Unstrut-Hainich-Kreis

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Unstrut-Hainich-Kreises Deutschlandkarte, Position des Unstrut-Hainich-Kreises hervorgehoben51.1910.55Koordinaten: 51° 11′ N, 10° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Verwaltungssitz: Mühlhausen/Thüringen
Fläche: 975,48 km²
Einwohner: 104.245 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: UH, LSZ, MHL
Kreisschlüssel: 16 0 64
Kreisgliederung: 42 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Brunnenstraße 94
99974 Mühlhausen/Thüringen
Webpräsenz: www.landkreis-unstrut-hainich.de
Landrat: Harald Zanker (SPD)
Lage des Unstrut-Hainich-Kreises in Thüringen
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Über dieses Bild

Der Unstrut-Hainich-Kreis ist ein Landkreis im Nordwesten von Thüringen. Der Kreis wurde nach dem Fluss Unstrut und dem Höhenzug Hainich benannt. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Nordthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Nordthüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Blick vom Rand des Mühlhäuser Stadtwaldes ins Thüringer Becken

Lage[Bearbeiten]

Der Unstrut-Hainich-Kreis befindet sich im nordwestlichen Teil des Thüringer Beckens und deren Randplatten. Das Unstruttal wird im Westen und Norden von den Muschelkalkplatten des Hainichs, des Oberen Eichsfeldes und des Dün eingegrenzt. Im Südwesten des Unstrut-Hainich-Kreises liegt der geographische Mittelpunkt Deutschlands[2], wenn man von den Extremen ausgeht (Lage des nördlichsten, östlichsten usw. Punkt in Deutschland). In der Gemarkung Niederdorla der Gemeinde Vogtei wurde eine Steinplatte auf 51° 10' nördl. Breite und 10° 27' östl. Länge gesetzt.

Nachbarkreise des Unstrut-Hainich-Kreises sind im Nordwesten der Landkreis Eichsfeld, im Nordosten der Kyffhäuserkreis, im Osten der Landkreis Sömmerda, im Südosten der Landkreis Gotha und im Südwesten der Wartburgkreis. Im Westen grenzt der Unstrut-Hainich-Kreis an den Werra-Meißner-Kreis in Hessen.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Der nördliche Teil des Kreises, nördlich einer Linie Obermehler-Kaisershagen-Bickenriede sowie der Hainich zwischen Struth und Weberstedt ist dem Naturraum Hainich-Dün-Hainleite zuzuordnen. Der äußerste Westen des Kreises tangiert den Naturraum Werrabergland-Hörselberge. Das weitere Kreisgebiet ist der Helme-Unstrut-Niederung bei Herbsleben und der Unstrutaue innerhalb des Innerthüringer Ackerhügellandes zuzuordnen.[3]

Naturdenkmal Mallinden bei Oberdorla
Die Südabdachung des Dün mit dem Forstberg

Naturschutz[Bearbeiten]

Der 1997 gegründete Nationalpark Hainich erstreckt sich über den Süden des Kreisgebietes. Er ist der 13. Nationalpark Deutschlands. Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal umfasst den westlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises. Der Mühlhäuser Stadtwald ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Im Unstrut-Hainich-Kreis gibt es 33 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale (Stand: 15. Dezember 2004).[4]

Berge und Erhebungen[Bearbeiten]

Die Geländehöhen im Unstrut-Hainich-Kreis betragen zwischen 149 m an der Unstrut unterhalb Herbsleben und 517 m auf dem Rain bei Struth. Weitere nennenswerte Berge und Erhebungen sind:[5]

  • Köhlerberg (504,7 m), nördlich von Hüpstedt
  • Rode (498,2 m), westlich von Struth
  • Hohes Rode (493,0 m), bei Eigenrieden
  • Dörnerberg (478 m), bei Diedorf
  • Winterstein (467,6 m), bei Heyerode
  • Lohberg (468 m), südlicher Hainich
  • Schlegelsberg (461,2 m), bei Faulungen
  • Haardt (451,3 m), bei Kammerforst
  • Forstberg (395,4 m), nördlich Mühlhausen
  • Lehdenberg (Heilinger Höhen) (367,6 m), bei Marolterode
  • Teufelsberg (358,1 m) (Große Harth), bei Wiegleben
  • Warthügel (323,6 m), bei Hollenbach
  • Wartberg (276,8 m), bei Nägelstedt
  • Roter Berg (240,2 m), bei Altengottern

Gewässer[Bearbeiten]

