Unteres Mittelrheingebiet

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Karte des Mittelrheins

Das Untere Mittelrheingebiet ist eine naturräumliche Haupteinheit innerhalb der Haupteinheitengruppe Mittelrheingebiet am Mittelrhein. Sie erstreckt sich vom Rheintal unmittelbar unterhalb Andernachs bis unmittelbar oberhalb Bonns und enthält auch Hügellandschaften beiderseits des Rheins und das Siebengebirge.

Das Untere Mittelrheintal liegt größtenteils in Rheinland-Pfalz, sein Norden in Nordrhein-Westfalen, und trennt den Westerwald im Osten von der Osteifel im Westen. Nach Norden geht es in die Kölner Bucht über.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten]

Das Untere Mittelrheingebiet gliedert sich wie folgt (Kennziffern der unmittelbaren Rheintalabschnitte in Fettdruck):[1][2][3][4]

Unteres Mittelrheintal[Bearbeiten]

Das Untere Mittelrheintal ist die Tallandschaft des Mittelrheines von unmittelbar unterhalb Andernachs bis unmittelbar oberhalb Bonns. Es teilt sich in Flussrichtung des Rheins auf in die Andernacher Pforte, die Linz-Hönninger Talweitung und Honnefer Talweitung.

Andernacher Pforte[Bearbeiten]

Die linksrheinisch im Landkreis Mayen-Koblenz und rechtsrheinisch im Landkreis Neuwied (beide Rheinland-Pfalz) gelegene Andernacher Pforte ist das Durchbruchstal des Rheins durch die von Quarzit und Schiefer gebildeten Ränder des Neuwieder Beckens zum Unteren Mittelrheintal. Es umfasst den gerade einmal 5 km langen und eingangs gerade 1 km, im Inneren stets unter 4 km breiten Rheinabschnitt von unmittelbar unterhalb Andernachs bis Niederhammerstein.

Nach Westen grenzt die Pforte an das Laacher Kuppenland, das weiter westlich durch die Ettringer Vulkankuppen fortgesetzt wird und den Übergang in die Hocheifel einleitet; nach Osten grenzt im südlichen Rhein-Wied-Rücken unmittelbar ein Teil des Niederwesterwaldes an.

Linz-Hönninger Talweitung[Bearbeiten]

Die Linz-Hönninger Talweitung stellt das Rheintal oberhalb Brohl-Lützings über Bad Hönningen, Bad Breisig, Sinzig, Linz und Remagen bis nach Unkel dar. Sie liegt linksrheinisch im Landkreis Ahrweiler und rechtsrheinisch im Landkreis Neuwied (beide Rheinland-Pfalz) und ist etwa 22 km lang bei einer Breite von 1,5 bis 3,5 km; gegen Ende, im Norden von Unkel, verengt sie sich auf etwa 800 m.

Linksrheinisch schließen sich die Rhein-Ahr-Terrassen an, die durch das Ahrmündungstal der oberhalb von Sinzig mündenden Ahr geteilt werden und sich unterhalb derer an der zur Kölner Bucht abflachenden, nordöstlichen Osteifel merklich verbreitern.

Rechtsrheinisch stößt das Tal im Süden direkt an den nördlichen Rhein-Wied-Rücken als Teil des Niederwesterwaldes, während sich ab Hönningen die Linzer Terrassen vor den Rheinwesterwälder Vulkanrücken (ebenfalls Niederwesterwald) schieben.

Blick auf die Honnefer Talweitung

Honnefer Talweitung[Bearbeiten]

Die Honnefer Talweitung stellt den nur etwa 5 km langen, nördlichsten Abschnitt des Mittelrheins vom Norden Unkels bis Bad Honnef, unmittelbar oberhalb Bonns, dar. Linksrheinisch liegt die Talweitung fast gänzlich im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) und berührt nur im äußersten Norden das Stadtgebiet Bonns (Nordrhein-Westfalen). Rechtsrheinisch liegt der Süden im Landkreis Neuwied (RP) und der Norden im Rhein-Sieg-Kreis (NRW). Von der Engstelle im Norden Unkels aus, wo das Rheintal nur etwa 800 m breit ist, verbreitert sich das Tal auf etwa 2 km, um sich gegen Ende wieder auf knapp 1,5 km zu verengen. Die Talweitung enthält die sogenannte Nonnenwerther Stromspaltung des Rheins, der sich dort zu drei (früher vermutlich: vier) Armen aufweitet und bei Stromkilometer 641,0 eine Breite von 874 m aufweist[5]. Am westlichen Rolandswerther Rheinarm liegt die Insel Nonnenwerth, am östlichen Bad Honnefer Altarm die Insel Grafenwerth.[6]

Linksrheinisch wird das Tal vom Norden der Rhein-Ahr-Terrassen begleitet, die nach Nordwesten hin zur Kölner Bucht (Godesberger Rheintaltrichter) abflachen.

Rechtsrheinisch schließen sich im Süden die Linzer Terrassen an, östlich davon der vereinzelt als Honnefer Terrassenhügel bezeichnete nordwestliche Rand des Rheinwesterwälder Vulkanrückens (Niederwesterwald). Östlich grenzt die Honnefer Talweitung fast nahtlos an das Siebengebirge an, das noch zum Unteren Mittelrheingebiet gezählt wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ewald Glässer: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 122/123 Köln/Aachen. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1978. → Online-Karte (PDF; 8,7 MB)
  2. Heinz Fischer, Richard Graafen: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 136/137 Cochem. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1974. → Online-Karte (PDF; 5,6 MB)
  3. Die Blätter 124 Siegen von 1972 (betrifft 292.11) und 138 Koblenz von 1971 (betrifft 292.00 [hier nur in der Übereinheit 292.0 Laacher Vulkane] und 292.11 [hier: 292.101 Linz-Hönninger Talweitung]) haben je nur minimale Randanteile – lediglich 292.10 [hier: 292.100 Andernacher Pforte] liegt fast komplett auf Blatt Koblenz.
  4. Interaktiver Kartendienst und Beschreibungen der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz
  5. Cläre Pelzer: Lage und Relief der Stadt Bad Honnef am Rhein. In: Bad Honnef am Rhein. Beiträge zur Geschichte unserer Heimatgemeinde anläßlich ihrer Stadterhebung vor 100 Jahren. Verlag der Honnefer Volkszeitung, Bad Honnef 1962, S. 5/6
  6. Robert Jasmund: Die Arbeiten der Rheinstrom-Bauverwaltung 1851-1900. Halle a.S. 1900, S. 102 (PDF; 1,3 MB)

Allgemeine Quellen[Bearbeiten]