Unternehmen Nordlicht

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Unternehmen Nordlicht war der Deckname für zwei Planungen bzw. Operationen der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.

Unternehmen Nordlicht (1942)[Bearbeiten]

Das Unternehmen Nordlicht von 1942 war ein Plan zur endgültigen Eroberung des eingeschlossenen Leningrads für den 14. September 1942.

Nach der Einschließung Leningrads durch deutsche Truppen und der Abwehr eines sowjetischen Angriffs in der Schlacht am Wolchow Anfang 1942 war die Front um Leningrad erstarrt - es entwickelte sich eine Belagerungsschlacht.

Da die 11. Armee im Raum Schlüsselburg seit dem 27. August 1942 eine sowjetische Offensive in der Ersten Ladoga-Schlacht aufhalten musste, wurde der Plan nie umgesetzt.

Frontverlauf um Leningrad (Mai 1942 bis Januar 1943)

Ursprünglich legte die Heeresgruppe Nord Planungen zu vier Unternehmen vor:[1]

  • Unternehmen Nordlicht: die Eroberung Leningrads
  • Unternehmen Schlingpflanze: die Erweiterung des Kessels von Demjansk
  • Unternehmen Moorbrand: die Beseitigung des Wolchow-Brückenkopfs
  • Unternehmen Bettelstab: die Eroberung des Oranienbaumer Brückenkopfes

Da die Kräfte für alle vier Unternehmen nicht ausreichten, konzentrierte man sich in der Folge auf das Unternehmen Nordlicht.

Der Plan sah vor, die Front südlich von Leningrad mit drei Korps zu durchbrechen. Hierzu war eine starke Artillerie- und Luftwaffenunterstützung vorgesehen. Unter anderem wurden schwerste Eisenbahngeschütze an die Leningrader Südfront verlegt. Dieser Vorstoß sollte jedoch nur bis an die südliche Stadtgrenze Leningrads führen. Als dann sollten zwei Korps nach Osten eindrehen und dort südöstlich von Leningrad die Newa überschreiten. Die zwischen dem Ladogasee und Leningrad stehenden sowjetischen Truppen sollten eingeschlossen und vernichtet werden. Ziel war es die Stadt von Osten her eng einzuschließen und ihrer Nachschubwege über den Ladogasee zu berauben. Der Plan ging davon aus, dass dadurch verlustreiche Häuserkämpfe vermieden werden könnten und eine schnelle Kapitulation der Stadt ähnlich dem Fall Warschaus 1939 erreicht werden könnte. Die Planungen sahen auch eine Landung im sowjetischen Brückenkopf von Oranienbaum, westlich von Leningrad gelegen, vor.

Für den Angriff sah das Armeeoberkommando (AOK) der 11. Armee unter Generalfeldmarschall Erich von Manstein zwölf Divisionen vor, darunter auch die spanische Blaue Division. Aus dem Gebiet Sewastopol wurde schwerste Belagerungsartillerie herbeigebracht, darunter die Kanone Dora, der 42-cm-Gamma Mörser und der Mörser Karl.[1]

Aufgrund der am 27. August 1942 begonnen sowjetischen Großoffensive bei Mga südlich von Leningrad wurden alle deutschen Angriffskräfte dorthin überführt, um den sowjetischen Angriff abzuschlagen. Nach dem Ende der verlustreichen Kämpfe bei Mga verfügte die 11. Armee nicht mehr über genügend Kampfkraft, um das Unternehmen Nordlicht erfolgreich durchführen zu können.

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich von Manstein: Verlorene Siege. Bernard und Graefe Verlag, Bonn 2000.
  • Earl F. Ziemke und Magna E. Bauer: Moscow to Stalingrad. Decision in the East, Center of Military History, Washington D.C. 1987. (Online)

Unternehmen Nordlicht (1944)[Bearbeiten]

Der deutsche Rückzug aus Finnland 1944

Das Unternehmen Nordlicht von 1944 war der Deckname für den Rückzug der 20. Gebirgs-Armee von der Petsamofront nach Nord-Norwegen.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Ziemke und Magna: Moscow to Stalingrad, S. 408 ff.
  2. Earl F. Ziemke: Stalingrad to Berlin: The German Defeat in the East. S. 395ff.