Der Großteil des Unstrut-Hainich-Kreises entwässert über die Unstrut und, im nordöstlichen Teil, über die Helbe zu Saale und Elbe. Der Westen des Kreisgebietes liegt mit den Gewässern Haselbach und Frieda im Einzugsgebiet von Werra und Weser. Ein bedeutendes Standgewässer ist die Talsperre Seebach mit einem Stauraum von 5 Millionen Kubikmetern auf einer Wasserfläche von 1,1 km². Das frühere Moorgebiet bei Niederdorla ist heute ein See.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Unstrut-Hainich Kreis entstand am 1. Juli 1994 durch die Neuordnung der Kreise in Thüringen aus dem Altkreis Mühlhausen (MHL) und dem Großteil des Altkreises Langensalza (LSZ). Einige Gemeinden des Landkreises Bad Langensalza gingen an den Wartburgkreis und den Landkreis Gotha.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1994: 122 713
  • 1995: 122 229
  • 1996: 122 068
  • 1997: 121 101
  • 1998: 120 816
  • 1999: 120 643
  • 2000: 119 504
  • 2001: 118 446
  • 2002: 117 324
  • 2003: 116 069
  • 2004: 115 100
  • 2005: 113 962
  • 2006: 112 620
  • 2007: 111 643
  • 2008: 110 581
  • 2009: 109 606
  • 2010: 108 758
  • 2011: 108 040
  • 2012: 104 947
  • 2013: 104 245
Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Politik[Bearbeiten]

Landratsamt in Mühlhausen
Kreistagswahl 2009[6]
Wahlbeteiligung: 52,0 % (2004: 50,6 %)
 %
40
30
20
10
0
34,6 %
25,0 %
17,1 %
10,3 %
9,3 %
2,5 %
1,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-5,9 %p
+1,1 %p
-1,5 %p
+3,1 %p
+1,2 %p
+0,8 %p
+1,1 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c 2004: PDS
g Regionale BI Herbsleben

Landrat[Bearbeiten]

Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises ist Harald Zanker (SPD). Beigeordnete des Unstrut-Hainich-Kreises sind Andreas Henning (CDU) und Norbert Mros (Die Linke). Das Verwaltungsgericht Weimar erklärte am 15. Juli 2013 die Wiederwahl Zankers im Jahr 2012 für ungültig, weil es im Vorfeld der Wahl einen erheblichen Verstoß gegen die Wahlrechtsordnung gegeben habe.[7]

Kreistag[Bearbeiten]

Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Partei
Sitze
CDU 16 (–3)
SPD 11 (±0)
LINKE 8 (–1)
FDP 5 (+2)
FWG-UH 4 (±0)
GRÜNE 1 (+1)
Regionale BI Herbsleben 1 (+1)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Unstrut-Hainich-Kreises berücksichtigt die verschiedenen historischen Zugehörigkeiten der ehemaligen Herrschaftsgebiete.

Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Unstrut-Hainich-Kreis.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Holz- und Möbelproduktion, Elektronik, Dachziegelproduktion, Kammgarnherstellung und die Textilindustrie sind neben dem Handwerk und der Landwirtschaft wichtige Branchen im Landkreis. Der Unstrut-Hainich-Kreis verfügt über eine landwirtschaftliche Fläche von 73.488 ha. Der Unstrut-Hainich-Kreis hatte im Februar 2012 eine Arbeitslosenquote von 12,4 Prozent. Somit lag der Landkreis über dem Landesdurchschnitt von 9,7 Prozent und über dem Bundesdurchschnitt.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof in Mühlhausen

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Der Kreis wird in Nord-Süd-Richtung von der B 247 und in Ost-West-Richtung von der B 249 durchkreuzt. Der Osten des Kreises wird zudem von der Bundesstraße 84 durchquert; in Bad Langensalza zweigt von dieser die Bundesstraße 176 in Richtung Straußfurt ab. Anschluss an das Autobahnnetz besteht außerhalb der Kreisgrenzen bei Eisenach (BAB 4) und Leinefelde-Worbis bzw. Bleicherode (BAB 38). Bedeutende Landesstraßen sind die L 1042 Andisleben-Döllstedt-Tonna-Bad Langensalza und L 1016 Niedergebra-Keula-Mühlhausen-Vogtei-Mihla-Eisenach.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Wichtigste Bahnstrecke im Kreisgebiet ist die Bahnstrecke Gotha – Bad Langensalza – Mühlhausen – Leinefelde, sie ist bedeutsam als direkte Bahnverbindung nach Erfurt und Göttingen mit Anschlussmöglichkeit an ICE-Züge Richtung Hannover und Hamburg. Eine regional bedeutsame Nebenstrecke, die teilweise im Unstrut-Hainich-Kreis verläuft, ist die Bahnstrecke Großheringen – Kölleda – Sömmerda – Straußfurt.

