Unternehmen Sonnenblume
| Bedeutende Militäroperationen während des Afrikafeldzuges (1940–1943) der Achsenmächte |
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1940: Italienische Invasion Ägyptens – Operation Compass |
Unternehmen Sonnenblume war der Deckname für die Entsendung erster deutscher Truppen nach Italienisch-Libyen zur Unterstützung der bedrängten italienischen Truppen in Nordafrika im Februar 1941.
Inhaltsverzeichnis |
Vorgeschichte [Bearbeiten]
Italien hatte Frankreich und Großbritannien am 10. Juni 1940 den Krieg erklärt. Der italienische Diktator Benito Mussolini ging von einem nur kurzen Krieg aus und hoffte, durch ein Bündnis mit dem Deutschen Reich einige der Gebietsansprüche Italiens befriedigen zu können. In Nordafrika bestanden diese zum einen aus einer Vergrößerung der Kolonie Italienisch-Libyen Richtung Westen um das französische Protektorat Tunesien. In östliche Richtung strebte Italien eine Kontrolle über Ägypten und den strategisch wichtigen Sueskanal an, sowie die Herstellung einer direkten Landverbindung zu seinen Kolonien in Ostafrika. Nachdem Frankreich im Westfeldzug geschlagen worden war und Tunesien zum nun verbündeten Vichy-Frankreich gehörte, richteten sich die italienischen Expansionsziele in Nordafrika ganz auf Ägypten. Am 9. September 1940 marschierte Italien schließlich mit der 10. Armee in Ägypten ein.
Kriegsverlauf in Nordafrika [Bearbeiten]
Die Invasion verlief allerdings wenig erfolgreich und kam aufgrund der schlechten Versorgung und Ausrüstung der Truppen nur wenig mehr als 100 km hinter der ägyptisch-libyschen Grenze zum Stehen. Am 8. Dezember starteten die Alliierten mit der Operation Compass eine Gegenoffensive. Das ursprünglich auf nur wenige Tage begrenzte und der Vertreibung der italienischen Armee aus Ägypten gerichtete Unternehmen erwies sich als derart erfolgreich, dass der Vormarsch bis nach Libyen fortgesetzt wurde. Bis Anfang Februar 1941 hatten die alliierten Truppen die Kyrenaika bis einschließlich El Agheila besetzt und die 10. italienische Armee nahezu restlos aufgerieben.
Hintergrund [Bearbeiten]
Der italienische Diktator Benito Mussolini hatte ein deutsches Hilfsangebot im Dezember 1940 zur Entsendung von Truppen nach Afrika noch abgelehnt. Unter dem Eindruck der katastrophalen Entwicklung der Operation Compass, die schließlich am 7. Februar mit der Vernichtung der 10. Armee endete, sah er sich gezwungen auf das Angebot zurückzugreifen. Das OKW erteilte als Reaktion auf Mussolinis Bitte am 6. Februar 1941 Weisung für den Beginn des Unternehmens Sonnenblume.[1] Zunächst sollte ein „Sperrverband“ gepanzerter Kräfte entsandt werden, um das weitere Vordringen der Alliierten nach Libyen zu verhindern.
Ablauf [Bearbeiten]
Der erste Konvoi des neu geschaffenen “Deutschen Afrikakorps” unter dem Kommando von Generalleutnant Erwin Rommel verließ bereits am 8. Februar Neapel und erreichte am 11. Februar 1941 Afrika. Am 14. Februar erreichten die ersten Einheiten der 5. Leichten Division unter Generalmajor Johannes Streich Tripolis. Um einen möglichen Vorstoß der Alliierten entgegenzutreten wurden sie ohne Verzug nach Sirte verlegt. In den folgenden Monaten trafen weitere Teile der 5. Leichten Division ein und zwischen dem 25. April und dem 6. Mai 1941 schließlich auch die 15. Panzer-Division. Am 25. Mai war der Aufmarsch schließlich abgeschlossen und das Afrikakorps an der Front zum britisch besetzten Teil Libyens versammelt.
Ausrüstung [Bearbeiten]
Das Deutsche Afrikakorps wurde teils mit den, aufgrund der Erfahrungen der vorangegangenen Feldzüge, modernisierten Panzermodellen ausgestattet. So waren unter den mitgeführten Panzer III einige Ausführungen F und G bzw. Ausführung E unter den Panzer IV. Diese verfügten über eine verbesserte Panzerung und durchschlagskräftigere Geschütze.
Bei der Überführung der 5. Leichten Division sank das Transportschiff “Leverkusen” und die 13 an Bord mitgeführten Panzer gingen verloren. Insgesamt konnte die 5. Division damit 193 Panzer in Afrika aufbieten:
- 50 Panzer I
- 45 Panzer II
- 71 Panzer III
- 20 Panzer IV
- 7 Panzerbefehlswagen (verschiedene Modelle)
Die 15. Panzerdivision steuerte weitere 146 Panzer zum Afrikakorps bei:
- 45 Panzer II
- 71 Panzer III
- 20 Panzer IV
- 10 Panzerbefehlswagen (verschiedene Modelle)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Schramm, Teilband 1, S.307-319, Teilband 2, S. 1000
Literatur [Bearbeiten]
- Charles Burton Burdick: Unternehmen Sonnenblume: Der Entschluss zum Afrika-Feldzug. Kurt Vowinckel Verlag: Neckargemünd 1972. ASIN B00537XL24.
- Thomas L. Jentz: Tank Combat in North Africa: The Opening Rounds. Operations Sonnenblume, Brevity, Skorpion and Battleaxe (February 1941 – June 1941). Schiffer Military History: Atglen 1998. ISBN 0-7643-0226-4.
- Percy Ernst Schramm (Hrsg.): Kriegstagebuch des OKW, 1940–1941, Band 1, Teilband 1 und 2. ISBN 3-8289-0525-0.
- Erwin Rommel, Basil Liddell-Hart: The Rommel Papers. Natraj Publishers: Dehradun 2003. ISBN 978-8185019048.