in der Karmelitergasse Nr. 379, nur etwa 1000 m von Antonies Unterkunft im „Roten Haus“ entfernt.[49] Eine denkbare Erklärung für die Erwähnung Esterházys wäre somit, dass Antonie für das Treffen am Abend des 3. Juli den „Erzherzog Karl“ vorgeschlagen hatte, wo der Komponist dann mit dem musikliebenden Fürsten zusammentraf, der ihn womöglich nach seinen Reiseplänen fragte.

Darüber hinaus ließ sich beweisen, dass Antonie am Morgen des 4. Juli 1812 gegen 6 Uhr – mit ihrem Ehemann, der 5-jährigen Tochter Fanny und einem Kindermädchen – von Prag nach Karlsbad weiterreiste, wo sie mit ihrer Familie am 5. Juli eintraf und die Pension „Zum Auge Gottes“ auf der Wiese Nr. 311 bezog. Es handelt sich um das heutige Café Pupp, das zum berühmten „Grandhotel Pupp“ gehört. Die Kurliste vermerkt hinter dem Ankunftsdatum: „Herr Franz Brentano, Banquier aus Frankfurt, nebst Gemahlin und Kind.“ Am Tag darauf erfolgte die Registrierung im polizeilichen Meldeprotokoll: „Franz Brentano mit Gattin, Kind v. 5 Jahre, Banquier, Frankfurth“, gemeinsam mit einer „Bona“ (Kindermädchen); als voraussichtliche Aufenthaltsdauer sind fünf Wochen angegeben.[50] Das stimmt exakt mit Beethovens Brief an die „Unsterbliche Geliebte“ überein, dem zu entnehmen ist, dass er diese zum Zeitpunkt der Abfassung des Briefes in „K.“ [Karlsbad] vermutete.

Bemerkenswert ist ein längerer Brief, den Franz am 15. Juli 1812 aus Karlsbad an seinen Bruder Clemens schrieb, den er in Prag vergeblich gesucht hatte. Darin erklärt er ausführlich, er sei „in dem Fall einen Haußlehrer oder vielmehr Erzieher für meinen 11jährigen Sohn [Georg] zu brauchen“ und bittet Clemens um Mithilfe. Der Brief zeichnet sich durch eine starke Ichbezogenheit aus, als würde Antonie bei der Erziehung des Knaben schon keine Rolle mehr spielen.[51] Auch Beethoven, der wenige Tage später in dieselbe Pension zog, erwähnt er mit keinem Wort. Es ist denkbar, dass er sich vorübergehend schon auf ein Leben ohne Antonie einstellte.

Ende Juli 1812 reiste auch Beethoven nach Karlsbad und zog dort gleichfalls in die Pension „Zum Auge Gottes“. Er traf in Karlsbad mit dem Geiger Giovanni Battista Polledro zusammen, mit dem gemeinsam er am 6. August 1812 ein Konzert gab. Anschließend reiste er mit der Familie Brentano nach Franzensbad, wo er und die Brentanos gleichfalls dasselbe Quartier bezogen. Vermutlich kam es hier zu einer intensiven Aussprache.

Anschließend trennten sich die Brentanos und Beethoven für immer: Beethoven kehrte noch einmal für mehrere Wochen nach Teplitz zurück, wohingegen Antonie mit ihrer Familie nach Wien und anschließend nach Frankfurt reiste. Auf die gemeinsam verbrachten Tage spielte Beethoven in seinem Brief an Antonie Brentano vom 6. Februar 1816 an, in dem es heißt, „daß ich die Stunden, welche ich in ihrer beyderSeitigen Gesellschaft zubrachte, als die mir unvergeßlichsten mir gern zurückrufe.“[52] Möglicherweise begegnete Beethoven dem Gatten Antonies tatsächlich erst in Karlsbad – nicht schon in Wien.

Antonie Brentano ist danach nie wieder in Wien gewesen, blieb aber mit Beethoven in engem Kontakt. Noch 1819 setzte sie sich – vergeblich – dafür ein, dass Beethoven seinen Neffen Karl bei dem berühmten Pädagogen Johann Michael Sailer erziehen lassen kann. Der Komponist wandte sich in dieser Frage am 22. Juni 1819 sogar an Kaiser Franz I. persönlich.[53] Im Auftrag von Antonie Brentano entstand 1820 das bekannte Beethoven-Porträt von Joseph Karl Stieler. 1822 widmete ihr der Komponist die englische Ausgabe der letzten Klaviersonate c-Moll op. 111 und 1823 die Diabelli-Variationen op. 120.

Solomons These, die für sich in Anspruch nehmen kann, alle äußeren Präliminarien zu erfüllen, dominiert seitdem die Diskussion im englischsprachigen Raum sowie in Japan. Allerdings weist sie eine Reihe von Ungereimtheiten auf.[54] Die überlieferten Quellen sind allerdings gerade bei Antonie nicht so zahlreich, als dass sie eine detaillierte Analyse ihrer Beziehung mit Beethoven erlauben. Ihre Briefe an Familienmitglieder enthalten nur wenige Andeutungen über ihre tiefe Verehrung für den Komponisten.

Die englische Autorin Susan Lund vertritt die Auffassung, der im Mai/Juni 1812 – wenige Tage vor der Niederschrift des Briefs an die „Unsterbliche Geliebte“ – gezeugte Karl Joseph Brentano könnte Beethovens Sohn sein. Er wurde am 8. März 1813 in Frankfurt am Main geboren und litt an einer schweren körperlichen und geistigen Behinderung, an deren Folgen er bereits am 18. Mai 1850 verstarb. Sein Grab befindet sich in der Gruft 48 des Frankfurter Hauptfriedhofs, in der auch andere Mitglieder der Familie Brentano ihre letzte Ruhestätte fanden.[55] Ein Indiz dafür, dass Franz Brentano nicht der Vater von Karl Joseph war, sieht Lund darin, dass er in einem Brief schreibt, er habe „nur einen Sohn“ [Georg].

Zur Überprüfung der Vaterschaft haben einige Beethoven-Forscher bereits die Möglichkeit eines DNA-Vergleichs erwogen.

Bettina von Arnim[Bearbeiten]

Walden (2011) vertritt die These, dass Bettina Brentano Beethovens „Unsterbliche Geliebte“ war, basierend auf der Annahme, dass zwei Briefe Beethovens, die sie in ihrem späteren Leben veröffentlichte, echt seien. Generell werden diese Briefe – ebenso einige, die Bettina von Goethe erhalten haben will – in der Forschung als Fälschungen angesehen und nicht anerkannt.[56] „Falls dieser Brief an Bettina echt ist, wäre es schlüssig bewiesen, daß Bettina die Unsterbliche Geliebte war, aber das Original ist verschollen, und seine Authentizität wird heutzutage stark angezweifelt. … ihre Vertrauenswürdigkeit und ihre Wahrheitsliebe gelten heute als zweifelhaft.“[57]

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Als mögliche Adressatin werden in der seriösen Literatur nur noch Josephine von Stackelberg geb. Brunsvik und Antonie Brentano diskutiert.[58] Dabei berufen sich die Autoren, die für Josephine plädieren, vor allem darauf, dass sie die inneren Bedingungen erfüllt. Dagegen erscheint die Tatsache, dass bei Antonie sämtliche äußeren Präliminarien erfüllt sind, insbesondere für den Großteil der englischsprachigen wie auch der japanischen Fachwelt so beweiskräftig, dass er sich für sie entschieden hat.