Stillgelegt und teilweise abgebaut wurden die Strecken Mühlhausen – Schlotheim, Straußfurt – Ballstedt, Mühlhausen – Heyerode – Treffurt und Leinefelde – Dingelstädt – Geismar („Kanonenbahn“).

Im Übrigen wird der öffentliche Personennahverkehr durch Regionalbuslinien der Regionalbus-Gesellschaft Unstrut-Hainich- und Kyffhäuserkreis sichergestellt, welche sich in 100%igem Eigentum des Landkreises befindet.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Für kleine Privatflugzeuge besitzt der Kreis den Flugplatz Obermehler-Schlotheim bei Mühlhausen.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

(Einwohner am 31. Dezember 2013[8])

Städte
¹ Mitgliedsgemeinde einer Verwaltungsgemeinschaft

  1. Bad Langensalza (17.577)
  2. Bad Tennstedt ¹ (2480)
  3. Mühlhausen/Thüringen, Große kreisangehörige Stadt (33.007)
  4. Schlotheim ¹ (3795)

Gemeinden

  1. Anrode (3260)
  2. Dünwald (2333)
  3. Herbsleben, (2942), erfüllende Gemeinde auch für
    1. Großvargula (744)
  4. Menteroda (2087)
  5. Südeichsfeld, Landgemeinde (6895), erfüllende Gemeinde auch für
    1. Rodeberg (2023)
  6. Unstruttal (3292)
  7. Vogtei, Landgemeinde (4427), erfüllende Gemeinde auch für
    1. Kammerforst (848)
    2. Oppershausen (299)
  8. Weinbergen (3118)
Altengottern Anrode Bad Langensalza Bad Langensalza Bad Tennstedt Ballhausen Blankenburg Bothenheilingen Bruchstedt Dünwald Flarchheim Großengottern Großvargula Haussömmern Herbsleben Heroldishausen Hornsömmern Issersheilingen Kammerforst Kammerforst Kirchheilingen Kleinwelsbach Klettstedt Körner Kutzleben Vogtei Marolterode Menteroda Mittelsömmern Mühlhausen Mülverstedt Neunheilingen Vogtei Vogtei Vogtei Obermehler Oppershausen Oppershausen Rodeberg Schlotheim Schönstedt Schönstedt Südeichsfeld Sundhausen Tottleben Unstruttal Urleben Weberstedt WeinbergenMunicipalities in UH.png
Über dieses Bild

Verwaltungsgemeinschaften
* Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft

  1. Bad Tennstedt, Stadt * (2480)
  2. Ballhausen (857)
  3. Blankenburg (153)
  4. Bruchstedt (270)
  5. Haussömmern (241)
  6. Hornsömmern (154)
  7. Kirchheilingen (787)
  8. Klettstedt (218)
  9. Kutzleben (630)
  10. Mittelsömmern (231)
  11. Sundhausen (370)
  12. Tottleben (149)
  13. Urleben (422)
  1. Bothenheilingen (447)
  2. Issersheilingen (145)
  3. Kleinwelsbach (134)
  4. Körner (1727)
  5. Marolterode (335)
  6. Neunheilingen (471)
  7. Obermehler (843)
  8. Schlotheim, Stadt * (3795)
  1. Altengottern (1042)
  2. Flarchheim (419)
  3. Großengottern * (2214)
  4. Heroldishausen (201)
  5. Mülverstedt (696)
  6. Schönstedt (1382)
  7. Weberstedt (580)

Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft und erfüllende Gemeinde (Thüringen).

Gebietsveränderungen[Bearbeiten]

Gemeinden[Bearbeiten]

Verwaltungsgemeinschaften[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1994 wurden dem Landkreis die Kfz-Unterscheidungszeichen LSZ (Bad Langensalza) und MHL (Mühlhausen/Thüringen) zugewiesen. Diese wurden am 1. Februar 1995 vom neuen Unterscheidungszeichen UH abgelöst. Seit dem 24. November 2012 sind die Kürzel LSZ und MHL wieder erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. mittelpunkt-deutschlands.de
  3. http://www.tlug-jena.de/uw_raum/umweltregional/uh/index.html?uh10.html, aufgerufen am 15. Januar 2013
  4. http://www.tlug-jena.de/uw_raum/umweltregional/uh/index.html?uh10.html, aufgerufen am 15. Januar 2013
  5. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  6. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=KW&wJahr=2009&zeigeErg=WK&wknr=064
  7. http://www.mdr.de/thueringen/nord-thueringen/unstrut_hainich_kreis_landratswahl100.html
  8. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Unstrut-Hainich-Kreis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien