Unstrut-Hainich-Kreis
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Thüringen |
| Verwaltungssitz: | Mühlhausen/Thüringen |
| Fläche: | 975,48 km² |
| Einwohner: |
108.040 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 111 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | UH, LSZ, MHL |
| Kreisschlüssel: | 16 0 64 |
| NUTS: | DEG09 |
| Kreisgliederung: | 42 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Brunnenstraße 94 99974 Mühlhausen/Thüringen |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Harald Zanker (SPD) |
| Lage des Unstrut-Hainich-Kreises in Thüringen | |
Der Unstrut-Hainich-Kreis ist ein Landkreis im Nordwesten von Thüringen. Der Kreis wurde nach dem Fluss Unstrut und dem Höhenzug Hainich benannt. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Nordthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Nordthüringen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Lage [Bearbeiten]
Der Unstrut-Hainich-Kreis befindet sich im nordwestlichen Teil des Thüringer Beckens und deren Randplatten. Das Unstruttal wird im Westen und Norden von den Muschelkalkplatten des Hainichs, des Oberen Eichsfeldes und des Dün eingegrenzt. Im Südwesten des Unstrut-Hainich-Kreises liegt der geographische Mittelpunkt Deutschlands[2], wenn man von den Extremen ausgeht (Lage des nördlichsten, östlichsten usw. Punkt in Deutschland). In der Gemarkung Niederdorla der Gemeinde Vogtei wurde eine Steinplatte auf 51° 10' nördl. Breite und 10° 27' östl. Länge gesetzt.
Nachbarkreise des Unstrut-Hainich-Kreises sind im Nordwesten der Landkreis Eichsfeld, im Nordosten der Kyffhäuserkreis, im Osten der Landkreis Sömmerda, im Südosten der Landkreis Gotha und im Südwesten der Wartburgkreis. Im Westen grenzt der Unstrut-Hainich-Kreis an den Werra-Meißner-Kreis in Hessen.
Naturräumliche Gliederung [Bearbeiten]
Der nördliche Teil des Kreises, nördlich einer Linie Obermehler-Kaisershagen-Bickenriede sowie der Hainich zwischen Struth und Weberstedt ist dem Naturraum Hainich-Dün-Hainleite zuzuordnen. Der äußerste Westen des Kreises tangiert den Naturraum Werrabergland-Hörselberge. Das weitere Kreisgebiet ist der Helme-Unstrut-Niederung bei Herbsleben und der Unstrutaue innerhalb des Innerthüringer Ackerhügellandes zuzuordnen.[3]
Naturschutz [Bearbeiten]
Der 1997 gegründete Nationalpark Hainich erstreckt sich über den Süden des Kreisgebietes. Er ist der 13. Nationalpark Deutschlands. Der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal umfasst den westlichen Teil des Unstrut-Hainich-Kreises. Der Mühlhäuser Stadtwald ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Im Unstrut-Hainich-Kreis gibt es 33 geschützte Landschaftsbestandteile, Flächennaturdenkmale und Naturdenkmale (Stand: 15. Dezember 2004).[4]
Berge und Erhebungen [Bearbeiten]
Die Geländehöhen im Unstrut-Hainich-Kreis betragen zwischen 149 m an der Unstrut unterhalb Herbsleben und 517 m auf dem Rain bei Struth. Weitere nennenswerte Berge und Erhebungen sind:[5]
- Köhlerberg (504,7 m), nördlich von Hüpstedt
- Rode (498,2 m), westlich von Struth
- Hohes Rode (493,0 m), bei Eigenrieden
- Dörnerberg (478 m), bei Diedorf
- Winterstein (467,6 m), bei Heyerode
- Lohberg (468 m), südlicher Hainich
- Schlegelsberg (461,2 m), bei Faulungen
- Haardt (451,3 m), bei Kammerforst
- Forstberg (395,4 m), nördlich Mühlhausen
- Lehdenberg (Heilinger Höhen) (367,6 m), bei Marolterode
- Teufelsberg (358,1 m) (Große Harth), bei Wiegleben
- Warthügel (323,6 m), bei Hollenbach
- Wartberg (276,8 m), bei Nägelstedt
- Roter Berg (240,2 m), bei Altengottern
Gewässer [Bearbeiten]
Der Großteil des Unstrut-Hainich-Kreises entwässert über die Unstrut und, im nordöstlichen Teil, über die Helbe zu Saale und Elbe. Der Westen des Kreisgebietes liegt mit den Gewässern Haselbach und Frieda im Einzugsgebiet von Werra und Weser. Ein bedeutendes Standgewässer ist die Talsperre Seebach mit einem Stauraum von 5 Millionen Kubikmetern auf einer Wasserfläche von 1,1 km². Das frühere Moorgebiet bei Niederdorla ist heute ein See.
Geschichte [Bearbeiten]
Der Unstrut-Hainich Kreis entstand am 1. Juli 1994 durch die Neuordnung der Kreise in Thüringen aus dem Altkreis Mühlhausen (MHL) und dem Großteil des Altkreises Langensalza (LSZ). Einige Gemeinden des Landkreises Bad Langensalza gingen an den Wartburgkreis und den Landkreis Gotha.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Entwicklung der Einwohnerzahl :
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- Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember
Politik [Bearbeiten]
Landrat [Bearbeiten]
Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises ist Harald Zanker (SPD). Beigeordnete des Unstrut-Hainich-Kreises sind Andreas Henning (CDU) und Norbert Mros (Die Linke).