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Schindler (1840): Biographie von Ludwig van Beethoven, Münster: Aschendorff
  • Mariam Tenger (1890): Beethoven’s Unsterbliche Geliebte, Bonn: Nusser
  • Alfred Christlieb Kalischer (1891): Die „Unsterbliche Geliebte“ Beethovens. Giulietta Guicciardi oder Therese Brunswick? Dresden
  • La Mara (1909): Beethovens Unsterbliche Geliebte. Das Geheimnis der Gräfin Brunsvik und ihre Memoiren, Leipzig: Breitkopf & Härtel
  • Max Unger (1909), Zum Problem von Beethovens „Unsterblicher Geliebten“, in: Musikalisches Wochenblatt, Jg. 40 (1909), S. 356–358
  • Wolfgang Alexander Thomas-San-Galli (1910): Beethoven und die Unsterbliche Geliebte: Amalie Sebald. Goethe, Therese Brunswik und anderes, München: Wunderhorn
  • Max Unger (1911): Auf Spuren von Beethovens „Unsterblicher Geliebten“, Langensalza: Beyer
  • La Mara (1920): Beethoven und die Brunsviks. Nach Familienpapieren aus Therese Brunsviks Nachlaß, Leipzig: Siegel
  • Oscar George Sonneck (1927): The Riddle of the Immortal Beloved, New York
  • Stephan Ley (1933): Ein Bild von Beethovens Unsterblicher Geliebten?, in: Atlantis, Jg. 5 (1933), Heft 12, S. 766–767 (über eine Porträt-Miniatur aus Beethovens Nachlass)
  • Romain Rolland (1928): Beethoven the Creator. The Great Creative Epochs: I. From the Eroica to the Appassionata. Übers. Ernest Newman. New York: Garden City
  • Marianne Czeke (1938): Brunszvik Teréz grófno naplói és feljegyzései [Gräfin Therese Brunsviks Tagebuch und Notizen.] Vol. 1, Budapest
  • Kurt Smolle (1947): Beethovens „Unsterbliche Geliebte“. Eine Studie, Wien
  • Siegmund Kaznelson (1954): Beethovens Ferne und Unsterbliche Geliebte, Zürich: Standard
  • Jean & Brigitte Massin (1955): Ludwig van Beethoven, Paris: Club Français du Livre (2. Aufl. 1967, als deutsche Übersetzung 1970 unter dem Titel: Beethoven. Materialbiographie, Daten zum Werk und Essay, München)
  • Joseph Schmidt-Görg (Hg., 1957): Beethoven: Dreizehn unbekannte Briefe an Josephine Gräfin Deym geb. v. Brunsvik, Bonn: Beethoven-Haus
  • Yayoi Aoki (1959), Ai no densetsu – Beethoven to 'fumetsu no koibito' (Überlieferung der Liebe – Beethoven und die "Unsterbliche Geliebte"), in: Philharmony. NHK kôkyô gakudan kikanshi (Philharmonie. Zeitschrift des NHK-Rundfunkorchesters), Tokio, Jg. 31, Nr. 7 vom September 1959, S. 8–21
  • Dana Steichen (1959), Beethoven’s Beloved, hrsg. von Edward Steichen, Ridgefield, Conn.
  • Editha & Richard Sterba (1964): Ludwig van Beethoven und sein Neffe. Tragödie eines Genies. Eine psychoanalytische Studie, München (Erstausgabe: 1954, New York)
  • Bohumil Plevka (1965): Beethovenuv dopis nesmrtelné milence (Beethovens Brief an die unsterbliche Geliebte), Teplice: Smer
  • Joseph Schmidt-Görg (1969): Neue Schriftstücke zu Beethoven und Josephine Gräfin Deym, in: Beethoven-Jahrbuch 1965/68, S. 205–208
  • Jean & Brigitte Massin (1970): Recherche de Beethoven, Paris: Fayard
  • Maynard Solomon (1972): New light on Beethoven's letter to an unknown woman, in: The Musical Quarterly, Vol. 58, S. 572–587
  • Jan Racek (1972): Wann und wo entstand Beethovens Brief an die „Unsterbliche Geliebte“?, in: Mitteilungen der Kommission für Musikforschung, Nr. 21, Wien, S. 206–213
  • Gerda Brosche-Graeser (1974): Beethovens unsterbliche Geliebte. Legenden, Vermutungen, Tatsachen, München
  • Willy Hess (1976): Beethoven, Überarbeitete Neuauflage, Winterthur
  • Harry Goldschmidt (1977): Um die Unsterbliche Geliebte. Eine Bestandsaufnahme, Leipzig: Deutscher Verlag für Musik; in English: "All About Beethoven's Immortal Beloved. A Stocktaking". CreateSpace: Charleston, SC 2013
  • Maynard Solomon (1979): Beethoven, Aus dem Amerikanischen übersetzt von Ulrike v. Puttkamper, München
  • Harry Goldschmidt (1979): Aspekte gegenwärtiger Beethoven-Forschung. Biographie, in (ders.; Hg.): Zu Beethoven. Aufsätze und Annotationen, Leipzig, S. 167–242
  • Marie-Elisabeth Tellenbach (1983): Beethoven und seine „Unsterbliche Geliebte“ Josephine Brunswick. Ihr Schicksal und der Einfluß auf Beethovens Werk, Zürich, ISBN 3-254-00095-1
  • Virginia Beahrs (1986): The Immortal Beloved Revisited in: The Beethoven Newsletter 1/2, S. 22–24
  • Marie-Elisabeth Tellenbach (1987): Beethoven and the Countess Josephine Brunswick, in: The Beethoven Newsletter 2/3, S. 41–51
  • Virginia Oakley Beahrs (1988): The Immortal Beloved Riddle Reconsidered, in: Musical Times, Vol. 129/1740, S. 64–70
  • Marie-Elisabeth Tellenbach (1988): Künstler und Ständegesellschaft um 1800: die Rolle der Vormundschaftsgesetze in Beethovens Beziehung zu Josephine Gräfin Deym, in: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 2/2, S. 253–263
  • Harry Goldschmidt (1988), „Auf diese Art mit A geht alles zu Grunde“. Eine umstrittene Tagebuchstelle in neuem Licht, in: Zu Beethoven. 3. Aufsätze und Dokumente, hrsg. von Harry Goldschmidt, S. 8–30
  • Susan Lund (1988): Beethoven: a true “fleshly father”?, in: Beethoven Newsletter, Vol. 3 (1988), Nr. 1, S. 6–11 und Nr. 2, S. 36–40
  • Maynard Solomon (1988), Recherche de Josephine Deym, in: ders., Beethoven Essays, Cambridge: Harvard University Press, S. 157–165 und 333–335
  • Maynard Solomon (1988), Antonie Brentano and Beethoven, in: ebenda, S. 166–189 und 335–340
  • Susan Lund (1991): “If one has only one son”: postscript to “Beethoven as a father”, in: Beethoven Newsletter, Vol. 6 (1991), Nr. 1, S. 18-21
  • Virginia Beahrs (1993): Beethoven's Only Beloved? New Perspectives on the Love Story of the Great Composer, in: Music Review 54, no. 3/4, S. 183–197
  • Marie-Elisabeth Tellenbach (1993/1994): Psychoanalysis and the Historiocritical Method: On Maynard Solomon‘s Image of Beethoven, in: The Beethoven Newsletter 8/3, S. 84–92; 9/3, S. 119–127
  • Ernst Pichler (1994): Beethoven. Mythos und Wirklichkeit, Wien: Amalthea
  • Susan Lund (1995): Raptus: a novel about Beethoven based on the source material; annotated, with introductory articles, Herts, Melstamps (Cambs)
  • Yayoi Aoki (1995): Bohemia-Bētōven-kikō: "fumetsu-no-koibito"-no-nazo-o-otte (Mit Beethoven in Böhmen die "unsterbliche Geliebte" besuchen), Tōkyō: Tōkyō Shoseki
  • Gail S Altman (1996): Beethoven: A Man of His Word – Undisclosed Evidence for his Immortal Beloved, Anubian Press
  • Sieghard Brandenburg (Hg., 1996-1998): Ludwig van Beethoven, Briefwechsel. Gesamtausgabe, 7 Bände, München: Henle
  • Marie-Elisabeth Tellenbach (1998): Psychoanalyse und historisch-philologische Methode. Zu Maynard Solomons Beethoven- und Schubert-Deutungen, in: Analecta Musicologica 30/II, S. 661–719
  • Susan Lund (1998), The visit that Beethoven did not make: a journey to the Brentanohaus in Winkel, Germany, in: Beethoven Journal, Vol. 13 (1998), Nr. 1, S. 24–30
  • Klaus Martin Kopitz (2001): Antonie Brentano in Wien (1809–1812). Neue Quellen zur Problematik „Unsterbliche Geliebte“, in: Bonner Beethoven-Studien, Band 2 (2001), S. 115–146, ISBN 3-88188-063-1, als PDF-Datei (396 KB)
  • Sieghard Brandenburg (Hg., 2001): Beethoven. Der Brief an die unsterbliche Geliebte, Bonn: Beethoven-Haus, ISBN 3-88188-045-3
  • Sieghard Brandenburg (2002): Auf Spuren von Beethovens „Unsterblicher Geliebten“. Einige kritische Überlegungen, in: Österreichische Musikzeitschrift, Jg. 57, Heft 6/2002, S. 5–8
  • Walther Brauneis (2002): „... mache dass ich mit dir leben kann“. Neue Hypothesen zur Identität der „Unsterblichen Geliebten“, in: ebenda, S. 9–22
  • Rita Steblin (2002): Josephine Gräfin Brunswick-Deyms Geheimnis enthüllt: Neue Ergebnisse zu ihrer Beziehung zu Beethoven, in: ebenda, S. 23–31
  • Brigitte Buschmann (2002): Gibt es neuere Erkenntnisse zu Goldschmidts Buch „Um die Unsterbliche Geliebte“?, in: Kunstwerk und Biographie. Gedenkschrift Harry Goldschmidt, hrsg. von Hanns-Werner Heister, Berlin, S. 297–312
  • Lewis Lockwood (2003): Beethoven. The Music and the Life. New York: Norton
  • Klaus Martin Kopitz (2007): Ein unbekanntes Gesuch Beethovens an Kaiser Franz I., in: Bonner Beethoven-Studien, Band 6 (2007), S. 101–113
  • Susan Lund (2007): Beethoven and the Catholic Brentanos: The Story Behind Beethoven's Missa Solemnis, BookSurge, ISBN 978-1-4196-8144-8
  • Rita Steblin (2007): „Auf diese Art mit A geht alles zugrunde." A New Look at Beethoven's Diary and the „Immortal Beloved“, in: ebenda, S. 147–180
  • Yayoi Aoki (2008): Beethoven – Die Entschlüsselung des Rätsels um die „Unsterbliche Geliebte“, aus dem Japanischen von Annette Boronnia, München, ISBN 978-3-89129-184-9
  • Klaus Martin Kopitz (2008): Antonie Brentano, in: Das Beethoven-Lexikon, hrsg. von Heinz von Loesch und Claus Raab, Laaber, S. 144–145
  • Claus Raab (2008): Unsterbliche Geliebte, in: ebenda, S. 798–801
  • Rita Steblin (2009): Beethovens „Unsterbliche Geliebte“: des Rätsels Lösung, in: Österreichische Musikzeitschrift, Jg. 64, Heft 2/2009, S. 4–17
  • Rita Steblin (2009b): „A dear, enchanting girl who loves me and whom I love“: New Facts about Beethoven’s Beloved Piano Pupil Julie Guicciardi, in: Bonner Beethoven-Studien, Band 8 (2009), S. 89–152
  • Susan Lund (2010): Beethoven’s son – the inspiration for his greatest work, BookSurge Publishing
  • Edward Walden (2011): Beethoven’s Immortal Beloved. Solving the Mystery, Lanham, Maryland: Scarecrow