Kreistag [Bearbeiten]
Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
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Partei
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Sitze
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| CDU | 16 (–3) |
| SPD | 11 (±0) |
| LINKE | 8 (–1) |
| FDP | 5 (+2) |
| FWG-UH | 4 (±0) |
| GRÜNE | 1 (+1) |
| Regionale BI Herbsleben | 1 (+1) |
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen des Unstrut-Hainich-Kreises berücksichtigt die verschiedenen historischen Zugehörigkeiten der ehemaligen Herrschaftsgebiete.
- Schwarzer Adler und die Mühlsteine: Die ehemals Freie Reichsstadt Mühlhausen mit den dazugehörigen Gemeinden wird damit repräsentiert
- Rot gestreifter Löwe: Zur ehemaligen Landgrafschaft Thüringen gehörende Gemeinden werden symbolisiert.
- Mainzer Rad: Das ehemals zum Kurfürstentum Mainz gehörende, 1816 preußisch gewordene Eichsfeld findet hier seinen Ausdruck.
- Zwölfendiges Geweih: Die ehemals zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt gehörenden Gemeinden werden damit vertreten.
Eine Übersicht zu den Wappen der Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Unstrut-Hainich-Kreis.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Wirtschaft [Bearbeiten]
Holz- und Möbelproduktion, Elektronik, Dachziegelproduktion, Kammgarnherstellung und die Textilindustrie sind neben dem Handwerk und der Landwirtschaft wichtige Branchen im Landkreis. Der Unstrut-Hainich-Kreis verfügt über eine landwirtschaftliche Fläche von 73.488 ha. Der Unstrut-Hainich-Kreis hatte im Februar 2012 eine Arbeitslosenquote von 12,4 Prozent. Somit lag der Landkreis über dem Landesdurchschnitt von 9,7 Prozent und über dem Bundesdurchschnitt.
Verkehrsanbindung [Bearbeiten]
Straßenverkehr [Bearbeiten]
Der Kreis wird in Nord-Süd-Richtung von der B 247 und in Ost-West-Richtung von der B 249 durchkreuzt. Der Osten des Kreises wird zudem von der Bundesstraße 84 durchquert; in Bad Langensalza zweigt von dieser die Bundesstraße 176 in Richtung Straußfurt ab. Anschluss an das Autobahnnet besteht außerhalb der Kreisgrenzen bei Eisenach (BAB 4) und Leinefelde-Worbis bzw. Bleicherode (BAB 38). Bedeutende Landesstraßen sind die L 1042 Andisleben-Döllstedt-Tonna-Bad Langensalza und L 1016 Niedergebra-Keula-Mühlhausen-Vogtei-Mihla-Eisenach.
Schienenverkehr [Bearbeiten]
Wichtigste Bahnstrecke im Kreisgebiet ist die Bahnstrecke Gotha – Bad Langensalza – Mühlhausen – Leinefelde, sie ist bedeutsam als direkte Bahnverbindung nach Erfurt und Göttingen mit Anschlussmöglichkeit an ICE-Züge Richtung Hannover und Hamburg. Eine regional bedeutsame Nebenstrecke, die teilweise im Unstrut-Hainich-Kreis verläuft, ist die Bahnstrecke Großheringen – Kölleda – Sömmerda – Straußfurt.
Stillgelegt und teilweise abgebaut wurden die Strecken Mühlhausen – Schlotheim, Straußfurt – Ballstedt, Mühlhausen – Heyerode – Treffurt und Leinefelde – Dingelstädt – Geismar („Kanonenbahn“).
Luftverkehr [Bearbeiten]
Für kleine Privatflugzeuge besitzt der Kreis den Flugplatz Obermehler-Schlotheim bei Mühlhausen.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
Siehe auch: Liste der Orte im Unstrut-Hainich-Kreis
(Einwohner am 31. Dezember 2011[7])
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Städte
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Verwaltungsgemeinschaften
* Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft
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Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ bzw. „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft in Thüringen.
Gebietsveränderungen [Bearbeiten]
Gemeinden [Bearbeiten]
- Zusammenschluss der Gemeinden Heyerode, Katharinenberg, Hildebrandshausen und Lengenfeld unterm Stein zur Gemeinde Südeichsfeld (1. Dezember 2011)
- Auflösung der Gemeinden Langula, Niederdorla und Oberdorla – Bildung der Landgemeinde Vogtei. Diese wird erfüllende Gemeinde für Kammerforst und Oppershausen (31. Dezember 2012)
Verwaltungsgemeinschaften [Bearbeiten]
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Diedorf – Bildung der Gemeinde Katharinenberg aus den Mitgliedsgemeinden (15. Juni 1992)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Unstrut-Luhne – Bildung der Gemeinde Unstruttal aus den Mitgliedsgemeinden (1. September 1995)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Menteroda – Bildung der Gemeinde Menteroda aus den Mitgliedsgemeinden (1. August 1996)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Landgraben-West – Bildung der Gemeinde Anrode aus den Mitgliedsgemeinden (1. Januar 1997)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Hildebrandshausen/Lengenfeld unterm Stein – Bildung der Gemeinde Südeichsfeld aus den Mitgliedsgemeinden (1. Dezember 2011)
- Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Vogtei – Bildung der Landgemeinde Vogtei aus den Mitgliedsgemeinden Langula, Niederdorla und Oberdorla (31. Dezember 2012)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
- ↑ mittelpunkt-deutschlands.de
- ↑ http://www.tlug-jena.de/uw_raum/umweltregional/uh/index.html?uh10.html, aufgerufen am 15. Januar 2013
- ↑ http://www.tlug-jena.de/uw_raum/umweltregional/uh/index.html?uh10.html, aufgerufen am 15. Januar 2013
- ↑ Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
- ↑ http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=KW&wJahr=2009&zeigeErg=WK&wknr=064
- ↑ Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften
Weblinks [Bearbeiten]
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