Medien[Bearbeiten]

Das Thema der unsterblichen Geliebten wurde 1994 im US-amerikanischen Spielfilm mit dem Originaltitel Immortal Beloved aufgegriffen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Brief wurde bei Goldschmidt (1977), S. 19f. erstmals in der originalen Schreibweise veröffentlicht, inkl. der von Beethoven gestrichenen Stellen; ebenso bei Brandenburg (1996), Nr. 582, vgl. auch beethoven-haus-bonn.de
  2. Unger (1911), S. 21–25
  3. Unger (1911), S. 20f.; Goldschmidt (1977), S. 47–51
  4. Brandenburg (1996), Nr. 583 (für den Brief verwendete Beethoven dasselbe Briefpapier wie für den Brief an die „Unsterblichen Geliebte“).
  5. August Leopold Stöhr, Kaiser Karlsbad und dieses weit berühmten Gesundheitsortes Denkwürdigkeiten, für Kurgäste, Nichtkurgäste und Karlsbader selbst, 2. Aufl., Karlsbad 1812, S. 24–26
  6. Goldschmidt (1977), S. 54
  7. Mirko Očadlík, Několik dokumentů o Beethovenovu koncertním vystoupení v Karlových Varech v roce 1812, in: Miscellanea musicologica, Jg. 14 (1960), S. 37–44 (Originale der Briefe in Prag, Národní archiv)
  8. Beethoven aus der Sicht seiner Zeitgenossen (2009), Band 1, S. 157.
  9. Ebenda, S. 159.
  10. Vgl. dazu Goldschmidt (1977), S. 182-185 sowie S. 349.
  11. La Mara (1920), S. 1.
  12. Massin (1955), S. 244: „La moins absurde de toutes.“
  13. Schmidt-Görg (1957). Ein weiterer vierzehnter „Brief“, ein in Josephines Abschrift überliefertes Fragment, kam später noch dazu, vgl. Schmidt-Görg (1969).
  14. Vgl. Massin (1970), Goldschmidt (1977), S. 144–156 sowie Tellenbach (1983), S. 103f.
  15. cit. nach Schmidt-Görg (1957), S. 1 bzw. 15.
  16. Zit. nach Goldschmidt (1977), S. 19f.
  17. Kaznelson war zuvor der Einblick in den Briefwechsel zwischen Beethoven und Josephine vom damaligen Besitzer der Briefe, Dr. H. C. Bodmer in Zürich verweigert worden, vgl. Goldschmidt (1977), S. 354, Anm. 18.
  18. „Briefe aus Thereses Nachlaß verraten, … daß zufolge Drängens der Familie Brunsvik die Beziehungen zwischen Josephine Deym und Beethoven abgebrochen wurden.“ So bereits La Mara 1920, S. 62 f., die dies noch widerspruchsfrei mit ihrer These, Josephine sei die „Unsterbliche Geliebte“ gewesen, in Übereinstimmung bringen konnte, da sie den berühmten Brief irrtümlich auf das Jahr 1807 datiert hatte.
  19. „Als Josephine den Baron Stackelberg heiratete, waren für Beethoven die Liebesbeziehungen zur Gräfin zu Ende gegangen. Es besteht also keine Veranlassung, seine oft geäußerte Einstellung zu verheirateten Frauen in Zweifel zu ziehen. Das Geheimnis um die ‚Unsterbliche Geliebte‘ bleibt nach wie vor verhüllt.“ (Schmidt-Görg 1957, S. 31)
  20. Brandenburg (1996), Nr. 220.
  21. Massin (1970), S. 135.
  22. Goldschmidt (1977), S. 231.
  23. Vgl. Goldschmidt (1977), S. 257–352.
  24. Vgl. Tellenbach (1983), S. 151-161 sowie S. 177f.
  25. Tellenbach (1983), S. 194f, wo der Briefentwurf auch wiedergegeben ist. Er findet sich im selben Band auch vor S. 113 als Faksimile.
  26. Tellenbach (1983), S. 205–267.
  27. Steblin (2007), S. 163–169.
  28. Steblin (2007), S. 158–163, insbesondere die Passage aus Josephines Tagebuch um/nach dem 8. Juni 1812: „St[ackelberg] (…) ist gefühllos für bittende in der Noth. (…) Ich will Liebert in Prague [!] sprechen. ich will die Kinder nie von mir lassen.“
  29. Wien, Österreichisches Staatsarchiv, Allgemeines Verwaltungsarchiv, Polizeihofstelle GZ 698/ 27 ex 1812; zit. bei Kopitz (2001), S. 136f.
  30. Goldschmidt (1977), S. 63.
  31. Ihr Name war bereits 1911 von Max Unger für den fraglichen Zeitraum zusammen mit den Namen von Marie von Erdödy und Dorothea von Ertmann in den Karlsbader Kurlisten ausfindig gemacht worden.
  32. Massin (1955), S. 240: „L’hypothèse d’Antonia Brentano est à la fois séduisante et absurde.“
  33. Ebenso Brandenburg (2001), Kopitz (2001, 2008), Aoki (2008).
  34. Kopitz (2001), S. 121
  35. Kopitz (2001), S. 129.
  36. Kopitz (2001), S. 128.
  37. Kopitz (2001), S. 122
  38. Kopitz (2001), S. 128
  39. Kopitz (2001), S. 124
  40. Kopitz (2001), S. 131
  41. Kopitz (2001), S. 134f.
  42. Clemens Brentanos Scheidung von Auguste Bußmann ist ausführlich dokumentiert bei Hans Magnus Enzensberger, Requiem für eine romantische Frau. Die Geschichte von Auguste Bußmann und Clemens Brentano, Berlin 1988.
  43. Goldschmidt (1977), S. 138 f.; Kopitz (2001), S. 135.
  44. Vgl. das Autograph im Beethoven-Haus Bonn
  45. Prager Oberpostamts-Zeitung, Nr. 81 vom 6. Juli 1812, S. 777: „Angekommene in Prag. Den 3ten. Hr. Brentano, Kaufmann, von Wien. (woh. im rothen Haus.)“; Kopitz (2001), S. 137.
  46. Prager Oberpostamts-Zeitung, Nr. 80 vom 3. Juli 1812, S. 765; zit. nach Kopitz (2001), S. 137.
  47. Adresse in: Schematismus des Königreiches Böhmen für das Jahr 1839, S. 587
  48. Adolph von Schaden: Kritischer Bockssprung von Dresden nach Prag, Schneeberg 1822, S. 197
  49. Kopitz (2001), S. 138
  50. Kopitz (2001), S. 139
  51. Kopitz (2001), S. 139–141
  52. Brandenburg (1996), Nr. 897
  53. Kopitz (2007)
  54. So ist beispielsweise unklar, wie man sich angesichts des kurzen Aufenthalts Antonies in Prag und der Tatsache, dass sie sich dort mit Ehemann, Tochter Fanny und Kindermädchen aufhielt, das fragliche Treffen mit Beethoven, womöglich inklusive körperlicher Vereinigung (einige Formulierungen im Brief sprechen dafür), überhaupt vorzustellen hat (vgl. Steblin 2007, S. 148 sowie Goldschmidt 1977, S. 123). Ähnliches gilt für das anschließende dichte Zusammenleben Beethovens mit den Eheleuten Brentano und ihrem Anhang in Karlsbad und danach in Franzensbad (vgl. Goldschmidt 1977, S. 125).
  55. Frankfurter Hauptfriedhof, Gruftenhalle, Gruft 48
  56. Goldschmidt (1977), S. 536-538; Tellenbach (1983), S. 100f; Lockwood (2003), S. 492, N. 7.
  57. „If that letter to Bettina was genuine, it would prove conclusively that Bettina was the Immortal Beloved, but the original has not survived, and the authenticity is strongly doubted today. … her reliability and truthfulness are today under a cloud.“ (Walden 2011, S. 5)
  58. Alle weiteren Kandidatinnen wie Bettina von Arnim (zuletzt Walden 2011), Gräfin Marie von Erdödy (zuletzt Altman 1996), Dorothea von Ertmann und Magdalena Willmann wurden von der Forschung widerlegt oder erfüllen nicht die äußeren Präliminarien. Eine 1964 von dem Ehepaar Editha und Richard Sterba aufgestellte Hypothese, Beethovens Neffe Karl sei das Objekt dessen homoerotischer Neigungen gewesen, enthielt viel Psychoanalyse aber wenig Fakten und fand in der Musikwissenschaft kaum Anhänger, zumal das Paar mit der Beethoven-Literatur nur oberflächlich vertraut war. Das Buch ignorierte zudem konsequent die sieben Jahre zuvor veröffentlichten „Dreizehn Liebesbriefe Beethovens an Josephine“, die nicht unbedingt für Beethovens homoerotische Neigungen sprechen. Die absurdeste, von der Forschung niemals gestützte Version präsentierte der auch sonst nicht gerade faktenfundierte Spielfilm Ludwig van B. – Meine unsterbliche Geliebte in Gestalt von Beethovens verhasster Schwägerin Johanna geb. Reiss, der Mutter von Beethovens Neffen Karl van Beethoven.

Weblinks[Bearbeiten]